Schweiz
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Fachsimpeln ueber das Vieh an der Viehschau Wald- Rehetobel am Freitag 22. September 2006, im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Die Kuehe werden von Experten  nach ihren Leistungen und ihrer Schoenheit beurteilt. Die schoensten Tiere erhalten einen Papierblumenkranz um die Hoerner gebunden. Am Abend wird der Anlass mit einem Fest abgeschlossen. (KEYSTONE/Regina Kuehne)

Bauern an einer Viehschau in Rehetobel AR.
Bild: KEYSTONE

Edelweisshemden auf dem Vormarsch: Der Sieg der Bauern im Parlament ist kein gutes Omen

Das neue Parlament macht dort weiter, wo das alte aufgehört hat: Es verschont die Landwirtschaft vom Spardiktat. Das lässt für die Legislatur wenig Gutes erahnen.



Schüler mit Edelweisshemden haben in Gossau ZH für ein Shitstürmchen gesorgt. Eine übereifrige Lehrerin verbot das angeblich fremdenfeindliche Kleidungsstück, worauf Mitglieder der SVP-Fraktion im Zürcher Kantonsrat aus Solidarität mit den Schülern im hellblauen Shirt auftraten. Im Bundeshaus erblickte man diese Woche keine Edelweisshemden, dafür eine Krawatte mit dem rustikalen Muster. Sie hing am Hals des St.Galler CVP-Nationalrats Markus Ritter.

Markus Ritter, Praesident des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) aeussert sich vor den Medien zur Eierproduktion eines Bauernbetriebs waehrend einer Medienkonferenz des Schweizerischen Bauernverbandes zum Thema

Mit Edelweisskrawatte: CVP-Nationalrat und Bauernpräsident Markus Ritter.
Bild: KEYSTONE

Ein weiterer Gossau-Solidaritätsakt? Keineswegs. Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands und damit oberster Landwirt der Nation, hatte die Edelweisskrawatte zur Wahlfeier für den neuen SVP-Bundesrat Guy Parmelin am Donnerstag umgebunden: «Wir haben 50 Jahre auf einen Bauern im Bundesrat gewartet.» Für die Landwirtschaft verlief die Wintersession ohnehin erfreulich: Bei der Verabschiedung des Bundesbudgets 2016 blieb sie als einziger Bereich vom Sparhammer verschont. Sie erhielt 92,8 Millionen Franken mehr budgetiert.

Mehr Geld für «Schoggigesetz»

«Wir sind zufrieden», kommentierte Markus Ritter das Ergebnis. Gar nicht zufrieden ist die SP: «Es ist sehr problematisch, dass diejenigen Kreise, welche am lautesten nach einer harten Spar- und Abbaupolitik schreien, die Landwirtschaft stets noch vergolden», lässt sich der Solothurner Nationalrat Philipp Hadorn in einer Mitteilung mit einem Seitenhieb gegen SVP und FDP zitieren. Allerdings hatten auch die Sozialdemokraten dem Budget «zähneknirschend» zugestimmt.

Es ist ein altes Lied, das auch im neuen Parlament angestimmt wird: Wenn es ums Sparen geht, werden die Bauern mit Samthandschuhen angefasst. Obwohl die Zahl der Höfe abnimmt, werden 2,8 Milliarden Franken an Direktzahlungen ausgeschüttet. Mehr Geld wurde auch für das «Schoggigesetz» bewilligt, mit dem die teuren Schweizer Nahrungsmittel für den Export subventioniert werden. Die Welthandelsorganisation (WTO) will diese Beihilfen abschaffen, die Schweiz aber pocht auf lange Übergangsfristen und Ersatzmassnahmen.

Bauernpräsident Markus Ritter wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Branche sei sparresistent: «Das Bundesbudget ist seit 2005 von 52 auf 67 Milliarden Franken angewachsen. Die Landwirtschaft ist der einzige Bereich, in dem die Ausgaben stabil geblieben sind.» Nicht gelten lässt er das Argument von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf, die Bauern würden wegen der Teuerung und der abnehmenden Zahl von Betrieben mehr Geld erhalten: «Direktzahlungen sind nicht an die Höfe gebunden, sondern an Leistungen wie den Erhalt von Hochstammbäumen.»

