Schweiz
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SBB-Monopol fällt (ein bisschen): BLS darf zwei neue Linien betreiben



Der Grossangriff auf die SBB ist gescheitert. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) will die Fernverkehrskonzession grösstenteils wieder der SBB erteilen. Die Konzession gilt ab Ende 2019 für die Dauer von zehn Jahren. Die SBB sollen das gesamte Intercity-Netz und den überwiegenden Teil des Basis-Netzes abdecken.

Abgeben müssen die SBB nur zwei kleine Fernverkehrslinien: Die BLS soll ab dem Fahrplanwechsel die Verbindungen Bern-Biel und Bern-Burgdorf-Olten übernehmen. Der Vorschlag des BAV geht nun in die Vernehmlassung.

ZUR HEUTIGEN BILANZMEDIENKONFERENZ DER EISENBAHNGESELLSCHAFT BLS STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG 26. APRIL 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Ein BLS S-Bahn-Zug der S2 steht am Perron im Bahnhof Laupen, aufgenommen am Dienstag, 30. April 2013. Die S2 der BLS faehrt auf der Strecke Laupen-Bern-Langnau. (KEYSTONE/Peter Schneider) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Fährt die BLS bald bis nach Olten? Wenn es nach dem Bund geht, ja. Bild: KEYSTONE

Die BLS hatte sich für insgesamt fünf Linien beworben: Die Berner wollten die Intercity-Linien Interlaken-Bern-Basel und Brig-Bern-Basel betreiben sowie zusätzlich die RegioExpress-Linien Bern-Olten, Biel-Bern und Le Locle-Bern.

Das BAV schreibt in einer Mitteilung, das Gesuch der BLS für die Strecken ab Basel in Richtung Interlaken bzw. Brig sei mit Unsicherheiten behaftet. Deshalb soll der Auftrag wieder an die SBB gehen. (sda/mlu)

Das wird sich in beiden Fällen nicht ändern: «Wir sind Schweizer. Wir reden nicht miteinander im Zug!»

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Video: watson/Michelle Marti, Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • humpalumpa 20.04.2018 09:41
    Highlight Highlight Sinnlos, dass es in der Schweiz so viele unterschiedliche Betreiber gibt... mir als konsument ist doch schnuppe, ob der wagen weiss/rot (sbb) oder weiss/grün(bls) ist. ich will einfach von A nach B kommen. und es ist normal, dass in der rush-hour die plätze begrenzt sind! alle die S-Bahn fahren, fahren eh max 15min bis zum nächsten Bhf um in den IC zu wechseln.
    was mich viel mehr stört ist, dass es diese sinnlose 1. Klasse in den S-Bahnen sowas von nicht braucht! da würde es viel Kapazität geben um weitere Sitzplätze anzubieten.
  • Mäf 19.04.2018 22:05
    Highlight Highlight Ich werf jetzt mal die böse Behauptung in die Runde, dass die BLS plötzlich doch kein Interesse mehr haben wird an zwei nicht wirklich rentablen Strecken. We will see.
  • Martin Häfliger 19.04.2018 20:54
    Highlight Highlight Olten kann ja mal beim Bahnhof Luzern nachfragen, was sie so von der BLS halten...
  • Butschina 19.04.2018 19:55
    Highlight Highlight Neeeeeein, bitte nicht. Der Rollstuhleinlad bei der BLS ist Horror. Ich muss wohl umziehen.
    Oder übernehmen die Mobilitätshelfer aus Olten den Rollstuhleinladeservice in Langenthal weiterhin?
    • zettie94 19.04.2018 22:31
      Highlight Highlight Die BLS fährt zwischen Bern und Olten voraussichtlich mit den genau gleichen Zügen wie heute die SBB (einfach halt in silber-grün statt grau-weiss-rot) und Langenthal bleibt ein SBB-Bahnhof. Da wird sich also wohl nichts ändern...
    • Butschina 20.04.2018 03:09
      Highlight Highlight Oh, danke. Phu, kann ich mir den Umzug sparen. 😊
  • Majoras Maske 19.04.2018 17:37
    Highlight Highlight Sehr bedauerlich und frustrierend das Ganze. Ich musste schon mal einen Wechsel von der SBB zur BLS erleben und ich kann sagen, dass der Sitzkomfort schlechter wurde. Das machte aber nichts weil man sowieso keine Chance auf einen Sitzplatz mehr hatte. Ein Stück Lebensqualität auf das man grundlos verzichten musste, einfach weil es die BLS gibt.
    Die Verbindung Bern-Burgdorf-Olten fährt ja stündlich noch nach Zürich weiter. Fällt das denn weg? Oder fährt die BLS mit ihrer kuhlen Kuh- und Bär-Kampagne denn auch noch nach Zürich? Oder macht das weiterhin die SBB?
    • Rominator 19.04.2018 19:49
      Highlight Highlight Die BLS beantragt nur die Konzession für den RE (künftig IR) Bern - Olten. Also die Züge die xx:07 ab Bern verkehren.
      Die Verbindungen nach Zürich (Bern ab xx:36) sollen künftig von der SOB betrieben werden und nach Chur verlängert werden.
    • zettie94 19.04.2018 22:29
      Highlight Highlight Die Züge weiter nach Zürich werden zukünftig von der SOB mit FLIRT-Zügen bedient. Da dürfte es mit Sitzplätzen in den Stosszeiten sehr eng werden, auch wenn sie maximal verlängert werden.
      Der Sitzkomfort von SBB zu BLS wird dieses Mal sicher nicht abnehmen. Schlechter als SBB RV-Dosto geht eigentlich fast nicht. Eher dürfte auf der Linie Bern - Neuchâtel - Le Locle der umgekehrte Fall eintreffen...
    • Majoras Maske 20.04.2018 06:38
      Highlight Highlight Was ist denn mit den xx:39-Verbindungen? Die haben dieselben Haltestellen wie die xx:07-Züge, nur fahren sie eben noch ohne Halt bis Zürich. Die habe ich eigentlich gemeint. :)

