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Das Logo der ETH Zuerich beim Standort Hoenggerberg der ETH Zuerich, am Donnerstag, 9. Februar 2017. Die ETH informiert an einem Mediengespraech ueber die zukuenftige Ausrichtung der Hochschule. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

An der ETH sorgt ein Mobbing-Fall für Aufregung.  Bild: KEYSTONE

Eklat an der ETH: Professorin mobbt jahrelang Doktoranden – und kriegt ein Sabbatical

Im Institut für Astronomie schikanierte eine Professorin über zehn Jahre lang Doktoranden. Nun hat die Schulleitung das Institut aufgelöst. 



An der ETH Zürich ist es im Institut für Astronomie zu Mobbing und heftigen Konflikten gekommen. Im Zentrum des Zerwürfnisses steht eine Professorin. 

Diese hat laut NZZ am Sonntag über die letzten 15 Jahre mit ihrem Mann das Institut aufgebaut, entsprechend stark war ihre Stellung. «Für mich war die Zeit an der ETH die dunkelste Episode meiner Karriere», sagt eine betroffene Person zur Zeitung.

Insider sprechen von Clanwirtschaft innerhalb der ETHDie Rede ist von persönlichen Angriffen, ständiger Kontrolle, überrissenen Erwartungen an die Erreichbarkeit und unfruchtbaren Diskussionen bis tief in die Nacht. Frauen sollen von der Professorin aufgefordert worden sein, weniger Zeit für Make-up und mehr für die Forschung zu verwenden. Dabei soll es selten um Forschung gegangen sein, sondern vielmehr um Zwischenmenschliches. «Schon eine vermeintlich falsche Körperhaltung ihr gegenüber konnte zu langen Diskussionen führen», erzählt eine ehemalige Postdoktorandin.

Eine junge Doktorandin wollte sich dies nicht mehr gefallen lassen und ging zur ETH-Leitung. 

ETH löst Institut auf

Nun hat die Schulleitung reagiert, das Institut aufgelöst und das Professoren-Paar für sechs Monate in ein Sabbatical geschickt, wie die NZZ am Sonntag weiter berichtet. Die betroffenen Doktoranden seien anderen Professoren zugeteilt worden.

Der Fall schlage intern hohe Wellen. ETH-Präsident Lino Guzzella wollte offenbar dafür sorgen, dass die Situation schnell bereinigt wird – und zwar möglichst so, dass keine grossen Wellen geworfen werden. 

«Schon eine vermeintlich falsche Körperhaltung ihr gegenüber konnte zu langen Diskussionen führen.»

Ehemalige Doktorandin

Viele goutierten demnach nicht, dass die Professorin an die ETH zurückkehren kann – vor allem, weil sie unter Auflagen auch wieder Doktoranden betreuen darf. Die Sache ist aber noch nicht vorbei, Inzwischen hat sich der ETH-Rat eingeschaltet.

Die Professorin wollte gegenüber der NZZ am Sonntag keine Stellung nehmen und verwies an die Medienstelle der ETH: 

Professoren werden kaum kontrolliert

Dass es an Hochschulen zu solchen Situationen kommen kann, ist dem System geschuldet: Professoren haben generell viel Einfluss und werden kaum kontrolliert. Sie sind für ihre Doktoranden gleichzeitig Vorgesetzte, Betreuer und Gutachter. «Die Doktorierenden stehen in einer grossen Abhängigkeit von ihren Professoren», sagt Caspar Hirschi, Professor an der Uni St.Gallen.

