Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Geschützte Werkstätte: Der SRF-Sitz in Zürich-Leutschenbach. Bild: KEYSTONE

Wir wollen eine andere SRG – mit mehr Kompetenz und weniger Leutschenbach-Arroganz

Selbstherrliche Macher, dürftige Programme, ein wuchernder Apparat: Bei der SRG liegt manches im Argen. Die Service-Public-Debatte ist überfällig. Nur müssen auf die Worte auch Taten folgen.

15.06.15, 13:56 15.06.15, 16:20

Eine Warnung vorneweg: In diesen Artikel sind persönliche Ressentiments eingeflossen. Vor Jahren war ich nahe daran, eine Anstellung als Sportredaktor beim damaligen Fernsehen DRS zu erhalten. Man wolle mehr Kompetenz im Ressort, sagte mir der zuständige Vorgesetzte beim Vorstellungsgespräch. Ich machte mir einige Hoffnungen, zumal ich die Vorauswahl überstanden hatte und ein einwöchiges Stage am Leutschenbach absolvieren konnte.

Umso herber traf mich die Absage und vor allem die Begründung dafür. Er fürchte, ich komme mit meiner zurückhaltenden Art in der Ellbogen-Mentalität des Sportressorts unter die Räder, sagte der erwähnte Vorgesetzte. Von Kompetenz war keine Rede mehr. Ich ärgerte mich und hatte doch auch verstanden. Denn meine Schnupperwoche hatte mir vor Augen geführt, dass in dieser «geschützten Werkstätte» nicht Köpfchen gefragt ist, sondern eine grosse Klappe.

Am Leutschenbach tummeln sich die Selbstdarsteller, die sich für etwas Besseres halten, weil sie «bim Färnseh» arbeiten. Sie sind überzeugt, die Elite des Journalismus zu verkörpern, und wollen nicht wahrhaben, dass sie nur mit Wasser kochen. Gleichzeitig kultivieren sie ein Klima der permanenten Intrige.

«Tagesschau» abgebrochen

Ein Paradebeispiel für die Leutschenbach-Arroganz ist der grippebedingte Kollaps von Moderatorin Cornelia Boesch in der «Tagesschau»-Hauptausgabe vom 25. Januar. Obwohl man als Zuschauer sofort erkannte, dass sie in miserabler Verfassung war, hinderte niemand sie daran, vor die Kamera zu treten. Und Boesch selbst wollte sich lieber durch die Sendung seuchen, als ihren Platz für jemanden aus der zweiten Reihe zu räumen. Nach fünf Minuten klappte sie zusammen, die gebührenzahlenden Zuschauer wurden mit Landschaftsbildern abgespeist.

Muss man erwähnen, dass Cornelia Boesch sich für diese Fehlleistung nie öffentlich entschuldigt hat?

In einem solchen Umfeld sind journalistische Fähigkeiten zweitrangig. Entsprechend dürftig ist die Qualität vieler – nicht aller! – Sendungen, vor allem in den Bereichen News und Sport. Wie es ginge, zeigen die Kolleginnen und Kollegen in der Westschweiz, die mit weniger Geld ein besseres Fernsehen produzieren. Was alle bestätigen, die beide Seiten des Röstigrabens kennen.

Beim SRF scheint das niemanden zu kümmern, dort lebt man in einer eigenen Welt. Das betrifft nicht nur das Fernsehen. Als der aktuelle FIFA-Skandal platzte und sieben Funktionäre in Zürich verhaftet wurden, herrschte in den Morgennachrichten von Radio SRF Funkstille. Während die Online-Newsportale die entsprechende Meldung der bestens informierten «New York Times» längst aufgegriffen und sich teilweise bereits um eine Bestätigung durch die Behörden bemüht hatten.

Erst nachdem es eine solche vom Bundesamt für Justiz erhalten hatte, bequemte sich Radio SRF, mit dem Thema auf Sendung zu gehen. Man könnte das positiv interpretieren, als Verweigerung des Aufgeregtheits-Journalismus. In Wirklichkeit bedeutet es, dass man im Hause SRF die moderne Medienrealität nicht verstanden hat. 

