Schweiz

Mit Schleier, aber ohne Gott: Konfessionslose Hochzeiten sind im Trend

Weisses Kleid und Brautschleier, aber kein Pfarrer weit und breit – so sieht eine freie Trauung oft aus. bild: Nathalie Oderbolz.

Heiraten im weissen Kleid ja – Kirche nein? Immer mehr Paare wollen ohne Pfarrer heiraten, auf traditionelle Rituale aber nicht verzichten. Nun gibt es auch eine Ausbildung für die spezialisierten Zeremonienmeister. 

23.07.17, 13:47 24.07.17, 06:31

Vor 20 Jahren liessen sich in der Schweiz rund 60 Prozent aller Brautpaare in der Kirche trauen. Heute sind es gerade noch 20 Prozent. Auf eine traditionsreiche Hochzeit in Weiss wollen aber auch viele der anderen Heiratswilligen nicht verzichten. Viele solcher Paare entscheiden sich nun für konfessionslose Trauungen. Das heisst: Zeremonien wie in der Kirche, aber ohne Gott und Pfarrer. 

Nathalie Oderbolz hat sich vor einigen Monaten für eine solche Trauung entschieden. Sie sagt: «Hochzeiten in der Kirche sind wunderschön. Für mich und meinen Partner hätte es sich aber falsch angefühlt, in der Kirche zu heiraten, da Gott in unserem Leben keine grosse Rolle spielt.»

«Festlich, traditionell und mit dem persönlichen Touch, der auf dem Standesamt oft fehlt.»

Die frisch verheiratete Nathalie Oderbolz über freie Trauungen.

Ihre Märchenhochzeit in Weiss habe sie dank einer konfessionslosen Zeremonie trotzdem erleben können, so Oderbolz. «Unsere Hochzeit war so auch ohne Kirchengang festlich, traditionell und mit dem persönlichen und romantischen Touch, der auf dem Standesamt fehlte.» 

Für Nathalie und Stéphane hätte sich eine Hochzeit in der Kirche «falsch angefühlt».  bild: Nathalie Oderbolz

Mit ihrem Wunsch nach Tradition ohne Religion ist Nathalie Oderbolz nicht alleine. Die Nachfrage nach Zeremoniemeistern für konfessionslose Hochzeiten ist derzeit gross, wie mehrere Anbieter bestätigen. Im Internet findet man mit ein paar Klicks eine ganze Palette von Ritualbegleitern. Es bieten unter anderem ehemaligen Pfarrer ihre Dienste an, sowie Sozialtherapeuten oder Esoteriker.

Boom der freien Trauungen

«Das formelle ‹Ja› auf dem Standesamt kann den romantischen Weg zum Altar für viele Paare nicht ersetzen», sagt Zeremoniemeisterin Marylin Rebelo von «A Lovely Day». Sie spricht von einem regelrechten Boom der ‹freien› Trauungen. «Ich selbst habe seit Januar bereits 40 solche Zeremonien durchgeführt.»

Immer weniger kirchliche Trauungen

Die Anzahl der zivilen Trauungen bewegt sich in der Schweiz seit Jahren im selben Bereich. Im Jahr 2016 haben 41'646 Paare auf dem Zivilstandesamt den Bund der Ehe geschlossen. Doch die Anzahl kirchlicher Trauungen ist laut dem schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut zwischen 2011 und 2015 zurückgegangen. So heirateten im Jahr 2011 noch 28 Prozent der Katholiken vor einem Pfarrer, 2015 waren es nur noch 23 Prozent. Bei den Reformierten hat sich die Anzahl mit einer Abnahme von einem Prozent hingegen nur leicht reduziert.

Zeremoniemeister wie Rebelo sind im Gegensatz zu Heiratsplanern spezialisiert auf die verschiedensten Heiratstraditionen, leiten die ganze Zeremonie und halten auch eine oder mehrere Reden. Sie sind auch für den Ringtausch zuständig. 

Die ausserkirchlichen Rituale, die sie führen, fänden oft in einem ähnlichem Rahmen statt wie in der Kirche, so Rebelo. Mit einem Ring, der getauscht wird, mit dem Vater, der die Braut zum Bräutigam führt, und mit einem weissen Brautkleid. «Viele Menschen glauben weniger an Gott als früher, legen aber immer noch grossen Wert auf die hiesigen Traditionen und möchten diese auch an ihrem grossen Tag mit einfliessen lassen.» Oft werde für die Zeremonie ein Ort im Freien gewählt oder ganz klassisch ein Festsaal. 

