Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Das Hauptgebaeude der ETH Zuerich, aufgenommen am Freitag, 25. April 2014. (KEYSTONE/Walter Bieri )

Die ETH Zürich untersucht den Fall der mobbenden Professorin. Bild: KEYSTONE

Nach Mobbing-Fall: Unis wollen Macht von Professoren einschränken

Der Mobbing-Fall an der ETH macht bereits international Schlagzeilen. Schweizer Universitäten setzen derweil auf mehrere Betreuer, damit Professoren nicht zu viel Macht erhalten. 

yannick nock / Aargauer Zeitung



Die ETH Zürich reagiert auf die anhaltende Kritik und leitet eine Untersuchung gegen eine Professorin des inzwischen aufgelösten Instituts für Astronomie ein. Die ETH-Leitung beauftragt in den nächsten Tagen eine externe Fachperson mit der Durchführung der Administrativuntersuchung. Am Wochenende wurde bekannt, dass eine Professorin am Institut für Astronomie über zehn Jahre lang ihre Doktoranden schikaniert haben soll. Sie habe Frauen als schwache Wesen bezeichnet und aufgefordert, weniger Zeit für Make-up und mehr für die Forschung aufzuwenden.

Grund zum Mobbing fand die Professorin offenbar immer: «Schon eine vermeintlich falsche Körperhaltung ihr gegenüber konnte zu langen Diskussionen führen», sagte eine ehemalige Postdoktorandin zur «NZZ am Sonntag». Wie die Zeitung berichtet, brachen Frauen wie Männer in ihrem Büro in Tränen aus, mindestens eine Person habe psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Erst als sich eine junge Doktorandin gegen die Praktiken der Professorin auflehnte und sich bei der Leitung beschwerte, reagierte die ETH: Die Schulleitung schickte die Professorin und ihren Ehemann, mit dem sie das Institut leitete, für sechs Monate in einen Sonderurlaub und löste das Institut auf. Dass die renommierte Hochschule erst dann einschritt, sorgt seit Tagen für Kritik in den Medien. Von «Schreckensherrschaft» und «Machtmissbrauch an der ETH» war die Rede.

Kleine Könige, grosse Macht

Der Fall sorgte über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen. Auch die «Süddeutsche Zeitung» berichtete über die «Elite-Professorin, die Doktoranden demütigt». Doch damit nicht genug. Wir fanden gestern weitere junge Wissenschafter, die an der ETH schikaniert wurden: «Professoren sind kleine Könige in ihrem Königreich», beklagte sich eine ehemalige Doktorandin. «Kontrollmechanismen seitens der ETH-Leitung gibt es quasi kaum.»

Lino Guzzella, Präsident der ETH Zürich, verteidigt das Vorgehen. «Innert kürzester Frist wurden die betroffenen Doktorierenden bereits im März einer anderen Betreuungsperson zugeteilt», heisst es in einer Mitteilung der Hochschule. «Die Vorwürfe stehen in klarem Widerspruch zu dem, was wir von unseren Professoren und Professorinnen erwarten, deshalb haben wir schnell gehandelt», sagt Guzzella. Sollte die Professorin in Zukunft wieder Doktoranden betreuen, werde sie eng begleitet. Die ETH räumt ein, dass es rückblickend ungünstig war, ein Professoren-Ehepaar im gleichen Institut anzustellen. Heute wäre eine solche Konstellation nicht mehr möglich, heisst es in der Mitteilung. Der Fall hat eine Debatte über den Umgang mit Doktoranden an den Hochschulen und die Macht der Professoren ausgelöst. Gerade in exotischen Fächern haben angehende Wissenschafter kaum Ausweichmöglichkeiten. Die Universität Zürich will deshalb eine neue Anlaufstelle für Konfliktfälle gründen, die von einer unabhängigen Fachperson geführt wird. Sie soll zusätzlich zum Ombudsmann entstehen.

