Schweiz
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Hier ein Überblick zu den wichtigsten Meldungen der Sonntagspresse. Bild: KEYSTONE

Airbnb, Jegge, Rassismus – das schreibt die Sonntagspresse

09.04.17, 07:35 09.04.17, 09:02

Airbnb auf dem Vormarsch

Das Zimmervermittlungsportal Airbnb hat sein Angebot in der Schweiz in den letzten zwei Jahren verdreifacht auf aktuell 64'000 Betten. Das geht aus der jüngsten Erhebung des Walliser Tourismusobservatoriums hervor, wie die «Ostschweiz am Sonntag» und die «Zentralschweiz am Sonntag» berichten. Im Wallis etwa, wo sich ein Grossteil der auf der Plattform angebotenen Betten befindet, ist die Zahl von rund 4000 auf 17'876 Betten gestiegen. Die Vermietung werde zudem zunehmend gewerbemässig betrieben. Heute habe in der Schweiz jeder vierte Vermieter mehr als zwei Objekte ausgeschrieben. Vor zweieinhalb Jahren lag dieser Anteil noch bei fünf Prozent.

Weitere Jegge-Opfer melden sich

Nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe meldeten sich weitere mutmassliche Opfer von Jürg Jegge. Laut «SonntagsBlick» und «SonntagsZeitung» beschuldigt auch Daniel Zangger, der ältere Bruder des Buchautors Markus Zangger, Jegge der sexuellen Übergriffe. Bei der «SonntagsZeitung» meldete sich zudem ein Mann, der angab, in den 70er-Jahren im Alter von 16 bis 18 Jahren ebenfalls bei «Therapiestunden» missbraucht worden zu sein. Jegge hat laut eigenen Angaben «weniger als zehn» Schüler missbraucht. Markus Zangger geht dagegen davon aus, «dass es mindestens zehn Opfer sind».

Sika-Streit

Die Sika-Erbenfamilie Burkhard denkt offenbar darüber nach, ihr Aktienpaket des Baustoffkonzerns zu behalten, falls das Bundesgericht den Verkauf an Saint-Gobain blockiert. Das habe Familienvertreter Urs Burkard im Februar gegenüber einem Bankenanalysten gesagt, schreibt die «SonntagsZeitung». Ein Sprecher der Familie bestätigte dem Blatt, die Schenker-Winkler-Holding (SWH) bleibe «Ankeraktionärin mit allen ihr zustehenden Aktionärsrechten», falls das Gerichtsverfahren nicht zu ihren Gunsten ausgehe. Seit Dezember 2014 ringen die Sika-Erbenfamilie und Saint-Gobain mit der Sika-Führungsspitze um die Kontrolle des Konzerns. Die Franzosen wollen 2,75 Milliarden Franken für den Kauf der privilegierten Familienaktien bezahlen. Dagegen wehrten sich die Sika-Führung und Minderheitsaktionäre mit einer Beschränkung der Stimmrechte. Ende Oktober 2016 entschied das Zuger Kantonsgericht, dass diese rechtens war. Die SWH hat das Urteil weiter gezogen.

Steigende Subventionen des Bundes

Die Finanzhilfen des Bundes sind zwischen 2008 und 2016 um 28 Prozent auf 38,8 Milliarden Franken gestiegen. Im Vorjahresvergleich betrug das Wachstum 3,9 Prozent, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf die jüngsten Zahlen des Eidg. Finanzdepartements (EFD) berichtet. Demnach wachsen die staatlichen Subventionen stärker als die Wirtschaft. Dies liege vor allem an der sozialen Wohlfahrt. Der Bundesbeitrag für Sozialwerke und Gesundheit weiteten sich seit 2008 um nahezu 4 Milliarden auf 18 Milliarden Franken aus. Treiber dieser Entwicklung sind die Alterung der Bevölkerung und die steigenden Gesundheitsausgaben. Mit 8,3 Milliarden Franken war die AHV 2016 der grösste Subventionsempfänger. Die Einlage in den Bahninfrastrukturfonds kam auf 4,5 Mrd. Franken zu stehen. Die Landwirtschaft erhielt 2,8 Mrd. Franken Direktzahlungen.

