Schweiz
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Techniker enteisen am Freitag, 28.Januar 2005, auf dem Airport Dresden einen Lufthansa Canadair Jet 700 kurz vor dem planmaessigen Start. Das Enteisen dient der Sicherheit, damit beim Flug die Aussenhaut nicht vereist, was zu gefaehrlichen Veraenderungen der Aerodynamik fuehren kann. Der heutige Neuschnee hat auf verschiedenen deutschen Flughaefen zu Verspaetungen gefuehrt. Winterwetter und neue Schneefaelle sollen auch am Wochenende Deutschland beherrschen. (AP Photo/Matthias Rietschel)

Die Enteisungsflüssigkeit wird heiss aufgespritzt.
Bild: AP

Basler sorgen für eisfreie Flugzeugflügel und expandieren durch Übernahme britischer Firma

Die Firma Clariant mit Sitz in Muttenz BL kauft die britische Firma Kilfrost mit der Absicht, das Enteisungsgeschäft des Unternehmens in Europa zu übernehmen.

21.11.15, 15:39 22.11.15, 10:06

Stefan Schuppli / Aargauer Zeitung



Das Geschäft ist sehr zyklisch. Wenn es das Wetter erfordert, braucht die Luftfahrt diesen Stoff. Und zwar schnell. Schnee und Eis verschlechtern die Aerodynamik von Flugzeugen und sind ausserdem schwer. Enteisungsmittel werden dann heiss und mit ordentlich Druck aufgesprüht, auf Flügel, Rumpf, Fahrwerk, Triebwerkeinlässe.

Es handelt sich – je nach Einsatzart – dabei um spezielle Mischungen von Alkoholen, Wasser und Zusätzen, die dem Enteisungsmittel gute Benetzungseigenschaften, die richtige Haftung und Zähflüssigkeit verleihen. Sie müssen auch bestimmte Vorschriften erfüllen.

Das Ziel ist, dass De-Icer auch die Neubildung von Eis und Schneebelägen bis zum Start verhindern. Weil das nicht immer möglich ist, müssen Flugzeuge hin und wieder zweimal enteist werden. Clariant, der Spezialitätenchemiekonzern mit Sitz in Muttenz, gehört in diesem Bereich nach eigenen Angaben weltweit zu den «Leadern».

Es ist klar, dass bei der gigantischen Dusche einiges daneben geht. Die Firma hat auch Recycling-Konzepte entwickelt, die sowohl die Umwelt wie auch die Budgets der Flughäfen schonen. Wenn die erforderlichen Sammler vorhanden sind, können zwischen 60 und 80 Prozent rezykliert werden, heisst es bei Clariant.

Ein Flugzeug wird enteist, am Donnerstag, 2. Februar 2012 am Flughafen in Zuerich Kloten. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Die Enteisung ist ein saisonales Geschäft.
Bild: KEYSTONE

Die Enteiser seien «relativ harmlos» und im Übrigen biologisch abbaubar, heisst es auf der Clariant-Homepage. Die Firma stellt auch Taumittel für Pisten her. Die verschiedenen Enteiser von Clariant werden in Europa, Nordamerika und Japan hergestellt.

Wachstum durch Zukauf

Clariant will in diesem Bereich weiter wachsen. Der Konzern hat eine Vereinbarung mit der britischen Firma Kilfrost unterzeichnet mit der Absicht, das Enteisungsgeschäft des Unternehmens in Europa zu übernehmen.

Die Transaktion unterliegt noch der behördlichen Genehmigung (Merger Control Approval), die Finalisierung der Transaktion wird im Laufe von 2016 erwartet. Der Umsatz der geplanten Akquisition von Kilfrost liegt im unteren zweistelligen Millionenbetrag (in englischen Pfund). Über den Kaufpreis wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart.

150 Millionen Umsatz

Das stark saisonabhängige Enteisungsgeschäft habe bisher rund 10 Prozent oder 150 Millionen zum Umsatz des Geschäftsfeldes «Care Chemicals» mit 1,5 Milliarden Franken beigetragen, sagt die Clariant-Medienstelle auf Anfrage. Care Chemicals erzielte 2014 einen Betriebsertrag (Ebitda) von 260 Millionen. (aargauerzeitung.ch)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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