Schweiz

Sinken bald die Billettpreise?
Bild: KEYSTONE

SBB-Chef will Billettpreise stabilisieren oder senken

27.09.15, 11:27

SBB-Chef Andreas Meyer sieht keine Zukunft in ständig steigenden Billettpreisen. Vielmehr müssten sich die Tarife stabilisieren oder gar sinken. Eine angemessene Nutzerfinanzierung sei zwar wichtig, das Preis-Leistungsverhältnis dürfe aber nicht schlechter werden.

Fernbusse mit ihren Billigangeboten seien nur die Vorboten steigender Konkurrenz, sagte Meyer in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Schlage die SBB die höheren Kosten etwa bei den Trassenpreisen einfach auf die Preise, gehe das vielleicht kurzfristig gut. In zehn Jahren sei die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs aber stark beeinträchtigt.

Andreas Meyer will die Tarife stabilisieren.
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Bei der Diskussion von Preiserhöhungen verliere man sowieso wichtigere Dinge aus den Augen. Das System SBB nämlich sei schlecht ausgelastet – durchschnittlich nur zu 30 Prozent. Die Bahn müsse an kundenfreundlichen Auslastungen arbeiten.

Damit könne sie langfristig die Investitionen in Schiene und Rollmaterial reduzieren und so mehr Erträge generieren. Er träume davon, die Preise eines Tages senken zu können, sagte Meyer.

140 Millionen pro Jahr sparen

Bei den Pendlerströmen gehe es darum, die Spitzen zu dämpfen. Dazu müsse aber die Arbeit flexibler organisiert werden. Studien zeigten, dass sich so Einsparungen von 140 Millionen Franken pro Jahr erzielen liessen. Dieses Geld liege auf der Schiene.

Dass diese Umorganisation noch Jahre braucht, räumt Meyer ein. Es lohne sich aber. Die SBB müsse die Preise stabilisieren oder senken, um auch in zehn Jahren noch attraktiv zu sein. Wenn die Bahn dann merke, dass Fernbusse und selbstfahrende Fahrzeuge attraktiver und günstiger seien, stehe sie «wie der Esel vor dem Berg». Dann könne sie nicht mehr reagieren, weil die Infrastruktur gebaut und das Rollmaterial gekauft seien. (pru/sda)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • reputationsguard 27.09.2015 22:44
    Highlight Bis die Preise wirklich sinken und die SBB ernst macht mit ihren tollen Worten... werde ich das Auto, das Velo oder die Fernbusse nehmen.
    0 1 Melden
  • Erode Terribile 27.09.2015 17:50
    Highlight dieser Scherzkeks. Fast so lustig wie die Krankenkassenprämien. Leider ist es so.
    Die Bundesämter sind schlicht gegen die Bevölkerung. Wo ist der Service. Wo all die versprochenen Preissenkungen? Es landet wie überall in den Managementkosten.
    5 3 Melden
  • Androider 27.09.2015 14:24
    Highlight So, und jetzt haben hoffentlich alle verstanden, dass der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) hinter all den Preiserhöhungen steckt und nicht immer die SBB.
    16 0 Melden
  • wololowarlord 27.09.2015 14:24
    Highlight Ihr habt den banner "falschmeldung" vergessen, ansonsten guter satireartikel ;)
    11 16 Melden
  • willey 27.09.2015 13:47
    Highlight Und och dachte als ich die Überschrift gelesen habe: "Endlich haben er uns sein Management ein genug hohes Einkommen das die Preise stabli bleiben". Hoffentlich sind bei den Sparmassnahmen auch die Managerlöhne - die ja in den letzten Jahren ziemlich gestiegen sind - inbegriffen.
    14 1 Melden
    • zettie94 27.09.2015 15:57
      Highlight Wenn die Managerlöhne bei den SBB gesenkt werden, dann wandern die guten Leute zu andern Betrieben ab, wo sie mehr verdienen.
      Es ist also leider so, dass sich die übertrieben hohen Löhne kaum senken lassen. Aber das Volk hat dies mit Ablehnung der 1:12 Initiative ja so gewollt...
      4 9 Melden
    • EvilBetty 27.09.2015 19:29
      Highlight Ewig das selbe Lied... arbeiten sie bei einer Bank oder im «Kader»?

      Man könnte auch die Work/Live Balance verbessern, dann bleiben die guten Leute nämlich. Wenn einen das Arbeiten anfängt krank zu machen nützt auch der grösste «Zapfe» nichts mehr.
      2 1 Melden
    • zettie94 27.09.2015 20:46
      Highlight Student, aber das tut eigentlich nichts zur Sache.
      Im Übrigen finde ich die Managerlöhne allgemein auch zu hoch. Diese sind bei der SBB aber heute bereits tiefer als in der Privatwirtschaft, ich weiss nicht wie viel Sparpotential da wirklich vorhanden ist, bis die guten Leute gehen.
      Die Work/Life-Balance ist auch in andern Betrieben gut (bei den SBB übrigens auch) und am Ende ist der Lohn für die meisten Leute doch ein ziemlich grosses Kriterium, wenn es um die Arbeit geht, vor allem wenn die Differenz grösser wird.
      1 0 Melden
    • _kokolorix 27.09.2015 22:15
      Highlight habt ihr nicht auch das gefühl das diese leute gar nicht soo gut sind?
      ich meine kann es denn sein das alle guten leute so geldgeil sind das sie den job wechseln wenn sie anderswo statt 500000 600000 verdienen?
      ich bin eher der ansicht das in diesen positionen generell wahrscheinlich die falschen leute arbeiten. vermutlich wäre es besser wenn so verantwortungsvolle jobs von mehreren personen in teilzeit wahrgenommen würde. das würde ziemlich sicher viele fehlentscheidungen, nachfolgeprobleme und börnouts vermeiden. das bisschen kommunikation zwischen zwei leuten kann ja nicht so aufwändig sein
      1 0 Melden
    • EvilBetty 28.09.2015 06:48
      Highlight Interne Kommunikation ist das schwierigste überhauot und die Hauptursache für mindestens die Hälfte aller Probleme in einer Firma.
      1 0 Melden
    • _kokolorix 28.09.2015 09:51
      Highlight ich würd eher sagen die chefs sind meistens selbstverliebte egomanen, für die ist das natürlich schwierig.
      1 0 Melden

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