Gehören Formate wie «The Voice of Switzerland» zum Service Public? Bild: SRF

Muss man auch nicht, denn die Gebühren fliessen reichlich, dank der starken Zuwanderung der letzten Jahre. Entsprechend ist der «Moloch» SRG (so die «NZZ am Sonntag») gewuchert:

Diese Entwicklung muss zu denken geben, auch jenen, die den Service Public grundsätzlich befürworten. Die angekündigte Debatte zu diesem Thema muss ernsthaft und vertieft geführt werden. Die SRG wird einige Fragen zu beantworten haben, etwa folgende:

Sollte man Unterhaltungsformate wie Castingshows nicht den Privaten überlassen? Und das Geld in die Entwicklung besserer Drehbücher investieren? Damit man sich beim «Bestatter» nicht mehr über papierene Dialoge, holprige Erzählstrukturen und an den Haaren herbeigezogene Plots ärgern muss? Und damit SRF mit einem Serienformat international Anerkennung findet, wie dies den Westschweizern schon heute gelingt?

Die Online-Präsenz der SRG ist umstritten. Bild: KEYSTONE

Darf die SRG mit den Gebühren, die wir für den Radio und Fernsehempfang bezahlen, ein Online-Newsportal betreiben und damit die privaten Anbieter konkurrenzieren? Und diesen Werbegelder streitig machen, wie das die SRG-Führung fordert? «Auf die Stellung und die Aufgabe anderer Medien, vor allem der Presse, ist Rücksicht zu nehmen», heisst es im Artikel der Bundesverfassung, der die Grundlage für die Arbeit der SRG bildet.

Ist die SRG bereit, bei den Finanzen für Transparenz zu sorgen? Bis heute kann oder will sie nicht ausweisen, wie viel die einzelnen Sendungen und Formate kosten. Und wie viel die Moderatorinnen und Moderatoren mit ihren lukrativen Zusatzengagements bei privaten Veranstaltungen verdienen. Die Gebührenzahler, die ihr jährlich 1,2 Milliarden Franken zukommen lassen, sollten darüber Bescheid wissen.

Es gäbe noch einiges zu klären. Und auf die Worte müssen Taten folgen, denn nach der Ohrfeige durch das Stimmvolk vom Wochenende kann die SRG nicht weitermachen wie bisher. Fragt sich nur, ob die Politiker den Mut für eine umfassende Reform haben. Oder ob sie aus Sorge um ihre Radio- und Fernsehpräsenz davor zurückschrecken. 

Es ist kein gutes Zeichen, wenn die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz sich erst als mutige SRG-Kritikerin profiliert und danach nicht nur zurückkrebst, sondern sich auch bei SRF-Chefredaktor Tristan Brenn schriftlich entschuldigt.

Mein Unbehagen über die SRG mag durch persönliche Ressentiments mitgetragen sein, doch ich bin offensichtlich nicht allein. Will die SRG wieder mehr Akzeptanz gewinnen, dann muss sich einiges ändern. Zum Beispiel mit mehr Kompetenz und weniger Leutschenbach-Arroganz.

Zum Ausgleich hier die Liebeserklärung von Kollegin Simone Meier an das SRF.

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
59
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
59Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chaose 15.06.2015 22:14
    Highlight SRF hat also erst über die Fifa-Verhaftungen berichtet, als sie vom Bundesamt für Justiz bestätigt waren. Was ist daran jetzt falsch? Für meinen Begriff gilt es immer noch als Pflicht der Journalisten, etwas heikles erst zu verbreiten, wenn's bestätigt ist. Das hat tatsächlich nicht mehr viel mit der "modernen Medienrealität" zu tun, aber genau dafür gibts doch Service Public...
    22 3 Melden
  • kurier 15.06.2015 21:56
    Highlight Ich erlaube mir noch einen Nachtrag: Natürlich gibt es auch bei SRF – wie in JEDEM Medienhaus – Eitelkeiten. Es ist sicher einfacher, dort für Aufsehen zu sorgen, wenn man eine extrovertierte Persönlichkeit ist. Als stiller Schaffer hat man es in den Medien aber ohnehin nicht leicht ;-)
    13 0 Melden
  • kurier 15.06.2015 21:56
    Highlight Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Blunschi, habe ich tatsächlich viele Jahre als Redaktor bei SRF gearbeitet. Ihre Kritik ist dafür, dass Sie dort lediglich eine Woche dabei waren, oberflächlich und voller Ressentiments.

