Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Portrait of Swiss federal judge Peter Karlen, taken at the federal court in Lausanne, Switzerland, on February 22, 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bundesrichter Peter Karlen portraitiert am 22. Februar 2015 im Bundesgericht Lausanne. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Der SVP-Richter in Lausanne: Peter Karlen.  Bild: KEYSTONE

Wie ein SVP-Bundesrichter im Glockenstreit eine Pirouette vollzieht

Kirchen müssen sich nicht an die Nachtruhe halten. Dies entscheidet das Bundesgericht nach einer emotionalen Debatte, die einige Richter aus der Fassung bringt.

14.12.17, 05:46 14.12.17, 08:14

andreas maurer, Lausanne / Aargauer Zeitung



Peter Karlen (59) ist gewissermassen nur ein halber SVP-Bundesrichter. Vor knapp zwanzig Jahren wechselte er nicht nur aus Überzeugung von der FDP zur SVP, sondern auch wegen der Karriere. Bei der FDP herrschte ein Gerangel um Richterposten, bei der SVP Personalknappheit. Mit dem Parteiwechsel verpasste Karlen seiner Laufbahn den entscheidenden Dreh und schaffte es bis zum Bundesrichter. So kommt es, dass Karlen bei der Verhandlung des Kirchenglockenstreits von Wädenswil die Hauptrolle spielen darf.

Als Referent präsentiert er seinen Richterkollegen den Antrag, wie der Konflikt zu lösen sei. Er plädiert dafür, den Viertelstundenschlag von 23 bis 6 Uhr abzuschalten. Damit entscheidet er sich gegen seine Partei, die in richterlich verordneten Ruhezeiten den Untergang der schweizerischen Werte sieht.

Doch der Appell aus der SVP-Zentrale ist gar nicht nötig, um den SVP-Richter zu stoppen. Das unternehmen die vier anderen Bundesrichter von FDP, CVP, SP und Grüne. Nach der ersten Diskussionsrunde merkt Karlen, dass er isoliert ist. Er sagt, er habe seine Meinung geändert. Er zieht seinen Antrag zurück und unterstützt nun den Gegenantrag. Das Bundesgericht entscheidet deshalb, dass alles so bleibt, wie es ist: Die Kirche bleibt im Dorf und jene von Wädenswil darf auch nachts schlagen.

ARCHIV - ZUM ENTSCHEID DES BUNDESGERICHTS UEBER DAS LAEUTEN DER KIRCHENGLOCKEN IN WAEDENSWIL, AM MITTWOCH, 13. DEZEMBER 2017, ERHALTEN SIE FOLGENDE ARCHIVBILDER ---- Blick auf die evangelisch-reformierte Kirche und eine Tafel am Kirchweg in Waedenswil, aufgenommen am Freitag, 12. August. Die Glocken der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Waedenswil duerfen von 22 bis 7 Uhr nur noch zur vollen Stunde schlagen. Dies hat das Zuercher Verwaltungsgericht entschieden. Die Kirchenpflege der reformierten Kirche Waedenswil ZH wird aufgrund des Rueckhalts in der Bevoelkerung das Urteil des Zuercher Verwaltungsgerichts ans Bundesgericht weiterziehen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Kirchenglocken sorgen für viel Ärger.  Bild: KEYSTONE

«Ruhebedürfnis geht vor»

Normalerweise spielt die Parteizugehörigkeit vor Gericht keine Rolle. Doch beim Glockenstreit geht es um eine Abwägung verschiedener Werte. Karlen sagt: «Die juristischen Argumente sind nicht ausschlaggebend. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht.» Bei sich persönlich meint er allerdings nicht SVP-Werte, sondern seine Wohnumgebung in der Stadt Zürich. In seinem ersten Statement erklärt er, dass der Fall Wädenswil anders als die bisherigen Glockenstreite zu beurteilen sei, weil er in einem Stadtzentrum stattfinde: «Stark lärmvorbelastete Gebiete müssen umso mehr geschützt werden. Eine Einschränkung des Viertelstundenschlags würde hier einiges bringen.»

