Schweiz
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So weit ist es gekommen: Aus Angst vor Betrug dürfen Kassierer in Migros und Coop kein Kleingeld mehr wechseln 



Früher war nicht alles besser, aber manches war einfacher: Wer in der Migros einkaufen ging, schnappte sich einen Wagen und los ging's. 

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bild via migros magazin

Dann kam die asoziale Wende und einige nahmen den Einkaufswagen mit nach Hause oder liessen ihn im Nirgendwo zurück.

A shopping cart sits idle in a Trader Joe's parking lot during a winter snowstorm Tuesday, Jan. 21, 2014, in Philadelphia. A storm is sweeping across the Mid-Atlantic and New England. The National Weather Service said the storm could bring 8 to 12 inches of snow to Philadelphia and New York City, and more than a foot in Boston.  (AP Photo/Matt Rourke)

Bild: AP

Die Migros reagierte, indem sie ihre Wagen aneinanderkettete und ein Depot in Form eines Zweifränklers einführte. Wer kein passendes Kleingeld zur Hand hatte, konnte an der Kasse wechseln. 

ARCHIV - Reihen von Einkaufswagen mit dem Migros-Logo, aufgenommen am 5. Maerz 2013 in der Migros-Filiale in Baden. - Die Migros hat 2014 ihre Profitabilitaet erheblich steigern koennen. Mit 870,2 Millionen Franken lag der Gruppengewinn gegen 100 Millionen Franken oder 12,9 Prozent ueber dem Wert des Vorjahres. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Dann kam die kriminelle Jahrtausendwende: «Es gab in der Migros damals diverse Vorfälle mit Trickbetrügern, die beim Geldwechseln betrogen haben», sagt Migros-Sprecher Francesco Laratta gegenüber watson.

The cashier hands over the receipt to the customer, pictured on March 5, 2013, at the Migros branch in Baden, Switzerland. Migros is Switzerland's the largest retail company. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Kassierin haendigt dem Kunden die Kaufquittung aus, aufgenommen am 5. Maerz 2013 in der Migros-Filiale in Baden. (KEYSTONE/Gaetan Bally))

Bild: KEYSTONE

Der orange Riese reagierte erneut, diesmal mit einer internen Vorschrift, die es Mitarbeitern an der Kasse untersagt, Geld zu wechseln. Heute kann Kleingeld nur noch an Automaten gewechselt werden. Wer eine Zwanzigernote einführt, erhält zehn Zweifränkler zurück. Diese nach dem Einkauf wieder in eine handliche Note zurückzuwechseln, ist nicht möglich. Weder an einer der Kassen noch beim Kundendienst.

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bild: watson

«Diese Sicherheitsmassnahmen gelten in allen Filialen der Genossenschaft Migros Zürich, es handelt sich hierbei um eine allgemeine Vorschrift», so Laratta. Ausnahmen seien möglich, lägen aber in der Verantwortung der Mitarbeiter. Bei Betrug hafte allerdings weiterhin die Migros Zürich.

Beim Coop sieht es ähnlich aus: «Auch bei uns empfehlen wir dem Kassenpersonal, kein Kleingeld zu wechseln. Es sei denn, es geschieht während des Zahlens an sich», erklärt Sprecherin Nadja Ruch. Kleingeld für den «Wägeli-Franken» könne beim Kundendienst oder am Kiosk gewechselt werden.

Es gibt eine Lösung, die Detailhändlern Sicherheit und Kunden den Einkaufskomfort erhält: Kreditkarten und Münzattrappen.

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bild via vkf-renzel.ch

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    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 11.04.2015 14:27
    Highlight Highlight Es wird ja immer mehr über eine bargeldlose Zukunft diskutiert. Was schiebt man dann in die Wägeli? Die Kreditkarte? Oder den Zeigefinger?, der dann wieder freigegeben wird, wenn das Wägeli deponiert wird.
    Fragen über Fragen!
  • Gleis3Kasten9 11.04.2015 13:25
    Highlight Highlight Sich einfach eine designierte Münze zu Hause bereithalten für solche "Zwischenfälle" ist mein scheinbar viel zu unkomplizierter Plan für solche Situationen. Wenn man darauf achtet, dass man diese Münze nicht spontan ausgibt kann man diesen Plan sogar mehrmals täglich wiederholen. Unglaublich, oder?
  • Angelo C. 11.04.2015 12:40
    Highlight Highlight Ja und was soll daran so stossend und ungewöhnlich sein? Bei Lidl haben die Kassiererinnen schon lange ein Wechselverbot für Parkhaus oder Einkaufswagen. Immerhin habe ich aber doch mehrfach diskret Wechselgeld zugeschoben erhalten, wenn ich freundlich-hilflos grinse und warte, bis die Angestellte bei der nächsten Kundin eh die Kasse öffnen muss. Es heisst dann immer: "Eigentlich dürften wir ja nicht wechseln, also bitte, das nächste Mal den Automaten benützen!" Ich kann aber auch die Richtlinien der Grossverteiler recht gut nachvollziehen, denn schier pausenlos steht da Irgendeiner oder -eine, die während dem Tippen für eine andere Person dreinreden und sofort Wechselgeld anbegehren, dadurch zusätzliche Verwirrung schaffend. Also sooo schlimm ist das alles nicht und kaum einen Artikel darüber wert.
  • Karl33 11.04.2015 12:36
    Highlight Highlight Naja, so funktioniert das eben. Habe mal bei einem Uber-Taxifahrer Geld wechseln wollen. Der sagte auch nein, mache er nicht. Aber da ist es ja Teil eines innovativen superduper Geschäftsmodell der Zukunft, alle jubeln.

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