Schweiz
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Der neue Fernverkehrszug der SBB

Die neuen Doppelstockwagen erfüllen gemäss der Behinderten-Organisation nicht die Anforderungen des Behindertengleichstellungsrechts im Bereich des öffentlichen Verkehrs. Bild: KEYSTONE

Behindertenfeindliche SBB-Züge: 6 Stück dürfen in Betrieb gehen, entschied das Gericht



Von den neuen Doppelstockzügen der SBB können sechs Stück am 26. Februar auf der Basis der befristeten Betriebsbewilligung im Fernverkehr eingesetzt werden. Dies geht aus einer Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts hervor.

Inclusion Handicap, der Dachverband der Behinderten-Organisationen der Schweiz, ist damit einverstanden, wie aus der am Freitag publizierten Verfügung hervorgeht. Der Verband hat im Januar eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht.

Zuviele Hindernisse für Behinderte

Unbegleitete Reisende mit einer Behinderung stossen gemäss Verband auf zu viele Hindernisse. Die neuen Doppelstockwagen erfüllen gemäss der Behinderten-Organisation nicht die Anforderungen des Behindertengleichstellungsrechts im Bereich des öffentlichen Verkehrs.

In einem ersten Schritt hatte das Bundesverwaltungsgericht nun über die aufschiebende Wirkung der Beschwerde zu entscheiden und über vorsorgliche Massnahmen, welche der Verband gefordert hat.

Der Verband hat beim Bundesverwaltungsgericht beantragt, dass bei den noch nicht fertig gestellten Doppelstock-Zügen eine ganze Reihe von Anpassungen vorzunehmen sei. Das Gericht hat das Begehren jedoch abgewiesen. Würde dies geschehen, könnte dies den Entscheid des Gerichtes in der Sache faktisch vorweg nehmen.

Unnötige Änderungen

Zudem könne mit einem Erlass von vorsorglichen Massnahmen der Fall eintreten, dass sich diese als unnötig erweisen und dadurch der SBB ein finanzieller Schaden verursacht würde. Das Bundesverwaltungsgericht führt dazu weiter aus, dass es den SBB zu überlassen sei, ob sie das finanzielle Risiko einer späteren Anpassung tragen möchten.

Noch nicht entschieden hat das Bundesverwaltungsgericht in der aktuellen Zwischenverfügung, ob die aufschiebende Wirkung für die noch nicht fertig gebauten Züge entzogen wird. Grundsätzlich dürften diese bis zu einem rechtskräftigen Entscheid in dieser Sache nicht in Verkehr gesetzt werden.

«Inclusion Handicap» klagt SBB an

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Video: srf/SDA SRF

Die SBB argumentieren, dass sie auf mindestens 25 Fahrzeuge angewiesen seien, um den Betrieb bis zum Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres stufenweise hochfahren zu können. Inclusion Handicap erhält nun die Gelegenheit, zu diesem Punkt Stellung zu nehmen, bevor das Bundesverwaltungsgericht entscheidet.

Die SBB begrüssten den Entscheid und wollen die Züge in Betrieb setzen, wie sie mitteilten. So könnten sie die Kompositionen auf Alltagstauglichkeit prüfen, bevor die neuen Züge mit Fahrplanwechsel im Dezember vollumfänglich in den Fahrplan integriert werden. Inclusion Handicap bieten die SBB weiterhin einen lösungsorientierten Dialog an.

Freiwillige Änderungen

Der Dachverband der Behindertenorganisationen bemängelt unter anderem, die Rampen vom Zug auf den Perron seien so steil, dass Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer ohne Hilfe nicht aussteigen könnten.

