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PISA-Studie: Schweizer 15-Jährige sind zwar die besten Rechner Europas, aber...

06.12.16, 11:01 06.12.16, 12:42

Die 15-jährigen Schweizer Schüler belegen in Mathematik weiterhin den Spitzenplatz in Europa. Ihre Leistungen in der PISA-Studie 2015 sind allerdings durchwegs tiefer als 2012. Lehrer und Erziehungsdirektoren begründen dies mit Veränderungen in der Methodik.

In Mathematik erreichte als einziges europäisches Land Estland einen vergleichbaren Mittelwert wie die Schweiz, wie die Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und das Eidg. Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) am Dienstag mitteilten. Die Mittelwerte der anderen europäischen Länder lägen weit darunter.

Im weltweiten Vergleich aller OECD-Länder hingegen belegt die Schweiz in Mathematik nur noch Platz 5, zwei Ränge schlechter als 2012. Damals waren nur Südkorea und Japan besser, in diesem Jahr liegen auch Singapur und China (Taiwan, Macao, Hong Kong, B-S-J-G) noch vor der Schweiz.

Naturwissenschaften im Zentrum

Im Zentrum der neuen PISA-Studie standen die Naturwissenschaften. Der Mittelwert der Schweiz sei dabei vergleichbar mit demjenigen von Deutschland, hiess es bei der EDK. Die anderen Nachbarländer Österreich, Italien und Frankreich lägen «signifikant» darunter. Den weltweiten Spitzenplatz belegt auch hier Singapur.

Beim Lesen erreichte die Schweiz aber erneut nur einen Platz im Mittelfeld, zusammen mit Österreich, Italien und Frankreich. Deutschland habe dabei viel besser abgeschnitten, hiess es. Insgesamt bezeichneten die EDK und das WBF die Resultat in den drei getesteten Fachbereichen über mehrere Zyklen hinweg als «stabil».

In allen Fächern tiefer als 2012

Da die Fragen in diesem Jahr erstmals am Computer gelöst wurden, wirft die neuen PISA-Studie Fragen bezüglich der Vergleichbarkeit auf. So schnitt die Schweiz in diesem Jahr in allen Fächern schlechter ab als beim letzten Vergleich 2012.

In Mathematik verlor sie 10 Punkte, in den Naturwissenschaften 9 und im Lesen gar 17 Punkte. Damit fällt sie noch unter das Niveau von 2009 zurück, als die Resultat einen eigentlichen «PISA-Schock» ausgelöst hatten.

Für die EDK und das WBF ist «nicht abschliessend geklärt», inwieweit ein Vergleich möglich ist zwischen den Ergebnissen von PISA 2000 bis PISA 2012, die auf Papier gelöst wurden, und PISA 2015 am Computer. Der Wechsel stelle eine einschneidende Veränderung dar.

Daneben nahmen für PISA 2015 nur noch 6600 Schweizer Schülerinnen und Schüler an der Studie teil, nach 20'000 im Jahr 2012. Es bestünden deshalb Unklarheiten bezüglich der Repräsentativität.

Auch der Lehrerdachverband LCH zeigte sich skeptisch gegenüber der aktuellen PISA-Studie. Die Schweizer Resultate 2015 seien weder mit den Schweizer Resultaten des PISA-Zyklus von 2000 bis 2012 vergleichbar noch mit den aktuellen Ergebnissen der anderen OECD-Länder.

Vor allem drei Gründe haben laut Verband zur «desolaten Situation» geführt: die Umstellung des Prüfungsmodus von Papier auf Computer, die Änderung der Stichprobe und die Änderung der Skalierung. Der Umgang der OECD mit kritischen Fragen zur Methodologie des Tests sei «ärgerlich und unprofessionell», teilte der LCH mit.

Die gesamten Resultate im Überblick:

Das Programme for International Student Assessment (PISA) ist der grösste internationale Schüler-Leistungstest. Die Studie wird alle drei Jahre von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführt. Dabei werden die Kenntnisse von 15- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schülern in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet.

In der aktuellsten Ausgabe 2015 haben mehr als eine halbe Million Schüler aus 72 Ländern und Regionen teilgenommen. Die Tests wurden dabei erstmals vollständig am Computer durchgeführt.

Den Schwerpunkt bildeten diesmal turnusmässig die Naturwissenschaften – etwas mehr als die Hälfte der PISA-Aufgaben stammten aus diesem Gebiet. Als vierter Testbereich wurde erstmals das «kollaborative (gemeinschaftliche) Problemlösen» erhoben. Diese Ergebnisse werden allerdings erst 2017 präsentiert. (aeg/sda)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • http://bit.ly/2mQDTjX 06.12.2016 23:34
    Highlight Ich meine, die PISA-Studie misst weniger die Bildungs-Qualität als vielmehr die Ausbildungs-Funktionalität.

    Es ist einfach, Durchschnittsgrössen zu vergleichen. Aber die Bildungsqualität zeigt sich m.E. weniger am Durchschnitt als vielmehr an der Variabilität.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Streuung_%28Statistik%29

    Denn die Erfinder, Weltretter, kreativen Köpfe und Genies von Morgen werden vermutlich eher in einem Umfeld mit grösserer Variabilität gedeihen.

