Schweiz

Die besten Stories des Wochenendes.  Bild: KEYSTONE

Ausschaffungen, Discount-Skigebiete und Hassprediger: Das schreibt die Sonntagspresse

01.10.17, 06:21

Anzeige wegen Bieler Hassprediger

Der mutmassliche Hassprediger aus Biel und die Islam-Kritikerin Saïda Keller-Messahli liegen im Streit. Der libysche Prediger zeigte sie Anfang Woche bei der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland wegen Verleumdung und übler Nachrede an, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Hintergrund ist ein Artikel im «Bieler Tagblatt». In diesem erhob Keller-Messahli schwere Vorwürfe: «Am 11. und 18. November 2016 predigte er in der Moschee Al Karafi in Tripolis, um Gott um Schutz der anwesenden Al-Qaida- und IS-Kämpfer zu bitten.» In dem Gebet habe der Angeschuldigte aber weder den IS noch Al Kaida erwähnt, schreibt die Zeitung, die das Gesprochene hatte übersetzen lassen. Die Kritikerin beteuert: Was sie geschrieben habe, könne sie belegen.

Weil der mutmassliche Hassprediger in Nidau BE gegen 600‘000 Franken Sozialhilfe erhielt, fordern mehrere Gemeinden und Städtevertreter strengerer Regeln für ausländische Sozialhilfebezüger, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Aus deren Sicht müsste das Berner Migrationsamt konsequenter Aufenthaltsbewilligungen entziehen. Laut Ausländergesetz führen nicht nur Straftaten sondern auch ein übermässiger Sozialhilfebezug dazu, dass Kantone Aufenthaltsbewilligungen widerrufen. Das tun sie jedoch nur selten, wie Nachfragen der Zeitung in der Deutschschweiz ergaben. So habe Basel-Stadt im letzten Jahr 15 Bewilligungen wegen Sozialhilfe entzogen, im Kanton Bern seien es elf, in Basel-Landschaft acht und im Aargau zwei gewesen. 265‘626 Personen hätten 2015 schweizweit entsprechende Leistungen bezogen. Fast die Hälfte von ihnen habe eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung gehabt.

Deutschland will gegen 2000 Asylsuchende in die Schweiz ausschaffen

n. Seit Anfang Jahr hat sie von Deutschland knapp 1900 Ersuchen zur Abschiebung von Asylsuchenden erhalten, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Das sind rund 70 Prozent mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Die Zahl der vollzogenen Abschiebungen aus Deutschland in die Schweiz ist gegenüber dem letzten Jahr um 185 Prozent gestiegen, heisst es im Bericht unter Berufung auf die neusten Statistiken des Staatssekretariats für Migration. Zwei Jahre nach dem Flüchtlingsjahr 2015 verstärkt Deutschland seine Bestrebungen, Asylsuchende ohne Bleiberecht in andere Staaten abzuschieben. Derweil stoppt die Schweiz Abschiebungen nach Ungarn. Gegenwärtig kläre das Staatssekretariat für Migration ab, ob es im ungarischen Asylwesen «systemische Schwachstellen» gebe, wie sie in der Dublin-Verordnung aufgeführt seien, sagte ein Amtssprecher der Zeitung. In der Verordnung steht, dass Asylsuchende nicht in Länder abgeschoben werden dürfen, in denen den Gesuchstellern eine unmenschliche Behandlung droht. Seit Anfang Jahr schob die Schweiz zwölf Asylsuchende nach Ungarn ab und stellte für 102 weitere ein entsprechendes Gesuch.

