Schweiz
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View of the town hall with the municipal administration and the tax administration of Uster, Switzerland, pictured on October 30, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Das Stadthaus von Uster mit der Stadtverwaltung und dem Steueramt in Uster, Schweiz, aufgenommen am 30. Oktober 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Blick auf das Ustermer Stadthaus: Die Gemeinde im Zürcher Oberland leistet bei der Flüchtlingsintegration Pionierarbeit.   Bild: KEYSTONE

Uster tanzt gerade ziemlich aus der Reihe – und hat damit Erfolg 



Seit Juni 2016 dürfen Asylsuchende in der Stadt Uster flächendeckend einer Beschäftigung nachgehen. Damit will die drittgrösste Stadt des Kanton Zürichs den Migranten von Anfang an eine Tagesstruktur geben und sie an die hiesige Arbeitswelt heranführen. Denn in Uster geht man davon aus, dass die Flüchtlinge längerfristig in der Schweiz bleiben werden.

Das Beschäftigungsprogramm, welches nun seit mehr als sechs Monaten läuft, ist ein Erfolg, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Demnach helfen die Flüchtlinge nun mit beim Schneeräumen, erledigen Malerarbeiten und bewachen die Velostation beim Bahnhof. Es sei gelungen, für fast alle erwachsenen Flüchtlinge eine Beschäftigung zu finden, sagt Jörg Schilter, Leiter der Ustermer Asylkoordination gegenüber der Zeitung. Einen Arbeitszwang für die Flüchtlinge gibt es zwar nicht, doch die Behörden erwarten den Arbeitseinsatz.

Positive Feedbacks

Im Normalfall arbeiten die Asylsuchenden drei bis vier Nachmittage in der Woche. Am Morgen besuchen viele Deutschkurse, welche von Freiwilligen organisiert werden. Für die geleistete Arbeit erhalten die Asylsuchenden, welche fast alle den Status N haben, zwar lediglich 1.80 Franken pro Stunde, doch das Feedback fällt auch bei ihnen positiv aus. Viele seien froh, dass sie etwas zu tun haben, schreibt der Tages-Anzeiger.

In Uster ist man zudem überzeugt, dass durch das Beschäftigungsprogramm, die Akzeptanz der Flüchtlinge in der Bevölkerung gestiegen ist. Ein Asylsuchender der arbeitet, stösst auf mehr Goodwill als ein Asylsuchender, der im Park oder am Bahnhof herumhängt. 

Regierungsrat bleibt kritisch

Den positiven Erfahrungen zum Trotz steht der Kanton Zürich dem Modell Uster kritisch gegenüber. Wie der Tages-Anzeiger schreibt, fürchtet sich der Regierungsrat davor, dass die Flüchtlinge andere Arbeitskräfte verdrängen. Zudem werde durch die frühzeitige Beschäftigung die Integration beschleunigt, obschon noch gar nicht über das Asylgesuch entschieden sei. Dies erschwere bei einem negativen Entscheid nur die Abschiebung. (cma)

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    Alle Leser-Kommentare
  • lilie 10.01.2017 18:19
    Highlight Highlight Ein super Projekt, das gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt: Die Leute werden beschäftigt und kommen so nicht auf dumme Ideen. Auch wichtig: Die erworbenen Sprachkenntnisse können sofort geübt werden.

    Ausserdem können sie sich so ein Taschengeld dazu verdienen. Klar, Fr.1.80/h ist nicht viel, aber es geht ja nicht um einen regulären Broterwerb, sondern um Beschäftigung. Und die Gemeinde kann Arbeiten günstig erledigen lassen (wobei man berücksichtigen muss, dass sie immer noch die Last der Tagesgelder trägt und zudem die Leute ja auch betreuen muss).

    Ich sehe nur Vorteile! 👍
  • illoOminated 10.01.2017 12:57
    Highlight Highlight Dieselben Leute, die hier rumjammern, dass Schweizern Arbeitsplätze geklaut werden, behaupten auch die Asylsuchenden würden nicht arbeiten und wären Sozialschmarotzer.

