Schweiz
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Was hat mehr Kultur: Kino, Fussball, Sex oder Bühne?

An Kunst-Aktionen wie dem Zürcher Hafenkran scheiden sich die Geister. Genauer: Nicht genug Geister – denn Kultur betrifft jeden. Im Stadion, im Kino, in der Banlieu oder im Konzertsaal. Und du kannst jetzt den Politikern, die das verantworten, Fragen stellen.

09.03.15, 10:09 09.03.15, 10:31


Am Dienstag, 10. März, 18.30 Uhr, stellen sich in der ZHdK die neuen Kandidatinnen und Kandidaten für den Regierungsrat des Kantons Zürich einem Podium. Dort diskutieren sie die Frage, welchen Mehrwert Kultur in einem nicht-ökonomischen Sinn schafft.

WTF? Was geht MICH das an?!

Klingt erstmal langweilig, birgt aber Zündstoff. Im weitesten Sinne hat das Thema mit dem Hafenkran in Zürich zu tun, mit Ausschreitungen von Jugendlichen, mit Integration, mit dem Schweizer Fernsehen und mit den Studenten der «brotlosen Künste». Und – je nach Ansicht – auch mit Fussball.

Fussball??? Pfffff!!!

Klingst absurd, aber wenn es um die Frage geht, was kulturell wertvoll ist, geht es ja schon los – gut zu sehen bei der Diskussion über den Bau eines Fussballstadions in Zürich. Sollte der von der Stadt ähnlich gefördert werden wie «Kultur-Klassiker» wie Oper und Tonhalle?

Umfrage

Oper und Tonhalle haben eine gewisse kulturpolitische Lobby. Fussball auch?

  • Abstimmen

134 Votes zu: Oper und Tonhalle haben eine gewisse kulturpolitische Lobby. Fussball auch?

  • 13%Bitte? Kein Vergleich! Ersteres sind Institutionen, Letzteres bringt höchstens Hooligans hervor.
  • 10%Die Klassiker haben ein kulturelles Standing, Fussball ist eine schöne Privatsache.
  • 39%Oper und Tonhalle sind wunderbar, aber Fussball ist auch Kultur.
  • 37%Beide schön und gut, aber der Fussball tut mehr für die Kultur einer breiteren Masse.

ZUR KUENDIGUNG VON JOCHEN DRIES ALS TRAINER DES FC SION STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG – L'entraineur du FC Sion, Jochen Dries, lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Sion et le FC Thun ce dimanche 19 octobre 2014 au stade de Tourbillon a Sion. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Fragen über Fragen. Und Fussball. Bild: KEYSTONE

Ach ne, dann ist Gugus-Dada wohl auch Kultur?

Klingt nach Schnee von gestern, aber es gilt nach wie vor: Geschmäcker sind verschieden und darüber sollte man reden. Hilft beispielsweise eine Statue irgendwem? Und wenn ja, wie und warum? Zuletzt gut zu sehen an der Diskussion um den Zürcher Hafenkran, dessen Aufstellung etwa im Feuilleton des «Blick» heftig kritisiert wurde.

Umfrage

Fandest du es okay, für den Hafenkran Geld auzugeben?

  • Abstimmen

130 Votes zu: Fandest du es okay, für den Hafenkran Geld auzugeben?

  • 34%Das ist doch völliger Quatsch gewesen, das Geld wäre anderswo besser investiert.
  • 48%Mehr Meer für Züri? Ich fand die Aktion klasse!
  • 16%Ich mische mich da nicht ein, will aber die Antworten der anderen sehen.

Arbeiter entfernen den Ableger des Hafenkrans am Limmatquai, aufgenommen am Montag, 19. Januar 2014, in Zuerich. In spaetestens zwei Wochen wird der Kran am Limmatquai nicht mehr sichtbar sein. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Banlieu? Züri ist nicht Paris!

Klingt richtig, könnte sich aber als falsch herausstellen. Immerhin ging es bei «Züri brännt» in den 80ern auch um Freiräume für Jugendliche. Damals konnten die Demonstranten der Stadt das Kulturzentrum «Rote Fabrik» abringen – von dem heute aber böse Zungen behaupten, es sei auch schon wieder Mainstream. Deshalb muss man die Frage stellen:

Umfrage

Könnte es so etwas wie «Züri brännt» wieder geben?

  • Abstimmen

97 Votes zu: Könnte es so etwas wie «Züri brännt» wieder geben?

  • 16%Nein, diese Zeiten sind endgültig vorbei.
  • 16%Ich bin mir nicht sicher.
  • 65%Na klar, die Situation ist (noch) nicht vergleichbar, aber dennoch: Denkbar ist sowas auch heute (noch).

Und das SF? Da läuft seit «Lüthi & Blanc» eh nichts Gutes mehr

Klingt altbekannt, dieser Ausspruch, aber wie kann man sich über fehlende Filme, unkreative Filmemacher oder zu wenig Schweizer Schauspiel-Nachwuchs beschweren – und sich dann nicht mit Kultur-Studien beschäftigen?

Oder kennst du dich so gut aus, dass du dieses drei Quizfragen fehlerfrei beantwortest?

1.Wie viel Prozent der Schweizer Hochschulstudenten sind in den Fachbereichen Design, Theater, Musik und andere Künste eingeschrieben?
23,86 Prozent
15,92 Prozent
11,32 Prozent
3,86 Prozent
2.Wie hoch schätzt du die Erwerbsquote fünf Jahre nach Studienabschluss im Bereich Theater, Musik und andere Künste?
98,4 Prozent
77,2 Prozent
53,1 Prozent
39,3 Prozent
3.Wie hoch war der Gesamtumsatz der Kreativwirtschaft in Zürich Stadt anno 2011?
11,8 Milliarden Franken
118 Millionen Franken
11,8 Millionen Franken

Warum studiert man dieses Ethno-Dings überhaupt?