Man müsse eine Abwägung von Tradition versus Ruhebedürfnis vornehmen: «Das Ruhebedürfnis geht aus meiner Sicht vor.» Das sei der entscheidende Unterschied zu den bisherigen Bundesgerichtsurteilen, die Fälle im Zürcher Oberland betrafen. In Wädenswil seien die Verhältnisse anders, weshalb es keine Praxisänderung sei, wenn das Bundesgericht hier nun anders entscheiden würde.

Rhetorisches Slalomfahren

Karlen vollzieht jedoch nicht nur eine Pirouette, als er zwei Stunden später seinen Antrag zurückzieht und für das Gegenteil plädiert. Schon bei seinem ersten Auftritt nutzt er den grössten Teil seiner Redezeit, um gegen ein Verbot zu argumentieren, und nimmt erst kurz vor Schluss den rhetorischen Bogen, um sich doch dafür auszusprechen.

Zuerst widerspricht er dem Zürcher Verwaltungsgericht, gemäss dem die nächtliche Zeitangabe keinem Bedürfnis entspreche. Karlen erinnert sich an seine eigenen schlaflosen Nächte und sagt: «Wenn man im Bett liegt, ist der Viertelstundenschlag für viele Leute ein vertrautes Signal, dass die Welt in Ordnung ist.»

Im Gerichtssaal herrscht verkehrte Welt. Der SVP-Richter spricht sich nach einer Interessensabwägung gegen die Tradition aus. Der SP-Richter, Lorenz Kneubühler, verteidigt sie: «Die Kirche von Wädenswil steht seit drei Jahrhunderten. Das Ehepaar hätte sich vor dem Umzug informieren sollen.» Karlen greift den SP-Kollegen für diese Aussage persönlich an und wirft ihm eine «Entgleisung» vor.

Lob und Tadel für Karlen

Nancy Holten, Sprecherin der IG Stiller, die Lobbyorganisation der Lärmgegner, sagt über Karlen: «Das ist ein sehr seltsamer Meinungsumschwung.» Es sei eine Frage der Zeit, bis das Bundesgericht umschwenke: «Das Gewicht der Kirche schwindet von Jahr zu Jahr.»Peter Meier, Präsident der reformierten Kirche von Wädenswil, kann hingegen der inneren Zerrissenheit des SVP-Richters Positives abgewinnen: «Das Bundesgericht ist ein Abbild der Bevölkerung. Auch sie ist gespalten.» Als er den Satz im Gang des Bundesgerichts sagt, huscht Karlen an ihm vorbei. Meier zieht seinen Hut und sagt: «Danke.» Am Schluss zählt nur das Resultat der Verhandlung. Misst man Karlen daran, ist er ein ganzer SVP-Bundesrichter.

«Danke Kirchenglocken, ich wollte eh nicht schlafen!»

Video: watson/Emily Engkent

Das könnte dich auch interessieren:

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

30 Millionen Facebook-Profile gehackt. User-Daten weg. So merkst du, ob du betroffen bist

Diese Inder löschen Pornos und Gräuel-Bilder aus dem Netz – und leiden dabei Höllenqualen

Warum Tabubrecher triumphieren und was die Schweiz damit zu tun hat

Swisscom erhöht Abopreise um 191%: So reagieren die Kunden auf den erzwungenen Abowechsel

Mit diesen 10 Tricks und Tipps holst du das Beste aus Spotify raus

Wir haben die Kantonsgrenzen neu gezogen – so sieht die Schweiz jetzt aus

Diese 7 Frauen hätten einen Nobelpreis verdient – nur eine könnte ihn noch bekommen

GoT-Star Natalie Dormer meint: «MeToo war absolut notwendig!»

Alpentourismus kämpft mit Gigantismus um Gäste: Kann das gut gehen?