«Sie dürften ja – selbst wenn sie es wollten – gar nicht in der Kirche heiraten.»

Zeremoniemeisterin Marylin Rebelo über Geschiedene, Homosexuelle oder Paare mit unterschiedlichen Religionen.

Die kirchliche Hochzeit ist nach wie vor nur einem Teil der Bevölkerung vorbehalten. So entscheiden sich laut Rebelo auch viele Paare mit verschiedenen Konfessionen, Geschiedene oder auch Homosexuelle für die weltliche Trauung entscheiden. «Diese Leute dürften ja – selbst wenn sie es wollten – gar nicht in der Kirche heiraten.» Die freie Zeremonie ersetzt jedoch keine standesamtliche Heirat. Sie ist rein rechtlich nicht verbindlich und wird von der offiziellen Kirche nicht anerkannt.

Lehrgang für konfessionslose Zeremonienmeister

Auch die Migros Klubschule springt nun auf den Trend auf. Ab Herbst wird in Genf zum ersten Mal ein Lehrgang angeboten, in dem Interessierte zu «officiants laics» (zu deutsch in etwa: laizistischer Zeremoniemeister) ausgebildet werden. Es handelt sich um ein Pilotprojekt. Ob es bald auch in der Deutschschweiz ein ähnliches Angebot geben wird, ist noch unklar. 

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • chicadeltren 31.07.2017 16:22
    Highlight Es gibt auch Krichen (zumindes reformierte), die Homosexuelle "verheiraten". Da das ja nicht legal ist, wird es "Paarsegnung" genannt. Ist aber genau gleich wie eine Hetero-Hochzeit mit allen Traditionen und Ritualen.
    0 0 Melden
  • reputationscoach 28.07.2017 16:19
    Highlight Wie die Kirche ohne Orgel.
    0 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 24.07.2017 09:38
    Highlight Wozu denn heiraten?
    7 23 Melden
  • Theor 24.07.2017 07:48
    Highlight Der Wunsch, allen zu verkünden, dass es keinen Gott gibt scheint gemäss Trendanalyse langsam den Wunsch, allen Fleischessern zu sagen, dass das rückständig und Mord ist, von Platz 1 der "Dummbatzen-Charts" zu verdrängen.

    In der Unfähigkeit "leben-und-einander-leben-zu-lassen" finden beide Trends dann wieder ihre Schnittmenge.
    28 20 Melden
  • Gelöschter Benutzer 24.07.2017 07:23
    Highlight Besserer Clickbait Titel wäre gewesen: Migros verheiratet Leute! Mit Märkli zum grossen Glück.
    33 3 Melden
  • Marlon Mendieta 24.07.2017 06:40
    Highlight Es gibt übrigens auch noch sehr viele und immer mehr Trauungen " Mit Schleier, Mit Gott, aber ohne sein heuchlerisches Bodenpersonal"

    Glaube an Gott wenn du magst, aber lass Dir nicht von korupten, rückständigen und frauenfeindlichen Sekten Sand in die Augen streuen.
    Dann klappt es vieleicht auch mit der Liebe und Treue.
    AMEN
    37 14 Melden
  • G-Man 23.07.2017 21:24
    Highlight Wir hatten eine freie trauung "im namen der liebe" von nicolas linth. Unter freiem himmel in den sonnenuntergang mit blick in die berge... ein einmaliges erlebniss für diesen grossartigen tag. Jedem das seine, aber für uns passte dies perfekt. Persönlicher, romantischer und interessater als jede kirchliche trauung in denen ich war. Zudem überzeugte nicolas linth als sprecher auf voller linie, was ich bei allen pfarrern auf hochzeiten die ich bis anhin hörte nur von einem sagen kann.
    30 17 Melden
    • ShadowSoul 24.07.2017 16:17
      Highlight Keine Ahnung wieso die alle blitzen, hast ja nichts schlimmes gesagt. :)
      12 3 Melden
  • Pointer 23.07.2017 18:39
    Highlight Sie wollen also in einem Haus Gottes heiraten, ohne Gott? Irgendwie paradox!
    35 105 Melden
    • peerem 23.07.2017 19:16
      Highlight "Hochzeiten in der Kirche sind wunderschön. Für mich und meinen Partner hätte es sich aber falsch angefühlt, in der Kirche zu heiraten, da Gott in unserem Leben keine grosse Rolle spielt."