Einige der bemängelten Punkte wollen die SBB nun von sich aus ändern. Es handelt sich dabei Kennzeichnungen, Leitsysteme mit taktilen Markierungen und Monitore, auf denen Reiseinformationen wiedergegeben werden. (whr/sda)

So steuert sich Reto Tognis Rollstuhl

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Video: undefined/zvg

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43
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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • coronado71 16.02.2018 17:04
    Highlight Highlight Das Problem sind die unterschiedlichen Normen für Bahnsteighöhen und Lichtraumprofile in Europa. Ohne mobile Rampe (wie beim TGV-Dosto) oder ausfahrbare, zusätzliche Treppenstufe (wie beim ICE) sind intereuropäische, direkte Zugläufe kaum möglich. Die Variante ICE ist für einen autonomen Zustieg mit Rollstuhl sowieso unmöglich. Und ohne dass ein Bahnangestellter beim TGV die mobile Rampe hinstellt, ist es auch Essig.
  • mogad 16.02.2018 15:06
    Highlight Highlight Die neuen Züge: In div. Hinsicht nicht menschengerecht. Z.B. eine einzige Toilette für drei Doppelstockwagen! Eine Steckdose. Am Boden. Pro Doppelstockwagen. Alles um Kosten zu sparen. Deshalb: stets mit vollem Akku und leerer Blase einsteigen.
    • dan2016 16.02.2018 15:25
      Highlight Highlight NEEEIN, sowohl in 1 und in 2 Klasse hat es für jeden Sitzplatz - gemäss SBB - eine Steckdose.
    • zettie94 16.02.2018 15:51
      Highlight Highlight @Abbaio: Es geht hier um die FV-Dosto von Bombardier. Du meinst die Regio-Dosto von Stadler. Diese kommen in der Regel nicht im Fernverkehr zum Einsatz.
    • Pisti 16.02.2018 17:41
      Highlight Highlight Wie wärs mal mit nicht ständig auf das Smartphone glotzen? Dann musst du auch nicht dauernd dein Handy aufladen. Mir reicht es jeweils mein Handy über Nacht während dem schlafen aufzuladen.
  • Simonetta 16.02.2018 14:38
    Highlight Highlight Früher war das kein Problem.
    Da war immer ein Güterabteil dabei. Darin wurde alles transportiert, was nicht alleine in die Waggons klettern konnte (über ein steiles schmales Treppchen und Haltegriffen, an denen man sich hochziehen musste).
    Mit uns Schülern pendelte ein Rollstullfahrer. Er wurde ruckzuck mit dem Stapler auf einer eigens für diesen Zweck gebauten Plattform ein- und ausgeladen. Das erledigten die zwei Mann, die ohnehin den Warenumschlag abwickelten.
    Warum geht das heute nicht mehr?
    • Lagertha 16.02.2018 15:18
      Highlight Highlight Weil Menschen, egal in welcher Kondition, keine Güter sind?
    • Simonetta 16.02.2018 21:08
      Highlight Highlight @Lagertha
      Menschen sind auch dann keine Güter, wenn sie im Güterabteil sitzen. Und der Rollstullfahrer darin kam zuverlässig und problemlos von A nach B. Darum ging es ihm. Ziel erreicht.

