Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nach Rechtsrutsch: SP-Fraktionschef Nordmann zielt auf Mittewähler 

04.07.16, 05:11 04.07.16, 06:56


SP-Praesident Christian Levrat und Fraktionschef Roger Nordmann, von links, aeusseren sich zur Zukunftsstrategie der SP bis zu den Wahlen 2019, am Dienstag, 17. Mai 201,6 in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Denker und Lenker bei der SP: Christan Levrat (links) und Roger Nordmann.
Bild: KEYSTONE

CVP und FDP sind seit den Wahlen nach Einschätzung von SP-Fraktionschef Roger Nordmann spürbar nach rechts gerückt. Darin sieht der Waadtländer eine Chance, Wähler in der Mitte für die Sozialdemokraten zu gewinnen.

Die CVP sei unter ihrem neuen Präsidenten Gerhard Pfister näher zur SVP gerückt, die FDP ihrerseits habe «die Mittewähler aufgegeben», sagte der Nationalrat in einem Interview, das am Montag in der «Berner Zeitung» und im «Landbote» erschien. Damit tut sich seiner Meinung eine Bresche auf, in die die SP springen kann.

«Wir verteidigen den Service public, der Mittewählern am Herzen liegt. Moderate Wählerinnen und Wähler schätzen sicher auch, dass wir vernünftige Kompromisse mitgestalten und mittragen, so wie kürzlich beim Asylgesetz», sagte Nordmann.

Auch wenn viele Arbeiter mittlerweile die SVP wählen, verneint Nordmann, dass sich die SP neu erfinden müsse. Doch ihre Ausrichtung müsse sie überdenken, vor allem im Ton: «Ich stelle fest, dass es oft eher die Sprache oder Ausdrücke sind, die abschrecken, als der Inhalt.» Manchmal schrecke die SP «mit Provokationen unnötig Mittewähler ab, die bei Abstimmungen meist auf unserer Seite sind.»

Umfrage

Hat die SP mit ihrem bisherigen Kurs das Potential, Mittewähler zu erreichen?

185 Votes zu: Hat die SP mit ihrem bisherigen Kurs das Potential, Mittewähler zu erreichen?

  • 38%Ja
  • 51%Nein
  • 10%Weiss nicht

Nach seiner Meinung muss die SP in Zukunft ihre Position besser erklären und sich überlegen, wie sie eine breitere Wählerschaft ansprechen können.

Der 43-jährige Nordmann übernahm nach den Wahlen im vergangenen Herbst den Posten als Fraktionschef der SP. (cma/sda)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

21
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • FrancoL 04.07.2016 13:58
    Highlight Die SP sollte sich wieder auf Themenbereiche konzentrieren.

    Sie sollte das Gehickhacke links gegen rechts bereite lassen, der SVP nicht so grosse Aufmerksamkeit schenken.

    Bei den Themenbereichen, die zB weiter unten Linus schön dargestellt hat, Lösungen an den Start bringen. Nicht diese Bereiche bewirtschaften sondern Lösungen anbieten, auch wenn es Lösungen sind die in einem ersten Moment den Menschen in der Schweiz etwas abverlangen, das kann man stützen wenn das Ziel gut und klar formuliert ist und man glaubhaft machen kann dass viele am gleichen Strick ziehen.
    Es braucht Mut und Zeit.
    4 1 Melden
  • Linus Luchs 04.07.2016 09:06
    Highlight Drei Themenbereiche möchte ich der SP ans Herz legen:

    1. Bekämpfung der Steuerflucht. Firmen und reiche Privatpersonen entziehen dem Schweizer Fiskus Milliarden von Franken, die u.a. im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich fehlen.

    2. Transparenz und Regulierung betr. Finanzierung von Parteien und politischen Kampagnen sowie betr. Mandaten von National- und Ständeräten.

    3. Verhinderung eines Anschlusses an TTIP/TISA. Mit diesen Freihandelsabkommen werden unsere demokratisch legitimierten Standards ausgehebelt (Arbeiterrechte, Urheberrechte, Umwelt u.a.).
    15 4 Melden
    • FrancoL 04.07.2016 11:32
      Highlight Ich würde noch ergänzen:
      4. Eine vernünftige Politik für die heute immer älter werdende Bevölkerung und einen Weg ältere Menschen (ab ü50) im Arbeitskreislauf zu behalten.
      11 2 Melden
  • manolo 04.07.2016 08:48
    Highlight Solange die sp den Kurs in Sachen Ausländer und flüchtlingsregelung nicht ändert, werden sie weiterhin Wähler verlieren!
    9 16 Melden
    • Fabio74 04.07.2016 10:25
      Highlight Was ist die Alternative? Hetze à la SVP betreiben? Oder die Punkte der SVP-Tochter FDP übernehmen?
      11 9 Melden
    • FrancoL 04.07.2016 11:30
      Highlight Die Migration wird auch in Zukunft ein Problem bleiben, allerdings wird sich zeigen dass auch eine restriktive Politik (a la SVP/twFDP) da nicht weiter kommt und darum auf Integration gesetzt werden muss.
      Langfristig sind die Linken da nicht schlecht unterwegs.
      Mal sehen was für Ideen für den Arbeitsmarkt geboren werden nachdem die Geburten starken Jahre in Pension gehen!
      Alleine mit der möglichen Erhöhung des Pensionsalters wird man da das Problem nicht lösen, da zudem die Anstellung im Alter ein Problem bleiben wird.
      9 4 Melden
  • pun 04.07.2016 08:27
    Highlight Wenn die Mitteparteien nach rechts rutschen und die SP in die Mitte, ist dann die SP nicht auch nach rechts gerutscht?

