Schweiz

Besitzer der «Blick»-Gruppe Michael Ringier (l.) und sein CEO Marc Walder verkaufen nicht. Bild: KEYSTONE

Das Scheitern des «Blick»-Verkaufs und was dahinter steckte

21.03.17, 07:29 21.03.17, 08:58

Martin Wagner, Medienanwalt und Verwaltungsrat bei Axel Springer, schickte im Januar dieses Jahres ein «unverbindliches Angebot für den Erwerb der «Blick»-Gruppe.» Als Richtpreis bot Wagner total 200 Millionen Franken für den «Blick», den «Sonntagsblick» und den «Blick am Abend» sowie die zugehörigen Online-Portale – ein stolzer Preis für die Branche. 

Michael Ringier leitete Wagners Anfrage, offenbar daran interessiert, umgehend an seinen CEO Marc Walder weiter. Der «Blick»-CEO traf sich laut dem Tages-Anzeiger am 14. Februar mit Wagner.

«Als Ringier-CEO Marc Walder mich öffentlich als Strohmann der SVP hinstellte, war der Deal vom Tisch.»

Martin Wagner, Verwaltungsrat Axel Springer

Der «Eklat»

Drei Wochen später dann der Eklat: Die NZZ am Sonntag titelte «SVP greif nach dem ‹Blick›» und berichtete, mehreren Ringier-Quellen zufolge, dass der bekannte Autohändler und SVP-Stratege Walter Frey einer der Hauptinvestoren von Wagners Gruppe wären. 

Obwohl Walter Frey laut dementierte und in Wagners Schreiben die SVP namentlich nicht involviert war, reagierten der Sonntagsblick und Marc Walder auf den Artikel in der «NZZ am Sonntag» umgehend. Walder twitterte noch am gleichen Tag, dass die «Blick»-Gruppe nicht zum Verkauf stehe. 

Mit diesem Vorstoss von Walder war es um das Angebot geschehen. «Als Ringier-CEO Marc Walder mich öffentlich als Strohmann der SVP hinstellte, war der Deal vom Tisch», sagte Medienanwalt Wagner gegenüber dem Tages-Anzeiger. Walder habe dafür gesorgt, dass «unser Vorschlag sich erledigt hatte, bevor er überhaupt intern ernsthaft diskutiert werden konnte», so Wagner weiter. (ohe)

Das könnte dich auch interessieren:

Klopp lässt seinen Penalty-Frust an den Reportern aus

Vom Meister ausgezeichnet – Die besten Parker-Weine fürs Fest

O du schreckliche! Das Bullshitbingo für das Weihnachtsessen mit deiner Familie

Darum lehnt der Bundesrat «No Billag» ab – die 5 wichtigsten Argumente im Überblick

8 Katzen, die sich den Sommer mit sehnlichst zurückwünschen

Israelischer Professor zum Trump-Entscheid: «Jerusalem war nie das Hindernis für Frieden»

«So etwas macht man nicht» – FDP-Boss Gössi kritisiert Geheimtreffen vor Juncker-Besuch

«Bilder von unten» – 12 Leute erzählen, was sie auf Tinder und Co. nicht sehen wollen

Bitte, Nintendo, diese 15 Games gehören auf einen Game Boy Classic Mini!

Warum nach einem Amoklauf in den USA noch viel mehr Menschen starben

Jahre des Zorns – was der Palästinenser-Aufstand bedeutet

Diese Obdachlosen haben vielleicht ihr Zuhause verloren – nicht aber ihren Humor

Trump macht Jerusalem zur Israel-Hauptstadt – die Nahost-Eskalation in 9 Punkten erklärt

Dieser Schweizer Soldat musste gerade durch die Französisch-Hölle – aber sowas von

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • concerned citizen 21.03.2017 20:43
    Highlight Ich finde es gut dass das Angebot abgelegt worden ist, da die Tendenzen zur Konsolidierung in der Medienbranche leider zum Verfall unabhängigen Berichterstattung führen. Wer zahlt der bestimmt die Musik, und Musik wäre , hättet zur Übernahme gekommen, die Berlinerfolklore anstelle von Schweizer alpenhorn.
    1 1 Melden

Natalie Rickli geht die Umsetzung der Pädophilen-Initiative zu wenig weit

Mit dem Vorschlag des Bundesrates, wie die Pädophilen-Initiative umzusetzen ist, sind nicht alle einverstanden. Im Nationalrat könnten sich am Montag die Debatten des Abstimmungskampfs wiederholen.

Volk und Stände hatten die Pädophilen-Initiative 2014 angenommen. Der neue Verfassungsartikel bestimmt, dass einschlägig vorbestrafte Sexualstraftäter nie mehr mit Minderjährigen oder Abhängigen arbeiten dürfen. Dieser Automatismus hatte Fragen zur Verhältnismässigkeit aufgeworfen. Bei einer wortgetreuen Umsetzung dürfte ein Richter die Umstände des Einzelfalls nicht mehr berücksichtigen.

Der Bundesrat schlug vor, das Problem mit einer Härtefallklausel zu lösen: In besonders leichten Fällen …

Artikel lesen