      "Unsere Hochzeit war so auch ohne Kirchengang festlich, traditionell und mit dem persönlichen und romantischen Touch, der auf dem Standesamt fehlte."

      "Oft werde für die Zeremonie ein Ort im Freien gewählt oder ganz klassisch ein Festsaal."

      Da hat wohl jemand den Artikel nicht gelesen und meint trotzdem, unbedingt seinen Senf dazu geben zu müssen. Irgendwie paradox!
      117 7 Melden
    • kleiner_Schurke 23.07.2017 19:27
      Highlight Man kann nur ohne Gott heiraten, da es keinen Gott gibt. Und deshalb heiraten wir ohne Gott und auch nicht im Hause Gottes. Und das ist auch gut so.
      75 44 Melden
    • Pointer 23.07.2017 20:41
      Highlight Da war ich wohl etwas zu schnell im Durchlesen, sorry.
      23 1 Melden
    • Divina Commedia 24.07.2017 03:45
      Highlight @kleiner Schurke
      Beweise mir dass es keinen Gott gibt.
      20 53 Melden
    • kleiner_Schurke 24.07.2017 07:26
      Highlight Nein.
      26 6 Melden
    • NotWhatYouExpect 24.07.2017 08:21
      Highlight @Divina: Beweis uns, dass es einen gibt.
      27 6 Melden
    • Meitschi 24.07.2017 09:17
      Highlight @Divina Commedia
      Beweise mir, dass es einen Gott gibt.
      16 7 Melden
    • Black Canary 24.07.2017 12:50
      Highlight @achtbit @Meitschi @Divina Commedia

      Die Definition vom Glauben, ist ebben genau, dass man es eben nicht beweisen kann, sprich nicht weiss. Sonst würde es ja "Wir wissen von Gott" und nicht "Wir glauben an Gott" heissen. ;)
      10 0 Melden
    • Merida 24.07.2017 17:22
      Highlight Wenn du einen Gott brauchst, gibt es auch einen...

      Bertolt Brecht schreibt in seinen "Geschichten vom Herrn Keuner" :

      Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe.

      Herr K. sagte: "Ich rate dir, nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde.
      Würde es sich nicht ändern, dann können wir die Frage fallen lassen.

      Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so weit behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden:

      Du brauchst einen Gott."
      17 0 Melden
    • chicadeltren 31.07.2017 16:26
      Highlight @ Divina Commedia: es gibt die Zahnfee und Gartenzwerge. Oder beweise mir, dass es sie nicht gibt.
      1 0 Melden
    • NotWhatYouExpect 01.08.2017 08:26
      Highlight Das Problem ist doch am Glauben, dass es viele gibt die mehr als nur Glauben... sondern gehen davon aus, dass unsere Welt nach der Schöpfungslehre erstellt wurde.

      Ich habe nix dagegen wenn Leute an etwas glauben, wenn dann aber Leute kommen und sagen, dass wir beweisen sollen, dass es keinen Gott gibt hört es bei mir auch mit Verständnis für diese Personen.