    Man könnte fast schon meinen es geht ihnen nicht darum was sie tun, sondern vielmehr darum wer sie sind - aber das wäre ja rassistisch...
  • Thinktank 10.01.2017 10:05
    Highlight Highlight Wieso wendet man dieses Modell nicht für alle Arbeitslosen an? In der Schweiz gibt es hundertausende Arbeitslose oder Ergänzungsleistungen Beziehende. Die Gemeinden könnten die Hälfte ihres Personals einsparen für Sachbearbeiter, unqualifizierte Arbeit etc. oder ich könnte mir endlich eine Putzfrau und einen Gärtner leisten. Wahrscheinlich muss man einfach noch ein wenig warten, bis die Arbeitslosenzahlen weiter steigen und die Mittelschicht keine Lust mehr hat, immer mehr Steuern für das Sozialleben anderer zu leisten.
    • Lord_ICO 10.01.2017 10:46
      Highlight Highlight Der Kern Ihrer Aussage ist, Sie wollen billige Arbeitskräfte für Arbeiten für die Sie sich zu schade sind und die es Ihnen nicht Wert sind den Arbeitern einen anständigen Lohn auszuzahlen.
      Wenn man Ihren "tollen" Vorschlag umsetzen würde, wären weitere hunderttausende Menschen Arbeitslos und man müsste weiter Plätze schaffen. Wo würde man hochqualifizierte Arbeitslose einsetzen? In ihrem Fachgebiet oder in unqualifizierter Arbeit? Welche Firmen dürften von diesen billigen Arbeitskräften profitieren? Mit dieser Idee würde sich eine neue soziale Unterschicht bilden, siehe Mini-Jobs in DE.
    • Charlie Brown 10.01.2017 11:31
      Highlight Highlight Vorab; Warum kommen die am kürzesten gedachten Vorschläge immer von usern, die so hochfliegende Namen wie "thinktank" haben?

      Nun noch zum Inhalt... Lord_ICO hat schon vieles gesagt.

      Ich möchte nur noch anmerken, dass die Arbeitslosenquote mit 3.3% verdammt tief ist. Was soll die Polemik mit "Wahrscheinlich muss man einfach noch ein wenig warten, bis die Arbeitslosenzahlen weiter steigen..."?

      Seit Jahren posaunen die Wutbürger Zeug raus von schlechter Wirtschaftslage und Massenarbeitslosigkeit. Und doch geht es uns im Schnitt besser als allen anderen in Europa.
    • Sauäschnörrli 10.01.2017 13:36
      Highlight Highlight Kannst du heute schon, als ich nicht arbeitsfähig war, habe ich auf der Gemeinde Kopien gemacht und Briefe verschickt (nichts vertrauliches), habe Spaziergänge mit Leuten aus dem Altersheim unternommen, habe in der Projektwoche der Schule geholfen, war fötzelen mit den Gemeindearbeitern und habe bei der Papiersammlung geholfen. Dafür bekam ich 5.-/h, aber wichtig ist dass es freiwilig ist und bleibt, so konnte ich ohne schlechtes Gewissen absagen, wenn es mir mal nicht gut ging.
  • suchwow 10.01.2017 08:10
    Highlight Highlight An diejenigen Leser, die sich am oben erwähnten Stundenlohn aufhängen: es geht mehr um die Symbolik als um das Geld.

    Zwar erhaltet ihr knapp zwei Franken pro Stunde, ABER ihr werdet gebraucht und habt auch was zu tun, anstatt von Tagesanbruch an zu warten, wann ihr wieder schlafen könnt (weil ihr ja eh nichts zu tun habt).
  • lily.mcbean 10.01.2017 07:33
    Highlight Highlight Geniale Sache! Für die Flüchtlinge eine super Lösung die einer Tätigkeit nachgehen wollen, und ein starkes Zeichen an den Faulpelzen die nur profitieren wollen. Das brauchen wir in der ganzen Schweiz!
  • Wilhelm Dingo 10.01.2017 07:30
    Highlight Highlight Ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings darf das nicht im Sinne einer Öffnung des Arbeitsmarktes verstanden werden sondern klar als Erbringung einer Gegenleistung für die bezognen Unterstützungsgelder.
  • Posersalami 10.01.2017 06:55
    Highlight Highlight Bravo Uster! Endlich mal wieder eine sinnvolle Sache für Asylauchende! Hoffentlich macht das Modell Schule. Einzig die 1.80 / h find ich etwas zu geizig, aber ihr habt ja grad erst damit angefangen.
    • hueberstoebler 10.01.2017 07:57
      Highlight Highlight du weisst aber schon dass sie mehr als die 1.80 in der stunde erhalten? Unterkunft, Taschengeld, Lebensmittel, Mobiltelefone etc.
      Die 1.80 sind da nur noch ein Zückerchen obendrauf für die freiwillig geleistete Zusatzarbeit. Das ist doch vollkommen in Ordnung?
    • Posersalami 10.01.2017 08:22
      Highlight Highlight Allein reisende Erwachsene erhalten exakt 168.- alle 2 Wochen, das sind 12.- / Tag. Davon bezahlen sie meist den ÖV und immer ihr Essen, Kleider, Telefonkosten usw. Dazu bezahlt man ihnen die Unterkunft mit NK und natürlich das Verfahren an sich. Ich weiss das schon.

