Schweiz

Angriff auf Schulsport, Flugzeugunfälle und Rentnerwelle: Das schreibt die Sonntagspresse

06.08.17, 06:16 06.08.17, 06:32

Die besten Geschichten aus den Sonntagsmedien.  Bild: KEYSTONE

Angriff auf den Schulsport

Beim Bund gibt es laut der «NZZ am Sonntag» die Pläne, das Sportobligatorium an der Volksschule zu lockern. Derzeit schreibt der Bund den Kantonen vor, dass in der Schule mindestens drei Lektionen Sport pro Woche unterrichtet werden müssen. Diese Regelung gilt seit gut fünf Jahren. Nun will die Finanzverwaltung des Bundes dies ändern: in einer Analyse zur Entflechtung der Aufgaben von Bund und Kantonen sei auch das Sportobligatorium aufgeführt. Der Sankt Galler Finanzdirektor und Präsident der Konferenz der Kantone, Benedikt Würth, bestätigt gegenüber der «NZZ am Sonntag» die Änderungsabsicht. «Die Kantone haben diese Bundesregelung, welche in die kantonale Schulhoheit eingreift, immer als Fremdkörper und völlig unnötig empfunden», sagte er. Alarmiert sind dagegen Sportpolitiker im Nationalrat. Falls das Sportobligatorium gestrichen werde, spare man sicher bald beim Turnunterricht in vielen Kantonen und die Volksgesundheit sei bedroht, hiess es von der Gegenseite.

Basler ziehen am meisten Spenden ab

Für gemeinnützige Zwecke werden hierzulande rund 1.8 Milliarden Franken jedes Jahr ausgegeben. Eine Untersuchung der Steuerabzüge bei der Einkommenssteuer zeigt nun, dass es im Spendenverhalten aber grosse Unterschiede zwischen den Kantonen gibt. Dies schreiben die «Zentralschweiz am Sonntag» und die «Ostschweiz am Sonntag». Demnach seien die Steuerpflichtigen in Basel-Stadt am grosszügigsten: Sie zogen rund 172 Millionen Franken an Spenden von der Einkommenssteuer ab. Das sind fast 1400 Franken pro Steuerpflichtigem. Experten erklären dies damit, dass in wohlhabenderen Kantonen mehr gespendet werde. So finden sich neben Basel-Stadt auch die Kantone Zug und Schwyz auf den vorderen Platzierungen. Deutlich seltener werde hingegen in der lateinischen Schweiz gespendet.

Immer mehr Flugunfälle

Die Zahl der Unfälle und schweren Vorfälle in der Schweizer Luftfahrt hat stark zugenommen. Das meldet die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust. Sie zählte 83 solcher Ereignisse im Jahr 2016 - so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Markant zugenommen haben die Fastzusammenstösse. Ihre Zahl vervierfachte sich seit 2015 von 4 auf 16. Für Daniel Knecht, Leiter des Untersuchungsdienstes der Sust, seien die Hauptursachen für den Anstieg das fehleranfällige System im Luftraum Zürich sowie die verschiedenen Warnsysteme der Kleinflugzeuge, die nicht miteinander kompartibel seien.

Besucher-Boom bei SAC-Hütten

Das schöne Wetter sorgt beim Schweizer Alpen-Club (SAC) für volle Häuser. Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, sind viele Betriebe gegenüber dem bereits guten Vorjahr im Plus. «Die 70 SAC-Hütten mit Online-Reservation haben rund 20 Prozent mehr Buchungen als im Vorjahr», sagte Bruno Lüthi, Bereichsleiter Hüttenbetriebe des SAC, der Zeitung. Einige bekanntere Hütten seien an den Wochenenden bis zum Ende der Saison schon ausgebucht. Eine Goldgrube seien die SAC-Hütten allerdings nicht. Nur rund zehn der insgesamt 152 Hütten erwirtschafteten Gewinn.

Wallis zieht Bergführer aus dem Verkehr

Der Kanton Wallis will gemeinsam mit dem Schweizer Bergführerverband (SBV) Tourenleiter und Skilehrer ohne Ausbildung aus dem Verkehr ziehen. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, sollen künftig zwei bis vier vom Kanton bezahlte Kontrolleure auf beliebten Abfahrten, auf Wegen zu Berghütten sowie am Fuss von Klettersteigen unterwegs sein. Seit 2014 dürfen nämlich laut Gesetz nur noch zertifizierte Leiter alpine Wanderungen, Hoch- und Klettertouren und Schneeschuhwanderungen anbieten. Dennoch würden kommerzielle Outdoor-Aktivitäten zu wenig kontrolliert, sagte SBV-Geschäftsführer Pierre Mathey zu der Zeitung. Mit der verstärkten Aufsicht will das Wallis dafür sorgen, dass keine unqualifizierten Bergführer ihre Dienste zu Dumpingpreisen anböten.