Das sind die besten Universitäten der Welt

Unis setzen auf mehrere Betreuer

Die Universität treibt zudem eine weitere Massnahme voran, um die Macht der einzelnen Professoren einzudämmen. Die Doktoranden sollen künftig von mehreren Professoren begleitet werden. «Im angelsächsischen Raum sind drei bis vier Betreuer die Regel», sagt Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich, der an der US-EliteHochschule MIT promovierte und jahrelang in den USA forschte. «Als ich nach Zürich kam, war ich überrascht, dass sich die Doktoranden nur an einen Professor wenden können.»

«Ich war überrascht, dass sich Doktoranden in Zürich nur an einen Professor wenden konnten.»

Michael Hengartner

Michael Hengartner, Rektor der Universitaet Zuerich, spricht an der Jahresmedienkonferenz der Universitaet Zueich USZ, am Freitag, 25. April 2014, in Zuerich. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Was an einigen Instituten bereits umgesetzt wird, soll nun flächendeckend eingeführt werden. Hengartner, der auch als Präsident der Rektorenkonferenz amtet, empfiehlt allen Hochschulen, das Mehr-Betreuer-System einzuführen. Die Universität Bern hegt ähnliche Pläne: «Wir streben eine flächendeckende doppelte Betreuung an», heisst es vonseiten der Medienstelle. Andere Hochschulen dürften diese Art der Doktorats-Betreuung forcieren. Wie es im Fall der Professorin an der ETH weitergeht, ist offen. Weitere Massnahmen könnten vorgeschlagen werden, heisst es in der Mitteilung. Bis zum Abschluss der Untersuchung will sich die ETH allerdings nicht mehr zur Professorin äussern.

Das könnte dich auch interessieren:

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel

Grippewelle in Zürich und Schaffhausen

Link zum Artikel

Ein ziemlich seltsames Outfit – so erklärt Serena Williams ihren Netzstrumpf-Auftritt

Link zum Artikel

Drei Lawinen fordern eine Tote und mehrere Verletzte im Wallis

Link zum Artikel

Nico soll Schneeketten montieren und bringt damit den Chef zur Verzweiflung 😂

Link zum Artikel

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Link zum Artikel

So hast du die Karriere von Roger Federer noch nie gesehen

Link zum Artikel

Warum die Bezahl-App Twint bei Schweizer Teenagern gerade so richtig durchstartet

Link zum Artikel

Vorsicht! Mit den Apple-Ohrstöpseln wird das iPhone zur Wanze 😳

Link zum Artikel

«Der Zug stellt einfach ab»: So leiden die Lokführer unter den SBB-Pannen-Doppelstöckern

Link zum Artikel

Der Lambo-Trottel, sein High-Heels-Schrank und ich

Link zum Artikel

Die grössten Apple-Irrtümer – was nicht nur iPhone-Fans wissen sollten

Link zum Artikel

Die grosse Game-Vorschau: Auf diese 50 Spiele dürfen wir uns 2019 freuen

Link zum Artikel

So cool ist es WIRKLICH, im Januar auf Alkohol zu verzichten 🤔😂

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Trump will den Notstand ausrufen – aber darf er das überhaupt?

Link zum Artikel

«Gölä ist die falsche Art von Büezer» – Nico bügelt mit dem Berner Rapper Nativ

Link zum Artikel

Samsung, Huawei oder doch Nokia? Diese Android-Handys erhalten am längsten Updates

Link zum Artikel

Sie wollte dieses Kleid kaufen – und brach bei der Lieferung (zu Recht) in Tränen aus

Link zum Artikel

Brexit-Chaos? Ist den Börsen egal

Link zum Artikel

Genfer Caritas-Lagerleiter vergriff sich an jungen Mädchen

Link zum Artikel

Warum Trump plötzlich die Sowjets verteidigt

Link zum Artikel

«Die toten Hoden» – neue Twitter-Challenge ruiniert die Namen deiner Lieblingsbands

