Schweiz
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Simonetta Sommarugas Departement hat entschieden, 80 Flüchtlinge aufzunehmen.  bild: reuters/keystone, montage: az

Sommaruga sagt Ja: Schweiz nimmt 80 Flüchtlinge aus Libyen auf



Die Schweiz nimmt 80 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge auf, die aus Libyen evakuiert werden. Sie kommt damit einem Ersuchen des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) nach.

Justizministerin Simonetta Sommaruga hat den Bundesrat am Freitag darüber informiert, wie ihr Departement mitteilte. Es handle sich um eine humanitäre Sofortmassnahme, sagte Sommaruga vor den Medien. Die 80 Personen sollen spätestens bis Mitte 2018 umgesiedelt werden.

Sommaruga erinnerte an die katastrophalen Zustände in Libyen. Viele Menschen würden dort in inoffiziellen Lagern und Haftanstalten festgehalten, auch Frauen, Kinder und unbegleitete Minderjährige. Es komme zu Ausbeutungen, Misshandlungen, Folter, sexueller Gewalt bis hin zu Menschenhandel und Sklaverei.

Bundesraetin Simonetta Sommaruga spricht an einer Medienkonferenz ueber die Eroeffunung der Vernehmlassung zum Bundesgesetz ueber polizeiliche Massnahmen zur Bekaempfung von Terrorismus und ueber das Ergebnis der Vernehmlassung und Inkraftsetzung zur Steuerung der Zuwanderung, am Freitag, 8. Dezember 2017, in Bern. (KEYSTONE/PeterSchneider)

Simonetta Sommaruga bei der heutigen Pressekonferenz im Bundeshaus. Bild: KEYSTONE

Rückgang der Asylgesuche

Die Justizministerin erinnerte daran, dass die Zahl der Asylgesuche in den letzten Monaten stark zurückgegangen ist. Das habe mit der verstärkten Zusammenarbeit zwischen europäischen und nordafrikanischen Staaten zu tun, sagte sie. Weniger Menschen kämen über das Mittelmeer nach Europa, doch seien viele nun in Libyen gestrandet. Die Eindämmung der Migration bringe auch eine Verantwortung mit sich, sagte Sommaruga.

Das UNHCR schätzt, dass rund 5000 besonders schutzbedürftige Personen aus Libyen evakuiert werden müssen. Für jene Menschen, die es als Flüchtlinge anerkennt, sucht das UNHCR möglichst rasch Drittstaaten, die sie aufnehmen. Auf die Frage, warum die Schweiz nicht mehr Menschen aufnehme, sagte Sommaruga, das UNHCR könne derzeit nur kleine Gruppen aus Libyen evakuieren.

Via Niger in die Schweiz

Die Flüchtlinge werden in ein Transitzentrum nach Niger gebracht. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) wurde beauftragt, die Personen dort auszuwählen und zu befragen. Dabei werde auch die übliche Sicherheitsüberprüfung durchgeführt, schreibt das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD). Ebenfalls berücksichtigt würden beim Entscheid das Alter, das Geschlecht und mögliche familiäre Beziehungen zur Schweiz.

Neben der Schweiz haben dem UNHCR weitere europäische Staaten die Aufnahme von Flüchtlingen zugesagt, die auf der zentralen Mittelmeerroute in eine prekäre Situation geraten sind. Die Schweiz hatte schon früher Kontingentsflüchtlinge aufgenommen. In den 1990er Jahren wurde die Praxis vorübergehend eingestellt.

Seit 2013 nimmt die Schweiz wieder solche Flüchtlingsgruppen auf. Bisher handelte es sich um Personen aus Syrien. Die mögliche Aufnahme von anerkannten Flüchtlingen aus Libyen hatte Sommaruga bereits im November angekündigt. (cma/sda)

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47
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    Alle Leser-Kommentare
  • critico 10.12.2017 11:09
    Highlight Highlight wenn ich damit nicht einverstanden bin, kann ich meinen anteil an steuergeld dafür bei der nächsten steuerrechnung in abzug bringen?
  • Rumbel the Sumbel 10.12.2017 06:27
    Highlight Highlight Ganz vergessen. Frau Ruth Dreifuss legte auch schon vor. Welcher Partei gehört sie an? Habe ich soeben vergessen.
  • Kii 09.12.2017 12:49
    Highlight Highlight Von rechts heisst es immer: Die, die wirklich Schutz verdiennen, schaffen es sowiso nie bis zu uns. Jetzt hilft man genau denen, die es eben alleine nie schaffen würden, aber auch das ist falsch.

    Ihr wollt niemandem helfen, ganz einfach.