    Allerdings kann ich zwei Punkte bestätigen:

    1. Das SRF-Selbstverständnis: Man kann es sich dort nicht vorstellen, dass jemand seinen Job bei SRF kündet. Schliesslich ist ein Job beim SRF "das Beste, was man in der Schweizer Medienwelt erhalten kann".

    2. Leerlauf. Es liegt viel Sparpotenzial brach. Die Bürokratie ist immens, es wird viel Geld ausgegeben für ausufernde "Projekte".
    20 1 Melden
  • Statler 15.06.2015 20:59
    Highlight Ich könnte auf Vieles verzichten, was auf SRF läuft. Aber es sind ein paar Sachen dabei, die ich gut finde. Und vermutlich geht das allen so. Somit dürfte der Auftrag erfüllt sein, weil für jede/n was dabei ist.
    Worauf ich aber definitiv verzichten kann, ist eine TV-Landschaft wie sie in den USA zu finden ist (und dahin führt der Privatisierungswahn).
    30 1 Melden
  • Lowend 15.06.2015 19:53
    Highlight Es ist schon sehr befremdlich, wenn ein Journalist sämtliche professionelle Regeln des seriösen Journalismus missachtet, um sich quasi für eine persönliche Demütigung zu rächen und dabei übersieht, dass sein Artikel, genau durch diese fehlende Distanz, eigentlich um Längen weniger professionell ist, als dass, was er den Angegriffenen vorwirft. Ein selbstkritischer Blick in den Spiegel würde nicht schaden, bevor man mit den Wölfen heult, oder andere mit Dreck bewirft, lieber Herr Blunschi!
    45 10 Melden
  • buco 15.06.2015 19:47
    Highlight Warum in diesem Zusammenhang jetzt auf Cornelia Bösch herum geritten wird entzieht sich meinem Verständnis. Aber warum z.B. für ein Fussballspiel wie gestern Abend so viele Leute nach Litauen reisen mussten und in den Studios auch noch mehrere im Einsatz standen genau so. Es interessiert schon, wieviele Journis, Reporter, Experten, Techniker und sonstige (Radios und Fernsehen) gestern Abend das Geckicke auf SRG Kosten "geniessen" durften und was die Gesamtkosten waren. Auch inkl. die vermeintlichen Gratiseintritte und sonstiges, das wegen sonstiger Sponsoren- oder wie auch immer Verträge einfach dazugehören.
    9 4 Melden
    • Schreiberling 15.06.2015 20:19
      Highlight Hüppi war im Studio für das Sportpanorama. Er sprang nur ein weil die Verbindung nach Vilnius nicht funktionierte.
      4 0 Melden
  • Pieter 15.06.2015 18:34
    Highlight Nerv Nerv immer nur am motzen da sind wir Schweizer "Weltmeister ". Es gibt Unmengen von Fernsehsendern wer Wahl hat die Qual. Und wenn ich an Sender denke wie 3+ usw. der Stundenlang EsoTv und immer Wiederholungen bringt, dann bin ich mit SRF zufrieden .
    38 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 18:22
    Highlight Absolut Top ist "Sternstunde Philosophie"!
    21 1 Melden
  • Dewar 15.06.2015 17:48
    Highlight Logisch ist es wichtig über den Inhalt des service public zu diskutieren. Aber ich bezweifle, dass man je auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Bei Tagesschau, Meteo und vielleicht der Arena sind sich 90% einig, aber bei allen anderen Sendungen gehen die Meinungen auseinander. Die einen wollen nicht auf SRF bi de Lüt verzichten, andere finden den Serien-Montag unerlässlich und dritte schauen jeden Tag Glanz und Gloria. Für mich gehören zum service public auch Sendungen, die ich nie schaue, weil so jeder seine Nische findet.
    45 2 Melden
  • iforgotmyname 15.06.2015 17:29
    Highlight Naja ob dieser Beitrag wirklich zu best of Watson gehört ?
    44 3 Melden
  • fiodra 15.06.2015 17:15
    Highlight Ich bin ausgesprochen froh, dass SRF beim aufgeregten Journalismus nicht mitmacht, das ist intelligent. Denn jener scheint ohne reflektierenden Verstand und ohne Recherche auszukommen, da zu zeitaufwändig und damit zu teuer.
    32 2 Melden
  • Sillum 15.06.2015 17:11
    Highlight ...sich für etwas Besseres halten, weil sie «bim Färnseh» arbeiten...!!!
    Ja, genau! Darum wollte der Herr Blutschi auch auch umsverrecken zum Färnseh!
    Oder vielleicht war er gar zuwenig links?
    14 31 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 16:13
    Highlight ein grosser Anteil der SRF'ler sind nicht so erfolgreiche ex-Lehrer und Kindergärtnerinnen die jetzt die Gesellschaft verändern und umerziehen wollen
    12 48 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 16:54
      Highlight Namen?
      25 2 Melden
    • SanchoPanza 15.06.2015 18:14
      Highlight du kennst also ein Grossteil der SRFler?
      Kennst du überhaupt einen oder zwei persönlich?
      21 1 Melden
  • Azrag 15.06.2015 16:01
    Highlight Wenn wir schon mal dabei sind: Wer ausser mir nervt sich noch über das "SRF bewegt"-Zeugs und der ewigen App-Bewerbung auf gefühlt allen Radiosendern?
    38 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 16:55
      Highlight Nervt mich auch. Deshalb höre ich fast nur noch Spartensender im Internet.
      9 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 17:17
      Highlight Bin voll bei dir!
      8 4 Melden
    • teXI 15.06.2015 19:51
      Highlight Wie immer wenn sie solche Events machen, übetreiben sie es total... Das sind dann meistens die Wochen die ich andere Radiosender bevorzuge.
      10 1 Melden
  • Hugo Wottaupott 15.06.2015 15:55
    Highlight Jawohl! Live = "saletti mameli saletti papeli usw." Wir hoffen darauf.
    2 15 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 17:06
      Highlight ?
      10 0 Melden
  • Schreiberling 15.06.2015 15:55
    Highlight Ach bitte Herr Blunschi, haben Sie sich noch nie überschätzt? Manchmal kann man seinen Körper nicht genau einschätzen. Frau Boesch dachte, sie schaffe die Sendung und wurde eines besseren belehrt.

