Schweiz

Brezelkönig-Streit in Bahnhöfen – SBB ziehen gegen Bund den Kürzeren 

13.11.16, 10:51 13.11.16, 21:00

andreas maurer / schweiz am Sonntag

Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

Das Perron ist die letzte kommerzfreie Fläche vieler Bahnhöfe. Das wollen die SBB ändern. Vor vier Jahren lancierten sie ein Pilotprojekt in Winterthur. In einer Glasbox zwischen den Gleisen betreibt Valora dort seither eine Brezelkönig-Filiale.

Vor drei Jahren stuften die SBB den Versuch als Erfolg ein und kündigten an, in zehn bis zwanzig Bahnhöfen Verkaufsstände direkt am Gleis aufzustellen. Die SBB wählten fünf Bahnhöfe aus für den Start der Food-Offensive: Basel, Zürich Hauptbahnhof, Olten, Yverdon und Biel. Doch an keinem dieser Orte war die Bahn erfolgreich.

Einer der Stände auf dem Perron. Bild: KEYSTONE

Der Grund ist ein Konflikt mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV). Dieses verlangt, dass die SBB für jeden Stand eine Sicherheitsprüfung durchführen und die Kantone über die Bedenken des Bundes informieren. Die Kantone müssen die Stände bewilligen. Jedem Gesuch müssen die SBB ein Schreiben des BAV beilegen.

Personalflüsse behindert 

Dieses kritisiert, dass die Personenflüsse behindert würden und die Passagiere den Gleiskanten gefährlich nahe kommen könnten. Das BAV übt Grundsatzkritik. «Es kann nicht sein, dass einerseits teure Investitionen für die Gewährleistung der Personenflüsse auf den Perrons getätigt werden müssen, wie für Verbreiterungen oder zusätzliche Unterführungen, andererseits gerade die so gewonnenen Kapazitäten wieder mit Verkaufsflächen belegt werden.»

Die SBB geben die Pläne trotz der jahrelangen Verspätung nicht auf. SBB-Sprecher Oli Dischoe begründet die Verzögerungen mit «detaillierten und aufwendigen Abklärungen», die es zu jedem Standort zu treffen gelte: «Da diese Abklärungen unter anderem der Sicherheit dienen, nehmen wir diese Verzögerungen in Kauf, um unseren Kunden ein attraktives und vor allem sicheres Angebot auf den Perrons offerieren zu können.»

Begehrte Ware. Auch in den Bahnhöfen. Bild: KEYSTONE

Die Perronverkaufsstände sind auch aus ästhetischen Gründen mit Widerstand konfrontiert. In Basel waren die Pläne bisher am weitesten. Die SBB reichten im Frühling ein Baugesuch für einen Stand auf dem Perron der Gleise 5 und 6 ein. Nun zogen sie es zurück. Auf Anfrage nennen die SBB in diesem Fall «denkmalpflegerische Gründe». Vorgesehen sei ein Ersatzstandort an Gleis 4. Doch dort fehle derzeit der Platz. Dieser Bereich sei schon für eine Baustellen-Installation reserviert.

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dracului 14.11.2016 07:04
    Highlight Normalerweise müssen Unternehmen und Vermieter viele feuerpolizeilichen Vorschriften einhalten, aber der Bretzelkönig darf inmitten der Geleise mit heissen Backöfen (siehe Bild) in der Nähe von Starkstromleitungen, vermutlich ohne Zufahrtsmöglichkeit der Feuerwehr hantieren? Ich hätte mindestens etwartet, dass nur eine Verkaufsstelle erlaubt wird, aber nichts gebacken oder warm zubereitet werden darf. Manchmal versteht man den Gesetzgeber wirklich nicht!
    11 2 Melden
  • Jolanda 13.11.2016 19:36
    Highlight Das sind Standortkriege der Grossen ( Valora, Migrolino, Coop Pronto etc.) für ihre kleinen Franchise-Kioske und Cafe's, die sie so gut an den Gesamtarbeitsverträgen vorbei schleusen können. Die mutieren dann zu Familienbetriebe mit mehreren Kiosken, immer schön ihren Teil abliefernd ins Muttergeschäft und selber unter fragwürdigen Anstellungsformen weiterwursteln dürfen. Denke ich.
    34 5 Melden
  • The Host 13.11.2016 19:36
    Highlight Das Bahnhof-Vermarktungskonzept der SBB wird immer aufdringlicher. Erst die riesigen Werbebildschirme, nun Verkaufsstellen auf dem Perron. Ich will doch nur von A nach B!
    Ausserdem glaube ich nicht, dass durch die generierten Mehreinnahmen die Tickets günstiger werden. Eher das Gehalt von Herr Meyer noch ein bisschen aufgestockt.
    39 12 Melden
  • Phrosch 13.11.2016 16:12
    Highlight Ich wundere mich grad, warum in Zug in die immer vollere Bahnhofshalle ein Spettacolo gestellt wird, um das dann alle Leute, die sich eh schon in die Quere kommen, herumrennen müssen. Ähnliches geschieht in Luzern und Zürich, in Aarau und sicher in der ganzen Schweiz. Muss/darf/soll jeder Bahnhof ein Einkauszenter werden, nur weil die Post ein Gemischtwarenladen ist und die Zürcher Trams auch Züge oder Schiffe sind?
    49 6 Melden
  • Prof. Dr. Dr. D. Trump 13.11.2016 13:46
    Highlight SBB = Schweizerische Bundesbrezeln ?
    137 3 Melden
    • Manuel Vuiti 13.11.2016 16:38
      Highlight also es ist besser wenn es nicht zu teuer wird weil jemehr es teuer wird wird weniger leute auf d zug gehen oder es wird weniger tug gefahren
      1 27 Melden
    • pamayer 13.11.2016 21:03
      Highlight Ich fahre auch tug tug tug.
      21 1 Melden
  • Bijouxly 13.11.2016 13:44
    Highlight Schweizer Bünzlismus ist der Tod jeder Innovation..
    22 115 Melden
    • Pisti 13.11.2016 15:12
      Highlight Wahnsinnig Innovativ einen Brezelkönig auf die überfüllten Perrons zu platzieren. 🤔
      89 4 Melden
    • amazonas queen 13.11.2016 15:24
      Highlight Ein Brezelkönig am Perron ist genau die Innovation, auf die ich mein Leben lang gewartet habe.
      77 5 Melden
    • Hierundjetzt 13.11.2016 17:12
      Highlight Ja in Rüti, Wetzike oder Buebike kann das schon flott sein. Geh mal zur Rush-Hour nach Bern oder an HB. Gäll. Dann sprechen wir uns nochmals.

