Schweiz
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Sommaruga vor der UNO-Vollversammlung: «Wenn jeder nur für sich schaut, verlieren alle»



Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat in ihrer Rede vor der UNO-Generalversammlung in New York die Staaten aufgefordert, gemeinsame Lösungen für die gegenwärtigen Probleme zu suchen. Immer noch stünden zu oft nationale Interessen gemeinsamen Lösungen im Weg.

Der Flüchtlingskrise im Nahen Osten und Europa könnten die Länder nur gemeinsam begegnen. «Wenn jeder nur für sich schaut, verlieren am Schluss alle. Die Migrantinnen und Migranten verlieren, und die Solidarität zwischen den Staaten bleibt auf der Strecke», sagte Sommaruga am Montag.

Swiss President Simonetta Sommaruga addresses a plenary meeting of the United Nations Sustainable Development Summit 2015 at the United Nations headquarters in Manhattan, New York September 25, 2015.  More than 150 world leaders are expected to attend the three day summit to formally adopt an ambitious new sustainable development agenda, according to a U.N. press statement. REUTERS/Andrew Kelly

Sommaruga am 25. September vor der UNO in New York.
Bild: ANDREW KELLY/REUTERS

Die Schweiz sei überzeugt, dass eine rein militärische Herangehensweise nicht genüge, um einen Konflikt zu lösen. Die UNO müsse jeden ihrer Einsätze auf einer Strategie zur nachhaltigen Lösung des Konflikts aufbauen.

Dies sei der Schweiz insbesondere im Zusammenhang mit den verschiedenen in Genf durchgeführten Friedens- und Dialogprozessen – zu Syrien, Libyen, Jemen sowie im Rahmen der Verhandlungen zum Nukleardossier mit dem Iran – immer wieder bewusst geworden, befand Sommaruga.

Welt ohne UNO kaum vorstellbar

Zu Recht dürfe man den 70. Geburtstag der UNO feiern, so die Bundespräsidentin. Die Organisation habe so viel erreicht, dass heute die Vorstellung einer Welt ohne die Vereinten Nationen schwerfalle.

Sie könne und müsse aber weiter verbessert und reformiert werden. «Wir haben die UNO, die wir verdienen. An uns ist es, sie zu stärken», sagte Sommaruga.

«Wenn jeder nur für sich schaut, verlieren am Schluss alle. Die Migrantinnen und Migranten verlieren, und die Solidarität zwischen den Staaten bleibt auf der Strecke»

Simonetta Sommaruga

Wenn heute fast 120'000 Personen im Rahmen von friedenssichernden Missionen der UNO tätig seien, dann heisse dies, dass es immer noch viel zu viele Krisen und Kriege auf dieser Welt gebe. Weltweit zähle man über 60 Millionen vertriebene Menschen, so viele wie noch nie seit der Gründung der UNO.

Das humanitäre System komme an seine Grenzen, weil Krisen zahlreicher, langanhaltender und komplexer würden. 2015 waren 82 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – so viele wie noch nie.

Wohlstand bleibt ungerecht verteilt

Das Verhalten vieler Länder sei von grossen Widersprüchen geprägt, sagte Sommaruga weiter. Beispielsweise verharrten viele Länder in bitterer Armut, obwohl sie reich an Rohstoffen seien.

Auch täten sich viele Staaten schwer mit starken Migrationsbewegungen; gleichzeitig entziehe man aber mit der Klimaerwärmung zahlreichen Menschen die Grundlagen, um dort zu bleiben, wo sie leben. «Wir müssen uns eingestehen, dass wir es noch nicht geschafft haben, Wohlstand auch nur annähernd gerecht zu verteilen auf dieser Welt», sagte die Bundespräsidentin weiter.

Korruption sei nach wie vor weit verbreitet, die Rechtsstaatlichkeit werde oft nicht durchgesetzt. Die Welt habe es zudem noch nicht geschafft, Wachstum und Fortschritt mit dem Schutz der Umwelt zu verbinden.

Sommaruga appellierte an die Mitglieder des Sicherheitsrats, nicht gegen Resolutionen zu stimmen, deren Ziel es sei, Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zu verhindern oder zu beenden.

Die Schweiz setzt sich stark für Reformen des Sicherheitsrates ein, in dem sie 2023 und 2024 Einsitz nehmen will. Das Land kandidiert zudem für einen Sitz im Menschenrechtsrat für die Periode 2016-2018. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chlinae_Tigaer 29.09.2015 06:32
    Highlight Highlight Wohlstand gerecht zu verteilen auf der Welt....

    Da hat die gute Frau wohl vergessen, das es auch hier in der Schweiz immer mehr Menschen gibt die am Existenzminimum oder gar darunter leben.

    Und nein, ich spreche hier nicht von Reitstallbewohnern und dergleichen.

    Sondern von ehrlichen Arbeitnehmern die tagtäglich zur Arbeit gehen.
    12 13 Melden
    • klugundweise 29.09.2015 08:02
      Highlight Highlight Und darum wählen Sie lieber eine menschenverachtende Partei, deren Präsident höchstens 100 Flüchtlinge aufnehmen will, der Hilfsorganisationen als Mitleidsmaschinerie bezeichnet (Interview mit "Die Zeit") und der die Gemeinden zu zivilem Ungehorsam durch Verweigerung von Asylunterkünften aufruft.
      8 8 Melden
    • Too Scoop 29.09.2015 08:14
      Highlight Highlight Welch Koryphäe, ich hätte Sie sprechen lassen. Erneut weiss es ein "Kommentarschreiber" besser. Sie müssen entschuldigen, aber diese einseitig und von Argwohn getriebener Aussage kann ich nicht viel abentfinden. Sehen Sie, es allen Recht zu machen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auch in der Schweiz.
      3 2 Melden
    • Chlinae_Tigaer 29.09.2015 11:39
      Highlight Highlight @klugundweise

      Sie müssen dann wohl Hellseher von Beruf sein.

      Da Sie ja, wie es scheint, zu wissen glauben, welche Partei ich wähle.

      Oder Sie sind einfach nur frech.

      Tip für Sie;

      Mit Unterstellungen werden Sie es nicht weit bringen in Ihrem Leben.

      Und nur so am Rande bemerkt; Ich wähle quer durchs Beet.
      4 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • koks 29.09.2015 00:04
    Highlight Highlight "Wohlstand bleibt ungerecht verteilt"
    Wie glaubwürdig ist das, wenn das eine Frau aus einem der reichsten Länder der Welt verkündet, eine Frau die selbst in bestem Hause aufgewachsen ist, sich zur Pianistin ausbilden lassen konnte und in der Politik dank guten familiären Beziehungen nach oben trieb?
    11 16 Melden
    • Baba 29.09.2015 07:28
      Highlight Highlight Ist diese Aussage/Feststellung nur dann glaubwürdig, wenn sie vom unter der Brücke schlafenden Obdachlosen kommt?

      Frau Sommaruga gehört trotz ihrer Herkunft (oder vielleicht wegen?) der Partei an, die sich seit jeher für die Verteilung des Wohlstandes einsetzt. Aus wohlhabenden Hause zu kommen bedeutet nicht, kein soziales Gewissen zu haben.

      Dazu kommt, dass es mehr verändert, wenn reiche Länder/Menschen feststellen, dass der Wohlstand ungleich verteilt ist und dagegen angehen wollen. Und dass der Wohlstand ungleich verteilt ist, stellt ja wohl kaum jemand in Frage, oder?
      12 3 Melden

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