  • 足利 義明 Oyumi Kubo 09.12.2017 09:35
    Highlight Highlight Hat sie denn so ein grosses Haus/Wohnung, dass sie diese alle aufnehmen will?
  • ThomasHiller 08.12.2017 22:37
    Highlight Highlight 80 ... ich weiß gar nicht, was ich sagen soll ... diese Großzügigkeit ... mir fehlen die Worte bei dieser Menge ... diese Selbstlosigkeit ... wär es nicht so tragisch ... ich müßte kotzxx ...
    Ehrlich? Ein "Nein" wäre ehrlich gewesen... 😕
  • Stop Zensur 08.12.2017 22:10
    Highlight Highlight Es ist interessant zu sehen wie einige hier, die immer scharf gegen Trumps Einwanderungspolitik schiessen, nun selber wie Trump klingen.
  • Posersalami 08.12.2017 21:29
    Highlight Highlight 80 pro Woche? Pro Monat?
  • G. Schmidt 08.12.2017 20:54
    Highlight Highlight Wow da macht man alles, dass die Zahl der Asylgesuche gedrückt wird (Verbot von NGOs vor Libyen usw.)

    Aber holt dann direkt vor Ort Flüchtlinge ab. Denke auch es gibt mehr als nur 80 Personen in Libyen bzw. andere afrikanische Staaten die auf Scutz angewiesen sind.

    Das ist reine Symptombekämpfung!
  • Rumbel the Sumbel 08.12.2017 20:52
    Highlight Highlight Und übrigens, wer ist verantwortlich für diese Situation in Lybien. Defintiv nicht die Schweiz. Humanität hin oder her. Lybien muss unterstützt werden, dass die Flüchtlinge dorthin zurückgeschafft werden, woher sie kommen. Ansonsten ist es hier nur noch linke arbeitserhaltene Massnahme/n und es geht nur noch um das Geschäft resp um Geld.
  • grünezecke #fcksvpafd 08.12.2017 20:02
    Highlight Highlight Nur 80? Frau sommaruga, wir könnten auch mehr Menschen in Not aufnehmen. Aber danke für Ihren Einsatz!
    • andrew1 08.12.2017 23:09
      Highlight Highlight Wenn sie die kosten und integration übernehmen können es von mir aus auch 200 sein.
  • Platon 08.12.2017 19:48
    Highlight Highlight 80!!!! Diese Masseneinwanderung kulturfremder Völker nimmt abssurde Masse an!😂😂😂
  • Hugo Wottaupott 08.12.2017 19:25
    Highlight Highlight Alles potentielle Klavierspiel-CD-Käufer.
  • Rubby 08.12.2017 19:17
    Highlight Highlight Ich finde das überhaupt nicht in ordnung...frau somaruga sollte sich mal um unsere schweizer kümmern...aber dazu fehlt der dame wohl der mut..!!...wir werden überschwemmt und wir schweizer werden zu dieser politik gezwungen..!!...das muss ein ende haben...auch hier in der schweiz gibt es viele an der armutsgrenze...das wird allerdings nicht beachtet...ich bin ganz einfach entsetzt..!!!
    • Dan Ka 08.12.2017 19:40
      Highlight Highlight !!!11elf!!elf111!!!! 😂
    • Platon 08.12.2017 19:45
      Highlight Highlight @Rubby
      Mimimimi😂
    • Fly Boy Tschoko 08.12.2017 19:49
      Highlight Highlight .... !!!!!!!!!!!!!! ... !!!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Domino 08.12.2017 18:58
    Highlight Highlight Bis Mitte 2018 entstehen weitere 40mio Armutsglüchtlinge. Da bringts auch nichts 80, 100 oder 200 aufzunehmen.
    In Afrika lebten vor 100 Jahren 100mio Menschen, heute über 1.1mia...

    Sommorugas Ansatz ist der Falsche.

    Play Icon

    • Theor 08.12.2017 19:33
      Highlight Highlight Und was ist der Richtige? In Afrika Menschen jagen gehen, bis sie sich wieder bei 100 Millionen einpendeln?
    • w'ever 08.12.2017 19:44
      Highlight Highlight @theor
      jagen geht sicher auch nicht, aber die überbevölkerung, und dass nicht nur in afrika, ist ein riesiges problem.
    • Radesch 08.12.2017 19:45
      Highlight Highlight Dann müsste eben die Hilfe vor Ort auch kommen. Ich habe noch NIE gehört, dass die irgendwer, ausser die Mitte oder die Linken gesagt haben, dass sie die Entwicklungshilfe erhöhen wollen.

      Dann würde ich es sogar in Ordnung finden, mehr Migranten abzuweisen, aber das passiert ja nicht.

