Schweiz
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Pro-SDA-Demonstration am Dienstag in Bern. Bild: KEYSTONE

SDA-Redaktion fordert mit Warnstreik Verhandlungen über Abbau

23.01.18, 20:47 24.01.18, 06:19

Die SDA-Redaktion ist am Dienstagnachmittag in einen dreistündigen Warnstreik getreten, da die Geschäftsleitung nicht auf Verhandlungen über den angekündigten Stellenabbau eingegangen ist. Und die Redaktion droht mit weiteren Kampfmassnahmen.

Kurz vor 14 Uhr ging im deutsch- und französischsprachigen Dienst der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) eine Notiz an alle Kundenredaktionen, dass ab sofort bis 17 Uhr lediglich ein Notdienst in Betrieb sei. Die italienischsprachige Redaktion sendete bis 17 Uhr gar keine Meldungen.

Die Redaktionsmitglieder kamen zu einer Versammlung zusammen, die am Ende eine Resolution verabschiedete. Die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat werden darin «zum dritten Mal» zu Verhandlungen über den angekündigten Abbau von 36 der rund 150 Redaktions-Vollzeitstellen aufgefordert, wie die Mediengewerkschaft Syndicom und der Journalistenverband impressum in einem Communiqué meldeten.

Das Ausmass und der Zeitpunkt der Kündigungen müssten Teil der Verhandlungen werden. Der Abbau, von dem über 80 Personen betroffen seien, sei weder dringlich noch notwendig. Recherchen hätten gezeigt, dass das Unternehmen SDA Gewinnreserven von 19 Millionen Franken habe, teilten Syndicom und impressum weiter mit.

40 der 180 Stellen sollen abgebaut werden. Bild: KEYSTONE

Die Geschäftsleitung sei einzig beim Sozialplan in einigen Punkten verhandlungsbereit gewesen. Ansonsten fehle eine überzeugende Strategie der Geschäftsleitung um CEO Markus Schwab, wie sie mit dem angekündigten Abbau die Qualität und den Umfang der SDA-Dienstleistungen erhalten wolle. Sie setze auf diese Weise die mediale Grundversorgung der Schweiz aufs Spiel.

«Die Türe ist offen»

Die Nachrichtenagentur SDA hatte am 8. Januar angekündigt, eine umfassende Reorganisation vornehmen zu müssen. Obwohl sie die Verträge mit den wichtigsten Kunden erneuern konnte, rechnet sie wegen des grossen Preisdrucks mit einem Einbruch des Umsatzes um 9.6 Prozent auf 29.5 Millionen Franken, wie die SDA-Geschäftsleitung vor zwei Wochen mitgeteilt hatte.

Auf Ebene Betriebsergebnis (EBIT) dürfte ein Verlust von 1.9 Millionen Franken resultieren. Eine Restrukturierung sei unvermeidlich, hiess es. Funktionsgespräche mit allen Mitarbeitenden über ihr künftiges Anstellungsverhältnis hatten am Dienstag – zum Zeitpunkt des Warnstreiks – begonnen.

Kommt es tatsächlich zu den geplanten massiven Einschnitten? Bild: KEYSTONE

CEO Schwab zeigte sich nicht überrascht von der Arbeitsniederlegung. Er verstehe, dass die SDA-Mitarbeitenden mit den Änderungen nicht zufrieden seien. Ihre Aktion sei legitim, sagte Schwab auf Anfrage.

Zum weiteren Vorgehen sagte Schwab, die neuen Vorschläge der Redaktionskommission würden geprüft. Er könne sich vorstellen, dass beim Sozialplan noch weitere Einigungen gefunden werden könnten. «Die Türe ist offen, so wie sie schon immer offen war», sagte Schwab. Am Umfang des Sozialplans von zwei Millionen Franken dürfte sich aber nichts ändern. (sda)

MAZ: Gegen No Billag

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DonCamillo 23.01.2018 23:45
    Highlight Sehe ich das richtig, dass dieser Artikel von der sda verfasst wurde?:D
    9 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 23.01.2018 23:25
    Highlight Seht ihr, dass wäre eine wichtige demo für unser land. Hat nur leider keinen trömp häschtäg!
    8 1 Melden
  • chraebu 23.01.2018 23:17
    Highlight Schon beängstigend wie immer mehr unabhängige Medien zusammenschrumpfen oder verschwinden resp. aus politischen Motiven aufgekauft werden. Die Qualität sinkt dadurch und noch mehr Kunden kündigen die Abos.

    Ein Teufelskreis und ich gehe davon aus, dass noch grössere Konsolidierungen bevorstehen.

    Immerhin gibt die Republik aktuell etwas Gegensteuer. Kann ich übrigens allen empfehlen

    PS @Watson: bei euch wäre ich auch gerne bereit was zu zahlen. Einmalig oder Abo, egal. Plant ihr da was?
    1 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 23.01.2018 20:52
    Highlight Da müsste doch die Juso und die Grünen jetzt sein oder?
    Für die sda kämpfen.
    Aber ist halt nicht so geil.
    23 36 Melden
    • Luku luku 23.01.2018 23:57
      Highlight Also eigentlich sollten alle dort sein. Aber irgendwie kämpfen alle Parteien dort wo es Show ohne grossen Aufwand gibt. Und das ist schade.
      7 0 Melden
    • c_meier 24.01.2018 01:16
      Highlight @ Herr Bond: Wenn Sie das Echo der Zeit vom Dienstag gehört hätten, wüssten Sie, dass Frau Rytzvon den Grünen vor Ort war...
      http://www.swissinfo.ch/ger/medien-krise_erster-streik-in-der-geschichte-der-schweizerischen-depeschenagentur-sda/43846620?&ns_mchannel=rss&srg_evsource=gn
      7 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 24.01.2018 08:08
      Highlight C Meier
      Ja und auch CVP und SP hatten jemanden dort vom Parlament.
      Aber wo waren die Medienwirksam Demos mit Anhänger?
      Eben. Gegen das unwichtige WEF pöbeln gehen.
      5 1 Melden
    • einmalquer 24.01.2018 11:55
      Highlight Medien entscheiden darüber, ob Demos medienwirksam sind

      Dass Medien nicht über Demos berichten, hat nichts mir der Wichtigkeit von Demos zu tun, sondern nur damit, ob sie von Journalisten für wichtig gehalten werden
      und
      ob es einfach ist, darüber zu berichten der komplizierter

      Sprayerein sind einfach zu beschreiben
      wirtschaftliche Zusammenhänge schwierig

      Deshalb wird bei Demos oft nur über Auswüchse geschrieben, nicht aber über die Demo-Gründe

      siehe vor allem und exemplarisch G20-Gipfel
      1 0 Melden

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