    Dass Sie dafür eine Entschuldigung verlangen ist nicht nur eine Frechheit, es zeigt vor allem auch, dass Sie auf eine Absage vor (offenbar) vielen Jahren wie ein Kleinkind reagieren, dem man sein Spielzeug weggenommen hat.

    Klar, jedem seine Meinung. Aber von Ihnen hätte ich mehr erwartet
    53 13 Melden
    • Kian 15.06.2015 16:25
      Highlight Bei Frau Bösch geht es nicht nur darum, ob sie ihre Fitness richtig einschätzte: Ein öffentlich-rechtlicher Sender hat dafür zu sorgen, dass seine wichtigste Informationssendung ausgestrahlt wird. Ich gehe mal davon aus, dass ARD, BBC und Co. in solchen Situationen entsprechende Backup-Pläne haben. Eine Sendung einfach ausfallen lassen, das geht nicht.
      29 13 Melden
    • Schreiberling 15.06.2015 16:40
      Highlight Herr Blunschi fordert aber explizit von Frau Boesch eine Entschuldigung. Was mir den Gedanken nahe legt, dass er die damalige Abfuhr immer noch nicht verdaut hat. Etwas was im heutigen Arbeitsmarkt schlicht nicht geht.

      Klar hätte das SRF damals souveräner reagieren können. Einen Ersatzmoderator besorgen? Aber vertraut Hansi Voigt Ihnen nicht auch, wenn Sie sagen, dass sie in der Lage sind zu arbeiten? Man hätte die Sendung durchziehen können, ja. Sascha Ruefer wäre dazu sicher in der Lage gewesen.

      Aber eine Entschuldigung für einen Schwächeanfall fordern? Geht meiner Meinung nach gar nicht.
      36 4 Melden
    • Peter 15.06.2015 16:57
      Highlight Ich habe damals die Sendung gesehen, mir war sofort klar, dass Cornelia Boesch niemals hätte vor die Kamera treten dürfen. Körperhaltung, Stimme, Gesichtsfarbe (trotz Schminke) sprachen für sich. Von einem öffentlich-rechtlichen Sender erwarte ich, dass er so etwas nicht zulässt.

