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Wie ein fieser Insider-Twitterer nach Redaktions-Fusion die Tamedia-Chefs ärgert

Tamedia stellt ihre Zeitungsredaktion neu auf. Die Redaktionen von Bund, Berner Zeitung und Tages-Anzeiger werden zusammengelegt. Kündigungen gebe es keine, heisst es in der Medienmitteilung. Doch daran bestehen Zweifel.



Arthur Ruthishauser, der neue Leiter der Redaktion Tamedia in der Deutschschweiz lässt sich in der Medienmitteilung wie folgt zitieren: «Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den bisherigen und neuen Kolleginnen und Kollegen.»

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screenshot: Medienmitteilung tamedia

Die «bisherigen Kollegen und Kolleginnen» scheinen indes alles andere als zuversichtlich, dass sie auch in der neu gestalteten Redaktion eine Rolle spielen werden. 

Die Stimmung in den Redaktionen sei unglaublich schlecht, twittert der heute erst online gegangene Twitter-Kanal «Inside Tamedia».

Tamedia schreibt in der Medienmitteilung zwar, alle «Bisherigen» hätten ab Januar 2018 weiterhin eine Aufgabe. 

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screenshot: medienmitteilung tamedia

Das beruhigt die Angestellten allerdings wenig, wenn man dem Twitter-Kanal «Inside Tamedia» Glauben schenkt. 

Woher kommt die Skepsis der Mitarbeiter?
Die Werbeumsätze bei den gedruckten Tageszeitungen sind im freien Fall. Sie seien im ersten Halbjahr um 12 Prozent zurückgegangen, heisst es in der Medienmitteilung.

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screenshot: medienmitteilung tamedia

Man gehe bei Tamedia von einem Inseraterückgang von 65 Millionen bis 2020 aus, twittert «Inside Tamedia». Das würde mehreren hundert Vollzeitstellen entsprechen. 

Die Frage, die in der Medienmitteilung unbeantwortet bleibt, lautet: Wie will Tamedia Geld sparen, ohne Leute zu entlassen?

Christoph Zimmer, Leiter der Unternehmenskommunikation von Tamedia, gab zu den Mutmassungen auf @inside_tamedia auf Anfrage keinen Kommentar ab, ausser: «Wir nehmen die Existenz dieses Accounts zur Kenntnis». 

Seit 14 Uhr werden in den Redaktionen die Mitarbeitenden informiert.

Entlassungen werden also doch nicht ausgeschlossen, heisst es aus Bern.

(cma)

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 25.08.2017 05:14
    Highlight Highlight Soziale Medien und Demokratie

    Mit dem Aufkommen der sozialen Medien wird offensichtlich, dass die neutralen Informationen der etablierten Medien, aber auch die veröffentlichten Meinungen und Kommentare der Journalisten und der gewählten Politiker ihre bisher unbestrittene Leitfunktion verloren haben. Das bekommen insbesondere die Printmedien zu spüren. Die Meinungsbildung im Volk wird aber durch die sozialen Medien breiter abgestützt und damit die Indoktrination durch die Mainstream-Medien erschwert. Für die Demokratie ist dies grundsätzlich ein Gewinn.
  • NumeIch 23.08.2017 19:15
    Highlight Highlight Noch was. Warum nicht die Entscheidung von Tamedia gegen die Medienvielfalt als Anlass nehmen um etwas für die Medienvielfalt zu tun und Republik Mitglied werden?

    https://www.republik.ch
    • Alnothur 23.08.2017 20:03
      Highlight Highlight Oder die NZZ abonnieren ;)
  • Florian Waser 23.08.2017 19:11
    Highlight Highlight Mein Traum: Daily News online und aus Gratiszeitungen, Hintergrund aus Wochenmagazin. Aber es gibt ja nur die WW. Hier müssten die Verlage Alternativen bieten (in DE gibt's ja auch Spiegel, Stern, Focus). Oder sind hierfür die Sonntagszeizungen da?
    • Boniek 23.08.2017 22:39
      Highlight Highlight Es gab ein paar Jahre lang "Facts". Hat auf die Länge offenbar nicht rentiert.
    • jjjj 24.08.2017 06:51
      Highlight Highlight Economist
  • Rotbeisser 23.08.2017 18:52
    Highlight Highlight Mit Schlaftablettenjournalismus und Eitelkeitsjahrmarktspublikationen kann man keine zahlende Leserschaft halten und schon gar nicht dazugewinnen.
    Es braucht mehr Tiefgang und Recherche.
    Das Wiedergeben von Pressemitteilungen und Abdrucken von oberflächlichen, narzisstischen Interviews reicht bei weitem nicht. Die politische Stromlinienförmigkeit und Homogenität sind echte Ablöscher. Warum wurde der Disput mit Predigten ersetzt?
    Die Zeitung verlor ihre Abonnenten nicht zwangsläufig an das Internet. Das Internet bietet echte Interaktion. Könnten Zeitung auch. Wollen sie nicht. Selber schuld.
  • NumeIch 23.08.2017 18:20
    Highlight Highlight Neue Infos vom Insider auf Twitter:

