Schweiz
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Roger Schawinski, Journalist und Unternehmer, spricht an einem Interview am Donnerstag, 10. Februar 2011 im Studio seines Radiosenders Radio1 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

TV-Moderator Roger Schawinski kann sich gut vorstellen, dass Roger Köppel in den Nationalrat gewählt wird. Bild: KEYSTONE

Roger über Roger

Schawinski: «Ich habe schon immer gewusst, dass Köppel diese Karriere anstrebt – und wohl auch Bundesrat werden will»

Schawinski und Köppel kennen sich gut, in der Sendung «Roger gegen Roger» diskutieren sie regelmässig miteinander. Im Gespräch mit watson erklärt der TV-Moderator, wie er zu Köppels Entscheidung steht, als SVP-Mann für den Nationalrat zu kandidieren.

26.02.15, 12:56 27.02.15, 16:41


Herr Schawinski, was sagen Sie zur Nationalratskandidatur von Roger Köppel?
Roger Schawinski: Ich bin überhaupt nicht überrascht. Instinktiv habe ich schon immer gewusst, dass er diese Karriere anstrebt. Und wohl auch Bundesrat werden will. Natürlich hat er dies in meiner Sendung ungefähr 1000 Mal dementiert, aber es war für mich nie glaubwürdig. Es war augenfällig, dass nur Köppel das politische Erbe Blochers antreten wird. 

Warum?
Weil diese Partei schlicht keine Alternativen hat. Seine Tochter hat abgesagt, Mörgelis Glaubwürdigkeit ist zerstört und sonst haben sie in der ganzen grossen Partei niemanden, der intellektuell und rhetorisch beschlagen ist.

Fühlen Sie sich bestätigt? Sie haben ihm ja bei jeder Gelegenheit vorgeworfen auf SVP-Linie zu publizieren, obwohl er es abgestritten hat.
Natürlich zeigt sich seit Jahren, dass er immer buchstabengetreu auf dieser Linie ist. Die Frage, die mich mehr interessiert, ist, wer vorgeplappert hat. War er es? Oder war es Blocher oder Mörgeli?

Was glauben Sie?
Wahrscheinlich war es mal so und mal anders. Der Begriff «Freisinn blocherscher Prägung» stammt eher von ihm. Der neue Patriotismus-Begriff, der etwa gleichzeitig mit dem Aufkommen von Pegida lanciert und mit Thomas Jordan eingeführt worden ist, eher nicht. Aber Fakt ist: Am Ende herrschte in der Öffentlichkeit immer totale Synchronität, was das politisch-ideologische Begriffsinstrumentarium anbelangte, von Mörgeli über Köppel und Blocher und meist auch bis zu Somm.

«Er kommt in SVP-Kreisen gut an. Das erlebe ich jeweils bei ‹Roger gegen Roger on Tour›.»

Welche Chancen geben Sie Köppel?
Ich nehme an, dass er gewählt wird. Er wird einen guten Listenplatz von seinem Mentor geschenkt erhalten.

Aber er redet zu intellektuell. Er ist kein Blocher. Der einfache Büezer wird sich mit ihm nicht identifizieren. 
Er kommt in SVP-Kreisen gut an. Das erlebe ich jeweils bei «Roger gegen Roger on Tour». Nein, ein Blocher ist er nicht. Aber er kann auch in diesem Bereich noch zulegen.

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Inwiefern sind Sie für Köppels öffentliche Wirkung mitverantwortlich? Sie geben ihm ja mit Ihrem Radiostreit- und den Podiumsgesprächen wöchentlich eine Plattform.
Dafür bin ich oft heftig kritisiert worden. Aber es gibt doch nur zwei Möglichkeiten: Entweder man boykottiert die politischen Gegner oder man tritt mit ihnen in Dialog. Und ich finde, zu einer Demokratie gehört, dass man sich mit ihnen auseinandersetzt, wenn sie für die politische Debatte im Land intellektuell und rhetorisch etwas hergeben. Und das tut Köppel. 

«Ich hoffe natürlich nicht , dass er seine politischen Ziele erreicht, denn es sind nicht meine.»

Und gute Quote macht er auch noch.
Das lässt sich ja beim Radio gar nicht so leicht messen. Sie schreiben ja auch permanent über Blocher. 