      3 0 Melden
    • kleiner_Schurke 01.08.2017 11:13
      Highlight @8bit
      Da bin ich ganz deiner Meinung. Zuhause auf dem Sofa sitzen und ganz fest an Allah, Jehova oder das Spaghetti Monster glauben ist vollkommen ok. Es gibt aber leider viel religiöse Menschen die "Respekt" für ihren glauben fordern, sonst sind sie tief beleidigt. Das führt dann dazu, dass die ihre Schöpfungs-Fantasie-Geschichte in den Biologiebüchern haben wollen und gleichberechtig mit Biologie unterrichtete sehen wollen, sonst sind sie tief beleidigt. Und da kommt die Toleranz dann an ein Ende.
      4 0 Melden
  • Michael Heldner 23.07.2017 18:31
    Highlight wundert mich, dass immernoch so viele allgemein unbedingt heiraten wollen... haben es mal ausgerechnet und festgestellt das uns ein Stück Papier keine 3000CHF im Jahr mehr Steuern wert sind.
    36 32 Melden
    • Charlie Runkle 23.07.2017 19:15
      Highlight Es geht eher um das adoptionsrecht und die nachlassverwaltung im todesfall des partners
      40 3 Melden
    • G-Man 23.07.2017 21:26
      Highlight Das war lange auch mein argument, aber bei gemeinsamen kindern spart man schlussendlich steuern wenn nicht mehr 200% versteuert werden.
      17 2 Melden
    • Merida 24.07.2017 17:23
      Highlight Ohne Kinder lohnt es sich aber wirklich nicht...
      4 0 Melden
    • chicadeltren 31.07.2017 16:27
      Highlight Erbschaftssteuer entfällt nur wenn man verheiratet ist. Das kann im Alter leider zu bösen Überraschungen führen.
      0 0 Melden
  • Vespa Timo 23.07.2017 18:01
    Highlight Es gibt auch keinen Gott! Endlich mal eine positive Nachricht...
    71 68 Melden
    • Pointer 23.07.2017 20:42
      Highlight Hast du unumstössliche wissenschaftliche Beweise für die Nichtexistenz Gottes?
      29 48 Melden
    • Unicron 23.07.2017 23:01
      Highlight @Pointer
      Hast du denn unumstössliche wissenschaftliche Beweise FÜR die Existenz Gottes?
      So funktioniert das nicht, man kann nicht einfach etwas behaupten und dann verlangen dass man das Gegenteil beweist.
      Sonst behaupte ich einfach mal dass Superman wirklich existiert, wie willst du mir beweisen dass das nicht stimmt?
      Von Gott hat man ja wohl auch nie ein Foto gesehen.
      58 12 Melden
    • Majoras Maske 23.07.2017 23:13
      Highlight Hast du denn den wissenschaftlichen Beweis für die Existenz Gottes?

      Beim Yeti und Monster von Loch Ness glaubt die Mehrheit der Menschen vernünftigerweise auch nicht an deren Existenz solange es keine (ungefälschten) Beweise gibt.
      30 8 Melden
    • Vespa Timo 24.07.2017 00:39
      Highlight Ja habe ich... Bin gerade auf den Azoren... Die Menschen beten diesen Gott oder wen auch immer an und nichts passiert. Kein Schwein interessiert sich für die Menschen und ihre Probleme! Es gibt keinen Gott... Finde dich damit ab!
      29 14 Melden
  • Chrutondchabis 23.07.2017 17:21
    Highlight Der Hauptgrund für den Verzicht auf eine kirchliche Trauung ist wohl, dass die Eheleute konfessionslos sind. Und der Hauptgrund dafür ist wohl das eingesparte Geld bei der Kirchensteuer. Naja, in meinen Augen ist die Ehe sowieso ein Auslaufmodell, ich liebe meine Frau auch ohne Bescheinigung =)
    47 41 Melden
    • Bits_and_More 24.07.2017 08:59
      Highlight Oder einfach das immer mehr Leute nicht an Gott glauben?
      Wer nicht an Gott glaubt, tritt häufig aus der Landeskirche auch, die eingesparten Steuern sind also mehr Nebeneffekt.
      15 1 Melden
    • chicadeltren 31.07.2017 16:32
      Highlight Haha, ich glaube nicht an Gott, aber bin noch freiwillig Mitglied der Kirche, da es einige Projekte in unserer Dorfkirche gibt, die ich gerne unterstütze, solange die Kirchensteuern noch nicht so hoch ausfallen.
      0 0 Melden
  • Der Rückbauer 23.07.2017 16:57
    Highlight Ehe für alle mit allem, nur unter zweien oder unter vielen, auf Zeit oder "for ever": Sie wird zur F a k e l o r e . Also ein gezielt fabriziertes Erzeugnis, das sich als Folklore ausgibt, aber keine ist. Ist sie in Amerika im übrigen schon. Und am Schluss gehts nur noch um die Kohle. Oder am Anfang schon.
    20 65 Melden
    • King Susi auf der Autobahn 24.07.2017 20:03
      Highlight Du Romantiker, du😆
      1 0 Melden
  • kleiner_Schurke 23.07.2017 16:52
    Highlight Kann ich gut verstehen, denn wer möchte schon in einer Kirche heiraten die solche Skandale produziert http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/regensburger-domspatzen-warum-aufklaerung-in-der-kirche-so-schwierig-ist-a-1159019.html
    30 33 Melden
  • lilie 23.07.2017 16:49
    Highlight Die Zahlen im grauen Kästchen sind leider nicht gut gewählt worden, da sie zu wenig erklären können, warum immer weniger Leute in der Kirche heiraten. Der Hauptgrund dürfte nämlich sein, dass immer mehr Leute aus der Kirche austreten.
    54 3 Melden
    • Pointer 23.07.2017 20:44
      Highlight Man kann auch kirchlich heiraten wenn man aus der Kirche ausgetreten ist, man muss dann aber für die Kirchenbenutzung Miete zahlen.
      14 0 Melden
    • chicadeltren 31.07.2017 16:34
      Highlight Die Angaben sind in Prozent der Katholiken, also der Gruppe, die nicht ausgetreten ist. 😉
      0 0 Melden
  • MikeBucher 23.07.2017 15:46
    Highlight Einen Lehrgang zum zertifizierten Zeremonienleiter gibt es doch bereits: www.traumich.ch/ausbildung
    6 10 Melden
  • Matthias Studer 23.07.2017 15:43
    Highlight Dann war ich vor über 20 Jahren ein richtiger Trendsetter.
    44 15 Melden
  • seventhinkingsteps 23.07.2017 15:36
    Highlight Interessant. Eine gute Entwicklung. Trotzdem kann man sich auch fragen, wieso man einen Vetrag so romantisiert.