Der Staat soll Stillpausen für berufstätige Mütter bezahlen

Wie AfD-Weidel mit falschen Schweizer Asylzahlen Hetze gegen Ausländer macht

Diese Tweets zeigen dir, was mit Menschen passiert, wenn sie zu lange keinen Sex haben 😂

Sorry, Bundesrat Berset, aber es ist Freitag und wir hatten nichts Besseres zu tun ...

«Einmal Betrüger, immer Betrüger» – 7 Leute erzählen von ihrem Beziehungsende

11 Schritte für mehr Nachhaltigkeit in deinem Alltag

präsentiert von

Du denkst, du kennst die Kommaregeln? Ha!

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

62
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
62Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Normi 14.12.2017 20:54
    Highlight diese Kläger sind gleich sympatisch wie Kinderlärmverbiter, an die Langstrasse ziehen und gegen Bar's und Club lärm klager oder an einen Flughafen ziehen und dann über Fluglärm klagen....

    immer nur ich ich ich und was mir nicht passt wird platt gemacht bzw. geklagt....
    3 3 Melden
  • wasdroht 14.12.2017 18:15
    Highlight Es geht um Machtanspruch.Wir haben das Recht 24 Stunden unser Territorium abzustecken!Machtausübung durch Symbole.
    3 5 Melden
  • Oxymora 14.12.2017 14:24
    Highlight Da SVPler neuerdings gegen unsere schöne eidgenössische Verbotskultur kämpfen und
    sich SPler voll heftig gegen alles Säkulare stemmen, könnten die Damen und Herren doch ihre Parteibüchlein tauschen. Das wär ein toller Service für die Wählenden.

    Den angeblich mehrere hundert Jahre alten BimmelAutomaten ist es egal ob sie nur den halben Tag oder rund um die Uhr am Stromnetz zapfen. Hauptsache scheint zu sein: Kirchenprivileg kommt vor Volksschlaf.
    9 5 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 16:51
      Highlight Was hat das nun genau mit dem Parteibuch zu tun?
      4 3 Melden
    • Oxymora 14.12.2017 20:37
      Highlight 1. Karlen sagte: “Die juristischen Argumente sind nicht ausschlaggebend.“ Bedeutet: politische Ideologien waren es.

      2. Zersetzung der Verbotskultur (Volkskultur) ist nicht konservativ (SVP), Förderung der Religion ist nicht säkular (SP), Menschen den Schlaf zu rauben zeugt nicht von christlicher Nächstenliebe (Kirche).
      Die Vereine verhalten sich 180°entgegen ihrer Propaganda.
      Das Paradoxe:
      SP (früher Gleichberechtigung, Menschenrechte / heute Beschützer der Religion) befriedigt neu die SVP-Basis
      SVP (früher Minarettverbot, Burkaverbot / heute Gebimmelerlaubnis) befriedigt neu die SP-Basis.
      1 0 Melden
  • Dinolino 14.12.2017 12:40
    Highlight wow, im nachtreten seid ihr ja einsame spitze, chapeau. Und hört endlich mal mit dem bekloppten whataboutism auf; atheisten, agnostiker und muslime sollen doch die Schweiz verlassen wenn ihnen so eine Lapalie nicht passt. Aber jetzt einzufordern selbst im 15min. sich selbst zu verwirklichen mit autohupen oder einem muezin der ruft...bitte, gehts noch primitiver? einfachmal ein Kultur gut so lassen wie es war und ist, und gut. nene ihr macht lieber radau wegen sonem scheiss. Prioritäten völlig falsch gesetzt.
    9 13 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 16:53
      Highlight "Und hört endlich mal mit dem bekloppten whataboutism auf; atheisten, agnostiker und muslime sollen doch die Schweiz verlassen wenn ihnen so eine Lapalie nicht passt."

      Sonst noch was?

      Voll daneben.
      4 4 Melden
    • Dinolino 14.12.2017 17:26
      Highlight wahrscheinlich hast Du recht, ich sollte wohl weit weg ziehen....die ständigen bünzli / neid debatten hier ärgern mich zusehend. Als ob's nichts wichtigeres im Leben gäben täte, als anderen Leuten irgendwas vorzuschreiben. Keine Ahnung obs gefaked war oder nicht, aber die Umfrage im Dorf ergab 97% Zustimmung von den Anwohnern.