      Meine Forderung nach einer Entschuldigung hat nichts zu tun mit der Absage, sondern mit meiner Aversion gegen die Arroganz im Leutschenbach. Wie auch meine Kritik an der SRG grundsätzlicher Natur und unabhängig von meinen persönlichen Ressentiments aufzufassen ist.
      16 30 Melden
    • Schreiberling 15.06.2015 17:31
      Highlight Tut mir Leid Herr Blunschi, aber letzteres glaube ich Ihnen beim besten Willen nicht. Das mag unfair von mir sein, jedoch nicht unfairer als Ihr Artikel.

      Eines vorneweg: Beim SRF läuft nicht alles rund (tut es aber bei keinem Fernsehsender weltweit). Auch in Sachen Transparenz bei den Gebühren und deren Nutzung stimme ich Ihnen zu. Und die Sache mit der Werbung gilt es ebenfalls zu diskutieren.

      Castingformate oder (meine Meinung) Gameshows nicht mehr zu produzieren wäre eine Option. Doch damit verärgert man die Anhänger dieser Formate. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Service Public sollte die Bedürfnisse aller abdecken. Das macht es ja so schwierig.

      Auch muss ich Ihnen widersprechen, was die Qualität der Sendungen angeht. Ich finde Tagesschau, Echo der Zeit, Arena oder Input und Focus geniale Formate. Auch bei Sportsendungen verstehe ich die Kritik nicht. Das SRF bietet im übrigen das vielfältigste Sportlive-Angebot eines öffentlich-rechtlichen weltweit und wird für seine Produktionen immer wieder ausgezeichnet. Klar die Kommentatoren wirken nicht immer sattelfest. Das liegt einerseits daran, dass in der Schweiz nicht dieselben Ressourcen vorhanden sind. Andererseits auch, dass sie nicht so kommentieren können, wie ihnen "dä Schnabel gwachse isch". Alles in allem ist das Programm des öffentlich-rechtlichen ausgeglichen und à jour. Jeder findet etwas, das ihm gefällt. Jeder findet etwas zum nörgeln.

      Im übrigen kann ich Sie verstehen: Auch mir wurde eine (sichergeglaubte) Stelle in Leutschenbach aus ähnlichen Gründen nicht Gegeben (an einem anderen Ort in einem anderen Betrieb aber auch nicht). Da es im Journalismus - wie Sie ja sicher wissen - eine gewisse Selbstüberzeugung braucht, will ich dem SRF nicht nachtragend sein.
      29 2 Melden
    • Big_Berny 15.06.2015 17:34
      Highlight @Kian: Ist schon witzig. Auf der einen Seite wird kritisiert, dass SRF für das Gebotene viel zu viel Geld verlangt. Auf der anderen Seite soll man nun aber alle Stellen doppelt besetzen, dass auch wirklich immer ein Ersatz bereitsteht. Und der Nutzen davon? Dass eine einzige Tagesschau in 30 Jahren nicht abgebrochen werden muss. Ich denke, das Geld der Gebührenzahler lässt sich besser investieren.
      19 3 Melden
    • Dewar 15.06.2015 17:38
      Highlight Frau Bösch war an diesem Abend die einzige anwesende "reguläre" Moderatorin der Tagesschau und hat sich wohl sowohl verpflichtet als auch imstande gefühlt, zu moderieren. Das weiss am Ende nur sie. Aber mein Punkt ist eigentlich, dass es doch etwas weit zum Fenster hinaus gelehnt ist, von der SRG "back up Pläne" oder Reservemoderatoren zu fordern und gleichzeitig zu sparen. Abgesehen davon wird die Tagesschau seit den 50ern ausgestrahlt und eine zum Abbruch führende Panne ist meines Wissens erst dieses eine Mal passiert.
      15 0 Melden
    • Peter 15.06.2015 17:49
      Highlight Ob Sie mir glauben oder nicht, ist Ihre Sache. Vielleicht habe ich die Herausforderung damals unterschätzt, dennoch fand ich das Verhalten mir gegenüber nicht fair, wenn Sie schon diesen Ausdruck gebrauchen. Ich bin im übrigen durchaus zufrieden mit meiner journalistischen Laufbahn, trotz der damaligen Absage.

