Schweiz
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Zürich hat seine Durchmesserlinie – sie gleicht einer Achterbahn 

26.10.15, 14:59 27.10.15, 06:59


Die Zürcher Durchmesserlinie (DML) ist komplett. Die abschliessende zweite Etappe des Generationen-Bauwerks – zwei Viadukte vor dem Zürcher Hauptbahnhof – ist heute offiziell eingeweiht worden. Im ordentlichen Verkehr befahren wird sie ab dem 13. Dezember.

Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr, die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker-Späh und SBB-Chef Andreas Meyer stellten gemeinsam die symbolische Weiche für die neue Bahn-Ära.

Die Durchmesserlinie prägt das Bild Zürichs.
Bild: KEYSTONE

Die DML sei wichtig für Zürich, aber auch für die ganze Schweiz, sagte Walker-Späh. Das Projekt DML sei ein Sinnbild dafür, dass man «etwas erreichen kann, wenn man zusammensteht und alle am gleichen Strick ziehen».

Die Strecke führt von Zürich-Oerlikon unter der Stadt Zürich hindurch bis nach Zürich-Altstetten beziehungsweise umgekehrt. Im Juni 2014 wurde die erste Etappe eingeweiht: der Weinberg-Tunnel unter der Stadt hindurch und – Herzstück der DML – der Bahnhof Löwenstrasse unter dem Hauptbahnhof. Er wurde seither von S-Bahnen genutzt.

Mit der zweiten Etappe folgen jetzt zwei Eisenbahnviadukte zwischen HB und Altstetten: Die Kohlendreieck- und die Letzigrabenbrücke. Sie schwingen sich elegant über das Gleisfeld zwischen der Bahnhofsausfahrt zu den Schnellzuggleisen in Altstetten.

Bild: KEYSTONE

Damit ist die DML auch für den Fernverkehr auf der West-Ost-Achse befahrbar. Die Züge müssen nicht mehr in Zickzack-Fahrt übers Gleisfeld in den Sackbahnhof Zürich HB einfädeln und für die Weiterfahrt wieder zurück. Sie können kreuzungsfrei ein- und in gleicher Richtung weiterfahren.

Berg-und-Tal-Fahrt 

Neu kommen die Fahrgäste zu einer Berg-und-Tal-Fahrt via Tunnel, erstes Viadukt, zweites Viadukt. Bei klarem Wetter gibt's dazu von den Brücken aus einen Panoramablick auf die Alpen.

Mit der DML rückten der Osten und der Westen der Schweiz näher zusammen, sagte die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch. Dies sei auch bedeutsam für den Zusammenhalt des Landes.

Die gesamte DML misst 9,6 Kilometer und kostet laut SBB 2.068 Milliarden Franken. Ein Drittel zahlt der Kanton, für zwei Drittel kommt der Bund auf.

Die geladenen Gäste in Reih und Glied.
Bild: KEYSTONE

Grösste Fahrplanänderung seit 2004

Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember wird die zweite Etappe des SBB-Projektes den ordentlichen Betrieb aufnehmen. Bis dahin unternimmt die SBB noch zahlreiche Testfahrten über die Viadukte. Noch bis Herbst 2016 werden zudem letzte Arbeiten im Bahnhof Oerlikon ausgeführt.

Mit der Inbetriebnahme der DML für Fernzüge steht die grösste Fahrplanänderung seit Einführung der Bahn 2000 im Jahr 2004 an. Viele Pendlerinnen und Pendler müssen Gewohnheiten aufgeben und sich an neue Gegebenheiten gewöhnen.

VCS-Initiative machte den Anfang

Am Anfang des gigantischen Projekts stand eine 1999 eingereichte Initiative des VCS, die den Bau eines zweiten unterirdischen Durchgangsbahnhofs für die S-Bahn forderte. Zu Gunsten des regierungsrätlichen Gegenvorschlags, der auch den Fernverkehr einbezog, wurde die Initiative 2001 zurückgezogen.

Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr (links), Regierungsrätin Carmen Walker-Späh (Mitte) und Andreas Meyer, CEO der SBB (rechts) beim symbolischen Eröffnungsakt der Durchmesserlinie in Zürich.
Bild: KEYSTONE

Noch im gleichen Jahr hiessen die Stimmberechtigten des Kantons das Projekt beziehungsweise den dafür nötigen Kredit mit 80-Prozent-Mehrheit gut. Nach aufwändigen Vorarbeiten erfolgte am 20. September 2007 der Spatenstich für die DML.

Am Riesenprojekt arbeiteten bis zu 1000 Personen gleichzeitig acht Jahre lang bei laufendem Bahnverkehr. Sie stellten die DML termingerecht fertig. (sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • reto spielmann (1) 26.10.2015 16:26
    Highlight So wichtig ist die Linie auch nicht das die ganze Schweiz davon profitiert. Die Neat ja aber Zürich !
    5 8 Melden
    • jk8 26.10.2015 17:42
      Highlight Die NEAT nützt (ausgenommen vom Güterverkehr) "nur" dem Tessin und den Südreisenden.
      Da ist meiner Meinung nach das Geld (5mal weniger als Gotthard) für die DML sogar wesentlich effizienter investiert worden - ohne die DML würde es in naher Zeit zu einem öV-Kollaps im Raum Zürich kommen.
      9 3 Melden
    • jk8 26.10.2015 18:03
      Highlight ...keine Frage, die NEAT ist wirtschaftlich und ökologisch gesehen sehr sinnvoll und man kann als Schweizer toll damit angeben. :-)
      9 0 Melden

Hoden halten Baum am Boden! Ich war in der Häkel-Esoterik am HB Zürich

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