      Das BAV hat mit seiner Einlassung zu 100% recht. Millionen in die Sicherheit investieren und dann die Zusatzflächen mit Kiosken vollstellen. 🙄
      66 4 Melden
    • SemperFi 13.11.2016 18:46
      Highlight Was haben Sicherheit und reibungslose Personenflüsse mit Bünzlismus (hey, kreative Wortschöpfung!) zu tun?
      32 2 Melden
    • Bijouxly 13.11.2016 19:50
      Highlight Also ich bin jeden Tag in Winterthur auf dem Gleis 4, wo dieser "gefährliche" Brezelkönig steht. Es funktioniert einwandfrei, man hat mehr als genug Platz, selbst in der Rush Hour! Im Gegenteil: Ich war schon oft froh, eifach noch kurz was zu Essen kaufen zu können. Ich sehe das Problem echt nicht.
      15 22 Melden
  • Sapere Aude 13.11.2016 12:35
    Highlight In Basel hat es jetzt schon zuwenig Platz und riesen Gedränge vor der Treppe zur Passerellen, da braucht es nicht noch zusätzliche Stände auf dem Bahnsteig. Da liesse man lieber die Markierungen für die Rolltreppe ein wenig länger stehen, damit die Leute endlich lernen wie man diese richtig verwendet.
    123 1 Melden
    • Mia_san_mia 13.11.2016 17:41
      Highlight Drauf stehen und rauf fahren. Wie soll mal eine Rolltreppe sonst verwenden?
      6 52 Melden
    • Hierundjetzt 13.11.2016 17:49
      Highlight Das Ding mit dem Rechts / Links.

