Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Muslimische Seelsorger sollen Asylsuchende unterstützen

04.07.16, 12:27 04.07.16, 13:18


Eine Familie von palaestinensischen Asylbewerbern sitzt an einem Tisch in einem Zimmer des Bundesasylzentrums in Losone, am Samstag, 23. April 2016. Das Staatssekretariat fuer Migration laedt die Bevoelkerung zu einem Tag der offenen Tuere ins Bundesasylzentrum Losone ein. Die Besucher haben die Moeglichkeit sich ueber die Bundeszentren zu informieren und an Fuehrungen teilzunehmen. (KEYSTONE/T-PESS/Samuel Golay)

Findet die Testphase in Zürich anklang, werden dieser Familie im Bundesasylzentrum Losone (TI) bald Seelsorger zur Seite gestellt. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

In den Bundesasylzentren könnten sich künftig auch muslimische Seelsorger um Asylsuchende kümmern. Im Testbetrieb in Zürich läuft seit Freitag ein Pilotprojekt mit drei muslimischen Seelsorgenden, einer Frau und zwei Männern.

Das Pilotprojekt soll ein Jahr dauern, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Montag mitteilte. Ziel sei es zu prüfen, ob künftig in allen Bundesasylzentren eine muslimische Seelsorge eingeführt werden könnte – und welchen Nutzen ein solches Angebot hat.

Die drei muslimischen Seelsorgenden teilen sich ein Stellenpensum von 70 Prozent. Die Bewerber für die Stelle mussten einen von den Schweizer Landeskirchen und dem SEM aufgestellten Kriterienkatalog erfüllen, wie das SEM schreibt. Der Katalog richte sich nach im Kanton Zürich geltenden Verfahrensbestimmungen für die Zulassung von Gefängnis-Seelsorgenden.

Die Bewerber wurden laut SEM zudem vom Nachrichtendienst des Bundes überprüft. Auch die muslimische Partnerorganisation, die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ), die für die Umsetzung des Projekts bestimmt wurde, wurde vom Nachrichtendienst unter die Lupe genommen.

Nicht das erste Pilotprojekt

Heute wird die seelsorgerische Tätigkeit in den Bundesasylzentren durch den Evangelischen Kirchenbund, die Bischofskonferenz, die Christkatholische Kirche der Schweiz und den Israelitischen Gemeindebund erbracht. Die Frage, ob und in welcher Form eine muslimische Seelsorge in den Bundesasylzentren angeboten werden kann, stand laut SEM schon länger im Raum.

Das Pilotprojekt in Zürich ist auch nicht das erste dieser Art: 2013 wurde im Empfangs- und Verfahrenszentrum Chiasso während vier Monaten untersucht, ob die Anwesenheit und Beratung durch einen islamischen Seelsorgenden das Zusammenleben im Zentrum positiv beeinflusst.

Das Projekt habe eine Reihe vertiefender Fragestellungen aufgezeigt, schreibt das SEM. Diese habe das SEM zusammen mit den Landeskirchen inzwischen mehrheitlich klären können. Die Ergebnisse seien in das neue Pilotprojekt eingeflossen.

Dieses wurde vom SEM in Zusammenarbeit mit den reformierten und katholischen Landeskirchen und dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) erarbeitet. Ausgewertet wird es vom neuen Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg.

Der Interreligiöse Runde Tisch begrüsst das Projekt sehr, wie er in einer Stellungnahme schrieb. Bereits 2013 habe er beim Bund gefordert, es sei an der Zeit, die Seelsorge verstärkt interreligiös zu konzipieren – dies angesichts «der sehr unterschiedlichen, meist nichtchristlichen Religionszugehörigkeit der Asylsuchenden». (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

21 Momente, in denen die Migros einfach zu weit gegangen ist

Emmen war eine «Einbürgerungshölle»: Jetzt hat ein Migrant einen SVP-Nationalrat besiegt

Kellnerin weiss Millionen-Frage – traut sich aber nicht 😱

Diese 16 Marketing-Pannen sind so peinlich, dass sie schon wieder lustig sind

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Domino 04.07.2016 14:52
    Highlight Wie soll das gehen? Ein authentischer Islam ist ohne Scharia nicht möglich. Und die Scharia verstösst gegen unsere Gesetze und Bundesverfassung.
    11 10 Melden
    • Fabio74 04.07.2016 18:38
      Highlight du bist Experte was den authentischen Islam betrifft und verkündest die alleinige Wahrheit?
      3 9 Melden
    • Domino 05.07.2016 00:14
      Highlight Wie soll jemand den Schweizer Staat und die Scharia vertreten? Beides steht in einem extremen Widerspruch. In diesem Fall ist es die Wahrheit: Die Scharia ist das religiöse Gesetz des Islams.
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Scharia
      3 4 Melden
    • Fabio74 05.07.2016 07:05
      Highlight In dem der Koran nicht wie vor 1400 Jahren auslegt, macht aussser paar Steinzeitfanatiker bei der Bibel auch nicht
      1 3 Melden
  • 足利 義明 Oyumi Kubo 04.07.2016 12:49
    Highlight Ist der Islamische Zentralrat damit einverstanden?
    16 3 Melden
    • Slant 04.07.2016 14:08
      Highlight Weiss ich nicht, die da definitiv nicht.
      13 3 Melden

So zerpflückt ein Islamwissenschaftler Sarrazin: «Er liest den Koran wie ein Sachbuch»

Das neue Buch von Thilo Sarrazin stösst auf grosse Kritik. Der Freiburger Islamwissenschaftler Amir Dziri analysiert 5 Kernthemen des umstrittenen Autors. Sein Fazit ist vernichtend.

Das neue Buch des deutschen Autors und ehemaligen SPD-Politikers Thilo Sarrazin provoziert. In «Feindliche Übernahme – Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht» warnt er vor einer Islamisierung der westlichen Welt und fordert einen Einwanderungsstopp für Muslime.

Auf knapp 500 Seiten untermauert Sarrazin seine Thesen mit angeblich wissenschaftlichen und statistischen Tatsachen. Auch habe er, so schreibt er es, den Koran von der ersten bis zur letzten Zeile selbst …

Artikel lesen