    Ich meine, wenn man einsieht dass es Gott und die Kirche nicht braucht für romantisches Zusammensein und eine schöne Zeremonie wo man dieses feiert, wieso braucht es dann die Ehe an sich? Weil man sonst nichts zu feiern hätte? Reicht es nicht, wenn man feiert, dass man sich zusammen ist bzw. sich gefunden hat.
    41 44 Melden
    • Majoras Maske 23.07.2017 23:28
      Highlight Menschen brauchen eben Rituale (ob jetzt religiös oder nicht) und nicht nur Verträge. Die Rituale verändern sich zwar im Laufe der Zeit (die Römer brachten etwa die Eheringe vor dem Christentum ein), aber deren Kern bleibt immer derselbe, weil Rituale ein Grundbedürfnis sind.

      Und die Frage ob die Ehe heute noch sinnvoll ist oder nicht ist recht persönlich. Sicher ist sie heute kein Bund fürs Leben mehr, aber wenn zwei Liebende heiraten wollen, sollen sie das doch tun. Geht hier ja auch eher um das Ritual und nicht darum, dass die Eheschliessung den Alltag ändert.
      16 1 Melden
  • Hierundjetzt 23.07.2017 14:51
    Highlight Ähem, seit wann können Homosexuelle und Geschiedene nicht mehr in der Kirche heiraten? 60% der CH-Christen (Reformiert) können das.

    Und gestorben wird dann wie? Während 5 Minuten auf dem Friedhof? Weil Tradition voll doof? Was für ein überaus trauriger Trend 😌
    35 99 Melden
    • tesfa 23.07.2017 15:35
      Highlight Sterben muss ich nicht unbedingt auf dem Friedhof, von mir aus ein bisschen früher. Das hat m.E. v.a. mit fehlender Identifikation mit der Kirche und nichts mit "doofer Tradition" zu tun.
      45 9 Melden
    • kleiner_Schurke 23.07.2017 15:58
      Highlight Die Frage ist anders. Die Frage ist ob Homosexuelle in einer Institution heiraten wollen die ihre Veranlagung als Sünde taxiert.

      Und gestorben wird nicht während 5 Minuten auf dem Friedhof eben dafür gibt es Leute wie Grichtig (http://www.ceremoniegrichting.ch/) die eine würdige Abschiedsfeier einrichten. Ein Atheist würde sicher nie einen Pfaffen oder Kirche als Ort seines Abschiedes wählen. Uns dieser Anteil an der Bewölkung beträgt mittlerweile 30% https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/sprachen-religionen/religionen.html
      30 15 Melden
    • kEINKOmmEnTAR 23.07.2017 15:59
      Highlight Bitte koche das Wasser nicht heisser als es ist, gerade einmal 26Prozent gehören der evangelisch-reformiert Landeskirche an und können somit auch in anderen Lebenssituationen in der Kirche heiraten.
      18 5 Melden
    • kleiner_Schurke 23.07.2017 16:12
      Highlight Auch der Bibel der 25% Reformierten Landeskirchler findest du Stellen wie diese:

      Und wenn jemand mit einem Manne schläft, wie man mit einer Frau schläft, so haben beide ein Greuel verübt. Sie müssen getötet werden, auf ihnen lastet Blutschuld.» (Levitcus, 20:13)

      Und ich kenne Homosexuelle die deswegen nie einen Fuss in eine Kirche setzten würden.