      Ich finde 1.80/h für teilweise harte körperliche Arbeit (zB. im Wald, jetzt im Winter..) schon etwas wenig, auch wenn man es mit der Leistung verrechnet, die sie beziehen. Aber es ist natürlich besser als nichts.
    • Christian Mueller (1) 10.01.2017 08:50
      Highlight Highlight Mobiltelefone? Jetzt erzählst Du auch so n Scheiss? Die bezahlen sie selbst, so wie das meiste.
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  • Findolfin 10.01.2017 06:44
    Highlight Highlight Als ob ein Schweizer Bock hätte, die Fahrräder am Bahnhof für 1.80 pro Stunde zu bewachen ;)
    • Slavoj Žižek 10.01.2017 07:03
      Highlight Highlight Ja eben deshalb die Verdrängung. Wenn dein Job jemand für 1.80/h macht bist du auch schnell weg.
    • Posersalami 10.01.2017 07:18
      Highlight Highlight Gab es in den letzten 100 Jahren irgendwo in der Schweiz Schweizer, die für 1.80.-/h Velos bewacht haben? Zu welchem Job eines Schweizers steht ein Asylsuchender ohne jede Sprachkenntniss (und ohne Berufslehre oder Studium) in Konkurrenz?

      Es wird hier wirklich immer absurder.
    • Slavoj Žižek 10.01.2017 07:25
      Highlight Highlight Bei uns werden Velos von Schweizern bewacht, klar nicht zu dem Lohn, aber das ist ja genau das Problem.
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  • Grundi72 10.01.2017 06:00
    Highlight Highlight Das ganze ist auch in Uster äusserst umstritten. Barbara Thalmann Interessiert das alles nicht und nutz einmal mehr Schwächere aus um sich selber zu profilieren.

    Und was nicht im Bericht steht: viele Flüchtlinge beantragten das Versetzen in eine andere Gemeinde um dem Arbeiten zu entkommen. Kann man in der Lokalpresse entnehmen. Aber ja... Barbara Thalmann Stammbach und der Tages Anzeiger.. :-) Nice try!
    • pamayer 10.01.2017 06:25
      Highlight Highlight Ohä. Tönt etwas anders, als die offizielle Schreibweise.
      Schade, da die Idee an sich ganz gut ist. Oder eben sein könnte.
    • _kokolorix 10.01.2017 06:25
      Highlight Highlight Wer ist Barbara Thalmann? Wird im Artikel nirgends erwähnt.
    • Maunadis 10.01.2017 06:47
      Highlight Highlight Ich höre in Uster nur positive Stimmen dazu!
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  • thefru1 10.01.2017 05:54
    Highlight Highlight but maybe...
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    • Alnothur 10.01.2017 06:26
      Highlight Highlight Vielleicht ist das auch einfach ein idiotisches Argument - warum einen Schweizer anstellen, wenn man den Flüchtling (oder u.U. "Flüchtling") für Fr. 1.80 die Stunde haben kann?
    • Fabio74 10.01.2017 06:29
      Highlight Highlight @alnothur: ernsthaft?
    • sowhat 10.01.2017 06:47
      Highlight Highlight @alnothur: ja klar, weil Schweizer sich darum reissen Veloständer zu bewachen.....
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