      Ihre Ausführungen zum Programm sind interessant und teilweise nachvollziehbar. Gerade die "Tagesschau" aber ist kein geniales Format, sondern langatmig. Entweder man setzt bei der heutigen Länge zwei oder drei Schwerpunkte, oder man verkürzt auf 15 Minuten, wie bei der ARD.
      0 16 Melden
    • Peter 15.06.2015 17:49
      Highlight Beim Sport ist das Live-Angebot beachtlich, ebenso die Qualität der Übertragungen. Klare Defizite gibt es bei den Hintergrund-Themen, für die man mich angeblich wollte. Der besagte Vorgesetzte erwähnte damals mir gegenüber den Konkurs des Sportvermarkters ISL, einen der ersten Fifa-Skandale in der Ära Blatter. Er gab mir gegenüber offen zu, sie hätten zu diesem Thema nichts gemacht, weil sie den Durchblick nicht hatten. Heute wäre das wohl kaum anders.
      4 11 Melden
    • Schreiberling 15.06.2015 18:05
      Highlight Nun bei der Tagesschau ist das wohl Geschmackssache, wie bei DRS 1 und DRS 3 (äxgüsi, SRF) und dem Rest des Programms auch.

      Stimmt. In Sachen Sporthintergrund dürfte mehr kommen. Vielleicht Sportlounge verlängern oder im Sportpanorama den Fokus ander setzen.

      Freut mich natürlich, dass Sie auch bei Watson glücklich sind. Ich wünsche Ihnen dass es so bleibt. Auch hoffe ich, dass zumindest ein Teil Ihrer Forderungen ernst genommen und bestenfalls umgesetzt wird. (Aber nicht alle 😉). Und zu guter Letzt, danke für diese Aufschlussreiche Diskussion in der Kommentarspalte. Das ist einer der Punkte, der mir bei Watson am besten gefällt!
      11 2 Melden
  • SeKu 15.06.2015 15:45
    Highlight Häufig habe ich den Eindruck, dass diejenigen SRF-Leute, welche für Informationssendungen zuständig sind, meinen, die Schweiz höre an der Zürcher Stadtgrenze auf.
    30 11 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 15:54
      Highlight ......könnte man beim Klick auf Watson auch oft meinen.
      38 5 Melden
    • Hugo Wottaupott 15.06.2015 15:57
      Highlight Zürich hat zirka vier mal soviele Einwohner wie Bern.
      10 33 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 17:09
      Highlight Sowohl SRF wie auch Watson haben ihren Sitz in Zürich. Man merkt es bei beiden deutlich. Da stimme ich zu.
      24 1 Melden
    • SanchoPanza 15.06.2015 18:22
      Highlight @Hugo, 3x - und trotzdem ist Zürich noch keine Grossstadt mit internationalem Flair wie bspw. Wien.
      so oder so, Watson zielt explizit auf ein junges urbanes Publikum ab. Da macht es selbstverständlich Sinn, viel über/aus Zürich zu berichten finde ich.
      Aber das SRF hat einen anderen Auftrag. Dort stört mich eher der Walliser Überschuss (Scheeerz).
      3 3 Melden
  • larry boy barese 15.06.2015 14:59
    Highlight egal was passiert.... radio swiss jazz darf nicht abgeschafft werden!!
    18 13 Melden
    • SeKu 15.06.2015 15:47
      Highlight Stimme zu. Auch kostet swiss jazz ja fast nichts.
      14 3 Melden
    • Hugo Wottaupott 15.06.2015 15:57
      Highlight ja SeKu; alles ist gratis nur dein Lohn nicht.
      9 9 Melden
  • Alioth 15.06.2015 14:55
    Highlight Bitte was?! Cornelia Boesch soll sich für ihren Blackout entschuldigen???
    35 12 Melden
    • Peter 15.06.2015 15:34
      Highlight Sie hat in einem Zustand moderiert, in dem sie niemals hätte vor die Kamera treten dürfen. Das ist unprofessionell und ein Affront gegenüber den Zuschauern/Gebührenzahlern.
      22 51 Melden
    • Dubio 15.06.2015 16:30
      Highlight Richtig, zumal eine Ersatzmoderatorin ja bereit gewesen wäre, Frau Boesch aber nicht zurückstehen wollte.
      8 8 Melden
  • MediaEye 15.06.2015 14:40
    Highlight ....bezahlen zu wollen. Schon heute muss man für eine Sendung von 45 Minuten 3x so lange vor dem TV bleiben, wegen dieser unsäglichen Werbepolitik des Bundes (Bakom) also mindestens rund 1 1/2 bis 2 Stunden!!!!
    Und leider macht sich diese auch auf den ausländischen Sendern breit; da diese mit sogenannten "Schweizer Fenstern" oder via Vertrag mit den Verteilern arbeiten: dies muss aufhören und zwar so schnell wie möglich!
    9 19 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 17:11
      Highlight Das ist doch Schwachsinn und trifft bei SRF nicht zu. Können Sie nicht bei den Tatsachen bleiben? Zutreffend ist das bei den deutschen Privatsendern.
      20 0 Melden
    • TJ Müller 15.06.2015 18:04
      Highlight Aber Sie haben ja hoffentlich gewissenhaft den RTVG-Text gelesen (ich denke nicht, dann würden Sie nicht so einen Schwachsinn behaupten) und dann deshalb Ja gestimmt, denn nun darf laut neuem Gesetz die Werbezeit pro Stunde maximal 12 min betragen:
      RTVG Art. 11 Abs. 2
      2 Werbung darf grundsätzlich nicht mehr als 20 Prozent der Sendezeit einer Stunde beanspruchen.
      6 0 Melden
  • MediaEye 15.06.2015 14:36
    Highlight Darf die SRG mit den Gebühren, die wir für den Radio und Fernsehempfang bezahlen -------