      Ferner war Luther, der Begründer der reformierten Kirche ein dezidierter Antisemit man in seinem "Von den Juden und ihren Lügen" (Januar 1543) nachlesen kann. Schon aus diesem Grund betrachten viele die Kirche mit skeptischen Augen.
      35 21 Melden
    • Hierundjetzt 23.07.2017 16:18
      Highlight Tut mir leid, die Mehrheit ist reformiert und nicht katholisch. Ich richte mich nach dem BFS und nicht nach einem Gefühl.

      Die Mehrheit hat zudem die Möglichkeit fortschrittlich (wie es im Jahr 2017 sinnvoll ist) zu heiraten: ob als hetero, homosexuel oder geschieden

      (bist nicht gerade du ein grosser Verfechter der homosexuellen Ehe? 🤔)

      Die Mehrheit wird nicht exkommuniziert, weil Sie in eine katholische Person heiraten. http:// ver
      9 25 Melden
    • Hierundjetzt 23.07.2017 16:24
      Highlight Kleiner Schurke: stimmt, hast Recht (BFS) ändert aber nichts an meinem Ausgangspost betreffend der Tatsache, dass die reformierten für alle offen sind, die Heiraten möchten
      8 11 Melden
    • kleiner_Schurke 23.07.2017 16:43
      Highlight Ja natürlich ist die reformierte Kirche für alle offen, sonst schafft sie sich einfach noch schneller ab, als sie das schon ohnehin tut. Und wie gesagt, es ist eigentlich eher nachranging ob die reformierte Kirche offen ist oder nicht, die zentrale Frage ist vielmehr ob man sich mit der Institution reformierte Kirche auseinandersetzten mag an seiner Hochzeit oder nicht. Und das wollen eben viele nicht mehr und das ist auch gut so.
      24 14 Melden
    • meine senf 23.07.2017 16:53
      Highlight Wegen dem Tod und Beerdigungen:

      Freidenker-Vereinigung hält auch Beerdigungsrituale für Atheisten ab. Kürzlich bei einem Onkel von mir (leider) erlebt. Fand auch ganz normal in der Friedhofskappelle statt.
      16 7 Melden
    • SemperFi 24.07.2017 10:21
      Highlight @kleiner_Schurke: Es ist wohl ein klassischer Irrtum, wenn Sie konfessionslos mit atheistisch gleich setzen.
      2 0 Melden
    • kleiner_Schurke 24.07.2017 10:36
      Highlight Irrtum des Bundesamts für Statistik?
      0 1 Melden
    • SemperFi 24.07.2017 13:01
      Highlight @kleiner_Schurke: Das BFS schreibt nichts von atheistisch.
      0 0 Melden
    • kleiner_Schurke 24.07.2017 15:31
      Highlight Was ist den bitteschön der Unterschied?
      0 0 Melden
  • kEINKOmmEnTAR 23.07.2017 14:25
    Highlight Ich habe nichts gegen solche Personen, könnte mir aber aus einem anderen Grund nicht vorstellen eine solche Trauung zu wählen. In der Kirche verspreche ich mein Geläubnis vor einer höheren Macht was der Ehe eine Einmaligkeit gibt die in konfessionslosen Zeremonien nicht gegeben ist.
    46 167 Melden
    • p4trick 23.07.2017 15:06
      Highlight Hä? Heirat ist nichts anderes als ein gesetzlicher Vertrag nichts mehr und nichts weniger
      109 35 Melden
    • seventhinkingsteps 23.07.2017 15:32
      Highlight @p4trick

      Bin mit dir einig. Aber dann macht es ja eigentlich auch keinen Sinn die Romantik drum herum zu künsteln?
      37 9 Melden
    • kleiner_Schurke 23.07.2017 15:53
      Highlight Ist ja praktisch ein Versprechen vor einer nicht existenten höheren Macht zu geben. Die Scheidungsraten sind wohl deswegen bei ca 50%.
      46 26 Melden
    • kEINKOmmEnTAR 23.07.2017 15:54
      Highlight @p4trick: Da haben wir wohl eine differenzierte Meinung dazu :)
      Für mich stellt die Ehe ein Schwur zur lebenslangen Treue dar. Und ein Schwur bricht man nicht ohne triftigen Grund (Körperverletzung, sexuelle Übergriffe etc.)
      27 14 Melden
    • amRhein 23.07.2017 16:11
      Highlight Eine solche Zeremonie ist vor allem ein Versprechen gegenüber dem Partner vor den Familien und Freunden der beiden.