Ambulante Mogelpackung

In Luzern und Zürich dürfen bestimmte Operationen nur noch ambulant durchgeführt werden. Andere Kantone brüten über ähnlichen Massnahmen, weil dies angeblich günstiger ist. Doch das Sparpotenzial ist beschränkt, wie der «SonntagsBlick» unter Berufung auf Berechnungen des Krankenkassenverbandes Curafutura schreibt. Demnach sind einige Eingriffe ambulant gar teurer. In fast allen Fällen werde es für die Krankenkassen und damit für die Prämienzahler teurer. Dieser Umstand gebe erneut den Forderungen nach einer einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen Auftrieb.

Rentnerwelle kommt auf Unternehmen zu

Der Schweizer Wirtschaft steht laut dem «SonntagsBlick» eine grössere Pensionierungswelle bevor. Ab 2020 geht die Babyboomer-Generation in Pension. Einer Umfrage bei grossen Schweizer Arbeitgebern zufolge spiegelt sich dieser Umstand in einer Verschiebung des Alters der Belegschaft wider. Bei der Post mit über 60'000 Angestellten betrug das Durchschnittsalter 44.8 Jahre im Jahr 2013. Ende Juni 2017 waren es bereits 45.9 Jahre. Bis 2020 rechne der «Gelbe Riese» mit einem Wert von 47.8 Jahren. Ein ähnliches Bild gibt es bei den SBB, die ab 2022 mit einer grösseren Pensionierungswelle rechneten.

(sda)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 06.08.2017 11:53
    Highlight Ich bin vor weit mehr als 5 Jahren zur Schule gegangen und hatte immer 3 Lektionen Sportunterricht.
    Offenbar geht es bestens ohne zentralistische Bundesregelung. Also weg damit!
    2 8 Melden
  • Ohmann94 06.08.2017 09:46
    Highlight Und genau so verweichlicht unsere Gesellschaft immer weiter... Gratulation! Wir schaffen uns bald selbst ab. Ich bin eigentlich echt kein konservativ denkender Mensch, aber wenn Leute nach der Wahl eines Präsidenten (den ich auch auf den Tod verabscheue) "safe-space" brauchen, wenn man auf der McDonalds Menükarte etwas wählen kann und dann sagt "Mein Geschlecht ist jetzt Cheeseburger ohne Salat" und niemand findet es seltsam, weil uns social media sagt das sei okay so, dann läuft echt etwas falsch. Die Abschaffung eine Sportobligatorium ist auch wieder nur ein Grund um Schwäche stark zu machen
    8 2 Melden
  • derEchteElch 06.08.2017 09:30
    Highlight Schulsport streichen.. in Ordnung, wir werden vorsichtshalber nur noch 1.20m breite Zimmertüren verbauen.

    Wenn wir zustände wie in den USA haben wollen macht das ruhig. In Deutschland sind auch vergl. viele Menschen Übergewichtig, wollen wir das? Wollen wir auch dort enden? Dies ist schlecht für die Gesundheit und mMn nicht zu förden...
    5 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.08.2017 20:10
      Highlight Als ob es bis vor 5 Jahren keinen Schulsport gegeben hätte... 🙄
      1 6 Melden
  • Holla die Waldfee 06.08.2017 09:29
    Highlight Warum werden die Babyboomer immer als Katastrophe dargestellt? Wir reden hier immerhin nur von den Jahrgängen 1955-1969. Das sind nur 14 Jahre. Direkt anschliessend setzte der sogenannte Pillenknick ein. Seither sinkt die Geburtenzahl in unseren westlichen Industrienationen. Und zwar bis heute.

    14 Jahre Leute! 14 Jahre!
    Das wird weder die Wirtschaft noch das Rentensystem zerstören. Und immerhin sind es auch diese Babyboomer, die zu einem grossen Teil den Luxus geschaffen haben, in dem wir heute in unseren Ländern leben.
    1 3 Melden
  • Ton 06.08.2017 08:11
    Highlight Nein, Fastzusammenstösse von Kleinflugzeugen haben nicht zugenommen. Es wurde 2016 Pflicht, diese (und viele andere) Vorfälle zu melden, daher stieg die Anzahl Reports. Dies als Anstieg der Vorfälle zu werten ist weit hergeholt.

    Das neue Gesetz, das die Meldungen zur Pflicht machte ist die EU No 376/2014. Das Verletzen der Meldepflicht ist strafbar, daher sind wir Piloten bemüht auch alles zu melden.
    3 1 Melden

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