    Nein Danke, Roger!
    12 1 Melden
  • Rdkay 04.07.2016 07:56
    Highlight Mit ihrem unsäglichen Träumer Programm Kapitalismus überwinden holen Sie mich als Mitte Wähler nicht. Auch der Kampf gegen Ladenöffnungszeiten (Sonntagsverbote usw ) mit den Gewerkschaften geht mir mächtig auf den Schenkel. Solange dieser Kurs anhält können Sie es vergessen.
    17 17 Melden
    • Fabio74 04.07.2016 08:17
      Highlight auf der anderen Seite wird gejammert über die 24 Stunden-Gesellschaft. Und in vielen Kantonen hat das Volk die bestehenden Öffnungszeiten so bewilligt. Warum man jetzt meint von oben herab über diese Voten herzufallen, erschliesst sich nicht.
      Die Gewerkschaften sind schwach gehalten. Arbeitnehmerrechte ebenso.
      9 7 Melden
    • pun 04.07.2016 08:46
      Highlight Hast du dir mal den Zustand der Welt angeschaut?
      Ganz pragmatisch und realistisch betrachtet, werden wir aber eine Alternative zum Kapitalismus finden müssen. Ich bin froh, gibt es wenigstens eine Bundesratspartei deren Basis dies anerkennt.
      13 3 Melden
    • Albi Gabriel 04.07.2016 09:33
      Highlight @pun: Wenn die von der SP vorgeschlagene Alternative zum Kapitalismus aber aus der ideologischen Rumpelkammer stammt und schon einige Male bewiesen wurde, dass sie mit Menschen halt nicht funktioniert, dann ist es keine Alternative.
      6 7 Melden
    • pun 04.07.2016 09:57
      Highlight @Albi: Drum wäre es ja so wichtig, dass nicht der Vorschlag einer einzelnen Partei 1:1 übernommen wird sondern mehrere Bürgerbewegungen und Parteien aus verschiedenen Ecken gemeinsam Schritt für Schritt daran arbeiten.
      Der aktuelleste Vorschlag der SP übrigens verlangt schlicht und ergreifend mehr Demokratie auch in der "Privat"wirtschaft.
      7 1 Melden
    • Albi Gabriel 04.07.2016 10:34
      Highlight @pun: Demokratie in der Privatwirtschaft ist aber auch nur ein anderer, schön umschriebener Ausdruck für die Vergesellschaftung der Produktionsmittel, womit wir wieder in der ideologischen Rumpelkammer wären.
      2 7 Melden
    • Sir Jonathan Ive 04.07.2016 12:53
      Highlight @Albi
      Ich hoffe das ist ein Witz.
      3 2 Melden
  • Howard271 04.07.2016 07:54
    Highlight Ich denke, Herr Nordmann hat sicher recht. Wenn man schaut, welche SP-Politiker in den letzten Jahren jeweils grosse Wahlerfolge und Sympathien verbuchten waren es meist die etwas "eingemitteten": Sommaruga, Bruderer, Berset, Jositsch, M. Fehr, etc.
    14 1 Melden
    • Luca Brasi 04.07.2016 09:52
      Highlight Rechsteiner? Fetz? Zanetti?, etc.
      3 3 Melden
    • Howard271 04.07.2016 11:34
      Highlight Ich sagte ja nicht, dass die anderen keinen Erfolg hatten 😉 Fetz würde ich auch eher dem nicht ganz so linken Flügel zuordnen. Im grossen Ganzen aber haben (demokrati-/mehrheitstechnisch) eher gemässigte Leute bessere Chancen, in Exekutivämter gewählt zu werden (und höhere Beliebtswerte zu haben) - das gilt ja auch für SVPler.
      6 0 Melden

Politiker kannten brisanten Bericht – und stimmten dennoch für Lockerung beim Waffenexport

Laut einem Bericht der Finanzkontrolle werden Waffenexport-Verbote geschickt umgangen. Jetzt zeigt sich: Die zuständigen Politiker waren über die Mängel informiert. Sie gaben trotzdem grünes Licht für eine Lockerung der Kriegsmaterialverordnung.

Der am Montag veröffentlichte Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) hat es in sich: Er kritisiert, das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gehe bei der Kontrolle von Exportgesuchen für Kriegsmaterial lasch vor. Im untersuchten Jahr 2016 etwa lehnte das Seco keinen einzigen der insgesamt 2499 eingereichten Exportbewilligungsanträge ab.

Die Finanzkontrolleure zeigen auf, wie Schweizer Rüstungsfirmen Lücken in Gesetz und Verordnung nutzen, um Exportverbote zu umgehen. Zudem wird …

Artikel lesen