      Oder werden die auch nach Chur verlängert?
    Weitere Antworten anzeigen
  • desmond_der_mondbaer 19.04.2018 16:57
    Highlight Highlight Bestellt die BLS dann auch mehr Rollmaterial? Wenn nicht werden die neuen Linien sicher mit den neuen MUTZ Züge bedient und die bestehenden S-Bahnen mit den alten Dingern.. Danke BLS! :/
    • zettie94 19.04.2018 22:26
      Highlight Highlight Die BLS hat gerade 58 neue FLIRT-Züge bei Stadler bestellt, welche die alten NPZ ablösen. Diese sind unabhängig von der Ausschreibung bald am Ende ihrer Lebensdauer.
      Die BLS hat zudem soweit ich weiss noch Optionen für weitere MUTZen, welche bei Bedarf eingelöst werden können. Da der MUTZ ein Fahrzeug "ab Stange" ist, kann Stadler da auch recht schnell liefern (1-2 Jahre).
  • Beat Galli 19.04.2018 16:55
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass durch die grössere Menge bei der BLS die Gesamtkosten sinken im Durchschnitt. Mir ist eigentlich egal ob andere auserhalb Bern profitieren oder nicht. Es ist immer die selbe Leier. Die bösen Berner, denen muss man ja soviel hinen her zahlen.
    Jetzt versuchen wir etwas vom Kuchen selber zu managen. Ich bin sicher, das alle wieder wettern.
    Ich bin gespannt.
  • Illyria & Helvetia 19.04.2018 16:14
    Highlight Highlight Mal schauen, ob jetzt die Preise purzeln werden. Dass die Qualität nun nachlassen soll, bezweifle ich aber.
    • Hoppla! 19.04.2018 18:21
      Highlight Highlight Werden sie wohl kaum. Die Tarife im Schweizer ÖV-Netz werden vom VÖV bestimmt. Ein Alleingang ist da nicht möglich und es bedarf einem einstimmigen Entscheid aller Teilnehmer.

      Die einzige Möglichkeit sind Sparangebote (wie bei der SBB im Fernverkehr).
    • Roterriese 19.04.2018 18:32
      Highlight Highlight Wieso sollten die Preise purzeln?
    • zettie94 19.04.2018 22:22
      Highlight Highlight Der Tarif ist unabhängig vom Betreiber. Einen positiven Einfluss auf die Qualität hatte der Streit aber schon.
      - Nur aufgrund dieses Streits will die SBB jetzt den RV-Dosto eine bessere Inneneinrichtung einbauen.
      - Die SOB wird im Auftrag der SBB die Gotthard-Bergstrecke betreiben - mit komfortableren Zügen als es die SBB derzeit tut.
  • Arutha 19.04.2018 15:28
    Highlight Highlight Jetzt sind wir also langsam an dem Punkt, an dem wir die Geschichte zurück drehen wollen.
    Die SBB wurde ja gegründet, weil man bemerkt hatte, dass verschiedenste Bahnen pleite gehen und nicht so effizient sind.