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34
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    Alle Leser-Kommentare
  • Bogdan Sz 22.10.2017 20:08
    Highlight Highlight Die Ombudsstelle der ETH ist ein Witz, oder besser gesagt eine Alibi-Übung. War wegen Tätlichkeit eines Mitarbeiters bei ihnen, es hiess am Telefon im Gespräch mit ETH-Verantwortlichen, die Person hätte es zwar zugegeben, "aber Sie wissen es nicht von mir" und "da treffen halt verschiedene Persönlichkeiten aufeinander". Von mobbenden Professoren will ich gar nicht anfangen. Wenn ich die Respekt-Kampagne der ETH sehe, dreht sich mir der Magen um
    • Helene Obrist 23.10.2017 09:22
      Highlight Highlight Lieber Bogdan, wir wollen mehr davon wissen! Melde dich doch bei uns: redaktion@watson.ch
  • olmabrotwurschtmitbürli 22.10.2017 17:26
    Highlight Highlight Als Doktorand - womöglich noch beim Doktorvater als Assistent angestellt - ist die Abhängigkeit schon sehr ausgeprägt.
  • ARoq 22.10.2017 15:25
    Highlight Highlight «Für mich war die Zeit an der ETH die dunkelste Episode meiner Karriere»
    Das ist in der Astronomie oft so :(
  • Dewar 22.10.2017 14:52
    Highlight Highlight Jaja, wenn es einmal an die Öffentlichkeit kommt empören sich alle inkl. der Schulleitung. Tatsache ist aber: Das ist schon fast eher die Regel als die Ausnahme. Kenne viele Doktoranden, Post-Docs und solche, die abgeschlossen haben, und bei den meisten ist das Verhältnis zum Prof. zumindest ambivalent. Als Doktorand sitzt man immer am kürzeren Hebel, und will man weder seine akademische Zukunft noch die vergangenen Jahre harter Arbeit aufs Spiel setzen, schweigt man halt und beisst durch. Das heisst dann: Wochenendarbeit, Nachtschichten, Verzicht auf Ferien und immer lächeln und Amen sagen.
  • Itsmichael 22.10.2017 14:16
    Highlight Highlight Hat die ETH die Sprüche ihrer neuen Respekt Kampagne eigentlich direkt von Dieser Professorin oder wie?
    MACH EINEN PUNKT.
    AUS RESPEKT.
    Benutzer Bild
  • karl_e 22.10.2017 13:27
    Highlight Highlight Die Institutsvorsteher sind allmächtig. Fast wie Götter. Wenn sich zu dieser Allmacht ein schlechter Charakter gesellt, dann wird's halt problematisch. Das gleiche gilt übrigens für CEOs und dergleichen.
  • Kekzus 22.10.2017 11:02
    Highlight Highlight Wie Prof Lilly schon einmal zu mir sagte: 'In ten years you wont remember this'. Das möchte ich ihm an dieser Stelle auch mitgeben... ;-)
    • MM 24.10.2017 20:52
      Highlight Highlight Nun ja... Meinst du das ironisch?

      Professor Lilly ist offenbar mit seiner Ehefrau im Sabbatical. Die Geschichte dazu gibt's oben im Artikel zu lesen...

      (Bemerkung: Allzu viele Prof. Lilly gibt's wohl nicht; wir meinen schon den selben...?
      Jedenfalls sind sie jene zwei Professoren des geschlossenen "Instituts für Astronomie", die nicht am neuen, zusammengelegten "Institut für Teilchenphysik und Astronomie" sind.)
  • Lumpirr01 22.10.2017 10:59
    Highlight Highlight Toll, unsere ETH! Ein halbes Jahr Ferien für dieses Ehepaar als Belohnung für ein massives Fehlverhalten auf Kosten unserer Steuerzahler.............
    • Pafeld 22.10.2017 12:54
      Highlight Highlight Realistisch betrachtet sind es nur zwei Monate auf Kosten des Steuerzahlers.
  • hendrick 22.10.2017 09:34
    Highlight Highlight als student dieser besten schweizer schule ein spannender artikel. grundsätzlich: woher hat watson diese informationen? guzzella wollte es ja „unter den teppich kehren“ - was ich interessant finde, weil ja die eth auf den campen (campussen?) gerade so eine tolle respekt-initiative austrägt...
    • sevenmills 22.10.2017 10:02
      Highlight Highlight "Besten schweizer schule" ist immer relativ..
    • Picker 22.10.2017 10:55
      Highlight Highlight Artikel nicht ganz gelesen? Es steht mindestens zwei Mal im Artikel, dass die Story von der NZZ kommt.
    • sevenmills 22.10.2017 13:26
      Highlight Highlight Ok, dann ists halt nicht relativ ;)
      Ne im Ernst, einziger Anhaltspunkt um Hochschulen zu vergleichen sind die Rankings und die fokussieren sich zum grossen Teil auf Innovationsoutput und Publikationen. Dass da die technischen und naturwissenschaftlichen Unis gut abschneiden ist nicht überraschend und sogar zu erwarten. Sieht übrigens sogar die ETH selbst so. Darum ist es tatsächlich relativ.
  • sikki_nix 22.10.2017 09:25
    Highlight Highlight Ja ich hoffe, die alte wird niemals wieder jemanden betreuen dürfen! Aber wie kann das unter mobbing laufen, wenns von einer Person gegen eine Gruppe geht? Wäre mobbing nicht grade der umgekehrte Fall?
    • Lexxus0025 22.10.2017 09:56
      Highlight Highlight Mobbing ist, wenn eine Person eine andere Person „fertig macht“. Das Gruppenverhältnis hat damit nichts zu tun. Daher auch zwischen nur 2 Menschen kann Mobbing passieren.
    • Roger Freck 22.10.2017 10:23
      Highlight Highlight @Lexxu0025
      Völlig falsche Defintion. Schlagen sie das Wort "mob" nach.
    • Hierundjetzt 22.10.2017 11:00
      Highlight Highlight Es ist eher Bossing den Mobbing (wenn wir schon das Neudeutsch bemühen)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alice36 22.10.2017 09:05
    Highlight Highlight Es erstaunt wohl keine/n der sich etwas im akademischen Umfeld auskennt. Weder das Problem noch die Lösung sind neu. Auch im akademischen Umfeld arbeiten Menschen und da gibt es genauso viele schwarze Schafe wie im normalen Leben nur da werden sie beschützt und es wird alles dafür getan das sie nicht auffliegen. In diesem Fall hat es scheinbar 10 Jahre gedauert bis jemand mal den Mund aufgemacht hat. Errinert mich fatal an Hollywood alle wissen Bescheid und keiner sagt was. Am Schluss gibt's ein Sabbatical, bei Weinstein wirds die Luxus-Reha sein. Ansonsten bleibt alles beim Alten.
    • Citation Needed 22.10.2017 10:51
      Highlight Highlight Der Vergleich drängt sich förmlich auf! Nur dass man bei Weinstein im Moment nichts von Rückkehr hört. Aber er selbst soll scheinbar fest damit rechnen (sagt Seth Myers), dass er in einem Jahr geläutert zurückkommen darf. Da bin ich mal gespannt.
    • Thinkdeeper 22.10.2017 11:10
      Highlight Highlight Ja leider.
      Es sind/geraten, viele in Machtpositionen die im Kern durch und durch Korrupt sind und mit der anvertrauten Machtposition nicht umgehen können.