    Ganz genau das ist die Krux beim Ganzen; Vormals wurden Gebührwn für die Bereitstellung von Sendern und Anlagen der PTT als Empfangskonzession erhoben. Dann wurden diese in den allgemeinen Bundestopf umgeleitet, womit sämtliche Einsprachen und Beschwerden abgewiegelt werden konnten.
    Nun also soll das Geld an die Sendebetreiber fliessen, hauptsächlich an den Bevormundungs- und Staatsverlautbarungssender SRG
    Aber die Vorschläge der Privatsenderlobbyisten sind nicht besser, alles via Werbung .........
    7 8 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 15.06.2015 14:30
    Highlight Warum Frau Bösch an diesem Abend moderierte, bleibt Spekulation. Auch sollte die Geschichte langsam abgehackt sein. Doch das die SRG ein Moloch ist, unterschreibe ich zu 100%! Radio SRF 3 in der heutigen Form ist überflüssig. Wo ist der Unterschied zu SRF 1? Die Spielchen seit Jahren dasselbe. Dann nur ein Informationsradio nach dem Vorbild von "Deuschland-Radio" und den Rest den Privaten überlassen. Auch die spielen nur Top 40, doch die sind gratis. Am Schluss die Gebührengelder vierteln, dann passt es. Alternativ eine "Mediengebühr" für gute Inhalte. Weil TV ist sowieso von gestern...
    22 9 Melden
    • Peter 15.06.2015 15:35
      Highlight Ein wahrer Befund. Als Fan der ersten Stunde von DRS/SRF 3 kann ich die Entwicklung dieses Senders nur bedauern.
      20 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 17:14
      Highlight Dass SRF3 nur die Top 40 spielt stimmt eindeutig nicht. Das ist die Krankheit mancher Privatsender. Ob einem die Musik sonst auf SRF3 passt oder nicht ist Geschmackssache. Und wer keinen Unterschied zu SRF1 hört dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Aber auch mich nerven diese ewigen Spielchen wie "SRF bewegt" oder ganz übel "Jede Rappe zählt". Da wird zuviel nerviges Zeug gelabert. Ich schätze an SRF3 immer noch dass es werbefrei ist und nicht nach jedem Song ein idiotischer Eigenwerbungsjingle ertönt wie etwa bei Radio Pilatus.
      14 1 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 15.06.2015 19:46
      Highlight @Grufti: Sorry, aber während des Tages spielen sie genauso nur Top 40 wie alle anderen. DRS 1 vielleicht etwas mehr Oldies... am Abend beim SoundsSpecial ist das was anderes. Aber wer DRS3 vor 20 Jahren kennt, der weiss das es heute nur noch müde ist... Mit Spielen meinte ich Sachen wie "ABCDRS3", "Uri, Schwyz, U.-gang" bzw. Maloney. Seit 30 Jahren das gleiche! Kult? Wohl nur für DRS 3! Sowas ist mir einfach keine 200 Hämmer im Jahr wert!
      0 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 14:27
    Highlight Oje... Da ist wohl einer frustriert!
    25 23 Melden
    • Peter 15.06.2015 15:36
      Highlight Zu einem gewissen Grad schon. Und ich sehe dazu.
      13 10 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 15.06.2015 15:49