Klingt nachvollziehbar: Während heutzutage niemand gegen Bildung wettert oder gar fordert, es müssten weniger MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) gelehrt werden, haben Geisteswissenschaften einen schweren Stand. Für Aussenstehende wirken Fächer wie Ethnologie oder Soziologie mitunter «überflüssig», weil Potenziale nicht erkannt werden.

Umfrage

Sind Ethnologie oder Soziologie sinnvoll bei der Integration von Ausländern?

  • Abstimmen

63 Votes zu: Sind Ethnologie oder Soziologie sinnvoll bei der Integration von Ausländern?

  • 5%Wie auch immer – das Geld soll lieber woanders ausgegeben werden. Die Betroffenen können ja gehen, wenn es ihnen nicht passt.
  • 21%Ich glaube, der Effekt wird diesbezüglich überschätzt.
  • 8%Ich weiss es nicht. Wirklich nicht.
  • 40%Sie sind wichtig – und wichtiger, als man denkt.
  • 24%Sie sind essenziell für das soziale Klima in der Schweiz.

Okaaaaay ...

Klingt nach Kompromiss: Kultur-Förderung geht alle an – nur was Politiker der verschiedenen Parteien daraus machen, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt. Und deshalb musst du ihnen auf den Zahn fühlen und ihnen präzise Fragen stellen. Und diskutieren, versteht sich ja wohl von selbst!

Die Argumente werden im Kommentarfeld ausgetauscht, wo auch eure Fragen platziert werden, die die Kollegen der ZHdK sichten und für die Podiumsdiskussion auswählen. Die Fragen bitte mit einem Absatz und dem Zusatz «Meine Frage: ...» versehen.

Abgemacht?

Nur eines noch:

Umfrage

Beteiligst du dich zukünftig auch wirklich an Kultur(-Politik) und denkst dir eine kluge Frage aus?

  • Abstimmen

61 Votes zu: Beteiligst du dich zukünftig auch wirklich an Kultur(-Politik) und denkst dir eine kluge Frage aus?

  • 25%watson, du bist so ätzend pushy!!! Aber ja, ich mache es. In drei Gottes Namen!
  • 8%Wie altklug seid ihr eigentlich? Es nervt, aber von mir aus ...
  • 23%Dieses Sendungsbewusstsein geht mir sowas von auf die Tonhalle, aber wenn ihr dann endlich Ruhe gebt, okay.
  • 41%Was wisst ihr Journalisten eigentlich von Kultur? Da denke ich mir lieber selber eine Frage aus!

PS: Was war eigentlich mit dem Sex?

Klingt, als habe da jemand was versprochen und nicht gehalten. Schon gut, schon gut! Sex und wie die Gesellschaft damit umgeht sind natürlich die Dauererrektion im Kultur- und Medienbetrieb, das Thema wird immer heiss diskutiert und es gibt so manches Theater darum. Nehmen wir nur Milo Moiré: Die Schweizerin crasht allenthalben Ausstellungen, zieht blank und nennt ihre Aktion dann Kunst. Zu recht?

Swiss performance artist Milo Moire walks naked on the exhibition site of the international art show Art Basel and takes pictures, in Basel, Switzerland, on Thursday, June 19, 2014. Controversial Swiss artist Milo Moire names her Performance to walk naked through the Art Basel exhibition

Bild: KEYSTONE

Umfrage

Milo Moiré entblättert sich gerne im Namen der Kunst. Was sagst du dazu?

  • Abstimmen

167 Votes zu: Milo Moiré entblättert sich gerne im Namen der Kunst. Was sagst du dazu?

  • 23%Kann. Gerade. Nicht.
  • 16%Kunst darf alles, nur nicht langweilen!
  • 19%Sie thematisiert die Übersexualisierung der Gesellschaft durch Übertreibung. Warum nicht?
  • 23%Kunst ist, was man daraus macht.
  • 17%Was weiss denn ich? Zeig mir lieber, was die anderen denken!

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Señor Ding Dong 09.03.2015 10:22
    Highlight Ich hab' wegen den Titten geklickt, bin ich jetzt übersexualisiert? :-(
    8 4 Melden
    • droelfmalbumst 09.03.2015 10:48
      Highlight habe auch geklickt weil ich dachte da wären noch ein paar weitere fotos, von vorne oder so :-/
      6 6 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 09.03.2015 11:47
      Highlight Sowas nennt sich clickbaiting, würde ich sagen.

      So bin ich dann auch nur über die Überschriften und Umfragen durch gegangen.
      2 1 Melden

Nein, Gertrud, meine Tattoos sind «kein Schrei nach Aufmerksamkeit»

Danke der Nachfrage, aber mir geht es gut und nein, du darfst nicht «schnell mal anfassen» oder «nachsehen».

Der Sommer ist für viele Tätowierte ein schwieriges Pflaster. Jetzt, wo die Tattoos nicht mehr von Pullovern verdeckt werden (können) und für jedermann und -frau öffentlich beurteilbar sind, häufen sich die ungebetenen Kommentare. Im Freibad. Beim Bäcker. Beim Grillen mit den Freunden der Nachbarn.  

Ich weiss, wovon ich spreche. Statt mir in die Augen zu schauen, kleben die Blicke der Fremden seit drei Monaten an meinen Armen. Manchmal werden sie übergriffig:

Deshalb habe ich hier für …

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