Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nach dem Relaunch heisst das ehemalige Alpenrhein Village nun neu Designer Outlet Landquart. Im Bild: Menschen beim Einkaufen im Designer Outlet Landquart, am Donnerstag, 29. November 2012 in Landquart. ..(PHOTOPRESS/Samuel Truempy)

Das «Designer Outlet» in Landquart. Bild: PHOTOPRESS

Graubünden

Amtlich bewilligter Gesetzesbruch bei Sonntagsverkäufen

03.08.14, 13:46 03.08.14, 17:06

Das Bundesgericht befand im Februar 2014, dass der Sonntagsverkauf im «Designer Outlet» in der Bündner Gemeinde Landquart nicht zulässig sei, weil eine Bewilligung des Bundes fehle und es sich nicht um ein touristisches Angebot handle. Eine Übergangsfrist sah vor, dass die Sonntagsverkäufe noch bis zum August durchgeführt werden dürfen. 

Letzten Donnerstag fiel das kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga) jedoch einen Entscheid, der sich gegen den Entscheid des Bundesgerichts stellt. Es bewilligt den Sonntagsverkauf für das «Designer Outlet» bis auf weiteres.

«Eine Praxisänderung wäre unverhältnismässig.»

Jörg Guyan, Kiga NZZ am Sonntag

Jörg Guyan vom kantonalen Amt sagte gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass eine Praxisänderung «unverhältnismässig» sei. Der Bundesrat sei zur Zeit daran, die notwendigen Verordnungen zu ändern, dass Sonntagsverkäufe in solchen Shopping-Malls ermöglicht werden. 

Rote Köpfe beim Seco und Unia

Auf rote Köpfe stösst dieser Entscheid beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und bei der Gewerkschaft Unia. Seco-Sprecherin Marie Avet hielt gegenüber der «NZZ am Sonntag» fest, dem Seco seien die Hände gebunden, da die Kontrolle vom kantonalen Arbeitsinspektorat durchgeführt werden müsse. Dieses gehört jedoch dem Kiga an.

Ähnlich ratlos reagiert die Gewerkschaft Unia. Sie drückte in einer ersten Reaktion ihre Wut aus. Heftiger reagierte der Bündner SP-Grossrat: Er reichte schon im Juni eine Anfrage zum Outlet aus. Peyer warnte den Kanton, er setze einen der wichtigsten Schweizer Standortvorteile aufs Spiel, nämlich die Rechtssicherheit. Ein Gesetz offiziell zu brechen, und dies damit zu begründen, das Gesetz werde bald geändert, sei ungeheuerlich, sagte Peyer gegenüber der «NZZ am Sonntag». (pma)



Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 足利 義明 Oyumi Kubo 03.08.2014 18:54
    Highlight Anstatt die Wirtschaft und die Arbeitnehmer zu unterstützen, gefallen sich die längst überholten Gewerkschaften in kindlichen Reflexen. Stereotyp rufen sie bei allen Versuchen die Öffnungszeiten zeit- und konsumentengerecht zu gestalten lauthals aus.

    Schaffen wir doch diese unnötigen Institutionen mit ihren Wohlfühlsozis ab.
    15 7 Melden
    • kiawase 03.08.2014 21:12
      Highlight keiner der hier so grossko... kommentiert wird wohl an einem sonnntag arbeiten müssen.
      4 6 Melden
    • Kari Metzger 03.08.2014 22:49
      Highlight Abwarten, vielleicht sind Sie auch einmal in Ihrem Leben froh, wenn jemand für Sie auf die Strasse geht. Kindliche Reflexe zeigen Sie, nicht die Arbeitnehmervertreter, haben Sie schon einmal beim Personal nachgefragt wegen der Sonntagsarbeit? Ich möchte noch weiterfragen, woher kommen wohl Ihre 5-6 Wochen Ferien, die 40 Stundenwoche, der 13. Monatslohn und und? Glauben Sie, Patrons wie die Familie Blocher hätte das alles freiwillig hergegeben? Schauen Sie am Fernsehen die demnächst laufende Dokumentation wie es vor hundert Jahren zuging in der Arbeitswelt! zerscht e chli studiere wär guet
      0 1 Melden
    • 足利 義明 Oyumi Kubo 04.08.2014 12:23
      Highlight @kiawase
      Als Arbeitgeber sehe ich es als meine Pflicht an jeweils auch an den Wochenenden zu arbeiten wenn dafür Bedarf ist, schliesslich bin ich für das Einkommen etlicher Angestellten und deren Familien verantwortlich.

      Dasselbe verlange ich aber auch von meinen Angestellten wenn nötig.
      1 0 Melden
  • Chaose 03.08.2014 17:40
    Highlight Die Schweiz ist wohl das einzige Land der Welt, das so ein Gschiss um Öffnungszeiten macht... Liberalisiert das doch einfach, gibt mehr Jobs. Es gibt keinen Grund, das einzuschränken. Spitäler, Restauants, SBB, Stadtreinigung, etc machen ja auch nicht einfach am Sonntg dicht...
    15 6 Melden
    • Kari Metzger 03.08.2014 22:56
      Highlight Es ist ein Trugschluss, dass es mehr Jobs gibt, es gibt tiefere Löhne und längere Arbeitszeiten. Kein Mensch hat mehr Geld zum ausgeben, selbst wenn die Läden 24 h geöffnet haben, also der Kuchen bleibt gleich gross, er wird am Schluss nur Krümelweise statt am Stück gegessen! Arme Leute, die nicht wissen, wie sie sonst ihre dank der Gewerkschaften grosse Freizeit anders als mit shoppen verbringen sollen!,
      1 4 Melden

Tausende demonstrieren in Genf für wirksamere Schritte gegen Klimaerwärmung

Mehrere Tausend Menschen haben am Samstagnachmittag am Klimamarsch von Genf teilgenommen. Sie forderten die Politiker auf, unverzüglich wirksame Massnahmen im Kampf gegen die Klimaerwärmung zu ergreifen.

Rund 20 Organisationen mit Unterstützung der Klima-Allianz Schweiz hatten zu der Manifestation im Zentrum der Rhonestadt aufgerufen. Sie gaben die Teilnehmerzahl mit über 7000 an, die Polizei allerdings geht von 3000 bis 3500 aus. Greenpeace-Sprecher Mathias Schlegel zeigte sich jedenfalls sehr …

Artikel lesen