Schweiz
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Celina Feri, SP-Einwohnerrätin von Wettingen und ihre Mutter Yvonne Feri, SP-Nationalrätin. Bild: facebook / chris iseli

Yvonne Feri: «Ich mache sicher keinen Wahlkampf auf dem Rücken meiner Tochter»

Ab wann ist sexy ist zu sexy? Diese Debatte hat SP-Nationalrätin Yvonne Feri ausgelöst, weil sie sich aufgrund eines freizügigen Facebook-Fotos ihrer Tochter Celina um deren Polit-Karriere sorgt. Im Interview erklärt sie, wie es so weit kommen konnte. 

14.07.15, 16:20 14.07.15, 16:53


Die SP-Nationalrätin Yvonne Feri hat sich gegenüber der «Aargauer Zeitung» kritisch über den Aufzug ihrer Tochter geäussert. Stein des Anstosses war ein Bild von Feris Tochter Celina, das diese in Hotpants und knappem Top zeigt. Celina Feri hatte das Foto auf Facebook veröffentlicht. 

Die Debatte über Feminismus, Politik und Hotpants ist auch auf Facebook aufgeflammt, wo Yvonne Feri vorgeworfen wird, mit dem Facebook-Post ihrer Tochter Wahlkampf zu betreiben. 

Was hat der Artikel über Sie und Ihre Tochter ausgelöst?
Yvonne Feri: Mein Handy klingelt ununterbrochen. Ich war in den Bergen und wollte dort eigentlich etwas länger bleiben. Wegen der ganzen Geschichte habe ich meine Ferien abgebrochen und bin nach Hause gereist. 

Wie fallen die Reaktionen aus?
Die Leute, die mir persönlich ein Feedback gegeben haben, verstehen beide Seiten. Sie können zum Einen nachvollziehen, dass eine junge Frau wie meine Tochter Celina sich gerne so zeigt, wie sie sich auf Facebook präsentiert. Auf der anderen Seite verstehen sie, dass das Thema für mich als Mutter und Politikerin, die sich schon lange gegen zementierte Rollenmuster von Frauen und Männer wehrt, heikel ist. 

Yvonne Feri steht zu ihrer Aussage. Bild: KEYSTONE

Es gibt aber auch Stimmen, die Ihnen billigen Wahlkampf vorwerfen.
Dieser Vorwurf trifft mich am meisten. Nichts liegt mir ferner als dies. Ich habe mit meiner Tochter nie Wahlkampf gemacht und werde dies auch nie tun. 

Wie ist denn die ganze Geschichte überhaupt an die Öffentlichkeit gelangt? 
Eine Journalistin der «Aargauer Zeitung» hat mich angerufen und mich auf das neue Facebook-Profilbild meiner Tochter angesprochen.  

Sie hätten einfach nichts sagen können. 
Damit hätte ich nur Gerüchte genährt. 

Konnten Sie heute schon mit Ihrer Tochter Celina reden?
Wir hatten nur kurz Kontakt per SMS. 

Ist dieses Bild von Celina Feri zu sexy? Bild: facebook

Was sagt sie dazu?
Celina findet es schade, dass in gewissen Berichten die Tatsachen verdreht werden und von einem Familien-Zoff geschrieben wird. Das ist es ganz einfach nicht. Celina und ich haben lediglich verschiedene Meinungen zu einem Thema. 

Für viele ist das Foto Ihrer Tochter ein ganz normales Ferienfoto.
Können Sie das nachvollziehen?

Ja, Celina ist ja auch eine schöne junge Frau. Aber man muss unterscheiden zwischen Privatem und Öffentlichem. Und ich bleibe dabei: Ein solches Facebook-Profil-Bild gehört nicht in die Öffentlichkeit und ist nicht vorteilhaft für ihre Polit-Karriere. Ich mache die Regeln nicht selber, aber ich habe schon persönlich miterlebt, dass es in der Politik nicht gut ankommt, wenn man aus der Reihe tanzt. Auch ich trage privat kurze Hosen, ich zeige mich damit aber nicht auf öffentlichen Bildern.

Umfrage

Schadet das Facebook-Profilbild der Politikerin Celina Feri?

  • Abstimmen

1,415 Votes zu: Schadet das Facebook-Profilbild der Politikerin Celina Feri?

  • 19%Ja, mit dieser Pose reduziert sich Celina Feri selbst auf ihren Körper. Da muss sie sich nicht wundern, wenn man sie als SP-Politikerin nicht ernst nimmt.
  • 74%Nein, da übertreibt ihre Mutter total. Die Pose hat doch nichts mit Sexismus zu tun.
  • 7%Ich weiss nicht.