      Was hast Du für ein Problem damit?
    • Adrian Aulbach 16.02.2018 23:10
      Highlight Highlight Es geht beispielsweise auch darum, ohne fremde Hilfe reisen zu können. Sich vorher anmelden zu müssen, dass am Bahnhof jemand mit dem Lift-Wägeli oder der Rampe bereitsteht ist auch eine Einschränkung. Und dann kann man an Bahnhöfen ohne Personal oder Nachts wenn das Personal schon weg ist an diesen Bahnhöfen schlichtweg nicht ein-/aussteigen.
      Und dass das Gepäckabteil nicht ganz die gleichen Standards erfüllt, wie der Rest des Zuges, versteht sich von selbst. Sonst könnte die SBB ja auch gleich nur noch Gepäckwagen einsetzen, käme sicher billiger ohne Sitze und so.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Idrisi 16.02.2018 14:07
    Highlight Highlight Böser böser Zug. Die Rollstuhl-Falltüre hat noch gar keiner entdeckt. Das wird Schlagzeilen geben!
  • DailyGuy 16.02.2018 14:02
    Highlight Highlight Liebes Watson Team. Ich merke immer wie mehr, dass ihr wieder und wieder polemische Titel habt. Ihr schreibt doch selber, dass ihr gerade einen neuen Rekord aufgestellt habt bei den Unique Users. Wieso müsst ihr also so Boulveardtendzen aufkommen lassen? "Behindertenfeindliche Züge"? Sorry, die Züge sind nicht konform, das stimmt. Aber ein solcher Titel ist nicht guter Journalismus. Guter Journalismus ist ungefärbt und bringt sachliche Fakten. Da wart ihr mal gross darin, habt das sogar beworben. Jetzt verfällt ihr auch diesem Trend der Polemik? Finde ich sehr schade.
    • droelfmalbumst 16.02.2018 15:04
      Highlight Highlight Solche Titel ziehen eben Leser an...
  • Turi 16.02.2018 13:40
    Highlight Highlight "Behindertenfeindliche SBB-Züge"
    Was für ein polemischer Titel. Bitte etwas weniger seichter Boulevard und mehr Präzision und Sachlichkeit.
    • Ton 16.02.2018 15:18
      Highlight Highlight Dafür ist Watson gratis! :-)
    • Reto Disk 17.02.2018 13:58
      Highlight Highlight Darf man "Behindert" überhaupt noch schreiben? Müsste der Titel nicht "Inklusionsfeindliche Züge" heissen?
  • 7immi 16.02.2018 13:18
    Highlight Highlight die züge sind nicht behindertenfeindlich, sie entsprechen baulich entsprechenden normen. wenn etwas behindertenfeindlich - oder mit etwas weniger populismus nicht behindertenfreundlich - ist, so gilt es, die normen anzupassen. dies wäre nachhaltig auch für künftige projekte. der derzeitige zirkus stinkt nach profilierung und medienpräsenz der verbände. um die durchaus wichtige sache, der barrierefreiheit, geht es schon länger nicht mehr...
    • reich&schön 16.02.2018 13:45
      Highlight Highlight Die Wurzel des Problems liegt darin, dass man diese Züge, die wohl zu 99% innerschweizerisch fahren werden unbedingt Deutschland-tauglich machen musste.
      Hätte man auf diese fragwürdige Vorgabe verzichtet hätte man ebenerdige Einstiege wie bei den IC2000-Doppelstöckern bauen können.
      Als Bonus hätte man auch noch mehr Platz im Zugsinnern gehabt, weil das Lichtraumprofil in der Schweiz etwas grösser ist als in Deutschland.
    • Bits_and_More 16.02.2018 15:34
      Highlight Highlight Also ich sitze von Basel nach Zürich regelmässig in Zügen, welche bis nach München fahren.
      Genauso wie ab Basel nach Deutschland. Dafür siehst du auch viele ICE der DB oder TGV bis nach Zürich fahren.
      Und nicht vergessen, die Züge sollen über mehrere Jahrzehnte im Einsatz sein, da darf ruhig etwas grösser gedacht werden.
    • zettie94 16.02.2018 16:05
      Highlight Highlight @reich&schön: Die Züge sollen in Zukunft nach München fahren (es war mal angedacht die IC1 Genf - St. Gallen alle zwei Stunden nach München zu verlängern, weiss aber nicht, wie aktuell das noch ist).
      Der Unterschied beim Lichtraumprofil ist minim und im Innenraum kaum merkbar. Die Doppelstockwagen der ersten Generation der Zürcher S-Bahn (DPZ) weisen ein noch kleineres Lichtraumprofil auf - wer hätte es gemerkt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • amore 16.02.2018 13:10
    Highlight Highlight Man hat doch genug Arbreitslose. In jedem Zug reist eine/einer oder zwei permanent in diesen Zügen mit. Diese Personen helfen bei der Überwindung der Rampen. Und das Problem ist temporär gelöst.
