Schweiz

Am 1. September reiste diese syrische Familie mit dem Zug von Wien in die Schweiz. 
Bild: KEYSTONE

«Ein Zeichen setzen»: Der Bundesrat will 3000 Syrer beschleunigt aufnehmen – und die EU-Quote anwenden

Didier Burkhalter und Simonetta Sommaruga wollen Flüchtlinge schneller aufnehmen als ursprünglich geplant. Derweil fordert die Auns per Initiative, Grenzkontrollen wieder einzuführen.

13.09.15, 04:43 13.09.15, 09:19

Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

patrik müller, othmar von matt, sarah serafini / schweiz am sonntag

Mehr als 4 Millionen Syrer haben ihre Heimat verlassen und sind auf der Flucht. Seit Ausbruch des Bürgerkriegs haben 9000 Syrer Schutz in der Schweiz gefunden. Bald sollen es wesentlich mehr sein: Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (SP) und Aussenminister Didier Burkhalter (FDP) wollen 3000 Syrer direkt aus Flüchtlingslagern holen – und zwar viel schneller als bisher geplant.

Sie beantragen dem Bundesrat in der Sitzung vom kommenden Freitag, die 3000 Syrer innerhalb von eineinhalb Jahren aufzunehmen, statt innerhalb von drei Jahren, wie vom Bundesrat am 6. März beschlossen. Das sagen zuverlässige Quellen gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Die beiden Bundesräte wollen damit «ein Zeichen setzen» heisst es, weil die Schweiz im internationalen Vergleich relativ wenig Syrer beherbergt.

3 Prozent der Flüchtlinge in Europa

Morgen treffen sich die EU-Innenminister, um über einen Verteilmechanismus von Flüchtlingen innerhalb des Schengen-Raumes zu diskutieren. Recherchen zeigen: Sommaruga und Burkhalter wollen, dass die Schweiz sich an diesem Mechanismus beteiligt. Offiziell beschlossen hat das der Bundesrat aber noch nicht.

Für die Schweiz würde das bedeuten, dass sie rund 3 Prozent der Flüchtlinge in Europa übernehmen müsste. Diese Zahl ergibt sich aus Berechnungen von Etienne Piguet, Professor für Humangeografie an der Universität Neuenburg und Vizepräsident der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen.

Derweil erwächst der Schengen-Dublin-Mitgliedschaft der Schweiz Opposition vonseiten der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns). Sie präsentiert morgen Montag Pläne für eine Initiative zur Wiedereinführung von Grenzkontrollen.

Auf dem Weg in ein besseres Leben: Hunderte Flüchtlinge treffen mit dem Zug in München ein

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Maria B. 13.09.2015 12:25
    Highlight Obwohl ich grundsätzlich nicht viel davon halte, dass die Schweiz überall untertänigst "EU-Standards" übernimmt, sich anstelle dessen lediglich im Rahmen der Bilateralen anschliessen sollte, bin ich der Meinung, dass wir durch die Akzeptanz der EU-Flüchtlingsübernahme-Quoten letztlich zahlenmässig besser fahren werden, als wenn wir da ausscheren und unser eigenes Süpplein kochen! Also 3-4000 Syrer jährlich aufzunehmen wird keine logistischen Probleme generieren, davon kann man sicherlich ausgehen. Aber bei reinen Wirtschaftsflüchtlingen muss, wie es nun auch Deutschland tut, gebremst werden.
    6 2 Melden
    • AL:BM 13.09.2015 13:34
      Highlight Sie haben recht, mit der EU Quote sind wir besser bedient. Jedoch ist das logistische Problem bereits vorhanden!
      2 0 Melden
  • E7#9 13.09.2015 09:17
    Highlight Natürlich sind wir bereit unseren Anteil zu leisten. Es ist auch richtig es sofort zu tun um weiteren humanitären Tragödien zumindest ein wenig vor zu beugen. Doch so lange die Asylbedingungen der verschiedenen EU-Staaten noch derart unterschiedlich sind, wird man die Flüchtlingsströme innerhalb Europas auch mit Verteilerschlüssel nicht aufhalten können.

    Wie soll in Osteuropa eine anständige Integration stattfinden, wenn die Akzeptanz einer Flüchtlingszuwanderung bei Politikern und Bevölkerung so klein ist? Das dauert noch Generationen bis man hier von einem einheitlichen Europa reden kann.
    20 2 Melden
  • Caturix 13.09.2015 08:31
    Highlight Welche EU quote ?
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  • Kronrod 13.09.2015 06:55
    Highlight Als nächstes bitte auch ein Zeichen auf der Infrastrukturseite setzen. Wenn es gesetzlich vorgeschrieben wäre, dass mit jedem Einwanderer auch die Infrastruktur entsprechend ausgebaut werden müsste (Zb pro Flüchtling 5 Meter Autobahn bauen), dann wären die Rechten vielleicht dem Ganzen gegenüber auch etwas freundlicher eingestellt.
    15 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 13.09.2015 08:02
      Highlight Wäre nicht neue Wohnräume durch verdichtetes Bauen besser als 5 Meter neue Autobahn?

      Mir persönlich macht nur eine einzige Sache Sorgen an der Vermehrung der Menschen im Land. Und zwar unabhängig von der Art der Vermehrung. Nämlich die Zersiedelung und damit Zerstörung der letzten Reste der Natur.
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    • chwolf 13.09.2015 13:46
      Highlight Ich sehe bei der Zersiedelung den Grund jedoch nicht nur bei der Vermehrung und Zuwanderung. Flüchtlinge leben meist eher auf beengtem Raum. Wir sind es, die als kinderlose Doppelverdiener grosszügige 4.5 Zimmer Wohnungen "besetzen" und mit 75ig noch im unserem Häuschen bleiben möchten, obwohl wir die 1. Etage kaum mehr erklimmen können. Wir brauchen für jedes Kind ein einzelnes Zimmer, plus Büro, plus grosses Wohnzimmer.. Ich nehme mich davon nicht aus, möchte aber erwähnen, dass wir in den letzten Jahrzehnten grosse Ansprüche entwickelt haben.
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