      @kEINKOmmEnTAR: Die Einmaligkeit ergibt sich aus einer Zeremonie, den geladenen Gästen und dem gegenseitigen Versprechen in einem feierlichen Rahmen. Dass eine höhere Macht nur in einer Kirche sein soll, erscheint mir doch etwas eng gedacht.

      Eine solche Zeremonie kann/darf jeder so gestalten, wie es am besten passt. Offenbar sind Höhere Mächte immer weniger notwendig.
      33 3 Melden
    • SemperFi 24.07.2017 10:31
      Highlight @p4trick: Falsch, die kirchliche Heirat ist kein Vertrag, sondern ein feierliches Versprechen vor Zeugen. Den Vertrag schliesst man mit der zivilrechtlichen Trauung.
      6 0 Melden
    • p4trick 24.07.2017 14:20
      Highlight @SemperFi: Ich rede von der Heirat, die Schliessung der Ehe auf dem Standesamt. Die Ehe hat nichts mit Kirche zu tun.
      Ich bin mir bewusst dass es Leute gibt die ein "Fest in der Kirche" durchführen. Das hat aber wie ich erwähnt habe nichts mit der Ehe, dem Vertrag, an und für sich zu tun :-)
      3 1 Melden
  • kleiner_Schurke 23.07.2017 14:08
    Highlight Der Vorreiter in dieser Sache ist http://www.ceremoniegrichting.ch/ und auch http://www.zeremoniar.ch/
    12 24 Melden
  • The_ugly_truth 23.07.2017 14:07
    Highlight Toll zu sehen, wie sich die Gesellschaft zumindest in dieser Beziehung weiterentwickelt. Es ist eine wichtige Botschaft, dass man auch eine "traditionelle" Hochzeit erleben kann, ohne in der Kirche zu sein.

    Damit gehen der Kirche langsam die Argumente aus, warum sich eine Mitgliedschaft lohnt. Immer mehr Menschen wenden sich von der Kirche ab. Gut so!
    164 45 Melden
    • urs_b 23.07.2017 14:24
      Highlight Deine Aussage ist leider falsch. Der Grossteil der aus den Landeskirchen austretenden, wechseln in dubiose Freikirchen sprich Sekten.

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    • urs_b 23.07.2017 15:17
      Highlight Da nützt alles Blitzen nichts. - Die Mitgliederzahl der Freikirchen in der Schweiz hat sich stark erhöht: Gemäss einer Studie ist sie von 37'000 im Jahr 1970 auf 250'000 Personen angestiegen.

      Dazu kommen immer mehr Aluhut-Träger.
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    • patztop 23.07.2017 15:56
      Highlight @urs_b: Bist Du sicher, dass es der Grossteil ist? Das kann ich mir nicht vorstellen. Die Freikirchen sind zwar die einzigen, welche bis 2000 stark gewachsen sind, danach aber stabil blieben: http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Die-Freikirchen-boomen/story/17967580
      Sie sind immer noch im tiefen einstelligen Bereich. Und wenn die Mitglieder mal gemerkt haben, dass bei denen nur eine fantastische Welt vorgelebt wird, welche einem immer weiter von der Realität entfernt und es einem immer schwieriger macht, mit der Realität klar zu kommen, laufen auch denen irgendwann die Leute davon.
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    • kEINKOmmEnTAR 23.07.2017 15:57
      Highlight Wie man nur einen solchen Groll gegen unsere Landeskirchen hat kann ich mir nur schwer vorstellen. Du musst sie nicht mögen, aber ihnen den Untergang zu wünschen?
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    • kleiner_Schurke 23.07.2017 16:04
      Highlight Das ist nachweislich nicht so. Der Anteil Freikirchler ist in den letzten 50 Jahren von etwa 2 auf 6% gestiegen, der Anteil Atheisten im gleichen Zeitraum von 1.5 % auf 25%. Die Mehrheit des Austretenden sind Atheisten und nicht Freikirchler. Freikirchler tendieren zudem gar nicht aus der Landeskirche auszutreten, das sie diese mit ihren Kirchensteuern unterstützen wollen. Nachzulesen hier https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/sprachen-religionen/religionen.html
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    • kleiner_Schurke 23.07.2017 16:17
      Highlight @KK Es gibt ein Modell, welches das Schwinden der Mitglieder der Landeskirchen detailliert beschreibt und das wahrscheinliche Verschwinden Prognostiziert. Diese findest du hier https://arxiv.org/pdf/1012.1375.pdf Es erging auch anderen Religiösen Gemeinschaften genau gleich. So sind die Anhänger der nordischen und griechischen Götter sehr dünn gesät. Es gibt sie immer noch, aber sehr selten.
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    • amRhein 23.07.2017 16:30
      Highlight @urs_b: das stimmt so nicht. Der Grossteil tritt gar nicht aus der Kirche aus, will aber scheinbar keine kirchliche Trauung. Vielleicht möchten sich viele eine "kirchliche Trauung" als Option offen halten und entschliessen sich dann aber letztlich dagegen.