Link zum Artikel

«Familie wird mich töten»: Rahaf auf Flucht aus Saudi-Arabien in Thailand vorerst sicher

Link zum Artikel

Wenn sogar Fox News Trumps Grenz-Lüge anprangert

Link zum Artikel

Das Beste an den Golden Globes? Diese Wasserträgerin

Link zum Artikel

Die bizarre Liebesgeschichte der KZ-Aufseherin, die sich in eine Gefangene verliebte

Link zum Artikel

7 Wahlen hat er analysiert – jetzt meint er: «Das System könnte aus den Fugen geraten»

Link zum Artikel

Sexy Särge oder phallische Felsen – welcher Wandkalender darf's denn sein?

Link zum Artikel

Bellydah: «Diesen Job nennt man ‹Rap-Video-Bitch›»

Link zum Artikel

Kann man wirklich zu lange schlafen?

Link zum Artikel

Der einzige Schweizer auf Mikronesien braut Bier und lebt auf diesem Inselcheln

Link zum Artikel

6 Webseiten, auf denen du dir toll die Zeit totschlagen kannst – klicken auf eigene Gefahr

Link zum Artikel

7 Dinge, die dir bei diesen bekannten Weihnachtsfilmen noch nie aufgefallen sind

Link zum Artikel

Jetzt muss Trump die Börse mehr fürchten als Mueller 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Agnos ~ 27.10.2017 20:19
    Highlight Highlight Durch indoktrinierten psychogenen Ideologien hat schon immer eingeschränkt, nach dem Motto; du kannst nicht, du bist nichts, nur der Mentor ist alles, nach dem ideologischen Know-how.
    • Agnos ~ 28.10.2017 15:00
      Highlight Highlight Ideologien haben schon immer eingeschränkt, nach den Vorgaben des Mentor, wie die Geisteshalten sein soll, aber selten erfüllbar war und ist, was den Studenten depressive macht, und deshalb für nötige Leistungen die Kraft nimmt.
  • RacKu 26.10.2017 08:18
    Highlight Highlight Kollege Lini ist ein kleiner Scherzkeks. Viele Wissenschaftliche Mittarbeiter haben Teilzeitstellen an den Hochschulen. Häufig um die 50%. Befragt man die nach dem Wochenstunden die gefordert werden kommt man fast nicht mehr aus dem Staunen. Bei 50% Anstellung wird einfach so 80% Arbeitszeit erwartet.
  • marcog 26.10.2017 07:48
    Highlight Highlight "mindestens eine Person habe psychologische Hilfe in Anspruch genommen" Nur? Bei einem Doktorat ist man nun mal recht anfällig für psychische Probleme, da man auf sich alleine gestellt ist, sich selber Druck macht etc. Es gibt auch Gruppen mit miesen Professoren, bei denen hat mindesten die Hälfte der Studenten psychische Probleme.
  • Agnos ~ 26.10.2017 05:54
    Highlight Highlight Alle Institutionen?? unter Exotischen Fächern fallen unteranderem auch die Theologie und andern verschiedenen Wissenschaften. Sollten denn auch allesamt die Kontrollen eingeführt werden!?

Überfall an der Langstrasse: Polizei verhaftet 10 mutmassliche FCZ-Schläger 

Die Zürcher Stadt- und die Kantonspolizei haben gemeinsam am Mittwoch zehn mutmassliche Hooligans festgenommen. Die Männer stehen im Verdacht, am 25. Oktober 2018 an der Langstrasse deutsche Fussballfans angegriffen zu haben.

Der Vorfall passierte nach dem Europa-League-Spiel FC Zürich gegen Bayer 04 Leverkusen. Dabei wurden mehrere deutsche Fans in der Langstrasse von gewalttätigen Männern angegriffen. Drei Fans wurden dabei verletzt und mussten ärztlich behandelt werden.

Gemäss Angaben der …

Artikel lesen
Link zum Artikel