    Jetzt denkt man, dass Konkurrenz das Geschäft beleben soll und die beiden halbstaatlichen Firmen sich gegeneinander auspielen sollen?
  • HabbyHab 19.04.2018 14:59
    Highlight Highlight In Grossbritannien wird davon gesprochen, den Schienenverkehr wieder zu nationalisieren (zumindest den Personenverkehr), weil es die Privaten sowas von verbockt haben und der Staat den Unternehmen unter die Arme greifen und somit immernoch viel dafür ausgeben muss, was ja eigentlich nicht so geplant gewesen wäre.
    In der Schweiz koknurrenzieren zwei sehr bundesnahne Betriebe um verschiedene Linien. Das ist irgendwie.. schwachsinnig.
    • zettie94 19.04.2018 22:20
      Highlight Highlight Sorry, aber das ist komplett falsch. Der Fehler in GB war, die Infrastruktur zu privatisieren und das wurde schon lange rückgängig gemacht. Die Bahnbetreiber machen ihre Sache inzwischen aber Recht gut. Dass der Bahnbetrieb plötzlich nichts mehr kostet, wenn er privatisiert wird, kann nicht erwartet werden.
      Die Situation ist zudem überhaupt nicht vergleichbar: Hier sind wie du selbst anmerkst alles halbstaatliche Unternehmen. Die jetzt an die BLS zu vergebenden Linien führen zu Synergieeffekten bei der BLS und zu Einsparungen bei der SBB.
  • rudolf_k 19.04.2018 14:43
    Highlight Highlight Dafür verliert die BLS die Strecke Bern Neuchatel. Und zwar just dann wenn das Tunnel bei Rosshäusern endlich fertig ist :-(
    • Beat Galli 19.04.2018 19:34
      Highlight Highlight Sagt Wer. Noch nie gehört.
    • IHaveNoBetterName 20.04.2018 11:10
      Highlight Highlight Ich zitiere aus dem Bund:“Dafür gab das BAV auch die defizitäre Linie Bern–La Chaux-de-Fonds–Le Locle nicht der BLS, sondern den SBB. Das Bundesamt schlägt den SBB jedoch vor, diese Linie mittels eines Betriebsvertrags der BLS zu überlassen.“
    • rudolf_k 20.04.2018 15:45
      Highlight Highlight Eisenbahngott sei dank. Merci!
  • silvu7i 19.04.2018 14:22
    Highlight Highlight Noo wenn tatsächlich ab Dezember 2019 die Linie Bern-Biel von der BLS betrieben wird, dann hat das fatale Folgen... Die Züge der BLS sind immer viel zu kurz (zu Stosszeiten oft nur 4 Wagen). Wenn die das bei dem Schnellzug auch so machen sind wir am Ar***, ehrlich
    • Musikliebhaberin 19.04.2018 14:36
      Highlight Highlight Welche Strecke fährst du denn jeweils? Ich fahre täglich mit der bls und nur 4 Waggons habe ich nicht mal auf der Summiswald Strecke erlebt.
    • silvu7i 19.04.2018 14:42
      Highlight Highlight Auf der S3 Biel-Belp
      Dort fährt zun Beispiel um 8:07 ab Lyss ein 4wägiger Zug aber dafür um 9 Uhr ab Lyss ein 8wägiger Zug...

      Um 8Uhr mit der S3 von Lyss nach Bern ist nicht sehr angenehm
    • Ass 19.04.2018 14:55
      Highlight Highlight Die BLS setzt immer nur kurze Züge ein. Ich nehme an das sie aus Kostengründen gar keine längeren Kompositionen haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 19.04.2018 13:54
    Highlight Highlight Warum freier Markt im ÖV (und generell im Service Public) fast nur Verlierer produziert:

    https://www.republik.ch/2018/04/17/weder-staatlicher-fisch-noch-vogel-ag
    • rudolf_k 19.04.2018 14:45
      Highlight Highlight Die Ausschreibung auf den Fernverkehrsstrecken ist tatsächlich ein Witz, wenn jeder Anbieter vorgängig quasi schon die Beschaffung des Fahrmaterials organisiert haben muss. Trotzdem begrüsse ich die 'Konkurrenz' der BLS, da der Service der SBB ohne diese garantiert noch viel schlechter wäre. Ganz zu schweigen von der unfassbaren Geldverschwendung der SBB bei allen die im Büro hocken.
    • rudolf_k 19.04.2018 14:50
      Highlight Highlight Super Artikel übrigens. Schade, kriegt man so etwas bei den alteingesessenen Medien nie zu lesen.
    • bebby 19.04.2018 15:28
      Highlight Highlight Aber wir sind ja extrem weit weg vom freien Markt. SBB und BLS und Postauto sind alles staatliche Unternehmen.
      In Japan übrigens wurde sämtliche Linien seit langem privatisiert, trotzdem ist der OeV dort noch besser als bei uns.
      Es liegt weniger an privat vs staatlich, sondern mehr an der Managerphilosophie. Ob „will-do“ und „80:20“ Denken praktiziert oder Perfektion angestrebt werden. In der Schweiz hat man sich leider immer mehr von letzterem verabschiedet. Perfektion verlangt halt einiges ab von allen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • osaliven 19.04.2018 13:48
    Highlight Highlight Hoffen wir mal, dass das BAV Vernunft angenommen hat . Und nicht den ersten Schritt zur Zerstörung des ÖV's beschlossen hat
    • Maschinist460 19.04.2018 18:15
      Highlight Highlight Das sehe ich eher etwas pessimistisch... Solange der doppelzüngige Hr. Füglistaler dort sein Unwesen treibt... (klagt die Postauto an wegen unerlaubtem Gewinn, dabei passierte unter seiner Ägide das gleiche bei der SBB Transportpolizei)
    • Idrisi 20.04.2018 23:37
      Highlight Highlight Der Herr geht bald in Rente. War hoffentlich sein letzter Versuch das System ÖV-Schweiz als Erbsenzähler zu zerstören.

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