Wäre das Bild okay, wenn Celina keine Politikerin wäre? 
Allenfalls schon. Peilte sie eine Karriere als Model an, sähe die Sache sicher anders aus. Allerdings frage ich mich, hätte die ganze Geschichte so viel ausgelöst, wenn meine Tochter mollig wäre? 

Womit wir bei einem Ihrer Polit-Themen wären. Sie setzen sich gegen sexistische Werbeplakate ein. Ist es nicht so, dass dank der Geschichte mir Ihrer Tochter Ihr Anliegen nun breit diskutiert wird?
Ich kämpfe schon lange gegen Sexismus in der Werbung und habe verschiedene Vorstösse gemacht. Allerdings geht es dabei darum, ob eine Werbung sexistisch ist und nicht darum, ob sie sexy ist. Das ist ein Unterschied.

Können Sie den erklären?
Sexy ist erotisch. Sexistisch hingegen ist es, wenn ein Geschlecht falsch dargestellt wird. Eine Auto-Werbung mit einer Frau ist sexistisch, weil die Frau nichts mit dem Produkt zu tun hat. Die aktuelle Debatte geht deshalb in die falsche Richtung. Es geht nicht in erster Linie um Rollenmuster von Mann und Frau, sondern darum, was öffentlich ist und was besser privat bleiben sollte. 

Vor der Wahl zum Wettinger Gemeinderat präsentierte sich Celina Feri relativ brav. Bild:  zenzfotografie

Es gibt Leser, die es erfrischend finden, dass sich Ihre Tochter in Hotpants zeigt. Sie sind der Meinung, sie animiere dadurch junge Menschen, ebenfalls in die Politik einzusteigen oder sich vermehrt für Politik zu interessieren. Glauben Sie auch daran?
Das kann ich nicht beurteilen. Es wäre aber schön, dann hätte die ganze Geschichte etwas Positives. 

Und wie sieht es bei Ihnen selber aus. Schadet oder nützt der Rummel Ihrer Nationalratskandidatur? 
Ich denke weder noch. 

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • G.Oreb 14.07.2015 23:37
    Highlight "Eine Auto-Werbung mit einer Frau ist sexistisch, weil die Frau nichts mit dem Produkt zu tun hat."

    Da muss ich Frau Furi ausnahmsweise mal Recht geben. Frauen haben am Steuer nichts verloren...

    Anmerkung für die FeministInnen hier (und scheinbar auch die Redaktion): *Ironie aus*
    13 1 Melden
  • dieser Nickname wird schon verwendet. 14.07.2015 22:45
    Highlight Für mich persönlich zeugt es von Sexismus, dass dieser Artikel überhaupt erscheint.
    1. Wer gräbt schon in Fotos von Kindern von einigermassen unbekannten Politikern?
    2. Wenn es nun ein junger Mann gewesen wäre, in Badehose. So glaube ich nicht, dass ein eben solcher Artikel geschrieben worden wäre.
    PS: meinen Vorrednern kann ich nur zustimmen. Sommerloch.
    22 5 Melden
  • Nightghost 14.07.2015 22:09
    Highlight Watson und die Aargauer Zeitung kommen aus dem selben Haus. Und beide bringen so einen Schwachsinn. Sommerlochjournalismus
    22 3 Melden
  • klugundweise 14.07.2015 21:50
    Highlight Sonst noch nie was von NR Frei gehört.
    Und jetzt nur Füllmaterial für das Sommerloch.
    Schade, die SP hätte mehr zu bieten.
    7 9 Melden
  • Charlie Brown 14.07.2015 19:58
    Highlight Bezüglich Social Media hat die Mama für sich persönlich ja eine grundsätzlich lobenswerte Haltung, zumindest im Vergleich zu vielen anderen Politikern einer wählerstarken Volkspartei. Wenn ihr Umgang mit den konventionellen Medien nur genau so umsichtig wären... "kein Kommentar, meine Tochter ist erwachsen" wäre eine Möglichkeit gewesen...
    23 5 Melden
  • Michael Mettler 14.07.2015 19:00
    Highlight Ich will auch was zu diesem Problem schreiben - mir fällt nur nichts ein! Warum wohl???
    23 2 Melden
  • Nick Name 14.07.2015 17:58
    Highlight Der zweite Blödsinn ist, auf eine solche Schurni-Anfrage was zu sagen.
    Der erste, als Schurni sowas zu fragen.