    • droelfmalbumst 16.02.2018 15:05
      Highlight Highlight lol
    • Knut Atteslander 16.02.2018 15:41
      Highlight Highlight Gratis?
  • grumpy_af 16.02.2018 12:46
    Highlight Highlight Feindlich?
  • reich&schön 16.02.2018 12:27
    Highlight Highlight Gemäss heutigem Wissensstand entsprechen die Züge sämtlichen gültigen Normen.
    Die reisserische Bezeichnung "behindertenfeindlich" ist somit in keiner Art und Weise gerechtfertigt.
  • fischbrot 16.02.2018 12:26
    Highlight Highlight "Behindertenfeindlich".. Ist das nicht etwas reisserisch?
    • riqqo 16.02.2018 13:25
      Highlight Highlight Bist du neu auf Watson?
  • CASSIO 16.02.2018 12:21
    Highlight Highlight Vorschlag: SBB Topkader und die restlichen Player in diesem Projekt setzen sich für ein Jahr in den Rollstuhl und reisen so zur Arbeit und wieder zurück. Mit 1. Klass GA kann dies ja kein Problem sein.
    • grumpy_af 16.02.2018 13:58
      Highlight Highlight Gegenvorschlag: Die Player der Behindertenverbände geben ihren Input dann, wenn er benötigt wird und winken nicht alles durch um dann am Schluss zu jammern.
      PS: Mir gefällt vorallem dein bitterer Unterton. Schon grün?
    • rauchzeichen 16.02.2018 14:48
      Highlight Highlight grumpy, die behindertenverbände haben werksbesichtigungen beantragt, diese wurden vom produzenten jedoch abgelehnt... sie wollten den input geben, wurden aber nicht gelassen. die begründung seitens sbb dazu würde mich interessieren.
    • zettie94 16.02.2018 18:26
      Highlight Highlight @rauchzeichen: Die Behindertenverbände konnten bereits 2011 eine Maquette besichtigen, wo die jetzt kritisierten Punkte bereits so vorhanden waren (abgesehen von den spiegelnden Bildschirmen, aber das ist wohl der kleinste Punkt). Diese wurde offenbar nicht beanstandet. Dass die Verbände evtl. später nicht mehr ins Werk konnten ist komplett irrelevant, es hat sich ja am Zug seither nichts mehr geändert.
  • Haggerboy 16.02.2018 12:17
    Highlight Highlight Heutzutage redet man nicht mehr von „Behinderten“ sondern von „Menschen mit Beeinträchtigung“.
    • reich&schön 16.02.2018 13:46
      Highlight Highlight Schreib' oder red' Du was Du willst, ich bleibe bei "Behinderten".
    • grumpy_af 16.02.2018 13:56
      Highlight Highlight Völlig irrelevant, wie etwas genannt wird. Es ist nur wichtig, dass dem Begriff keine Macht gegeben wird.
  • walsi 16.02.2018 12:15
    Highlight Highlight Was ich nicht verstehe, die Behindertenverbände waren doch damals bei der Ausschreibung und der Bemusterung dieser Züge dabei. Sie hätten doch schon damals intervenieren können. Irgendwie ergibt das keinen Sinn was jetzt abgeht. Was ist da falsch gelaufen?
  • Valon Gut-Behrami 16.02.2018 12:08
    Highlight Highlight Es ist einfach nur beschämend, dass die SBB Menschen mit einer Behinderung den Zugang zu den Zügen so schwer machen.
    • Hoppla! 16.02.2018 13:26
      Highlight Highlight Du weisst schon was genau beanstandet wird und kannst dies in einen erweiterten Kontext setzen?

      So nebenbei: Wer denkt z.B. an Blinde? Beschriftungen in Blindenschrift. Oder an Taube? Statt nur mündlich bitte die Zugdurchsagen auch schriftlich.
    • zettie94 16.02.2018 13:29
      Highlight Highlight Das Problem ist hier nicht die SBB. Die Züge erfüllen alle geltenden Normen, auch zur Behindertengerechtheit. Der Einstieg war auch kaum anders realisierbar - im 10vor10-Beitrag vom 13. Februar ist das ganze sehr gut erklärt.
      Die Behindertenverbände wurden bei dem Projekt von Anfang an miteinbezogen, hatten 2011 gegen die gewählte Lösung aber nichts einzuwenden. Jetzt, wo die Züge fertig gebaut sind, soll die Lösung plötzlich doch nicht in Ordnung sein?
    • Valon Gut-Behrami 16.02.2018 14:14
      Highlight Highlight Hoppla!:
      Ich zitiere aus dem Gesetz: "Im Verkehr mit der Bevölkerung nehmen die Behörden Rücksicht auf die besonderen Anliegen der Sprach-, Hör- oder Sehbehinderten."
      Zettie94:
      Was heisst "auch kaum anders realisierbar"?
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