Schweiz

Triebwerksausfall nach Start in Zürich: Diese beiden Piloten machten fast alles falsch

22.11.16, 10:11 22.11.16, 13:58

Eine Maschine der Air Serbia hatte im Oktober 2014 nur eine Minute nach dem Start in Zürich ein Ölleck und musste umkehren. Die Rückkehr nach Zürich verlief allerdings holprig, weil die Piloten überhastet handelten und zu wenig Erfahrung hatten. Dies zeigt jetzt ein Untersuchungsbericht.

Der Airbus A319 der Air Serbia hob am 17. Oktober pünktlich in Zürich-Kloten Richtung Belgrad ab. Dies war aber auch schon alles, was auf diesem Flug planmässig lief.

Im Cockpit der Air Serbia lief einiges schief. Bild: KEYSTONE

Nur eine Minute später, da war der Airbus lediglich 5,5 Kilometer vom Flughafen entfernt, meldete sich die Maschine mit einem Warnsignal. Sie verlor Öl. Der Öldruck sank so schnell, so dass eines der Triebwerke abgestellt werden musste.

Die Piloten entschieden, sofort nach Zürich umzukehren. Der am Dienstag publizierte Bericht der SUST (Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle) zeigt jedoch, dass diese Landung sehr risikoreich war. Die Maschine sei unstabilisiert, zu hoch und mit einer Querlage von bis zu 37 Grad auf die Piste 28 zugeflogen.

Piloten handelten überhastet 

Die Piloten konnten die Maschine schliesslich aufsetzen, 60 Meter nach einer Pistenkreuzung. Gemäss Untersuchungsbericht ist dieser «schwere Vorfall» darauf zurückzuführen dass die Piloten überhastet und ohne vorangehende Analyse einen Landeanflug einleiteten.

Archivbild einer Maschine, die gewartet wird. Bild: KEYSTONE

Die Zusammenarbeit sei mangelhaft gewesen und die Besatzung habe offenbar wenig Erfahrung im Bewältigen solcher Situationen gehabt, heisst es im Bericht. So hätten sie etwa Anweisungen von Skyguide nicht quittiert und zwischen Englisch und Serbisch gewechselt.

Passagiere nicht informiert 

Die vier Crewmitglieder und die 119 Passagiere wurden über die heikle Lage gar nicht informiert. Der Copilot machte den Piloten noch im Cockpit darauf aufmerksam, dass man dies hätte tun sollen. Der Pilot antwortete jedoch, das mache nichts.

Die beiden Piloten, die vier Crewmitarbeiter und die 119 Passagiere konnten die Maschine schliesslich unverletzt verlassen. Unter den Passagieren war auch die Handball-Mannschaft von Pfadi Winterthur, die zum Europacupspiel nach Serbien wollte. Sie berichteten später dem «Blick» von diesem «Horror-Trip» mit Air Serbia. Sicherheitsempfehlungen spricht die SUST zu diesem Vorfall keine aus. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • qolume 22.11.2016 13:43
    Highlight Ein Link auf den originalen Untersuchungsbericht wäre noch angebracht gewesen. Hier ist er: http://www.sust.admin.ch/pdfs/AV-berichte/2285_d.pdf
    12 0 Melden
  • ARoq 22.11.2016 11:16
    Highlight Zum SUST-Bericht geht es hier lang:
    http://www.sust.admin.ch/pdfs/AV-berichte//2285_d.pdf
    9 0 Melden
  • Lekks 22.11.2016 10:20
    Highlight hauptsache alle wohl auf !
    manchmal retten auch fehler menschen leben : )
    25 58 Melden
    • EvilBetty 22.11.2016 11:21
      Highlight Es gab hier gar keinen Grund so hastig zu handeln. Das Flugzeug kann locker mit nur einem Treibwerk fliegen.
      18 0 Melden
    • DailyGuy 22.11.2016 12:05
      Highlight Naja, da wahr wohl mehr Glück als Können dahinter. Ein unstabilisierter und zu hoher Landeanflug hätte böse enden können.
      8 3 Melden
    • 7immi 22.11.2016 12:41
      Highlight Das war es wohl eher glück, das menschenleben rettete als fehler. Ein A319 kann problemlos mit einem triebwerk rumfliegen und kontrolliert gelandet werden. Da braucht es keine waghalsigen manöver und eine forcierte notlandung.
      18 0 Melden
    • Marbek 22.11.2016 13:18
      Highlight "Hauptsache alle wohlauf" - ein tolles Motto für die Sicherheit in der Luftfahrt.
      16 0 Melden

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