23 Stellen für Terrorismusbekämpfung

Für die Terrorismusbekämpfung hat das Bundesamt für Polizei (Fedpol) 23 zusätzliche Stellen bekommen, befristet bis Ende 2018. Trotzdem sei die Behörde «in diesem Bereich am Anschlag», sagte Fedpol-Direktorin Nicoletta della Valle im Interview mit dem «SonntagsBlick». Sie fordert daher, mindestens diese Stellenaufstockung zu verlängern. Bei der Terrorbekämpfung erarbeite das Fedpol derzeit eine Rechtsgrundlage für «polizeiliche Massnahmen ausserhalb des Strafverfahrens». Geprüft würden etwa Meldeauflagen, die Sperrung von Reisedokumenten, Rayonverbote, Fussfesseln oder 24-Stunden-Gewahrsam.

Gewerbeverband unterstützt Energiestrategie 2050

Der Schweizerische Gewerbeverband (sgv) unterstützt die Energiestrategie 2050, deren erstes Massnahmenpaket am 21. Mai vors Volk kommt. Die nächste Etappe, wie sie der Bundesrat vorsehe, werde allerdings wegen Lenkungsabgaben auf Strom und Benzin «nie eine Chance haben», sagt Gewerbeverbands-Direktor Hans-Ulrich Bigler in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Die Vorlage, über die die Stimmberechtigten zu befinden haben, verbietet den Bau neuer Atomkraftwerke. Dennoch erachtet Bigler dies nicht als ein Votum über den Atomausstieg. Wenn Kernkraft sicherer und rentabler werde, könne man diese Verbot dereinst auch wieder aufheben.

Rassismus in der Öffentlichkeit steigt

Die 26 Schweizer Rassismus-Stellen haben im vergangenen Jahr 200 Diskriminierungsopfer beraten. Das sind 40 Fälle weniger als 2015, wie der «SonntagsBlick» unter Berufung auf einen Bericht der Eidg. Kommission gegen Rassismus (EKR) und des Vereins Humanrights.ch schreibt. Schwarze waren in 70 Fällen betroffen, 48 Mal richteten sich die Übergriffe gegen Muslime und Menschen aus dem arabischen Raum, sechs Mal gegen Juden. In 23 Fällen war körperliche Gewalt im Spiel. Der Anteil an Diskriminierungen vor Zeugen am Arbeitsplatz, in der Schule oder auf der Strasse ist demnach deutlich gestiegen. Nur 37 der Fälle ereignete sich im Privatleben.

Schweizer Wirtschaft hinkt bei Digitalisierung hinterher

Die Schweizer Wirtschaft ist bezüglich Digitalisierung sehr zurückhaltend. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte Schweiz hervor. «Die Mehrheit der Schweizer Unternehmen, die im Konsum- oder Industriegütersektor tätig sind, sind bei der Digitalisierung im Rückstand», sagte Studienmitautor Ralph Schlaepfer der Zeitung «Le Matin Dimanche». Die meisten dieser Firmen hätten sich noch nicht auf die neuen Umstände, das höhere Tempo und das Ausmass der Herausforderung eingestellt. Sie lägen weit hinter ihren Konkurrenten in Asien und Nordamerika zurück. Die Unternehmen würden nicht verstehen, wieso sie etwas ändern sollten, das bislang gut funktionierte. (sda)

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pachnota 09.04.2017 09:31
    Highlight Wir leben in einer Gesellschaft die nicht rassistisch ist, aber an einer wahren Rassismus Hysterie erkrankt ist.
    Dies wird auch von entsprechenden Personen regelrecht ausgenützt. In dem die Reaktion auf eigenes (fehl)Verhalten oft als Rassismus diffamiert wird.
    Eine nicht ungefährliche Entwicklung.
    28 15 Melden
    • Angelo C. 09.04.2017 12:06
      Highlight Pachnota :

      Den ersten Teil deiner Aussage taxiere ich als falsch, Rassismus gehört(e) zur Grundstruktur frühmenschlichen Denkens bis hin zur Gegenwart. Der Lieblingsschüler des Nobelpreisträgers Konrad Lorenz, Irenäus Eibl-Eibesfeldt hat darüber wegweisendes publiziert.

