Schweiz
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Genf eröffnet ein neues Gefängnis

Une vue de la nouvelle prison Curabilis, encore en construction, qui devrait etre inaugurer en avril, photographie, ce vendredi 28 fevrier 2014 a Geneve. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Das neue Gefängnis Curabilis in Puplinge (GE). Bild: KEYSTONE

Hier sollen gefährliche Straftäter resozialisiert werden

04.04.14, 12:09 04.04.14, 13:04

Der Kanton Genf und das Strafvollzugskonkordat der lateinischen Schweiz haben am Freitag das neue Gefängnis Curabilis eröffnet. Die Einrichtung hat total 92 Plätze und ersetzt teilweise das Zentrum «La Pâquerette», das Mitte Januar nach dem Mord an einer Genfer Sozialtherapeutin geschlossen worden war. 

Une vue de la nouvelle prison Curabilis, encore en construction, qui devrait etre inaugurer en avril, photographie, ce vendredi 28 fevrier 2014 a Geneve. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Das neue Gefängnis bei der Fertigstellung im Februar. Bild: KEYSTONE

Mit der Eröffnung von Curabilis in Puplinge (GE) verwirklichen die lateinischen Kantone ein Projekt, auf das sie seit über 45 Jahre gewartet haben. Das neue Gefängnis ist eine Spezialeinrichtung für gefährliche Straftäter aus der Romandie und dem Tessin, die psychiatrische Hilfe benötigen und resozialisiert werden sollen. Die ersten Häftlinge werden ab Ende April aufgenommen. 

ZUM ENTSCHEID DES BUNDESGERICHTS, DASS DIE HAFTBEDINGUNGEN IM GEFAENGNIS CHAMP-DOLLON MENSCHENRECHTSWIDRIG SEIEN, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH, 26. FEBRUAR 2014, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Un vue d'une des ailes du batiment de la prison de Champ-Dollon ou se situe l'unite de detention specialisee

Im Februar dieses Jahres geriet das Genfer Gefängnis in Champ-Dollon in die Schlagzeilen. Das Bundesgericht hatte die Beschwerde zweier Gefangener gutgeheissen, die mehr als ein Jahr in Untersuchungshaft verbracht hatten. Die Haftbedingungen in der Strafvollzugsanstalt sind demnach menschenrechtswidrig. Die Anti-Folter-Kommission hatte die Haftbedingungen bereits Anfang 2013 als «ungenügend» bezeichnet. Im April 2013 legten die Wärter eine Stunde ihre Arbeit nieder und protestierten damit gegen die Überbelegung. In dem für 370 Inhaftierte ausgelegten Gefängnis befinden sich derzeit über 850 Häftlinge. Bild: KEYSTONE

Neben einer Abteilung für Sozialtherapie und einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung sind zwei der insgesamt sechs Pavillons vorübergehend für 30 Häftlinge aus dem normalen Strafvollzug reserviert. Dies soll die benachbarte Strafvollzugsanstalt Champ-Dollon entlasten. 

Konsequenzen aus dem Mordfall «La Pâquerette» 

Bild: KEYSTONE

Die Abteilung für Sozialtherapie wird das umstrittene Zentrum «La Pâquerette» ersetzen, wo der mutmassliche Mörder der 34-jährigen Sozialtherapeutin untergebracht war. Der mehrfache Vergewaltiger hatte während eines begleiteten Freigangs im September 2013 die junge Frau umgebracht, welche ihn zur Reittherapie begleiten sollte. Anschliessend flüchtete er und wurde vier Tage später an der deutsch-polnischen Grenze gefasst und an die Schweiz ausgeliefert.  

Der Mord hatte eine Krise im Genfer Strafvollzug ausgelöst. Der Kanton Genf will nun Lehren aus dem Fall ziehen und eine Reihe von Reformen anpacken. Dazu gehört unter anderem, dass die Freigänge in Curabilis strenger gehandhabt und kontrolliert werden. Bei Vollbelegung sind 200 Stellen vorgesehen, zwei Drittel für medizinisch-soziales und ein Drittel für Gefängnispersonal. (dwi/sda)

De gauche a droite: Le conseiller d'Etat Mauro Poggia, le president du Conseil d'Etat genevois Francois Longchamp, le chef du departement de la securite Pierre Maudet et Bernard Ziegler, l'expert nomme par le Conseil d'Etat genevois, pour conduire l'enquete administrative sur l'affaire du meurtre d'Adeline, s'expriment lors d'une conference de presse sur le rapport final dans l'enquete administrative ordonnee a la suite du drame de La Paquerette, ce mercredi 5 fevrier 2014 a Geneve. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Der Mordfall Adeline löste eine Krise im Genfer Strafvollzug aus. V. l. n. R.: Mauro Poggia, Francois Longchamp, Sicherheitschef Pierre Maudet und Bernard Ziegler. Bild: KEYSTONE



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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 05.04.2014 12:13
    Highlight Sieht nicht schlecht aus! Dürfte bei einigen obdachlosen Schweizer Bürgern, die unverschuldet in Not geraten sind, noch einiges zu Reden geben.
    1 0 Melden

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