      Es wird nur von Hilfe vor Ort geredet und nicht vor Ort geholfen, das ist das Problem.
    Weitere Antworten anzeigen
  • hävi der spinat 08.12.2017 18:35
    Highlight Highlight Ich möchte auch nur ein mal eine Sommaruga erleben, die zu so einer Anfrage, Nein sagt. Dies würde eben etwas mehr Mut brauchen.
    Auf dem Bild fällt überigens auf, das es sich um ein typisches Migranten Foto handelt:
    Nur junge Männer.
    Dabei weiss jeder, das die ersten Opfer von Krieg, Frauen und Kinder sind.
    • Raembe 08.12.2017 20:04
      Highlight Highlight Symbolbild ist nicht immer gleich Wahrheit. Eine gute Freundin von mir half in Griechenland als die Flüchtlingsströme kamen. Da waren sehr wohl viele Frauen und Kinder dabei.
  • Majoras Maske 08.12.2017 18:27
    Highlight Highlight Also bezahlt man Libyen, damit sie keine Flüchtlinge nach Europa lassen, aber nimmt dann Flüchtlinge direkt von libyschen Lagern auf, weil den Menschen dort u. a. Menschenhandel und Sklavenarbeit droht... Die viel gepriesene neue Afrikapolitik der EU und auch der Schweiz sollte vielleicht nochmal überprüft werden.
  • hävi der spinat 08.12.2017 18:21
    Highlight Highlight Sommaruga will sich beim UNO-Hochkommissariat beliebt machen.
    Eben hat sie der EU zugesagt, 1500 weitere Flüchtlinge, grösstenteils aus Eritreea, aufzunehmen.
    Sie macht dies, um sich selbst zu übehöhen und leider auf Koste des Steuerzahlers.
    Was der Grossteil der Schweizer davon hält ist ihr wurstegal.
    • Olifant 08.12.2017 19:58
      Highlight Highlight Quellen?
    • Raembe 08.12.2017 20:06
      Highlight Highlight Kein demokratisches Land in Europa lehnt Flüchtlinge aus Eritreea ab....
    • Moti_03 10.12.2017 10:40
      Highlight Highlight Dann schau dir mal die Doku an, die vor ein paar Wochen ausgestrahlt wurde auf srf1. Eritrea ist überhaupt nicht so wie es immer dargestellt wird. Alle afrikanischen länder haben ein grosses Problem ; ÜBERBEVÖLKERUNG.

      Dies muss angegangen werden, wenn jeder 7 Kinder hat und nicht finanzieren können. Wie viel hat man im Westen im Schnitt und mehr Einkommen aber weniger Kinder? Man rechne, ist hart, aber leider wahr.
  • Howard271 08.12.2017 18:11
    Highlight Highlight Das finde ich absolut in Ordnung - danke, Frau Sommaruga, für Ihr Rückgrat und dass Sie trotz den Angriffen unter der Gürtellinie aus rechtsnationalen und „yellow press“-Kreisen nicht einknicken.
  • Thinktank 08.12.2017 17:46
    Highlight Highlight Die Asylzahlen gehen zurück, da beginnen sich die Bundesämter zu langweilen. Gut, dass Sommaruga für Vollbeschäftigung sorgt.
  • Radesch 08.12.2017 17:09
    Highlight Highlight Sicher werden wieder viele aufschreien, dass man so falsche Signale setzt, allerdings finde ich es in Ordnung, dass man 80 Schutzbedürftige aufnimmt.

    Das was wohl viele stört ist nicht die Tatsache, dass überhaupt Leute kommen, sondern das diejenigen welche einen negativen bescheid kriegen untertauchen bzw. nicht zurückgeschafft werden.

    Asyl bzw. Migration ist ein heikles Thema welches. wie ich finde, zu emotional diskutiert wird. Man sollte wirklich mehr Fakten hinein bringen.

    Jeder ist eingeladen!
    • Rumbel the Sumbel 08.12.2017 18:25
      Highlight Highlight Die Fakten fehlen mir nicht nur Rechts!
    • Gubbe 08.12.2017 18:48
      Highlight Highlight 1. Fakt, wir bezahlen alle mit unserem erarbeiteten Geld. Nicht die Politiker.
    • Radesch 08.12.2017 19:40
      Highlight Highlight Also 1. Mit "Jeder ist eingeladen" war die Disskusion gemeint, nicht die Migranten. Das ist mir während des Schreibens gar nicht aufgefallen :D.

      2. Natürlich zahlen wir für diese Menschen, denn wie oben beschrieben geht es hier scheinbar um 80 Leute die wirklich einen Anspruch auf Asyl haben. Ich denke und hoffe, dass diese Menschen nicht gemeint sind mit "Schnorrer" oder "Schmarotzer".

      Fakten werden von allen Seiten so hingebogen, dass sie die eigenen Interessen stimmen. Unbegrenzte Zuwanderung schadet und keine Zuwanderung auch. Die Kunst ist wieder einmal die "goldene Mitte" zu finden.
    Weitere Antworten anzeigen

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