Skigebiete lancieren Discount-Preise

Mit Billigangeboten, flexiblen Preisen und Frühbucherrabatten werben die Schweizer Bergbahnen um Gäste für die Wintersaison. Der Druck der in- und ausländischen Konkurrenz führt zu innovativen Tarifmodellen. Die Savognin Bergbahnen etwa verkaufen für zehn definierte Daten von Dezember bis März Tageskarten für 19,60 Franken, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Dieser Preis gilt aber nur im Oktober. Der Kunde trägt das Risiko schlechten Wetters am gewählten Tag. Das Unternehmen könne sich mit der Aktion schon im Oktober einen gewissen Umsatz sichern und reduziere die Wetterabhängigkeit, sagt Christian Prinz von den Savognin Bergbahnen. «Mehrkosten entstehen kaum, das Personal steht ja im Winter konstant im Einsatz.» Auch andere Skigebiete lancieren neue Angebote: Andermatt führt mit dem Online-Verkäufer Ticketcorner ein flexibles Preismodell ein, das Nachfrage, Wochentag und Wetter berücksichtigt. Den breiten Tarifrutsch löste Saas-Fee aus, das letzten Winter die Saisonkarte für 222 Franken abgab und dies kommenden Winter wiederholt.

Nur wenige haben Patienverfügung

Die meisten Schweizer machen sich keine Gedanken darüber, wer bei schwerer Krankheit über ihre Finanzen oder ihre Behandlung entscheiden darf und verfügen entsprechend über keine Patientenverfügung. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Gfs-Forschungsinstituts im Auftrag von Pro Senectute, über die die «SonntagsZeitung» berichtet. Demnach hat nur jeder Fünfte eine Patientenverfügung ausgefüllt und nur jeder Zehnte einen Vorsorgeauftrag aufgesetzt. Bei den 18- bis 39-Jährigen haben nur drei Prozent geregelt, wer sie vertreten darf, wenn sie selber nicht mehr entscheiden können. Bei den Senioren sind es 21 Prozent. Ohne einen Vorsorgeauftrag setzen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) einen Beistand ein, der über weitreichende Kompetenzen verfügt, etwa zur Wohnsituation und Betreuung. Auch Ehepaare hätten ohne einen Vorsorgeauftrag nur beschränkte Befugnisse, wenn der Partner nicht mehr urteilsfähig sei, heisst es im Bericht.

Personalengpass bei Feuerwehren

Schweizer Feuerwehrkorps klagen über Engpässe. Während die Zahl der Einsätze bei knapp 70‘000 pro Jahr stabil geblieben war, sank der Personalbestand seit der Jahrtausendwende von rund 150’000 auf unter 90'000, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Nachts sei es einfach möglich, genügend schnell Einsatzkräfte zu finden, aber tagsüber gestalte sich das immer schwieriger, heisst es etwa von Feuerwehrinspektoren aus Basel-Land, Solothurn, Bern, Zürich und Graubünden. Nur noch 30 Prozent aller Schweizer würden dort arbeiten, wo sie auch wohnten und somit Dienst leisten sollten. Das sei für kleine Dörfer eine Herausforderung, sagt der Aargauer Feuerwehrinspektor Urs Ribi. Dann sei es tagsüber nur mit Unterstützung aus den Nachbargemeinden möglich, rechtzeitig auf dem Brandplatz zu sein.

Alpiq plant grossen Verkauf

Der Stromproduzent Alpiq stellt alle Geschäfte mit Ausnahme der Atom- und Wasserkraftwerke zum Verkauf. Konzernchefin Jasmin Staiblin hat gemäss Informationen der «SonntagsZeitung» die Investmentbank Goldman Sachs mit dem Ziel engagiert, alle übrigen Geschäftsfelder zu verkaufen. Dazu gehören der Energiehandel, die Gebäude- und Verkehrstechnik sowie Dienstleistungen für die Wirtschaft. Hintergrund der Verkaufspläne ist laut der Zeitung, dass Alpiq der Verlust der Kreditwürdigkeit droht. Die Bewertung der vier grossen Schweizer Banken UBS, Credit Suisse, Vontobel und Zürcher Kantonalbank liegt bei BBB, das heisst knapp über dem «Ramsch»-Status. Alle Analysten stützen ihre Bewertung laut dem Bericht aber auf die Erwartung, dass Staatshilfe in Form von einer Subventionierung der Wasserkraft kommt. Allerdings schienen die Politiker in Bern nicht bereit, weitere Subventionen zu sprechen.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Keinsozi 01.10.2017 12:45
    Highlight Deutschland schickt 2000 Flüchtlinge zurück in die Schweiz, wir sind von diesem undemokratischen Laden wie die EU dies ist eingekesselt, wir müssen die Grenzen wieder Selber besser kontrollieren. Flüchtlinge von Ungarn sind in dieses Land zurück zu schieben. Es ist Sache der EU ob Ungarn das Dublin Abkommen einhält und nicht der kleinen Schweiz.
    12 2 Melden
  • LeChef 01.10.2017 10:00
    Highlight Vor einem Jahr wollte Alpiq doch noch seine gesamte Wasserkraft-Sparte verkaufen. Dann wollte es seine AKW gratis dem französischen Staat abtreten.