      Zahlen zu der religiösen Ausrichtung der Schweizer: http://www.nfp58.ch/files/downloads/NFP58_SS25_Stolz_de.pdf

      PS: der Anteil der Institutionellen (kath., evang. und freikirchliche Mitglieder) nehmen insgesamt eher ab.
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    • Lord_Mort 24.07.2017 00:04
      Highlight @urs. Die Einwohnerzahl der Schweiz hat von 1970 bis 2016 um etwa 2,2 Mio. Menschen zugenommen. Da ist es nur logisch, dass auch die Anzahl Freikirchler angestiegen ist. Ob es im Vergleich zu 1970 wirklich eine prozentuale Zunahme gegenüber der Gesamtbevölkerung gab, ist durch deine Zahlen noch nicht bewiesen.
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    • Lami23 24.07.2017 09:47
      Highlight https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/studie-zeigt-kosten-und-nutzen-der-landeskirchen-auf-101807937

      Die Kirche übernimmt viele Aufgaben in der Freiwilligenarbeit, Jugenarbeit und Seelsorge, die sehr wertvoll sind. Aber schlussendlich kann sich ja jeder selber entscheiden, was er möchte. Nur einen Groll gegen die Landeskrichen kann ich auch nicht verstehen.
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    • kleiner_Schurke 24.07.2017 10:35
      Highlight Stell dir vor es gibt Leute die einfach nichts mit der Kirche zu Tun haben wollen, auch wenn es noch so supertoll ist. Ja die gibt es. Und es gibt auch Leute die schnallen, dass die Landeskirche 1.5 Milliarden Steuergelder kassiert. 1/2 der Landeskirche ist katholisch und diese Katholiken für die Verhütung usw. eigentlich nicht in Frage käme, wenn sie sich denn an ihren eigenen dämlichen Katechismus halten würde, kassiert Geld das von Sexshops stamm und aus dem Verkauf von Kondomen, Alkohol und Waffen. Solche Sachen führen dazu das ein Teil der Bewölkung diese Institution doof findet.
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    • Lami23 24.07.2017 13:35
      Highlight Das ist mir bekannt, und dass ist auch ok, dass stört mich auch nicht. Ich will nur damit sagen, dass es bewiesen ist, dass die Kirche die Steuergelder durchaus für das Allgemeinwohl einsetzt.
      Ich persöhnlich kenne keinen Katholiken der gegen Verhütung ist. Gibt es sicher, aber wohl eher die Minderheit.
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    • kleiner_Schurke 24.07.2017 16:41
      Highlight Die Katholische Kirch der Schweiz ist ein Unterabteilung der weltweiten Organisation an die sie Geld abliefert. Und die Organisation hat Statuten (Katechismus) bei denen mir die Haare zu Berge stehen. Wir sprechen hier nicht von Minderheiten, sondern von den Richtlinien einer Multinationalen Organisation.
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    • Lami23 24.07.2017 16:46
      Highlight Damit kenne ich mich nicht aus, da ich reformiert bin. Aber gelebt wird es anders. Zum Glück. In Jugendgruppen wird dieses Thema sogar thematisiert. Und zwar nicht a la kein Sex vor der Ehe.
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    • kleiner_Schurke 24.07.2017 18:02
      Highlight Fahr mal ins Walis...
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    • kleiner_Schurke 24.07.2017 19:48
      Highlight Oder lies mal das https://www.adoray.ch/adoray/team/ der Unterschied zum Gedankengut der Evangelikalen ist eher klein...
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    • Lami23 24.07.2017 20:33
      Highlight Ich glaube wir können beide keine Aussage darüber machen wie die Einstellung in jeder einzelnen Kirchgemeinde ist. Ich persöhnlich nehme eine Offenheit wahr in jenen die ichkenne. Du scheinbar nicht. So müssen wirs wohl stehen lassen.
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