Schweiz
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Bild: KEYSTONE

Roger Köppel for Nationalrat

Was man in 25 Jahren so alles schreibt: Roger Köppel über das Ende der SVP, David Bowie und den EHC Kloten  

27.02.15, 16:03 27.02.15, 16:32


Sollte sich nicht Ungeheuerliches ereignen, wird Roger Köppel Ende Jahr in den Nationalrat einziehen. Im Rucksack, neben dem Parteibuch der SVP, über 25 Jahre publizistische Erfahrung. Bei der Sichtung seiner frühesten Beiträge fällt auf: Sogar als der heutige Chefredaktor und Verleger der «Weltwoche» noch über Eishockey und Popmusik schrieb, klang das politisch. In diesem Sinn: Viel Spass in den Niederungen der Politik.

1993

«Die latente Spielfeldbelagerung wandelte sich zur offenen Invasion, als Headschiedsrichter Reto Bertolotti die letzte Finalpartie zwischen Kloten und Freiburg elf Sekunden zu früh abpfiff.»

NZZ-Sportredaktor Roger Köppel (28) über den Titelgewinn des EHC Kloten (NZZ, 25. März 1993)

1994

Quasireligiös verabsolutiert, entfalten Begriffe politische Gestaltungsmacht jenseits simpler Manipulationsmechanismen. Hatten einst Worte wie ‹Erneuerung›, ‹Wandel›, ‹Reform› oder ‹Fortschritt› Schlüsselcharakter, so schieben sich heute Begriffe wie ‹Heimat›, ‹Familie›, ‹Vaterland›, ‹Identität› oder, in unterschiedlichen Schattierungen, ‹Neutralität› in den Vordergrund.»

Uni-Zürich-Student Roger Köppel (29) in seiner Lizentiatsarbeit über Mythen und den Philosophen Carl Schmitt (1. November 1994)

1996

«Aus dem Nebel ragen mehrere Gestalten, in der Mitte steht ein 49-jähriger, fast bartloser Bowie, umspült vom Lärm aus sechzehn Saiten, ungezählten Trommeln und einem Wall an Keyboards.»

«Tagi»-Kulturredaktor Roger Köppel (30) über ein David-Bowie-Konzert in Wien (Tages-Anzeiger, 7. Februar 1996)

Bild: KEYSTONE

2000

«Die Schweizerische Volkspartei (SVP) ist drauf und dran, sich als historische Episode in die politische Zeitgeschichte zu verabschieden. Wir wagen die Behauptung: Die SVP wird uns als die dominierende Kraft der Schweizer Politik in Zukunft nicht mehr beschäftigen müssen.»

«TagiMagi»-Chefredaktor Roger Köppel (35) über das Ende der SVP (Tages-Anzeiger-Magazin, 14. Oktober 2000)

2001

«Wir wollen ein Zeichen setzen gegen das grassierende mediale Vermüllungssyndrom, das uns News, Kurzfutter und Soundbites aus vollen Rohren und Kanälen beschert.»

«Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel (36) in seinem Antritts-Editorial (Weltwoche, 23. August 2001)

Bild: HANDOUT WELTwOCHE

2001

In diesem Klima aufgeregter Wehmut profilierte sich bis jetzt nur ein Politiker als Stimme des Common Sense und der Vernunft: der weithin belächelte SVP-Präsident Ueli Maurer, der mit sturem Durchblick das Offensichtliche in Worte fasste und zu staatsmännischem Format auflief. Der Absturz der Airline – so Maurer – ist nichts anderes als ein ganz gewöhnlicher Konkurs, und als solcher ist er auch zu behandeln – ohne Panik und vor allem ohne staatliche Einmischung.

«Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel (36) über das Swissair-Debakel (Weltwoche, 18. Oktober 2001)

2006

«Seit zwei Wochen wütet der ferngesteuerte, von Islamisten inszenierte Karikaturenstreit. Im Westen entbrannte eine unselige Debatte darüber, ob die Verspottung des Propheten ein Mißbrauch der Meinungsfreiheit sei. Linksgrüne Politiker, die sonst kein Problem damit haben, wenn ein amerikanischer Künstler ein Kruzifix in Urin einlegt oder die Jungfrau Maria mit Elefantendung bekleistert wird, entdecken eine neue Leitkultur des Respekts vor religiösen Minderheiten.»

«Welt»-Chefredaktor Roger Köppel (40) über den Karikaturenstreit (Die Welt, 11. Februar 2006)

«Welt»-Chefredaktor Roger Köppel in der BBC über die Mohammed-Karikaturen (13. Januar 2007) video: youtube/impacuk

2010

«Vuvuzela-Diplomatie»

Weltwoche-Chefredaktor und -Verleger Roger Köppel (45) über aktive Aussenpolitik Micheline-Clamy-Reyscher Prägung (Sonntalk/Telezüri im Sommer 2010)

bild via telezueri.ch

2015

«Für mich kommt nur die SVP in Frage.»

«Weltwoche»-Chefredaktor und -Verleger Roger Köppel (49) über die Partei seiner Wahl anlässlich seiner Ankündigung, bei den Nationalratswahlen 2015 antreten zu wollen (26.02.2015)

Bild: KEYSTONE

2015

«Das bin unzweifelhaft ich, mit erstaunlich wenig Irrtümern.»