    Tim Roll hat's unten ganz treffend auf den Punkt bzw. das Fragezeichen gebracht. Sommerloch.
    19 2 Melden
  • Fab_bu 14.07.2015 17:57
    Highlight Glaube celin's facbook account erlebt gerade Hochkonjunktur 🙈😂
    31 3 Melden
  • Brummbaer76 14.07.2015 17:39
    Highlight Juhuu 20Min. Niveau bei Watson! Aber noch schlimmer ist die AZ Journalistin die es für nötig findet die Facebook Profile von Politiker Kinder nach ev. nicht ganz "Konformen" Fotos zu Durchsuchen. Sehr investigativ. Liebe Journis so zieht ihr euren Berufsstand ins lächerliche und euer Ansehen leided ebenso darunter!
    28 4 Melden
  • Bonifatius 14.07.2015 17:07
    Highlight Das was die Mutter macht ist sexistisch und sie weiss es nicht einmal! Die Tochter darf ihre Weiblichkeit nicht zeigen, weil die Mutter der Politik Männlichkeit zuschreibt. Wenn ein männlicher Politiker im Wald mit kurzen Hosen am Joggen abgelichtet wird, dann gilt er als fitter Sportler und somit als erfolgreich und diszipliniert. Eine Frau soll ständig unattraktiv und spiessig daherkommen?
    79 8 Melden
  • Amboss 14.07.2015 17:06
    Highlight Diese Debatte zeigt doch genau auf, weshalb die Linken, gerade die SP stets um die 20% Wähleranteil vor sich hindümpeln.
    Keine Lockerheit, keine Freude am Leben, nichts. Wie soll man mit dieser Freudlosigkeit Wähler für seine Anliegen begeistern können.

    Es ist Sommer. Alle normalen Menschen geniessen dann Ferienzeit, Lockerheit, Lebensfreude. Auch Celina Feri.
    Und hat dies auf einem sympathischen Ferienfoto gezeigt. Richtig bürgernah halt.

    Und was meint Frau Yvonne Feri dazu: "Sexismus! Karriere! Rollenmuster!"
    Wo ist die Lebensfreude, der Spass?
    39 9 Melden
    • 's all good, man! 14.07.2015 17:39
      Highlight Und «die Rechten» sind wirklich soviel entspannter? Wirklich? 😛
      45 13 Melden
    • Tschosch 14.07.2015 19:24
      Highlight Sicher doch! Der Blocher trägt manchmal sogar ein hippes kurzärmliges Hemd. ;)
      14 2 Melden
    • Amboss 14.07.2015 21:00
      Highlight Womit wir beim zweiten Hauptgrund für das Dahindümpeln der Linken sind: Sie vergleichen sich immer mit den Rechten, Blocher, der SVP. " Aber die SVP macht auch..." "Und Blocher ist..."
      Wen muss es kümmern, was Blocher macht?
      Die Linken sollen ihre Politik machen. Und nicht Anit-Blocher Politik
      9 1 Melden
    • 's all good, man! 14.07.2015 21:41
      Highlight Also ich mache nur einen blöden Spruch, ernte dafür einige Dislikes und nun kommst du auch noch mit ernsthaften Argumenten darüber, wie wer welche Politik betreibt? Ich frage mich gerade, wer hier eventuell etwas unentspannt ist.

      😛

      P.S.: bin defintiv auch dafür, dass sich links wie rechts auf Sachpolitik konzentriert und nicht auf «aber die haben doch»-Getrötzele.
      4 3 Melden
    • Amboss 14.07.2015 22:33
      Highlight Ich bin ziemlich entspannt.
      Es hat einfach so gepasst.
      Mir fällt einfach auf, dass die Linken immer krampfhaft versuchen nicht so wie Blocher zu sein. Und keine eigene Linie fahren.