      In einem christlichen Land sich über Kirchen aufregen...dann streicht mal alles religiöse aus den tollen Büchern in Bern, dann wäre die Diskussion wenigstens ehrlich.

      Ich bleib bei meiner Meinung; dreck's Bünzlis
      6 2 Melden
  • Sapere Aude 14.12.2017 10:46
    Highlight Da zeigen neuste Studien, dass zu lautes Gebimmel in der Nacht den Schlaf beeinträchtigt. Das Gebimmel erfüllt keine Funktion und trotzdem lässt man es weiter Bimmeln, einfach weil es schon immer Gebimmelt hat. Wie war das noch einmal mit aufgeklärter Gesellschaft? Denn das Bimmeln ist doch so schön!
    18 15 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 16:45
      Highlight Was sind heute schon Studien wert?!
      6 2 Melden
    • TheMan 14.12.2017 21:01
      Highlight Eine Studie mit 27Personen. 300Personen die um diese Kirche leben, haben kein Problem mit dem Geläute. Brauchen dieses sogar zum Teil als Wecker. Dan ziehen 2 in die Nähe der Kirche. Sie haben Geld und stören sich daran.
      1 2 Melden
    • Sapere Aude 15.12.2017 00:45
      Highlight "Was sind heute schon Studien wert?!"

      Die Studie wurde immerhin von der ETH gemacht, immerhin in der Top 20 aller Universitäten dieser Welt. Zweifelst du grundsätzlich am Konzept der Wissenschaft, darfst du gerne zurück in die Höhle leben gehen.

      TheMan

      1. Du verwechselst den Fall mit jenem des Fussballvereines in Herrliberg.

      2. Ich mag das Glockengeläute wirklich sehr. Kann jemand deswegen nicht schlafen, kann ich gerne zwischen 2200 und 0600 darauf verzichten. Denn dann höre ich das Gebimmel nicht, sowenig wie die 300 anderen Fiktiven im Beispiel, die am Schlafen sind.

      1 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stichelei 14.12.2017 10:43
    Highlight Man könnte meinen, mit dem Killerbegriff „Tradition“ könnte man alles unbesehen rechtfertigen, das bereits eine gewisse Zeit lang besteht. Nach dieser Lesart wäre es also unangebracht, „Bräuche“ wie den blutigen Stierkampf oder die Genitalverstümmelung von jungen Frauen in Frage zu stellen. Denn beides sind in den jeweiligen Ländern „Traditionen“.
    19 9 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 16:46
      Highlight „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ - Gustav Mahler, österreichischer Komponist, 1860-1911
      6 1 Melden
    • Stichelei 15.12.2017 08:37
      Highlight @Unangemeldeter Benutzer: Und welches Feuer möchtest du genau mit der Tradition der Mädchenbeschneidung weitergeben?
      2 0 Melden
  • Joe Smith 14.12.2017 10:38
    Highlight Was soll dieser Artikel? Der Autor möchte also, dass in einer Diskussion jeder stur auf seiner vorgefassten Meinung beharrt und sich nie jemand überzeugen lässt? Dann kann man die Diskussion gleich weglassen! Auch, dass ein Richter zuerst alle Gegenargumente auflistet, um sie dann zu widerlegen, wird zwar nicht immer gemacht, ist aber ein absolut normales Vorgehen. Also nochmals: Was soll dieser Artikel? (Um Missverständnisse auszuschalten: Ich bin alles andere als SVP und finde das Urteil falsch, aber einen so sinnlosen Artikel finde ich mindestens ebenso falsch.
    17 2 Melden
  • A_C_Doyle 14.12.2017 09:56
    Highlight Das liesse sich doch auch als Volks Initiative durchbringen oder? N Versuch wäre es doch wert.
    9 7 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 14.12.2017 09:38
    Highlight Ich finde diesen Artikel etwas sehr missgünstig: Dass Richter ihre Meinung während der Urteilsberatung revidieren, sollte keine Sensation sein. Dafür findet die Beratung ja statt. Und dass Herr Karlen einen weniger opportunistischen Ansatz vertreten hat, als die anderen Richter, spricht ja auch nicht gegen ihn.

