Schweiz

SBB finden Ausbaupläne gut, wollen aber keine höheren Billettpreise

09.11.17, 11:48 10.11.17, 07:49

Bild: KEYSTONE

Die SBB zeigen sich zufrieden mit den bundesrätlichen Plänen für den Bahn-Ausbauschritt bis 2035. Allerdings mahnen sie, Ausbauten nur zu tätigen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Vermeiden will sie auch höhere Billettpreise für Bahnkunden.

Der öffentliche Verkehr müsse für Kunden im Personen- und Güterverkehr auch in Zukunft bezahlbar bleiben, sagten SBB-Vertreter am Donnerstag vor den Medien in Bern. Mit dem Bund sei man sich deshalb einig, dass die Wirtschaftlichkeit des Projektes bis zur Botschaft an das Parlament nochmals verbessert werden müsse.

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Preiserhöhungen für die Kunden möchte die SBB möglichst vermeiden. Um Fehlinvestitionen zu minimieren, regt sie an, mittels rollender Planung flexibel zu reagieren. Ihr schwebt vor, bis zum «Auffahren der Bagger» zu warten.

Ausbauten in die Infrastruktur sollen aus Sicht der SBB erst dann vorgenommen werden, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind - auch wegen der Folgekosten. Investitionen von 100 Millionen Franken würden jährliche Unterhaltskosten von 4 Millionen Franken nach sich ziehen, warnt die SBB in einer Mitteilung.

Weichenstellung für öV

Insgesamt zeigt sich das Bahnunternehmen zufrieden mit den Plänen des Bundes, bis 2035 11.5 Milliarden zu investieren, um die künftigen Engpässe im Bahnverkehr zu beseitigen. Der Ausbau sei eine Weichenstellung für den öffentlichen Verkehr und die Bahnkunden, schreibt die SBB.

Nach heutigen Prognosen werden 2040 fast zwei Millionen Menschen pro Tag mit der SBB unterwegs sein - 50 Prozent mehr als heute. Von zentraler Bedeutung sei das Projekt auch für die Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der SBB und weiterer Bahnen.

In seiner Vernehmlassungsantwort begrüsst das Bahnunternehmen deshalb die Eckpunkte der Ende September präsentierten Vorschläge des Bundesrates. Die empfohlene Variante mit 11.5 Milliarden Franken erlaube gegenüber der günstigeren Variante (7 Mrd. Fr.), ein deutlich besseres Angebot für die Kunden, eine gesamtschweizerische Wirkung und eine bessere Wirtschaftlichkeit.

Schweizweites Konzept fehlt

Aus Sicht der SBB enthält der STEP Ausbauschritt 2030/2035 aber noch kein schweizweites Angebotskonzept, sondern eine Zusammenstellung regionaler Module. Ein landesweites Konzept sei insbesondere für die anstehende politische Debatte erforderlich, schreibt die SBB weiter. Nur damit liesse sich sicherstellen, dass die Nachfrage der Kunden gedeckt würde und die Kosten für die Kunden möglichst stabil blieben.

Eine zentrale Bedeutung für die SBB hat die Entlastung stark überlasteter Strecken. 2035 sollen im Fernverkehr alle Züge bis auf wenige Ausnahmen im Halbstundentakt verkehren. Ein Viertelstundentakt ist zwischen Bern und Zürich sowie Lausanne und Genf vorgesehen.

Aus Sicht der SBB ist der Viertelstundentakt der nächste Quantensprung im öffentlichen Verkehr und erhöht dessen Attraktivität erheblich. Allerdings sieht sie zusätzliche Viertelstundentakte vor - etwa auf den Strecken Luzern - Zug - Zürich und zwischen Aarau und Zürich.

Komplett neuer Fahrplan 2035

Um das Angebot auszubauen, will die SBB zuerst die bestehende Infrastruktur besser auslasten. Wegen der Viertelstundentakte würden sich viele Abfahrtszeiten in der ganzen Schweiz verändern. Dies erlaube es, den Fahrplan bis 2035 komplett neu zu planen und so die Kapazität gewisser - heute ausgelasteter - Strecken um bis zu 40 Prozent zu steigern.

Dass es weitere Ausbauten braucht, ist auch für die SBB unumgänglich. Sie zeigt sich mit den geplanten Grossprojekten zufrieden. Dazu zählen der Brüttenertunnel zwischen Zürich und Winterthur und der Ausbau beim Bahnhof Zürich-Stadelhofen, der Zimmerberg-Basistunnel II sowie Ausbauten zwischen Yverdon VD, Lausanne und Genf und bei mittelgrossen Bahnhöfen. Die SBB unterstützt den Bund auch darin, dass der Teilausbau des Lötschberg-Basistunnels nicht in den Planungen enthalten ist. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • dan2016 09.11.2017 13:35
    Highlight gute Idee. D.h., die Preise in Zürich und Umgebung werden massivst steigen (ebenfalls Zürich-Tessin), zwischen Lausanne und Genf gleich bleiben und im Rest des Landes sinken. Schliesslich dürften die restlichen Anlagen ja abgeschrieben sein.
    3 1 Melden

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