Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Private Weltumrundung

Schweizer Rentner und Ex-Swiss-Pilot von indonesischer Armee zur Landung gezwungen

11.04.14, 09:02 11.04.14, 17:20

Der Schweizer Rentner Heinz Peier (65) flog früher für die Swiss, seit 2012 umrundet er die Welt in einem selbstgebauten Kleinflugzeug. Doch seine aktuelle Reise wurde am Donnerstag abrupt unterbrochen: Bei einem Überführungsflug von Sri Lanka in die Philippinen wurde er von zwei F-16 der indonesischen Luftwaffe abgefangen und zur Landung auf dem Stützpunkt Soewondo auf Sumatra gezwungen.

Bild: AP

Auf Bildern ist zu sehen, wie sein Propellerflugzeug vom Typ Swearingen SX 300 von zahlreichen bewaffneten Soldaten umstellt und Peier abgeführt wird. Laut indonesischen Medienberichten war Peier unterwegs nach Malaysia, von wo er nach Bali weiterfliegen wollte. Aufgrund schlechten Wetters über dem Indischen Ozean drehte er Richtung Sumatra ab.

Bild: AP

Laut seinem Reiseblog fliegt Peier, der inzwischen in Florida lebt, meistens solo und landet nur zum Auftanken oder für kurze Ausflüge. Manchmal wird er von seinen beiden erwachsenen Töchtern Cecilia und Bianca begleitet. Sein letzter Eintrag stammt vom Dienstag, als er sich noch in Sri Lanka aufhielt.

Bild: AP

Laut dem indonesischen Newsportal merdeka.com wird Peier noch immer festgehalten, allerdings nicht mehr auf dem Luftwaffenstützpunkt Soewondo. Sobald alle Formalitäten einschliesslich Überflugrechte geklärt seien und er entsprechende Anweisungen bekommen habe, werde man den Schweizer freilassen, wird ein Vertreter der Luftwaffe zitiert.

Die Schweizer Botschaft in Jakarta erklärt auf Anfrage von watson, dass man mit Peier in Kontakt stehe und mit einer baldigen Bereinigung der Angelegenheit rechne. Auch das EDA in Bern ist informiert.

Bild: AP

Peier ist Verzögerungen auf seinen Flugreisen gewohnt. In einem Blog-Eintrag mit dem Titel «Ich sitze in Assuan fest» vom September 2013 berichtet er von Schwierigkeiten, aus Ägypten Überflugrechte für Sudan zu bekommen: «Gestern muss die sudanesische Regierung entweder das Internet abgeschaltet haben, oder Demonstranten setzten das Telekommunikationszentrum in Brand, wie manche behaupten. Ich weiss es nicht ...»

Bild: AP

Auf seinem Blog erhält Peier Zuspruch von indonesischen Usern: «Es tut mir leid, was Ihnen passiert ist, aber ich bin mir sicher, dass unser Militär aus Sicherheitsgründen so handeln musste. Ich hoffe, dass die Angelegenheit so schnell wie möglich bereinigt wird und Sie Ihre Reise fortsetzen können.»

Luftwaffenstützpunkt Soewondo auf Sumatra



Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 11.04.2014 18:25
    Highlight Das isch mal no echti Armee-PR
    0 0 Melden
  • Ton 11.04.2014 16:02
    Highlight Wir armen Privatpiloten...! Er scheint eine gute Entscheidung bezüglich des Wetters getroffen zu haben, die Sicherheit des Fluges geht vor - unabhängig von den Konsequenzen. Deshalb, bravo!
    4 0 Melden
  • gurix 11.04.2014 10:13
    Highlight Anscheinend haben die in Indonesien keine "Bürozeiten" in der Flugabwehr. Hoffen wir mal, dass sich das Missverständnis auflöst.
    4 0 Melden

Die 5 drängendsten Fragen zur CO2-Kompensation

Wer ohne Gewissensbisse ins Flugzeug steigen will, kann die verbrauchten CO2-Emissionen mittels Spende kompensieren. Doch was bringt das?

Beim Fliegen brechen die Schweizer Rekorde. Jährlich legt hierzulande jede Person 9000 Kilometer mit dem Flugzeug zurück. Das entspricht ungefähr der Luftlinie nach Thailand. Verglichen mit unseren Nachbarländern Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien fliegen die Schweizer doppelt so häufig – und belasten dabei das Klima entsprechend mehr.

Die Folgen: Immer mehr Treibhausgas gerät in die Atmosphäre, es wird wärmer, die Pole schmelzen, Küsten versinken im Meer. Wer nun trotzdem …

Artikel lesen