    Was das mit der Partei von Herr Karlen zu tun hat, verstehe ich auch nicht.

    30 3 Melden
    • Makatitom 14.12.2017 14:16
      Highlight Mit der Partei hat es zu tun, dass, wenn ein gewisser Blocher, oder Frey, oder Trulla-Blocher oder Martullo geklagt hätten die Glocken nicht mehr läuten würden
      6 5 Melden
  • Der Tom 14.12.2017 09:33
    Highlight Ich trete aus der Kirche aus. Mag nicht noch Steuern bezahlen für diesen Mist.
    27 10 Melden
  • saukaibli 14.12.2017 09:21
    Highlight Ich frage mich einfach, wer von den Leuten, die diese Tradition unbedingt behalten wollen, zwischen 23:00 und 6:00 überhaupt wach ist, um sich das Gebimbel anzuhören. Wie lange würde es wohl dauern, bis die merken würden, dass das Geläute abgestellt ist, wenn man das einfach so tun würde? Es geht ja nicht darum, das Gebimbel tagsüber auszuschalten, es geht ja nur um die Nachtstunden. Was fehlt einem denn genau, wenn es nachts nicht mehr läutet? Wenn es nur um die Tradition geht hoffe ich, dass all diese Menschen täglich mit Tracht herumlaufen, jodeln und ihren eigenen Käse herstellen.
    31 9 Melden
  • who cares? 14.12.2017 08:37
    Highlight Jetzt mal unabhängig von Religion/Tradition etc. Warum zieht jemand neben eine Kirche, wenn er Kirchenglocken nicht erträgt? Das eine Kirche läutet ist allgemein bekannt?
    21 23 Melden
    • Pasch 14.12.2017 10:23
      Highlight Und gehört allgemein abgeschafft. Das ist eine der vielen Nachgeburten von verdichteter Raumplanung (ohne jetzt spez. auf die Gegebenheiten im obigen Fall einzugehen), so einiges wird da noch kommen!
      9 9 Melden
    • der nörgler 14.12.2017 10:25
      Highlight Wo kann man denn hinziehen, wo es keine Kirche hat?
      10 7 Melden
  • rothi 14.12.2017 08:23
    Highlight Also mit der Zeitangabe (viertelstündlich und zur vollen Stunde) habe ich überhaupt kein Problem. Was stresst ist das 10Minütige dauergebimmel um 5 Uhr morgens (ist das als Wecker gedacht?).
    19 3 Melden
    • walsi 14.12.2017 11:49
      Highlight Ja, für die Bauern damit die rechtzeitug in den Stall kommen.
      7 0 Melden
  • He nu.. 14.12.2017 08:02
    Highlight Ich als Atheist denke, dass ein Stundengeläute mit gedämpftem Glockenton (ist machbar) zumutbar sein könnte. Viertelstundengeläute finde ich übertrieben. Aber etwas anderes: Heutzutage wäre es möglich, einen Belag, welcher die Reifengeräusche senkt v.a. bei stark befahrenen Strassen in Wohngebieten/ Wohnhäusern einzulegen und zudem endlich lärmende Auspuffs und idiotisches herumbolzen hart zu bestrafen. Die Jungs, welche ihren sexuellen Frust aufs Gaspedal onanieren, gehört der Ausweis für einen Monat weg!
    85 10 Melden
  • Charlie Brown 14.12.2017 07:36
    Highlight Off Topic: Ist eigentlich ein SVP-Richter einer dieser „fremden Richter“, wenn man selbst nicht SVP wählt? 🤔
    49 33 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 09:03
      Highlight Fremde Richter gibt es gar nicht. Die Schweiz ist mit eigenen Richtern in allen europäischen Gremien, die über die Schweiz richten, selbst vertreten.
      20 8 Melden
    • Makatitom 14.12.2017 14:19
      Highlight Richtig, Unangemeldeter. Kannst du das bitte auch mal den Hirnipickern von der $SVP erklären?
      7 1 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 17:04
      Highlight @Makatitom