«Weltwoche»-Chefredaktor und -Verleger und Nationalratskandidat in spe Roger Köppel (49) zu watson über seine obenstehenden Zitate (27.02.2015)

Umfrage

Angesichts dieser Zitate, wann erreichte Roger Köppel den Zenit seiner publizistischen Schaffenskraft?

  • Abstimmen

586 Votes zu: Angesichts dieser Zitate, wann erreichte Roger Köppel den Zenit seiner publizistischen Schaffenskraft?

  • 38%Als Sportredaktor bei der NZZ
  • 20%Als Kulturredaktor beim Tagi/Magazin
  • 5%Als Chefredaktor der Weltwoche
  • 6%Als Chefredaktor der Welt
  • 8%Als Chefredaktor und Verleger der Weltwoche
  • 24%Seinen Zenit wird er erst als SVP-Nationalrat erreichen

Roger Köppel Nationalratskandidat

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sewi 28.02.2015 05:51
    Highlight Ist Danke den Linken herzlich für die Wahlwerbung zugunsten der SVP. Wenn Ihr nicht gewesen wärt, die Schweiz wäre nimmermehr errettet worden. Hätte nicht der normale Bürger die sich selbst entlarvende Fratze des Internationalismus immer wieder in den Schundblättern herausgrinsen sehen, wie hätte er wissen müssen, wen er wählen muss.
    4 12 Melden
  • Hans Jürg 28.02.2015 01:04
    Highlight Köppel ist immer noch derselbe geblieben. Er ist zwar älter, aber im Geist ist er immer noch der pubertierende und rechthaberische und ausserdem arrogante Kantischüler.
    10 15 Melden
  • udiuke 27.02.2015 21:34
    Highlight Liebes Watson. Sprecht ihr euch eigentlich mit Res Stehle ab oder kupfert ihr seine Artikel, aus Mangel an eigenen Ideen, einfach nur ab um ins unsägliche anti-Köppel-SVP Lied einzustimmen? Wisst ihr eigentlich, das Christian Levrat in jungen Jahren in der FDP war & das, wohlgemerkt, nicht am linken Rand des freisinnigen Flügels. Bei Levrat ist es dann eben eine Genesung in Form einer heilbringenden, von Vernunft geleiteten Metamorphose zum Guten. Ist es umgekehrt, dann Zeugt es reflexartig von fremdgesteuerten, monetär geleiteten Irrwegen eines dereinst brillanten Journalisten im Niedergang.
    14 11 Melden
  • seismo_graf 27.02.2015 19:37
    Highlight wie bei somm. zuerst auf dem linken irrweg und jetzt doch noch zur politischen wahrheit gefunden :) köppel ist den genossen intelektuell massiv überlegen, darum diese misstöne...
    24 23 Melden
  • malu 64 27.02.2015 19:03
    Highlight Bitte gebt diesen langweiligen Selbstdarstellern keine Plattform.
    Vom SVP Gegner zum Herrliberg Sklaven. Da die Printmedien ein nicht mehr so sicheres Einkommen bieten, muss man frühzeitig umsteigen.
    19 24 Melden
  • hoorli 27.02.2015 17:58
    Highlight Auch wenn ich politisch überhaupt nicht auf einer Linie mit Herrn Köppel bin und auch der Weltwoche inzwischen nichts mehr abgewinnen kann, so fasziniert mich seine Art und Rhetorik sehr.
    26 8 Melden
  • Lowend 27.02.2015 17:28
    Highlight Bei solchen geistigen Saltos und Pirouetten kommt mir nur der Spruch: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing." in den Sinn und hoffentlich macht er seine Prophezeiung aus dem Jahr 2000 wahr und führt die SVP mit seiner köppelschen Windfahnen-Polemik in die politische Bedeutungslosigkeit.
    26 28 Melden
  • Hans Jürg 27.02.2015 16:24
    Highlight Das Erstaunlichste an Köppel: schon so alt und immer noch pubertierend.
    27 30 Melden
  • Sagitarius 27.02.2015 16:14
    Highlight Hei Watson
    Ich glaube es reicht jetzt.
    Keine anderen Themen?
    37 10 Melden
    • Bowell 27.02.2015 16:30
      Highlight Das habe ich mich auch gerade gefragt...
      23 3 Melden
    • blueberry muffin 27.02.2015 16:46
      Highlight Das neue Medium braucht einen neuen Blocher.

      Hoert einfach mal auf ueber sie zu reden.
      7 11 Melden
    • quark 27.02.2015 17:04
      Highlight Bitte, Watson, mehr. Habe Nachkommen und mach mir jetzt Sorgen um ihre Schweiz.
      11 14 Melden
    • Angelo C. 27.02.2015 18:11
      Highlight Man sieht die ebenso unübersehbaren wie krampfhaften Bemühungen WATSONs der WOZ allmählich den Rang als reine Linkspostille abzulaufen. Ob sich das aber im Verbund mit dem sensationsheischenden Boulevardjournalismus kombinieren lässt, wird sich erst noch zeigen müssen. Immer wenn etwas in rechts-links-Schematas reinragt, wird genüsslich (bis zum Überdruss) nachserviert. Wohl bekomm's ;-)!
      23 9 Melden

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