    - News vom Anlass in Bern. Ueli Eckstein in Bern: Können nicht ausschliessen, das es zu Entlassungen kommt. -

    https://twitter.com/inside_tamedia/status/900337010442989568
  • Majoras Maske 23.08.2017 16:41
    Highlight Highlight Ich hab auch schon in Unternehmen gearbeitet, die Jahr für Jahr einen Stellenabbau betrieben, aber natürlich ging nie eine Info an die Presse (die übrigens immer noch von einer aufstrebenden Unternehmung schreibt...). Sowas - oder dass man das Ganze beschönigt, ist leider normal.
    • Sheez Gagoo 23.08.2017 21:50
      Highlight Highlight Davon kann ich ein Lied singen. In der Uhrenindustrie wurde nur ein Bruchteil der Entlassungen publiziert (Richemont,Movado, Eterna und ein paar kleinere). Nun werden gestaffelt Leute entsorgt. Breitling hat erst gerade 30 Leute entlassen. Weiss ich nur weil ich einige kenne. Stand nicht mal im Grenchener Tagblatt.
  • Thinktank 23.08.2017 16:23
    Highlight Highlight Linker Journalismus ist halt doomed to fail. Ev. mal bei der WW bewerben.
    • Majoras Maske 23.08.2017 16:39
      Highlight Highlight Die Berner Zeitung ist nun wirklich nicht links. Sie schauen den Politikern zwar teilweise recht kritisch auf die Finger und die sind nun mal in ihreruMehrheit bürgerlich oder rechts, aber die Zeitung wird deswegen nicht "links".
    • reconquista's creed 23.08.2017 16:44
      Highlight Highlight Tamedia links? So ein Unsinn. Ist also alles links der Weltwoche links? Das wären dann sämtliche CH-Medien ausser der selbigen...
    • karl_e 23.08.2017 17:16
      Highlight Highlight Thinktank, think! Doomed ist doch wohl eher deine WW mit ihrer sinkenden Auflage. Nun gut, der Herr Dr. B. hat nun einige rechtslastige Käseblättchen hinzugekauft - die aber meist ungelesen ins Altpapier wandern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wehrli 23.08.2017 15:54
    Highlight Highlight Sorry, Bund, Berner Zeitung und Tages-Anzeiger waren schon seit etwa zwei Jahren derselbe Brunz.
    Neue Zeitungen braucht das Land.

    Leider geht all die Werbekohle an Facebook & Google, ins schöne warme California (zuerst etwas ausgewaschen in Irland).

    Also, Ihr USER: Facebook & Google nutzen, heisst unsere Zeitungslandschaft vernichten.

    Und ja, die Jungs von TA-Media habens mächtig mitvergeigt.
    • sheshe 23.08.2017 16:13
      Highlight Highlight "Neue Zeitungen braucht das Land."

      REPUBLIK!
    • Zwingli 23.08.2017 16:23
      Highlight Highlight wenn es die zeitungen verpennt haben sind sie selber schuld. dasselbe mit der musikbranche, nur weil sie früh den anschluss verloren haben ist das böse Internet schuld.
    • sheshe 23.08.2017 16:43
      Highlight Highlight Sie können ja dann wieder Artikel verfassen, wie Millenials die Zeitungen gekillt haben...