Das ist nicht wahr. Welche Prognose stellen Sie dem angriffigen Energiebündel Köppel im behäbigen Berner Politbetrieb?
Er bringt sicher die Voraussetzungen mit, um etwas zu bewegen. Er ist eloquent, er ist intelligent und er konnte auf vielen Foren üben. Auch dank mir bei «Roger gegen Roger».

Wünschen Sie Köppel Glück?
Ich hoffe natürlich nicht , dass er seine politischen Ziele erreicht, denn es sind nicht meine. Aber ich finde es gut, dass er kandidiert. Ich bin froh, dass nun endlich Klarheit herrscht. Er kann nun nicht pausenlos seine symbolische Beziehung zu Blocher abstreiten wie bisher. Die «Weltwoche» ist jetzt offiziell das SVP-Parteiblatt.  

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nosgar 26.02.2015 18:27
    Highlight Ich finde die Frage, ob Schawinski Köppel nicht die ganze Zeit eine Plattform bietet, mit der dieser Popularität gewinnt, etwas komisch. Dies in Anbetracht der Tatsache, dass die Kandidatur Köppels Watson einen Live-Ticker und gefühlte 17 Artikel wert ist. Das nenne ich eher Plattform als eine Sendung im Spartenradio.
    19 1 Melden
  • tösstaler 26.02.2015 16:39
    Highlight ich traue ihm durchaus zu, etwas Erstmaliges in der Geschichte der SVP zu machen, nämlich einen brauchbaren + konstruktiven + mehrheitsfähigen + international verträglichen Vorstoss an die Leute zu bringen, was auch immer.
    Bislang hats immer an mind. 3 dieser 4 Teile gefehlt ...
    Mal sehen, ob es mehr als eine akademische Rauchwolke geben wird.
    6 8 Melden
    • marsel 26.02.2015 20:33
      Highlight international verträglich? - das wage ich stark anzuzweifeln.
      mehrheitsfähig? - vielleicht, aber mehrheitsfähig ist in der schweiz, wie sie sich heute präsentiert, noch einiges...
      6 2 Melden
    • tösstaler 01.03.2015 20:14
      Highlight mehrheitsfähig nicht nur innerhalb der svp ..., die hoffnung stirbt zuletzt
      0 0 Melden
  • quark 26.02.2015 15:34
    Highlight Logo, Meister Köppel lästert über das Finanzwesen des Bundes, was denn sonst. Dumm nur, über jene der Weltwoche und seine eigenen schweigt er sich aus. Verständlich irgendwie, bloss nicht für uns Schweizer.
    22 11 Melden
  • quark 26.02.2015 15:30
    Highlight Klar Schawinski hat Köppel erfunden
    34 1 Melden
  • quark 26.02.2015 15:28
    Highlight warum so Kleinkariert? In RU würde er über Nacht Präsident und könnte "verheerende Politik" mit "noch verheerender Politik" ersetzten. Ich wähle Köppel als Präsident von RU.
    7 15 Melden
    • Matthias Studer 26.02.2015 15:50
      Highlight Das hat übrigens auch in Italien geklappt.
      9 0 Melden
  • Anded 26.02.2015 15:06
    Highlight Klar. Guter Listenplatz und man ist automatisch gewählt. 2011: Platz 7 auf der Liste hatte am meisten Stimmen. Platz 2 wurde nicht gewhählt. Platz 15 wurde gewählt. Bei den Grünen: Plätze 1 und 3 beide ABgewählt! Es entscheidet immer noch der Stimmbürger... (Klar ist es wahrscheinlich, dass er gewählt wird. Jedoch braucht er keinen guten Listenplatz dafür.)
    7 2 Melden
  • sewi 26.02.2015 15:05
    Highlight Schawinski kann doch seine eigene Partei gründen: die NSISVP Neue Sozialistische ISlamversteher Partei
    18 52 Melden
    • bauchfrei 26.02.2015 18:17
      Highlight man eh sewi....deine kommentare.....
      18 2 Melden
    • Jury 27.02.2015 00:00
      Highlight Diese demagogischen Kommentare kannst du im populistischen Boulevardblatt Blick schreiben …
      3 1 Melden
  • LeLaenz 26.02.2015 13:21
    Highlight Schawinski hat die Idee Köppels, in die Politik zu gehen, wahrscheinlich sogar erfunden.
    59 2 Melden
    • 83grad 26.02.2015 15:19
      Highlight wer sonst?
      15 0 Melden
    • Venator 26.02.2015 15:49
      Highlight Hu kärs?
      27 0 Melden

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