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ZUR STELLUNGNAHME VON BISCHOFSSPRECHER GIUSEPPE GRACIA ZU DEN UMSTRITTENEN AEUSSERUNGEN VON BISCHF VITUS HUONDER STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Giuseppe Gracia, Pressesprecher des Bistums Chur, bereitet in der Pfarrkirche Steinen, SZ, am Sonntag, 9. Maerz 2014, Kerzen fuer die Abschlussfeier der Gebetsinitiative

Bild: KEYSTONE

Churer Bischofssprecher fungiert als Whistleblower und fliegt auf

02.03.17, 14:40 02.03.17, 17:38


Der Churer Bischofssprecher Giuseppe Gracia hat Erklärungsbedarf. Der Medienmann von Bischof Vitus Huonder bediente im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal im Kapuzinerorden aus dem Hintergrund Medienleute mit Informationen – und flog prompt auf.

Bei dem Vertuschungsskandal geht es um den 76-jährigen Pater Joël. Der Kapuzinermönch soll in der Vergangenheit jahrelang sexuelle Übergriffe auf Jugendliche verübt haben. Der Freiburger Daniel Pittet enthüllt in einem Buch, wie er als Kind von diesem pädophilen Priester missbraucht wurde.

Die höhere Verantwortung

Bischofssprecher Gracia empfand es nach eigenen Angaben als seine Pflicht, auf eine mögliche Verantwortung des damaligen für die Aufsicht verantwortlichen Provinzials Mauro Jöhri hinzuweisen, den höchsten Kapuziner schweizweit. Dafür schaltete er zwei Medienschaffende ein und machte einen Quellenschutz geltend.

Quellenschutz bedeutet, der Bischofssprecher wollte seinen Namen als Informat nicht in der Zeitung lesen. Das musste er jedoch: Gracias Pech war, dass ihn einer dieser Medienschaffenden im Text erwähnte.

Was dem Bischofssprecher postwendend den Vorwurf eintrug, er wolle Mauro Jöhri anschwärzen, weil Jöhri als Administrator für das Bistum Chur gehandelt werde. Gracia gab an, persönliche Gründe hätten ihn veranlasst, auf höhere Verantwortliche im Vertuschungsskandal aufmerksam zu machen.

Bischöfliches Verständnis

Von höherer Warte gab es Rückhalt für den umtriebigen Bischofssprecher. Auf der Hompage der Churer Diözese steht aktuell zu lesen, Bischof Vitus Huonder werte das selbständige Handeln seines Medienverantwortlichen im Missbrauchsskandal um Pater Joël als Versuch, der vollen Aufklärung zu dienen.

Auch der Bischof sei an der Wahrheit interessiert und habe Verständnis für das Handeln des Medienverantwortlichen. Der Churer Bischof wird im April 75 Jahre alt und muss dem Papst dann seinen Rücktritt anbieten. (sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Töfflifahrer 03.03.2017 09:00
    Highlight Der "einer dieser Medienschaffenden" muss ja ein echter Profi sein. Welche Quelle will da noch Infos weitergeben, wenn er seinen Namen dann zuerst Sieht/hört oder liest?
    Der hat seiner Zunft einen echten Bärendienst erwiesen.
    3 0 Melden
  • Spooky 02.03.2017 22:37
    Highlight Wie wird man eigentlich Bischofssprecher? Ist das ein Beruf?
    2 0 Melden
  • Datsyuk * 02.03.2017 16:56
    Highlight Richtig gehandelt! Herz...
    8 3 Melden
    • Binni23 02.03.2017 19:00
      Highlight Nö. Nicht richtig gehandelt.
      1. "Hintenrum" macht man als Profi keine Pressearbeit
      2. Hat das Bistum Chur bei Kindsmissbrauch bis jetzt immer auf stumm geschaltet und seine eigenen Leute gerügt, wenn sie sich öffentlich gegen Pädophile engagieren wollten
      3. ist das ein billiger Trick, um die Konservativen Kräfte nach der "Abdankung" von Bischof Huonder an der zukünftigen Macht zu erhalten.
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