    Auch die PISA-Schwänzer-Statistik gäbe vermutlich mehr her, um die Bildungsqualität, bzw. den Ausbildungs-Drill zu beurteilen.
    1 0 Melden
  • chicadeltren 06.12.2016 16:45
    Highlight Wieso orientieren wir uns bei dieser Studie eigentlich immer an Finnland? Singapur würde viel mehr Sinn machen: In allem überragend, 40% Superschüler und dabei nur halb so viele schwache Schüler wie die
    Schweiz... Dazu dann auch später erfolgreichste Volkswirtschaft, extrem effizientes Gesundheitssystem etc. Vermutlich auch innovativer als die Finnen...
    5 3 Melden
    • MadScientist42 06.12.2016 20:04
      Highlight In Singapur und generell in Ostasien, werden die Schüler enorm unter Druck gesetzt und haben deshalb praktisch keine Kindheit, wie wir sie kennen. Mit Fleiss ist halt viel erreichbar, aber ob wir das wirklich wollen ist fraglich.
      In Finnland ist allerdings das Gegenteil der Fall. Sie setzen auf Qualität der Lehrer und versuchen die Schüler für die Fächer zu begeistern. Meiner Ansicht nach der bessere Ansatz.
      4 1 Melden
    • Normi 06.12.2016 23:09
      Highlight @Mad
      Danke

      oder einfach gesagt

      Singapur = Militärschule

      Finnland = Freie Schule
      2 1 Melden
    • chicadeltren 07.12.2016 10:56
      Highlight Das Tritratralala ist schon schön aber wenn die paar Milliarden Asiaten uns alle überholen, können wir uns bald von unserem privilegierten Lebensstil verabschieden. Ich finde halt, man muss auch was aus
      dem Gelernten machen und darin ist die Schweiz wohl besser als Finnland, ergo Finnland für mich kein Vorbild.
      0 3 Melden
  • Ano Nym 06.12.2016 15:40
    Highlight Was bitteschön ist B-S-J-G?

    Google meint es seien Guggenheime bulletshared high yield corporate bond (was durchaus auch die abkürzung BSGJ hat) doch ich sehe den zusammenhang nicht ganz...
    8 2 Melden
    • Charlie Brown 06.12.2016 16:51
      Highlight B-S-J-G (China) = Beijing, Shanghai, Jiangsu, Guangdong

      Expertetipp:

      Wenn du bei google noch ein weiteres Wort eingibst, welches im Zusammenhang des gesuchten stehen könnte (z.B. China), kommen höllenrelevante Inhalte aus diesem Internetz. ;-)
      3 2 Melden
    • IDon'tHaveAName 06.12.2016 16:59
      Highlight Beijing-Shanghai-Jiangsu-Guangdong

      China ist in verschiedenen Regionen aufgeteilt in dieser Studie.
      3 1 Melden
    • Oberlehrer 06.12.2016 17:17
      Highlight Beijing-Shanghai-Jiangsu-Guangdong, weiss doch jedes Kind... 😉
      2 5 Melden
    • Ano Nym 06.12.2016 18:05
      Highlight Habs dann auch noch gefunden, danke an die vielen antworten.

      Dass auch noch alle übereinstimmen stimmt mich optimistisch dass eure Antworten stimmen 😊

      Bei einem artikel mit so vielen Abkürzungen kann eine Erklärung dem Verständnis helfen
      3 1 Melden
  • Lord_Mort 06.12.2016 13:39
    Highlight Da wird die Stichprobengrösse geändert, der Test anders durchgeführt und zudem wird dabei versucht Schülerinnen und Schüler zig verschiedener Bildungssysteme zu vergleichen. Ich sehe den Sinn solcher Studien nicht wirklich, geschweige denn ihre Aussagekraft.
    34 6 Melden
    • Charlie Brown 06.12.2016 16:52
      Highlight Warum macht es keinen Sinn, die Ergebnisse von verschiedenen Bildungssystemen zu vergleichen? Genau das ist ja der Zweck von solchen Studien. Es geht glaub nicht drum herauszufinden, ob die einen Schüler genetisch schaluer oder doofer sind als die anderen.
      5 3 Melden
  • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 06.12.2016 13:27
    Highlight Nach der Slideshow habe ich Kopf-Aua
    9 2 Melden
    • pamayer 06.12.2016 20:27
      Highlight Oder Bauch-Aua. Und hinterher Traum-Aua.





      👳
      1 0 Melden
  • Alnothur 06.12.2016 12:58
    Highlight Dann hat das Dialektverbot an den Schulen ja richtig Wirkung gezeigt... /s
    22 3 Melden
  • Dadaist 06.12.2016 12:01
    Highlight Ich bin 18 wie siehts bei uns Maturranden aus😅
    7 6 Melden
    • sheimers 06.12.2016 14:46
      Highlight Schlecht. "Ich bin 18. Wie sieht's bei uns Maturanden aus?" Fünf Fehler in einem Satz, wenn ich richtig gezählt habe. :-) (Das ist nicht böse gemeint, ich mache auch viele Fehler. Nach der Schule interessiert das auch niemanden mehr.)
      32 4 Melden
    • Mactox 06.12.2016 16:09
      Highlight Das muss bei "siehts" kein ' setzen bzw. man sollte keins setzen. Das macht man nur im Englisch. Meine ehemalige Lehrerin sagte dazu immer Deppen-Apostroph :D
      8 12 Melden
    • ast1 06.12.2016 17:05
      Highlight @Mactox Doch, da "sieht's" eine Verkürzung für "sieht es" ist. Das Deppenapostroph wird vor allem bei Pluralausdrücken ("die Auto's") oder Genitiven ("Ueli's Garage") versehentlich verwendet.
      http://www.deppenapostroph.info/apostrophitis/
      7 1 Melden
    • Samwell 06.12.2016 17:41
      Highlight ehm, nope. Sobald ein Wort gekürzt wird wie hier "sieht + es" -> "sieht's", dann wird das Apostroph gesetzt.
      Deppenapostroph ist etwas anderes. Ungenügend, setzen!
      7 1 Melden

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