      Nachdem man sich aber in zivilisierteren Regionen der Welt da und dort zunehmend etwas davon entfernte, steigt der R. heute wieder durch die ausufernde Migration kultur- und religionsferner Zuwanderer, die von den Regierungen - wie man unschwer bemerkt - oft besser behandelt werden als die eigenen Bedürftigen, erneut an.

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    • winglet55 09.04.2017 15:58
      Highlight Angelo C., der Rassismus steigt nicht weil, die Zuwanderer besser behandelt werden ( das stimmt def. nicht). sondern weil George W. mit dem 2. Irak-Krieg die Büchse der Pandora geöffnet hat. Damit eine ganze Region zwischen Syrien und Libyen destabilisiert hat. Mit jeder weiteren Bombe die man in den mittleren Osten schmeisst, liefert man den Terroristen neue Anhänger,weil es zuviele unschuldige Opfer gibt! Die Migranten sind fremd hier und werden als Eindringlinge behandelt, nicht nur die aus muslimischen Ländern,selbst Deutsche die hier arbeiten, können von Ausgrenzung und Mobbing berichten!
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    • Angelo C. 09.04.2017 16:21
      Highlight winglett 55 :

      Ich stimme deinen Ausführungen grossmehrheitlich zu, mit Ausnahme des ersten Halbsatzes.

      Evident ist, dass hierzulande Geringverdiener es oft als Benachteiligung empfinden, während es in Deutschland die Hartz IV - Empfänger sind, die sich als de facto schlechter gestellt betrachten.

      Ob dem so ist, mag Interpretationsfrage sein, nicht aber, dass es zudem von Bedürftigen, wie auch Normalverbrauchern, als negativ empfunden wird, dass schon bald absehbarer Sozialabbau die Folge vieler nicht integrierbaren Wirtschaftsmigranten sein wird.

      Aber sonst gehe ich mit dir absolut einig.
      14 1 Melden
    • winglet55 09.04.2017 16:50
      Highlight @ Angelo C. mit ein Grund ist aber auch, das man zu bequem geworden ist sich kritisch zu beurteilen. Es ist einfacher immer die Schuld bei Andern zu suchen, als sich selber in den Arsch zu kneifen. Man möchte ein tolles Gehalt, aber für erbrachte Leistungen möglichst wenig bezahlen. Wir solidarisieren uns nur noch mit der eigenen Weltanschauung. Das fängt bei Atomendlager an und hört bei der Hilfsbereitschaft bei bei Bedürftigen auf. Bis zum nächsten heuchlerischen "je suis"! Sind wir nicht bereit, den Ursprung des Übels zu bekämpfen, sondern nur dessen Auswirkungen.
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«Lieber Herr Balsiger, wer trägt eigentlich den Elefanten weg?»

Die Befürworter des neuen Geldspielgesetzes versuchen sich in ihrer Plakatkampagne in der bewährten Taktik der Angstmacherei – und machen dabei einen kapitalen Fehler. 

Lieber Herr Balsiger 

Wie ich Ihrer Email-Signatur entnehme, sind Sie «Kampagnen-Koordinator» für die Befürworter des neuen Geldspiel-Gesetzes. Ich nehme nicht an, dass Sie persönlich für deren Plakatkampagne verantwortlich sind. Aber vielleicht können Sie meinen Rat ja an die richtige Stelle weiterleiten:  

Wenn Sie diese Abstimmung noch irgendwie gewinnen wollen, dann hängen Sie die Plakate sofort ab! 

Sie behaupten auf diesen Plakaten, bei Ablehnung des Gesetzes würden …

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