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ARCHIV - ZUR SDA-MELDUNG HINSICHTLICH DER ERHOEHUNG DER BILLETT- UND ABONNENTENPREISE DES OEFFENTLICHEN VERKEHRS STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Ein Kondukteur kontrolliert am 27. November 2009 in einem InterCity der Schweizerischen Bundesbahnen SBB von Bern nach Biel zwei Fahrkarten. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Wer pendelt, kann dies auch von den Steuern abziehen. Bild: KEYSTONE

Pendlerabzug

Rekordpendler zieht im Aargau 35'000 Franken von Steuern ab 

Nach dem Ja zur Bahnvorlage Fabi könnte der Aargau den Pendlerabzug auch auf 3000 Franken beschränken. Das würde bis 62 Mio. Franken bringen. Nach einem Vorstoss wird nun bekannt, dass es einige Ausreisser nach oben gibt.

Mathias Küng / Aargauer Zeitung

Ein Artikel der

Im Februar hat das Schweizervolk an der Urne deutlich Ja gesagt zur 6,4 Milliarden Franken teuren Bahnausbauvorlage «Fabi». Diese wird mitfinanziert durch eine Begrenzung des Pendlerabzugs bei der direkten Bundessteuer auf 3000 Franken. Mit dem Ja zu Fabi können grundsätzlich auch die Kantone eine solche Beschränkung einführen. Im Aargau fordern die Grünen genau dies. Als sie diese Idee im Februar erstmals vorbrachten, fand die AZ heraus, dass deren Umsetzung Kanton und Gemeinden zusammen rund 60 Millionen Franken Zusatzeinnahmen in ihre Kassen spülen würde.

Die Möglichkeit, den Pendlerabzug zu beschränken, löste im Grossen Rat aber schon vor der Volksabstimmung auch eine Gegenbewegung aus. So wollte Martin Keller (SVP) mit einer Standesinitiative die Pendlerabzugsbeschränkung auf Bundesebene wieder rückgängig machen. Der Vorstoss verpasste im Grossen Rat aber knapp eine Mehrheit. 

98'500 Personen betroffen

Dank einer am Freitag von der Regierung beantworteten Interpellation von SP-Grossrat und VCS-Präsident Jürg Caflisch ist jetzt auch genau bekannt, wie viele Personen im Aargau denn von einer Pendlerabzugsbeschränkung betroffen wären. Die Limitierung beträfe rund 98'500 Personen beziehungsweise 92'500 Steuerpflichtige (ein Ehepaar entspricht einem Steuerpflichtigen). Denn so vielen wird in der Steuererklärung ein höherer Abzug gewährt. 



Vorab Autofahrer betroffen

Bei 6000 Ehepaaren machen zudem beide einen Abzug von über 3000 Franken geltend. Zum Vergleich: Die 92'500 Steuerpflichtigen entsprechen rund 27 Prozent aller im Aargau ansässigen Pflichtigen. Von den von einer 3000-Franken-Limite Betroffenen pendeln 89'800 mit dem Auto und 7700 mit dem öffentlichen Verkehr (öV). 1000 Personen wird laut Regierungsantwort sowohl ein Abzug für das Auto als auch für den öV gewährt (Park+Ride). 

100 Abzüge über 24'000 Franken

Im Fabi-Abstimmungskampf war bekannt geworden, dass 2011 im Kanton St. Gallen eine Einzelperson 67'000 Franken, und im Kanton Zug ein Ehepaar gar 74'000 Franken Pendlerkosten von den Steuern abgesetzt hat. Im Aargau sind die Spitzenwerte tiefer. Nach Auskunft der Regierung umfasste die Bandbreite der 100 höchsten Pendlerabzüge im Jahr 2010 Beträge zwischen 24'000 und 35'000 Franken. 

Abzug brächte 62 Millionen

Caflisch wollte zusätzlich wissen, wie hoch denn die zusätzlichen Einnahmen bei einer Beschränkung des Pendlerabzuges auf 3000 Franken wären. Die Regierung errechnete dafür Mehreinnahmen von rund 32 Millionen Franken für den Kanton und 30 Millionen für die Gemeinden, zusammen also 62 Millionen. 

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 17.06.2014 13:37
    Highlight Highlight Sofort Bundeslösung übernehmen! Die langen Pendelwege überlasten das Verkehrsnetz zu Spitzenzeiten.
  • Kai Angst 16.06.2014 19:06
    Highlight Highlight Kann mir mal jemand erklären warum man mehr als 4000 Franken fürs Pendeln abziehen kann? Ein GA kostet nicht mal soviel. Hab ich da irgendwas nicht verstanden?
  • Ridcully 16.06.2014 16:18
    Highlight Highlight Der Punkt ist, dass ja niemand zum Spass pendelt. Der Angestellte würde somit bestraft, der seinen Abzug nur noch begrenzt machen kann, während der Firmeninhaber diese Art Kosten nach wie vor als Gewinnungskosten in Abzug bringen kann. Wieder einmal bezahlt der kleine Mann von der Strasse die billige Polemik!

Bald könnte die 5. Initiative gegen Tierversuche kommen

Das Schweizer Stimmvolk dürfte erneut über ein Tierversuchsverbot entscheiden können. Eine entsprechende Volksinitiative ist auf der Zielgeraden.

Das Komitee der Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» sammelte bereits über 111'000 Unterschriften, wie dessen Website zu entnehmen ist. 100'000 sind für das Zustandekommen nötig.

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