      Highlight Na ja, ob du da glücklicher geworden wärst? :) Vielleicht ist auch diese "Zweiklassengesellschaft" der Journalisten und Reporter nicht unbedingt optimal? Die die es "geschafft" haben, schauen von oben herab und entwickeln sich nicht weiter. Vielleicht sollten alle Medien nach gewissen Standards und Kriterien öffentlich-rechtliche Inhalte produzieren dürfen? Dafür gibt's dann "Moneten". Nur so eine Idee mal in den öffentlichen Raum gestellt ;) In Deutschland gibt es glaub so etwas ähnliches. DTP oder so ähnlich. Das lässt sich natürlich weiterdenken.
      3 0 Melden
    • Peter 15.06.2015 15:58
      Highlight Ich zweifle auch schwer daran, dass ich im Leutschenbach-Sumpf glücklich geworden wäre. Mein Ärger richtet sich in erster Linie gegen die enorme Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität. Aber ich gebe auch zu, irgendwie fuchst es einem schon, dass es nicht geklappt hat. I'm only human ;)
      8 7 Melden
  • marischi 15.06.2015 14:11
    Highlight Danke. Es könnten meine Worte und Erlebnisse sein... da schau ich mir doch lieber den ORF mit den Vorstadtweibern und den um vieles besseren Skikommentatoren an. Die ewige Entschuldigung, dass in Österreich nur in einer Sprache produziert werden muss, zählt einfach nicht.
    25 10 Melden
    • LubiM 15.06.2015 15:01
      Highlight Vor allem tut ja SRF auch nur in einer Sprache senden (ausser RTR während 10min). Komischerweise ist im Welschen die Zustimmung um einiges grösser gewesen; Vor allem weil das TSR sich noch auf das Fernsehproduzieren konzentriert. Klar weniger Eigenproduktion etc, dafür haben sie nicht 300 Apps für Smartphones produziert die parallel zu den Bundesapps laufen (die wir ja auch Zahlen mit Steuern)...
      21 4 Melden
    • Sveitsi 15.06.2015 16:51
      Highlight Für Ihre Billag-Gebühren kriegen Sie die Vorstadtweiber aber auch auf SRF zwei (heute Abend, 20:00 Uhr): www.srf.ch/sendungen/vorstadtweiber.
      7 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 17:17
      Highlight @LubiMassy: Es geht auch um die SRG und die umfasst neben SRF und RTR auch RTS und RSI. Und deshalb sendet man eben in vier Sprachen.
      6 0 Melden

Wie mit Hypnose in Schweizer Spitälern die Prämienexplosion gestoppt werden soll

Schweizer Krankenhäuser behandeln ihre Patienten vermehrt mittels Hypnose. Ein bekannter Ex-Nationalrat will der Methode nun definitiv zum Durchbruch verhelfen – und so die Prämienexplosion stoppen.

Der Chirurg setzt das Skalpell am Hals der Patientin an, setzt den ersten Schnitt. Normalerweise wird eine Schilddrüsenoperation unter Vollnarkose durchgeführt. Doch nicht in diesem Fall: Die Frau, die in dem Spital im belgischen Lüttich auf dem Schragen liegt, befindet sich in Trance. Ihr Hals wurde lediglich lokal betäubt.

Die Szene stammt aus einem Dokumentarfilm, der vergangenes Jahr auf dem Sender Arte ausgestrahlt wurde. Sie könnte sich aber in ähnlicher Art auch in einem Schweizer …

Artikel lesen