      http://knowyourmeme.com/memes/millennials-are-killing
    Weitere Antworten anzeigen
  • Crecas 23.08.2017 15:39
    Highlight Highlight Es wird viele Entlassungen geben. Das ist ja wohl klar. Das dies nicht einfach ist, ist auch klar. Das ist halt der Lauf der Dinge... bei Strukturveränderungen müssen Strukturen angepasst werden. Hab dies selber auch schon erleben müssen. Nach und nach wurde mehr als die Hälfte der Belegschaft entlassen. Aber wenn niemand für dein Produkt zahlen will und die Angestellte nicht einfach auf 30% Lohn verzichten wollen, lässt sich dies leider nicht aufhalten.
  • Against all odds 23.08.2017 15:14
    Highlight Highlight Es lebe die vielfältige Medienlandschaft der Schweiz...
  • Thomas F. 23.08.2017 14:58
    Highlight Highlight Hoffnungsvoll warte ich auf Repbulik, seriösen Journalismus erhalte ich vom Echo der Zeit, unterhalten und mitunter journalistisch überrascht werde ich von Watson. Um gut informiert zu sein braucht es keine Tamedia-Einheitstitel.
    • peeti 23.08.2017 15:26
      Highlight Highlight Du musst nicht auf Republik warten, kauf dir doch schon mal ein WOZ-Abo.
    • PenPen 23.08.2017 22:16
      Highlight Highlight Republik wird die WOZ fur die Hipster
  • Sveitsi 23.08.2017 14:44
    Highlight Highlight Die Medien berichten bereits darüber und die Mitarbeitenden werden erst Stunden später informiert? Interne Kommunikation, wie sie im Buche steht. Da wundert sich niemand über die Missstimmung.
    • Zurigo 23.08.2017 15:42
      Highlight Highlight relativ normal bei einer börsenkotierten Unternehmung - oder täusche ich mich?
    • Sveitsi 23.08.2017 16:24
      Highlight Highlight Intern vor extern lautet die goldene Regel. Selbst wenn man die Aktionäre zu der internen Zielgruppe zählt; diese können/müssen auch anders als über die öffentlichen Medien informiert werden ...
    • Scaros_2 23.08.2017 16:25
      Highlight Highlight Ne. Wenn es gescheit ist passiert das gleichzeitig. Man lädt zur einer Info ein, morgens um 8 plus die Medienmitteilung

      Oder man kommuniziert in einem Internen Mail parallel zu den Medien als auch Intern.
  • derEchteElch 23.08.2017 14:40
    Highlight Highlight Tamedia.. beschäftigt primär Hobbyjournalisten und Praktikanten. Mal ehrlich, wo finden heute noch Recherchen und Journalismus statt?

    Ein Beispiel aus letztem Jahr;
    Die chinesische Nachrichtenagentur verbreitet, dass das weltweit grösste Radioteleskop in China in Betrieb genommen wurde. Watson, The Guardian, Tagi und 20min übernehmen die Agenturmeldung 1:1 und verbreiten sie.

    Tatsächlich steht das weltweit grösste Radioteleskop weiterhin in Russland und ist immer noch in Betrieb. Die einzigen, die den Fehler korrigierten, war watson.

    https://twitter.com/mpa1989/status/780429975828754432
    • jjjj 23.08.2017 14:45
      Highlight Highlight ui. seh ich da einen Pulitzerpreis am Horizont?
    • derEchteElch 23.08.2017 14:53
      Highlight Highlight jetzt muss ich noch etwas ergänzen;

      GENAU solche Falschmeldungen, also Agenturmeldungen, welche 1:1 ohne Recherche und ohne Faktencheck übernommen werden (es kommt ja schliesslich von Reuters, SDA, etc.) sind der Grund, warum Journalisten beschimpft werden.

      Denn, seien wir ehrlich, die Agenturmeldung ist/war nichts anderes als;

      Klassische Fakenews

      Die Wahrheit wurde/konnte mit einer simplen Wikipediasuche entdeckt werden. Hier sind m.M.n. die Redaktionen in der Verantwortung, nicht einfach alles zu drucken, was Reuters sagt. Auch bei Eilmeldungen liest man überall das selbe.
    • Sebastian Wendelspiess 23.08.2017 15:12
      Highlight Highlight Lol. Und dan Breitbart oder andere Portale beschimpfen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 23.08.2017 14:28
    Highlight Highlight Die TA Media besitzt den Tages Anzeiger, der sich durch guten Qualitätsjournalismus auszeichnet und die TA Media besitzt 20 Minuten, das sich durch äh, na ja, lassen wir das.

    Und genau derjenige Titel, der noch etwas hergibt, hat Mühe zu überleben. Das ist, mit Verlaub, einen Riesensch...eck.
  • The Origin Gra 23.08.2017 14:02
    Highlight Highlight Goodbye Tagesanzeiger, Thuner Tagblatt/Berner Oberländer/Berner Zeitung usw. :(
  • Scaros_2 23.08.2017 14:01
    Highlight Highlight Sicher eine frustrierte Sekretärin :D
    • Boniek 23.08.2017 22:46
      Highlight Highlight Immerhin einer hier mit etwas Sinn für Humor. Hervorragend.

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