Schweiz
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Renitenter Schüler in Schaffhausen hält Politik auf Trab



Schueler im Gang des Schulhauses Langgasse, aufgenommen am Donnerstag, 4. September 2014, in Bern. Das Schulhaus ist nach seiner Totalsanierung wiederbezogen worden. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bild: KEYSTONE

Ein renitenter Schüler an einer Schule in der Stadt Schaffhausen versetzt seit Wochen Schulbehörden und Politik in Aufregung. Er soll Mitschüler belästigt und geschlagen sowie Lehrer bedroht haben. Am Unterricht darf er deshalb nicht mehr teilnehmen.

Der Schüler sei durch «unpassendes und gewaltbereites Benehmen» aufgefallen, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung von Stadtschulrat und Stadtrat vom Freitag. Der Beschuldigte habe sich aggressiv gegenüber Mitschülern und Lehrern verhalten. Die Unsicherheit und Angst unter Schülern und Lehrpersonen habe deshalb «massiv zugenommen».

Zu einem Elterngespräch Ende Januar in den Räumen des Schulamtes wurden gar zwei Polizisten aufgeboten. Laut den Behörden handelte es sich um eine Vorsichtsmassnahme, weil sich die Situation nicht habe einschätzen lassen. Das Gespräch verlief jedoch «ruhig und konstruktiv».

Um wieder Ruhe und Frieden ins Schulhaus zu bringen, sei der betroffene Schüler unmittelbar nach dem Elterngespräch vom Unterricht suspendiert worden und habe ein Arealverbot erhalten. Die Massnahmen wurden bis nach den Sportferien verlängert und gelten nach wie vor.

Nach weiteren Gesprächen mit Behörden und der Kriseninterventionsgruppe des Kantons wurden dem Schüler verschiedene Auflagen gemacht. So muss er sich von Fachpersonen befragen und untersuchen lassen, er muss sich regelmässig auf dem Schulamt melden und erhält dort von den Lehrpersonen zusammengestellte Hausaufgaben, die er nach Erledigung retournieren muss.

Bisher habe sich der Schüler an diese Auflagen gehalten, heisst es in der Mitteilung. Für die Präsidentin des Stadtschulrates ist dies allerdings keine dauerhafte Lösung. Der Schüler sei noch schulpflichtig, habe ein Recht auf Bildung und dürfe von Gesetzes wegen nicht auf Dauer vom Unterricht ferngehalten werden.

Kein Sicherheitsproblem

Es würden nun verschiedene Schritte und Massnahmen geprüft, um den Schüler nach einem Timeout wieder in eine Regelschule zu integrieren. Ins gleiche Schulhaus zurückkehren werde er aber sich nicht.

Der Fall des renitenten Schülers hatte auch politisch Wellen geworfen. SVP-Politiker sprachen von «unhaltbaren Zuständen» und «schwerwiegenden Sicherheitsproblemen» an den städtischen Schulen.

Stadtrat und Schulrat weisen solche Vorwürfe zurück. Beim betroffenen Schüler handle sich um einen Einzelfall. Eine Häufung von Gewalt gebe es an den Schaffhauser Schulen nicht. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • UHauser 26.02.2017 04:06
    Highlight Highlight Ähhh...kleine Frage, gibts da auch so was wie "Eltern"???
  • nimmersatt 24.02.2017 19:33
    Highlight Highlight bereits zu meiner Schulzeit hat es solche Fälle gegeben, nur wurden diese nicht derart aufgebauscht. Ich frage mich wozu diese mediale Verbreitung solcher Fälle (wie auch etwa jenem ums Händeschütteln) dienen soll. Habe ich daraus irgend einen Wissenszuwachs? Hilft es den Beteiligten, das Problem zu Lösen? Hilft es dem Renitenten, sich zu reflektieren?

    Ich glaube nicht. Alles was es bewirkt ist das unfundierte und diffuse Gefühl das der Empörung jener zudient, die tagtäglich nur auf der Suche nach empörenswertem sind. Dies finden sie gewöhnlich in Blick, 20-min etc.
  • Chrigi-B 24.02.2017 17:22
    Highlight Highlight Dem sollte der Lehrer einfach die Faust drücken, da nüzt alles "streichlä" & "verhätschle" nix.
    • Luchs 24.02.2017 19:11
      Highlight Highlight Der Lehrer ist nach der Faust seinen Job los.
      Eine "Watschon" wäre aber sicher nicht falsch am platz.
    • dododo 24.02.2017 20:18
      Highlight Highlight pädagogikexperten unter sich...
    • Luchs 24.02.2017 20:52
      Highlight Highlight @Dodo, erzähl mal von deinen Erfahrungen im Pädagogischen Bereich.
      Dododo= Dada(da)
      Hoffentlich hast du die Sterne schon einmal Life gesehen und nicht bloß auf deinem Indoorcomputer.
      "Ärger aus"
    Weitere Antworten anzeigen
  • Illyria & Helvetia 24.02.2017 14:57
    Highlight Highlight Wow, da scheinen alle Beteiligten wohl gravierende Fehler in der Erziehung des Kindes gemacht zu haben. (Ob das jetzt «Kuschelpädagogik» war oder nicht, weiss man ja gar nicht.) Und die einzige Sorge einiger meiner Mitlandesbewohner ist die Nationalität/Ethnie/Kultur des Kindes. Knapp eine Million Kinder besuchen die obligatorischen Schweizer Schulen, zwischen ein Viertel und ein Drittel davon hat einen Migrationshintergrund. Hier wird aber ein Einzelfall geschildert. Jetzt können sich die «Eidgenossen» selber überlegen, wie wichtig oder unwichtig die Nationalität hier ist... 😉
  • pamayer 24.02.2017 13:28
    Highlight Highlight Irgendwo ist trotz allgemeiner Schulpflicht genug. Längeres time out, und wenn er zu wenig dabei lernt, was bei Schülern, die den Unterricht regelmässig besuchen, auch oft vorkommen kann, einfach selber Schuld.
    Mir würde bei Steuerhinterziehung auch eine saftige Strafe auferlegt, an welcher ich Jahre zu bezahlen hätte.
    Die Schule macht, eben wegen der allgemeinen Schulpflicht, um jede/n Querulant/in ein riesen Trara bis alle Lehrpersonen ausgebrannt alle Klassen aufgebracht sind. Nur um jemandem, die/der nicht will, auf den Schwanz zu treten.

    • Luchs 24.02.2017 19:07
      Highlight Highlight Kurzsichtig, Weitsichtig: Das Ziel ist ein Mensch zu bilden der in unserer Gesellschaft selbständig bestehen kann. Das schlimmste wäre: Bleibt Gewalttätig, Kann für seinen Lebensunterhalt nicht selber aufkommen, zeugt Nachkommen die er nicht unterhalten kann und diese lernen das selbe verhaltensmuster, wird Inhaftiert.
      Und jetzt die die FRAGE: wer bezahlt das eigentlich alles?
  • 3fuss 24.02.2017 13:21
    Highlight Highlight Ab in das Erziehungsheim mit ihm!
    Diese Kuschelpädagogik hier ist für die Katz.
    • peterpe 24.02.2017 17:55
      Highlight Highlight Achtung Ironie: Holen wir doch endlich wieder die Schläge und die Verdingung als Erziehung heran!

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