      Aber eigentlich ist's mir ziemlich wurscht...
      4 1 Melden
    • Tschosch 14.07.2015 23:51
      Highlight Die "Entspanntheit" hat nichts mit der politischen Ecke zu tun, Amboss. Darauf zielte mein Spruch ab.
      In sachlichen Diskussionen hat der "Anti-Blocher-Reflex" (oder wie man dieses Phänomen auch immer nennen will) tatsächlich nichts zu suchen. Das ist tatsächlich ein Handicap "der Linken". (Wobei der Ausdruck "die Linken" eine naive Pauschalisierung ist.)
      1 0 Melden
    • Amboss 15.07.2015 07:42
      Highlight @Josh: Ob dies was mit der politischen Ecke zu tun hat, und wie entspannt die Rechten sind, weiss ich nicht, hab mir das nie überlegt.
      Mir fällt einfach auf, dass die linken (ich verwende den Ausdruck jetzt mal so) PolitikerInnen doch häufig sehr verbissen handeln. Wie hier Frau Feri: Ferien abbrechen, öffentliches Statement, Sexismus-Diskussion
      2 0 Melden
    • Amboss 15.07.2015 07:49
      Highlight Wobei wir bei einem weiteren Problem der Linken wären: Die Bevormundung. Das Bedürfnis, anderen vorzuschreiben, was das Beste für sie ist.
      Es ist das Facebook-Profil ihrer Tochter. Die Tochter ist erwachsen. Sie ist mit Social Media aufgewachsen. Die Tochter ist verantwortlich dafür, was auf ihrem Profil zu sehen ist und muss auch allfällige Konsequenzen tragen.
      Aber nein: Mama Feri weiss, was das Beste für ihre Tochter ist (und sieht nicht ein, dass sie vielleicht falsch liegt. Denn das Foto zeigt doch: Ich bin eine ganz normale, lebensfrohe junge Frau.)
      3 0 Melden
    • Tschosch 15.07.2015 08:55
      Highlight @ Amboss: Stimme zu! Diese Verbissenheit, wie auch die Bevormundung sind auch aus meiner Sicht typisch für links aussen.
      Und genauso sind Verbissenheit und Bevormundung typisch für rechts aussen! Wieder hat das nichts mit der politischen Ecke zu tun. Einzig die Themen unterscheiden sich, in deren Zusammenhang PolitikerInnen verbissen bzw. bevormundend auftreten/handeln/entscheiden...
      1 0 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 14.07.2015 16:58
    Highlight Wenn sie denkt, sie wird eher ernstgenommen mit Hose anstatt ihren Worten, dann irrt sie sich, damit zeigt sie nur, dass sie glaubt Männer sind doof.
    Ich finde, die Mutter ist sexistisch und hat zementierte Rollenbilder, dass sie sich überhaupt daran stösst, dass das Bild ihrer Tochter schädlich für ihre Zukunft ist.
    36 3 Melden
  • Sillum 14.07.2015 16:53
    Highlight Wenn die Hotpants der Tochter das einzig Unverständliche im Umfeld der SP Politikerin wären, dann sollten Hotpants Pflicht für SP Politikerinnen werden.
    18 7 Melden
    • Nico Rharennon 14.07.2015 17:09
      Highlight Ich vermisse den "Miss Sixty Style"! (wer nicht weiss wovon ich spreche, da zeigt man von oben her soviel wie möglich vom Hinterteil) Dazu noch einen Tanga welchen man knapp sehen kann... Ach da will ich gleich wieder die Schulbank drücken! 😍
      Die aktuelle Mode der jungen Ladys (siehe Tochter Feri) find ich einfach wirklich zum schreien. Sonst bin ich eigentlich nicht so, aber das geht gar nicht!
      Unter dem Gesichtspunkt kann sich Mama Feri jetzt aber auch ein klein wenig freuen das sie nicht schon 10 Jahre früher Mutter wurde. 😇
      6 12 Melden
  • Thomas Binder 14.07.2015 16:51
    Highlight Wenn alle unsere mittlerweile unsäglichen Medien wenigstens dreilagig, saugfähig und wunderbar flauschig wären!
    10 1 Melden
  • Tim Roll 14.07.2015 16:42
    Highlight Sommerloch?
    46 1 Melden
  • amore 14.07.2015 16:30
    Highlight Frau Feri (Mutter), wenn ich Sie wäre, wäre ich einfach stolz auf eine so erfolgreiche und hübsche Tochter. Auf Facebook ist ein solches harmloses Bild eine Normalität. Wir Wähler können schon unterscheiden zwischen einem schönen sexy Bild und der Arbeit, die eine Politikerin verrichtet.
    39 8 Melden
    • hektor7 14.07.2015 16:56
      Highlight Oder um es im Facebook-Slang auszudrücken: Chills mol, Muetter!
      40 2 Melden

Schweizer Islamisten wegen Al-Kaida-Propaganda zu bedingter Freiheitsstrafe verurteilt

Das Bundesstrafgericht hat Naim Cherni, Vorstandsmitglied des IZRS und der Macher von zwei umstrittenen Videos, der unerlaubten Propaganda für Al-Kaida und verwandter Organisationen schuldig gesprochen. Er erhält eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten.

Die beiden anderen Vorstandmitglieder des Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS), Nicolas Blancho und Qaasim Illi, wurden freigesprochen. Die Eröffnung der Urteile wurde anfänglich von Zwischenrufen aus dem Publikum unterbrochen. (sda)

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