      Als Resultat entstehen dann Vetterwirtschaft, Intrigen und Schickanen / Mobbing.
  • Piri 22.10.2017 08:48
    Highlight Highlight ...und jetzt löst man das einfach auf! Frage mich was der Sinn dieser Abteilung war, wenn sie einfach so aufgelöst werden kann. Man bedenke, das wird alles mit Steuernden finanziert ( inklusive Sabaticel, in der Privatwirtschaft gäbe es einen Rauswurf!)
    • Olifant 22.10.2017 11:07
      Highlight Highlight Gemäss der ETH Website wurde das Institut einfach neu zusammengestellt. Die Professorin und ihr Mann sind nun aber als "unabhängige Professoren" aufgeführt, d.h. sie gehören nicht mehr direkt dem neuen Institut an.
    • Thinkdeeper 22.10.2017 11:15
      Highlight Highlight Na ja. Die skrupellose Rücksichtlosigkeit der Privatwirtschaft muss nicht gerade 1:1 kopiert werden.
      Genauer betrachtet müsste man in diesem Falle den ETH Rat entlassen der das System und die fehlenden Kontrolle zu verantworten hat.
    • Leider Geil 22.10.2017 12:08
      Highlight Highlight @Piri in der Privatwirtschaft gäbs auf dieser Ebene wohl eine Freistelkung mit goldenem Fallschirm.
      So oder so eine Frechheit was an der ETH so alles hinter den Fassaden abläuft. Ich habe da mal gearbeitet.
  • TheBean 22.10.2017 08:38
    Highlight Highlight Mobbing wird mit einem Sabbatical belohnt? Wow...
  • Nate Smith 22.10.2017 08:27
    Highlight Highlight Dass das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Doktorand und Professor ausgenutzt wird ist leider nicht die Ausnahme sondern die Regel. Erschwerend hinzu kommt dass viele Professoren null Führungserfahrung haben und nicht kritikfähig sind. Das ist nicht nur an der ETH so sondern in der ganzen Akademie weltweit. Dass dieses System noch wissenschaftliche Resultate liefert ist erstaunlich und der Hartnäckigkeit und Resilienz einiger weniger geschuldet.
    • Alju 22.10.2017 12:21
      Highlight Highlight Habe mein Doktorat an de ETH abgebrochen, weil ich mit dem Professor nicht zurechtkam. Wieso? Selbständigkeit wurde verlangt, aber daraus resultierende Entscheidungen später massiv kritisiert. Ergo der Prof hat alles entschieden und ich durfte für sämtliche Fehler die Verantwortung tragen.
  • speaker33 22.10.2017 08:10
    Highlight Highlight Mach einen Punkt.
    • mariof 22.10.2017 12:34
      Highlight Highlight ...Aus Respekt.
      Es ist schon etwas irritierend, dass diese Geschichte zur gleichen Zeit publik wird, wie die Respekt-Kampagne an der ETH: http://www.respekt.ethz.ch
    • Itsmichael 22.10.2017 14:14
      Highlight Highlight Aus Respekt.

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