    Und jetzt will es genau diese Sparten behalten und dafür alles andere verkaufen..?

    Irgendetwas stimmt mit diesem Management nicht, und zwar ganz gewaltig..

    7 0 Melden
  • dracului 01.10.2017 08:39
    Highlight Ab spätestens 18 sind 3 Dokumente für jede und jeden zu empfehlen:
    - Patientenverfügung (Wünsche zum Ableben)
    - Vorsorgeauftrag (KESB übersteuern...)
    - Testament (letzter Wille)
    Zu allen drei gibt es gute Templates im Internet. Heute am (freien) Sonntag wäre eine gute Gelegenheit dazu?
    16 5 Melden
  • Gelöschter Benutzer 01.10.2017 08:32
    Highlight Merkel hat die Grenzen geöffnet und die halbe Welt eingeladen, jetzt soll Deutschland die "Goldstücke" gefälligst auch behalten und durchfüttern! 😡
    Ich erwarte, dass der Bund sich weigert, jemanden aus DE zurückzunehmen.
    35 29 Melden
    • Makatitom 01.10.2017 10:16
      Highlight Und ich erwarte, dass ihr endlich mal einseht, wer daran schuld hat, dass so viele Menschen fliehen müssen. Es seid ihr Turbokapitalisten, die mit Waffenhandel und Ausbeutung ganzer Kontinente das Elend fabrizieren.
      3 15 Melden
    • Keinsozi 01.10.2017 12:26
      Highlight Dann alle Flüchtlinge die bei uns an der Südgrenze einreisen, wieder umgehend zurück schicken nach Italien. Merkel mit Ihrem Spruch, "das schaffen wir" soll innerhalb der EU die Konsequenzen selber übernehmen.
      11 1 Melden
    • dmark 01.10.2017 13:25
      Highlight Und das hat Merkel im Alleingang gemacht, ohne den Bundesrat abstimmen zu lassen und ohne sich mit den anderen Regierungschefs innert der EU abzusprechen. Das war im Grunde genommen "Illegal" und deshalb will ja auch die AfD einen Untersuchungsausschuss gegen Merkel erwirken.
      12 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 01.10.2017 14:50
      Highlight Makatitom, dieser Unsinn wird durch dauernde Wiederholung auch nicht wahrer.
      12 2 Melden
    • Makatitom 01.10.2017 17:13
      Highlight Wie sieht es aus? Hast du Nestlè-Aktien odder Ruag? Falls nicht, deine PK hat sicher, also bist auch du (und ich) an den Fluchtgründen schuld.
      0 7 Melden
    • Scott 02.10.2017 13:12
      Highlight @Makatitom
      Der Bund ist Alleinaktionär der Ruag, da gibt es für niemanden Aktien zu kaufen.

      Und wie sieht es denn konkret bei Ihnen aus? Verwöhnt Sie ihre Mutter nicht auch mal mit Nestlé-Produkten?
      3 1 Melden
    • Makatitom 02.10.2017 16:23
      Highlight Nein, ich kaufe möglichst keine Nestlè-Produkte
      0 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 02.10.2017 22:09
      Highlight Makatitom, Hauptfluchtursachen:
      - Misswirtschaft und Geburtenüberschuss in Herkunftsländern
      - gestiegener Wohlstand(!!) in Herkunftsländern
      - moderne Kommunikationsmittel
      - extrem grosszügige europäische Asylpolitik
      - völlig ungenügender Schutz der Schengen-Aussengrenze

      Nestlé und Ruag kannst vergessen!
      3 0 Melden

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