Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schweizer Medienstudie: Wer auf Mobile setzt, gewinnt – watson gehört auch dazu 



Statt zur Zeitung greifen immer mehr Menschen zum Smartphone. Von diesem Trend profitieren in der Schweiz jene Medien, die mehr auf Unterhaltung als auf relevante Themen aus Politik und Wirtschaft setzen. Zu diesem Schluss kommt das Jahrbuch Qualität der Medien.

Unterwegs und auf den kleinen Bildschirmen der Mobilgeräte würden offensichtlich weniger anspruchsvolle Inhalte bevorzugt, heisst es im Jahrbuch 2015, das heute veröffentlicht wurde. Jene Nachrichtenportale, die viele unterhaltsame Sport- und Human-Interest-Geschichten bringen, würden häufiger auf dem Smartphone gelesen.

watson

So hat sich watson positioniert.

So ist der Anteil der Mobilnutzer bei Onlineportalen wie 20minuten.ch, blick.ch und watson.ch höher als bei nzz.ch oder tagesanzeiger.ch. Von der zunehmenden Mobilnutzung profitierten diejenigen Medien, die stärker auf sogenannte Softnews ausgerichtet sind, resümieren die Studienautoren.

Diese Entwicklung wird durch die steigende Bedeutung von Facebook und anderen sozialen Medien noch verstärkt. Von den 200 Beiträgen, die letztes Jahr am meisten verlinkt, getwittert oder auf den Newssites kommentiert wurden, waren rund 60 Prozent Softnewsbeiträge. Dieser Trend erhöhe den Softnewsgehalt weiter und senke dadurch das Qualitätsniveau.

Wenn der Nachwuchs fehlt

Sorge bereitet den Studienautoren auch der Publikumsschwund beim höherwertigen Informationsjournalismus. Der Anteil der jungen Erwachsenen, die wenig bis keine Informationsmedien konsultieren, wachse an. Das sei eine «demokratiepolitisch alarmierende Entwicklung».

«Am stärksten gesunken ist die Qualität zwischen 2010 und 2014 laut Jahrbuch bei den Onlineausgaben der Gratis- und Boulevardpresse, gefolgt von der Abonnementspresse (on- und offline). Die höchste Qualität attestiert das Jahrbuch dem öffentlichen Radio, gefolgt vom öffentlichen Fernsehen, den Sonntags- und den Abo-Zeitungen.»

Für die Informationsmedien sieht es laut dem Jahrbuch auch finanziell düster aus. Die Zahlungsbereitschaft für Online-Informationsmedien sei weiterhin gering, die Werbeeinnahmen blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Das führe unter anderem zu mehr Konzentration und weniger Vielfalt in der Medienlandschaft.

Laut dem Jahrbuch sinkt die Qualität weiter

Reduziert hat sich im Zuge der Sparrunden die Leistung der Medien, Ereignisse einzuordnen. Insgesamt sei die Qualität der Schweizer Medien gesunken, lautet – nicht zum ersten Mal – der Befund des Jahrbuchs.

Am stärksten gesunken ist die Qualität zwischen 2010 und 2014 laut Jahrbuch bei den Onlineausgaben der Gratis- und Boulevardpresse, gefolgt von der Abonnementspresse (on- und offline). Die höchste Qualität attestiert das Jahrbuch dem öffentlichen Radio, gefolgt vom öffentlichen Fernsehen, den Sonntags- und den Abo-Zeitungen.

SRG und Google als Feindbilder

Die zunehmende Digitalisierung führe auch dazu, dass das Feld der Konkurrenten ausgeweitet werde, lautet ein weiterer Befund der Studie. Allerdings sei sich die Branche uneinig in der Frage, woher den traditionellen Medienunternehmen die grösste Konkurrenz drohe – von Technologie-Giganten wie Google und Facebook oder von der SRG.

Ein Mikro eines SRF-Journalisten, fotografiert waehrend einer Medienkonferenz des Fussballverbandes in Feusisberg am Dienstag, 6. Oktober 2015. Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG plant den Abbau von rund 250 Stellen, wie sie am Dienstag in einem Communique mitteilte. Damit reagiert sie auf Einsparungen von 40 Mio. Franken, die ab 2016 anfallen. Als Grund werden die wegbleibende Mehrwertsteuer sowie der hoehere Gebuehrenanteil fuer Privatsender angegeben. Das Sparprogramm betreffe alle Sprachregionen und Unternehmensbereiche und erfolge vorrangig in Verwaltung, Informatik und Produktion. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bild: KEYSTONE

In diesem Zusammenhang erwähnen die Autoren auch die Debatte über die Abstimmung über das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG). Die SRG sei hier einer «in dieser Vehemenz neuartigen Skandalisierung» ausgesetzt gewesen.

Das Jahrbuch «Qualität der Medien Schweiz Suisse Svizzera» wird vom Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich verfasst und erschien dieses Jahr zum sechsten Mal. Ins Leben gerufen hatte es der Zürcher Soziologieprofessor Kurt Imhof, der in diesem Frühling im Alter von 59 Jahren starb. (sda)

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Nach der Hornkuh-Initiative jetzt die Geissen: Grünen-Kälin fordert Enthornungsverbot

In der Schweiz gibt es etwa 85'000 Ziegen. Wie viele von ihnen ohne Hörner leben, ist mangels Statistik unbekannt. Eine Motion verlangt jetzt – nach der Ablehnung der Hornkuh-Initiative – ein Enthornungsverbot für Geissen.

«Für mich ist es eine Frage der Würde eines Lebewesens, aber auch eine Frage des Anstandes.» Deswegen, so die grüne Aargauer Nationalrätin Irène Kälin, verlange sie mit ihrer Motion das Enthornungsverbot für Ziegen.

Die Islamwissenschaftlerin und hauptberuflich Präsidentin des kantonalen Arbeitnehmer-Dachverbandes «Arbeit Aargau» verlangt vom Bundesrat eine Änderung der zutreffenden Verordnung des Tierschutzgesetzes. Diese erlaubt heute ein Enthornen ausdrücklich. Die Anwältinnen der …

Artikel lesen
Link to Article