Schweiz

Skandal! Raus hier! Wenn Politiker den Saal verlassen … 9 Parlaments-Eklats in Bild und Ton

Dass eine Bundesrätin während der Rede eines Nationalrats den Saal verlässt, gab's in der Schweiz noch nie. Anders im Ausland. Ein paar Beispiele von Rausschmissen, Ausrastern und Prügeleien ...

27.04.16, 14:44

Sommaruga verlässt den Saal

27. April 2016: Der jüngste Eklat im Bundeshaus ist nicht mehr als einen Tag alt. Als Roger Köppel während der Debatte über das Kroatien-Protokoll so richtig in Fahrt kommt und Justizministerin Simonetta Sommaruga harsch angreift, verlässt diese verärgert den Saal.

SVPler boykottieren Kommissionssitzung

Josef Kunz, Toni Brunner und Marcel Scherer im Nationalratssaal 2005. Bild: KEYSTONE

5. Dezember 2005: Die Geschäftsprüfungskommission unter dem Präsidium von CVP-Nationalrat Hugo Fasel soll die Swisscom-Strategie des Bundesrates untersuchen. Das passt der SVP gar nicht. Sie will Fasel ausschliessen, weil dieser eine «Vorverurteilung von Bundesrat Blocher in Sachen Swisscom» habe. Doch für die Kommission ist Blochers Votum kein Grund. Als die Sitzung wie geplant stattfindet, verlässt die Mehrheit der SVPler den Raum.

Hier geht's zum «Tagesschau»-Beitrag vom 5.12.2005 (ab Minute 3:02).

Maurer verlässt das Bundeshaus

18. Dezember 2011: Zutiefst frustriert darüber, dass das Parlament keinen zweiten SVP-Bundesrat auf Kosten von Eveline Widmer-Schlumpf gewählt hatte, verlässt Ueli Maurer das Bundeshaus. Den Rest der Wahl verfolgt er mit seinen Anhängern im «Kreuz», statt im Regierungsgebäude. 

Den Bericht dazu gibt's hier.

Lammert schmeisst Linke aus dem Saal

26. Februar 2010: Der deutsche Parlamentspräsident Norbert Lammert verweist mehrere Mitglieder der Linken aus dem Bundestag, worauf die Fraktion geschlossen den Saal verlässt. Die Abgeordneten hatten mit Plakaten gegen die Afghanistan-Mission der Bundeswehr protestiert. 

FPÖ-Politiker verlassen den Saal

21. September 2015: Im Wiener Landtag zum Thema Flüchtlinge beschimpft der Grünen-Politiker Martin Margulies FPÖ-Politiker derart harsch, dass diese den Saal verlassen.

EU-Abgeordnete boykottieren die Hymne

1. Juli 2014: Mehrere EU-kritische Parteien sorgen bei der ersten Plenarsitzung des neu gewählten EU-Parlaments in Brüssel für einen Eklat. Bei der Europa-Hymne drehen sich rund dreissig Abgeordnete demonstrativ um oder bleiben einfach sitzen, darunter Abgeordnete der österreichischen FPÖ des französischen Front-National.

Schulz schmeisst Papadakis raus 

15. Juli 2014: Bei der Wahl Jean-Claude Junckers zum Präsidenten der Europäischen Kommission kommt es zum Eklat: Während Marine Le Pens Votum ergreift der griechische Abgeordnete Konstantinos Papadakis ungefragt das Wort. Der amtierende Präsident Martin Schulz fordert den Störefried vergeblich dazu auf, sich zu setzen und lässt Papadakis schliesslich aus dem Saal werfen.

«Ich bin doch kein Huhn!»

10. Oktober 2013: Das französische Parlament debattiert gerade die Rentenreform, als die Rednerin, Grünen-Politikerin Veronique Massonneau, unterbrochen wird: Der konservative Politiker Philippe Ray gackert aus der hintersten Reihe. «Sie sei doch kein Huhn!», wehrt sich Massonneau. In Frankreich gilt das als üble Beleidigung gegenüber Frauen. Ray wird rausgeschmissen und gebüsst: Ein Viertel seines Monatslohns wird ihm gestrichen.

Schlägereien im ukrainischen Parlament

10. Dezember 2015: Das ukrainische Parlament ist bekannt für seine handfesten Auseinandersetzungen. Der jüngste Kampf ereignete sich vor wenigen Monaten, als ein Abgeordneter den Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk zunächst vom Rednerpult schiebt und dann hochhebt. Weitere Videos aus dem ukrainischen Parlament:

(dwi)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 27.04.2016 18:21
    Highlight Mich würde ja vielmehr interessieren was denn nun mit dem erwähnten Verfassungsartikel ist (es gibt ihn) und wie das Kroatien Protokoll trotzdem veraschiedet werden soll?
    Aber darüber schreibt niemand nur über die Reaktion von SS, die jedoch mit den überall erwähnten zwei Audrücken nichts zu tun hatte und erst etwa 2min später erfolgte...
    9 3 Melden
  • Marcel Nandy Füllemann 27.04.2016 18:07
    Highlight Braucht das Bundeshaus auch eine Bewilligung für den Kindergarten, der dort stattfindet? Obwohl.. Jeder Kindergarten dürfte mehr Niveau haben, als Schweizer Politik.
    6 4 Melden
  • Rim 27.04.2016 16:14
    Highlight So unter uns: Männer sind halt so. Sie sind nicht in der Lage zu lesen, etwas zu begreifen. Heutzutage. Alles irgendwie Karikaturen von Carlos. Sie anerkennen keine Regeln (Parlamentsreglement: Köppel) sie brauchen psychologische Sondersettings =Köppel durch Markwalder. ähnlich wie Carlos. Keinesfalls würden sie eine öffentliche Schelte, wegen Ueberschreitung bzw Ignorirern der geltenden Regeln "akzeptieren" Das würde auch ihrer Ingegration mehr Schaden als Gewinn zufügen. So ist das halt. Narzissten/Immigranten der 2.,3.4. Generation, ergo: Blocher, Köppel, Carlos. Wir sind selber schuld!;-)
    16 35 Melden
    • Die Erleuchtung 27.04.2016 17:55
      Highlight Selten so ein wirrer Kommentar gelesen😂

      Und gegen welchen Teil des Parlamentsreglements hat Köppel genau verstossen?
      15 5 Melden
    • Fabio74 27.04.2016 18:29
      Highlight Falsch alle Männer in einen Topf zu werfen. Nur weil etliche nie eine Kinderstube hatten und meinen mit primitivem Provozieren auffallen zu müssen.
      9 4 Melden
    • Maett 27.04.2016 20:32
      Highlight @Rim: schräger Kommentar. Über Frauen könnte man ja ähnliches Schreiben. Sie können nicht mit Kritik umgehen und flüchten sich stattdessen jeweils in die Opferrolle, sie ignorieren was ihnen nicht passt und zeigen zur Ablenkung dann auf etwas unbedeutendes, worüber man sich aufregen kann, sie erzwingen künstliche Harmonie und schaffen eine Grenze, was überhaupt noch besprochen werden darf und was nicht, etc. - hier auf das Parlament bezogen, v.a. Sommaruga/Markwalder.

      Und über die Sache hat man auch immer noch nichts gehört... lässt es sich nun mit der Verfassung vereinbaren oder nicht?
      9 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 27.04.2016 16:13
    Highlight Die BR Sommaragua spielt halt gerne die beleidigte Leberwurst! Tatsache ist, dass sie eine "Wilkommenskultur" zelebriert, die mit unseren Einrichtungen nicht bewältigt werden kann.
    28 55 Melden
    • Fabio74 27.04.2016 18:30
      Highlight Quatsch. Niemand zelebriert irgendwas.
      11 7 Melden
    • Wolfsblut 27.04.2016 18:53
      Highlight Er reisst sich das Mik vom Kopf und verlässt das Tele-Züri-Studio, als BR verlässt er inmitten der BR-Wahl das Bundeshaus, er beantwortet Fragen mit « kei Luscht.» Wer ist das bloss?
      18 5 Melden
  • teab 27.04.2016 15:11
    Highlight Auch ich würde mich von diesen Leuten nicht alles gefallen lassen und den Saal verlassen - Mit etwas mehr Feingefühl könnte man das gleiche Vortragen. Aber ich glaube es ist gewollte Absicht von gewissen Leuten so zu reagieren nur dass sie ins Scheinwerferlicht kommen.
    17 19 Melden
    • Philu 27.04.2016 17:58
      Highlight Sorry, aber wenn Sie Bundesrat wären und gewählt wurden und ebenfalls 475'000 Franken im Jahr verdienen, dann sollten Sie gefälligst etwas für ihr Geld tun. Dies Arbeitsverweigerung. In der Privatwirtschaft könnten Sie Ihre Habseeligkeiten aus der Schublade packen und nach Hause gehen. Auch viele andere Nationalräte sind rausgegangen. Meiner Meinung nach ist dies unwürdig, sie kriegen auch gut über 100'000 Franken. Das ist eine Frechheit, sollte man gleich die Gelder kürzen wegen Arbeitsverweigerung. Bauarbeiter würden auch gerne soviel verdienen und hätten kein Problem mit dem rauen Ton..pfff
      7 12 Melden
  • Luca Brasi 27.04.2016 14:58
    Highlight Meanwhile in South Korea:
    12 2 Melden

Liebe No-Billag-Befürworter, liebe No-Billag-Gegner ...

Gehässigkeiten, Lügen, Beleidigungen: Statt einer sachlichen Debatte um die No-Billag-Initiative ist ein politischer Glaubenskrieg entbrannt. Ein offener Brief an die Widersacher. 

Liebe No-Billag-Befürworter Liebe No-Billag-Gegner

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Mal sind das Ausrutscher in der Hitze des Gefechts, manchmal gezielte Provokationen. Die Debattanten entschuldigen sich und warten danach wieder mit ehrlicher Begeisterung für ihre jeweilige politische Idee auf.  

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