      Links: GEHEN
      Rechts: stehen



      44 3 Melden
    • Charlie Brown 13.11.2016 19:49
      Highlight Das wundert mich jetzt, ich dachte immer anhand seiner Kommentare, dass mia_san_mia so oder so rechts steht.
      37 1 Melden
    • pamayer 13.11.2016 21:05
      Highlight @charlieBrown
      Sehr spitzfindig doppelseitig. Cool. Bravo. Süffig!
      17 1 Melden
    • Mia_san_mia 13.11.2016 21:50
      Highlight Ich stehe wo ich will. Wer laufen will kann die Treppe nehmen.
      5 41 Melden
    • Sapere Aude 13.11.2016 23:09
      Highlight Mia_san_mia, tschuldigung aber überall auf der Welt ist klar, rechts stehen, links gehen. Nur die Schweizer bringen es nicht fertig. (ist überspitzt formuliert aber es nervt einfach) Der Sinn an Rolltreppen ist gerade das schnellere transportieren. Deshalb diese Unterscheidung, dass diejenigen die lieber stehen wollen rechts stehen und jene die es eilig haben links gehen können. Ist eine einfache Konvention, die jeder einhalten könnte ohne Schmerzen, wenn er nicht ein Egoist ist.
      20 3 Melden
    • Hierundjetzt 13.11.2016 23:28
      Highlight Mia.: wooow. Coool.
      7 0 Melden
    • Mia_san_mia 14.11.2016 01:10
      Highlight @Hierundjetzt: Ich weiss, ich bin verdammt cool 😎
      3 20 Melden
  • amazonas queen 13.11.2016 12:10
    Highlight Liebe SBB, bringt doch lieber den Verkauf von Jahresparkkarten für kleinere Bahnhöfe wieder zum laufen. Der geht seit Wochen nicht. Wäre mir jetzt wichtiger als den 43. Brezelkönig am Bahnhof XY zu eröffnen.
    139 3 Melden
  • TrueClock 13.11.2016 12:08
    Highlight Ich hasse den Brezelkönig. 1. Ist er sehr teuer und 2. riecht der ganze Bahnhof so mega gut verführerisch, aber wenn man dann so ein Brezel kauft ist er gar nicht so gut wie er gerochen hat. Die Abluft sollten sie nicht einfach so rausblasen dürfen. Das ist nämlich schon fast nötigung
    190 20 Melden
    • JaneDoe 14.11.2016 09:02
      Highlight Made my day! :'D
      3 0 Melden
  • Mäf 13.11.2016 11:38
    Highlight Warum stellt die SBB nicht einfach die MiniBars aufs Perron? Die werden ja bald nicht mehr gebraucht... #wasstudieredieglön?
    136 11 Melden
  • zurchpet 13.11.2016 11:20
    Highlight Ich hatte noch nie das Gefühl, dass der Brezelkönig Stand auf dem Perron in Winterthur dafür sorgte das mir Leute im weg standen.
    44 48 Melden
    • LarsBoom 13.11.2016 12:44
      Highlight Sie scheinen nicht oft am Winterthurer Bahnhof zu sein. Ich bin schon mehrere male aufs Gleis gefallen und fast vom Zug überrollt worden.
      31 39 Melden
    • Awesomeusername 13.11.2016 14:20
      Highlight @Lars Das kommt wohl eher davon das du zu lange im Schmale Handtuch oder sonst wo warst ;-)
      19 1 Melden
    • Mia_san_mia 13.11.2016 17:42
      Highlight @LarsBoom: Haha im Ernst? 😂
      9 5 Melden
    • Lami23 13.11.2016 20:59
      Highlight LarsBoom, ach von dir sind die Blutspritzer auf meinem Mantel. Reiningungsrechnung folgt.
      14 0 Melden
    • ChSt 14.11.2016 08:12
      Highlight Und wieder ist der Absinth schuld. Hahaha
      4 0 Melden
  • E7#9 13.11.2016 11:18
    Highlight Macht das wiklich Sinn? Wenn mein Zug auf Gleis 2 fährt, ich jedoch zum Gleis 5 rennen muss um einen Imbiss zu kaufen, dann überlege ich mir das nochmals. Unterführungen oder Kopf des Bahnhofs sind doch viel bessere Standorte.
    120 7 Melden
    • zettie94 13.11.2016 11:52
      Highlight Es geht ja auch um zusätzliche Standorte, nicht darum, die bestehenden abzulösen.
      38 3 Melden
    • whatthepuck 13.11.2016 11:59
      Highlight In Winterthur halten auf Gleis 4 und 5 viele grosse Züge (Intercitys, Interregios). Die Frequenz wird vorhanden sein. Für alle, die nicht auf Gleis 4 oder 5 müssen gibt es in der Unterführung ja ohnehin schon einen Stand.
      51 2 Melden
  • Braun Pascal 13.11.2016 11:13
    Highlight In st.gallen hat es 2 von diesem brezelding und das auf einem relativen kleinen bhf. Ich weiss auch nicht was sich die sbb dabei gedacht hat denn der 2. Steht da wo praktisch kein mensch vorbei geht.
    52 6 Melden
    • zettie94 13.11.2016 11:55
      Highlight Die SBB vermietet nur die Fläche. Brezelkönig wird von Valora betrieben und wenn die dort einen Brezelkönig aufstellen wollen, dann interessiert sich die SBB nicht dafür, ob der dann auch rentiert.
      90 0 Melden
    • Dr. Zoidberg 13.11.2016 13:10
      Highlight wo in sg steht denn der 2.? einer steht am gleis 1, ich nehme aber an, dass das der "erstzstandort" für den momentan geschlossenen in der unterführung ist.
      15 0 Melden
    • Charlie Brown 13.11.2016 19:52
      Highlight @zettie: Nicht ganz, so viel ich weiss... Es gibt wohl zur Fixmiete auch noch eine Umsatzprovision für die SBB, oder nicht?
      3 0 Melden
    • zettie94 13.11.2016 21:04
      Highlight @Charlie Brown: Das entzieht sich meiner Kenntnis, ist aber sicher möglich.
      0 0 Melden
  • John_Doe 13.11.2016 11:00
    Highlight Genau was wir am Bahnhof Basel noch brauchen: dann kann man sich - um im Stau vor den Rolltreppen nicht zu verhungern - mit einem Bretzel stärken...
    111 3 Melden
    • Hoppla! 13.11.2016 12:27
      Highlight Oder einfach die Treppe nehmen... Dann kannst du dir die abgearbeiteten Kalorien wieder mit einem Brezel nachfüllen.
      27 5 Melden

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