      Das habe ich ja soeben getan, aber wie Du siehst: zur Zeit stehen 11 Herzen (immerhin!) gegen 8 Blitze.
      4 0 Melden
  • der nörgler 14.12.2017 07:36
    Highlight Tradition hin oder her. Es ist störend, dass eine private Organisation wie die Kirche mehr Rechte hat als andere und dass das vom Staat gestützt wird. Wenn ich in der Nacht alle Viertelstunde mit der Autohupe hupen würde, wie lange könnte ich das wohl machen?
    Dieses Gebimmel braucht es nicht.
    148 75 Melden
    • Arutha 14.12.2017 08:43
      Highlight Der Unterschied liegt darin, dass du wohl keine Mehrheit der Bevölkerung für deine Autohupe als Unterstützung erhälst. Dies im Gegensatz zu den Kirchenglocken.
      Die Kirche hat nicht mehr recht als andere. Wie vieles andere auch, können solche Sachverhalte an der Gemeindeversammlung geändert werden.
      13 11 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 09:00
      Highlight Ich wünsche aber, dass es dieses Gebimmel gibt. Und das Gebimmel war in den allermeisten Fällen vor den Anwohnern da. Im Gegensatz zum Verkehr, der stetig zunimmt, und damit stetig mehr Lärm produziert, ist das Gebimmel über die Jahrhunderte hinweg gleich laut.
      14 21 Melden
    • saukaibli 14.12.2017 09:23
      Highlight Das Problem ist, dass die Kirche keine private Organisation ist. Oder treibt der Staat Steuern für andere private Organisationen steuern ein?
      17 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gummibär 14.12.2017 07:34
    Highlight Seit Jahrtausenden bimmeln Glocken in Asien um die bösen Geister zu vertreiben und seit Karl der Grosse uns das Christentum verordnet hat auch bei uns. Anfänglich um zum Morgen-und Abendgebet zu rufen, dann zur Messe, bei Sturm und Feuer, zur Bestattung und schliesslich um die Leute in einem gemeinsamen Lebensrhythmus zu organisieren.
    Müsste es immer noch mittels Seilzug vom Priester, Mönch oder Glöckner besorgt werden, wäre die Nachtruhe schon längst eingetreten. Also: wenn schon Tradition, dann richtig. Entfernt das mechanische und elektrische Zeug und lasst den Pfarrer selbst bimmeln.
    69 13 Melden
  • Posersalami 14.12.2017 07:34
    Highlight Bin schwer enttäuscht von diesen konservativen Besitzstandswahrern. Mich nervt das Gebimmel auch ziemlich. Es hat mal Sinn gemacht aber seit Uhren wirklich überall sind ist es nur noch Lärmbelästigung.
    70 26 Melden
  • ATHENA 14.12.2017 07:33
    Highlight Wieso herrscht im Gerichtssaal verkehrte Welt? Ist das nicht eine der Voraussetzungen von Richtern, dass sie über den Tellerrand hinausschauen und aufgrund der Sachlage und nicht ihrer politischen Zugehörigkeit entscheiden? Ich wäre manchmal froh, wenn Politiker diese Courage besitzen würden, als immer irgendwelche Floskeln rauszuhauen.
    60 6 Melden
    • Posersalami 14.12.2017 09:28
      Highlight Welche Sachlage? Dass das Gebimmel absolut unnötig ist? Ja, aufgrund dieser Sachlage wäre eine Entscheidung gut gewesen..
      12 13 Melden
  • exeswiss 14.12.2017 06:39
    Highlight "Damit entscheidet er sich gegen seine Partei, die in richterlich verordneten Ruhezeiten den Untergang der schweizerischen Werte sieht."

    ich glaub ich krieg die krise...
    38 6 Melden
  • Oban 14.12.2017 06:35
    Highlight Heisst also im Endeffekt das hier Emotional geurteilt wurde und nicht auf Basis von Fakten.
    Gegen jedem Lärm gewinnt man irgendwann, ( zumindest mit Gegenmassnahmen oder Geld) sei es Fluglärm, Verkehrslärm, Lärmbelästigungen von Restaurant/Bar‘s aber sobald es um den heiligen Gral der Religionen geht ist Lärm dann nicht mehr so schädlich, was für eine Farce.
    36 15 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 09:05
      Highlight Nein, gegen den Verkehrslärm gewinnt man nie (vollständig, flächendeckend).
      5 5 Melden
  • BeatBox 14.12.2017 06:31
    Highlight Irgendwie sieht neutrale Berichterstattung anders aus. Der SVP-Richter ist nun also der Depp, weil er sich an die gemeinsam mit den anderen Richtern gefasste Meinung hält?
    52 4 Melden
  • reaper54 14.12.2017 06:26
    Highlight Also eigentlich waren alle Bundesrichter der Parteien FDP, CVP, SP und Grüne dagegen. Aber natürlich muss man für den SVP Bundesrichter einen sonderartikel machen...
    Watson ihr habt damit sehr gut aufgezeigt wiso es ein neutrales SRF braucht, ansonsten haben wir hier auch bald Amerikanische zustände.
    43 9 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 09:06
      Highlight Der Artikel kommt vom Sinneswandel, nicht von der endgültigen Meinung des SVP-Richters. Die anderen waren von allem Anfang an derselben Meinung.
      3 10 Melden
  • grumpy_af 14.12.2017 06:19
    Highlight Kann mir jemand erklären, warum die az immer für den Sachverhalt unwichtige Variablen einbaut wie z.B. die Parteizugehörigkeit? Im letzten Artikel war es der 'muslimische Junge', der vor Glarners Auto rannte.
    Man könnte fast meinen, die az sucht Zusammenhänge, wo keine sind.
    40 4 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 09:06
      Highlight Man sollte auch noch die Herkunft nennen. In diesem Fall 5x Schweiz.
      8 2 Melden
  • Marex1950 14.12.2017 06:17
    Highlight Das Bundesgericht hat richtig entschieden. Die Glocken waren lange vor den Stänkerern da. Wen‘s stört soll umziehen. Dasselbe gilt für Frau Horten, sie soll nach Holland zurück und irgendwo in der Pampas wohnen, da gibt‘s weniger Glocken.
    23 48 Melden
    • River 14.12.2017 08:40
      Highlight Die Ruhe, bevor Glocken in Türmen angefangen haben zu bimmeln, war viel länger da.
      18 3 Melden
    • w'ever 14.12.2017 08:48
      Highlight entschuldige, aber nur weil etwas schon vorher dort war, heisst das noch lange nicht, dass das dem "uranwohner" mehr rechte gibt.
      nur weil ich also am längsten in meinem block wohne darf ich mir also mehr erlauben als andere??? ich glaube nicht
      17 5 Melden
    • EvilBetty 14.12.2017 09:01
      Highlight Die Pampa ist in Südamerika, nicht in Holland.
      11 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Für Juso-Chefin Tamara Funiciello ist der Sommerhit «079» von Lo & Leduc sexistisch

Nach dem brutalen Angriff vor einem Genfer Nachtclub auf fünf Frauen in der vergangenen Woche – eine befindet sich weiterhin in kritischem Zustand im Spital – diskutiert die Schweiz über das Thema Gewalt an Frauen. Am Sonntag folgten hunderte von Frauen in mehreren Städten dem Aufruf von SP und Juso, unter dem Motto #allefüreine für «ein Ende der Gewalt gegen Frauen» zu demonstrieren.

An der Kundgebung in Bern sagte Juso-Präsidentin Tamara Funiciello, Gewalt gegen Frauen sei wie eine …

Artikel lesen