Rund 10'000 Bauern demonstrieren auf dem Bundesplatz gegen geplante Sparmassnahmen mit einer Tafel

Klare Ansage: Bauerndemo am 27. November in Bern.
Bild: KEYSTONE

Landwirtschaft ist unbestritten ein harter Beruf mit langen Arbeitszeiten. Dennoch befremdet das ständige Klagelied der Bauern, das erst Ende November an einer Grossdemo mit 10'000 Teilnehmern in Bern manifestierte. Die Liberalisierung der Schweizer Landwirtschaft verlief vergleichsweise sanft. Sie hatte aber aus Sicht der Konsumenten die erfreuliche Folge, dass die Preise sanken und gleichzeitig die Qualität und vor allem die Vielfalt der Produkte zunahm.

Votum gegen Freihandel

Mehr Wettbewerb wäre eine Chance für die Schweizer Bauern, er könnte zu grösseren, innovativeren und ökologischeren – das ist kein Widerspruch! – Betrieben führen. Allein, der Nationalrat sandte ebenfalls am Donnerstag ein gänzlich gegenteiliges Signal aus. Er nahm im Verhältnis 2:1 eine Standesinitiative des Kantons Waadt an, die einen Abbruch der Verhandlungen mit der EU über den Agrar-Freihandel verlangt.

Die grünliberale Bernerin Kathrin Bertschy warnte vergeblich vor dem «kurzsichtigen» Entscheid. Offene Märkte gebe es schon heute, in Form von Einkaufstourismus: «Das ist Wertschöpfung, die unserem Land entgeht.» Man muss es fast schon als Lichtblick bezeichnen, dass die Revision des Alkoholgesetzes trotz jahrelangen Beratungen gescheitert ist. Die Bauern hatten sich damit zusätzliche Subventionen für die Verarbeitung von Obst zu Hochprozentigem erhofft.

Neuer Kurs bei der SVP?

Offen bleibt, ob die Bauern weiterhin geschont werden, etwa beim Stabilisierungsprogramm 2017-2019, in dem der Bundesrat bei der Landwirtschaft erneut den Rotstift ansetzen will. Aufhorchen liess in der Budgetdebatte das Verhalten der SVP. Ihre Fraktion machte sich stark für eine Querschnittkürzung nach dem Rasenmäher-Prinzip. Weil sich ihre Bauernvertreter – und jene der FDP – der Stimme enthielten, kamen die Landwirte trotzdem ungeschoren davon.

Wird die gestärkte Akademiker-Truppe vorab aus Zürich dafür sorgen, dass die SVP künftig weniger «bauernhörig» politisiert? Noch ist es zu früh für eine solche Einschätzung. Die Wintersession lässt jedenfalls wenig Gutes für die neue Legislatur erwarten, vor allem wenn man auf ein innovationsfreudigeres Parlament gehofft hat. Die gestärkte Rechte sieht das Heil für die Schweizer Wirtschaft vorab in tiefen Steuern. Der Energiestrategie 2050, die einen Investitions- und Innovationsschub auslösen könnte, droht hingegen der Rückbau zu einer Mini-Reform.

Ein unerfreuliches Signal war auch das Nein zur Verschärfung des Umweltschutzgesetzes. Sie war als indirekter Gegenvorschlag zur Initiative «Grüne Wirtschaft» der Grünen Partei gedacht. «Wir müssen von einer Wegwerfwirtschaft wegkommen zu einer Kreislaufwirtschaft», mahnte Bundesrätin Doris Leuthard vergeblich. So viel Weitsicht war den Volksvertretern nicht zuzumuten.

Dafür werden die Bauern auch in Zukunft nicht darben müssen. Markus Ritter gibt sich gönnerhaft: «Wir wären mit einem stabilen Budget zufrieden.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Donalf 19.12.2015 09:49
    Highlight Highlight Was die neue Regierung ganz offensichtlich anstrebt ist ein Bauernstaat. Dabei vergessen diese Herren den Umstand, dass die übrigen Bürger die nicht Bauern sind, deren Kunden sind. Mit der dauernden Subventionierung der Landwirtschaft sollten die Preise fallen. Und wenn die Listen der gesenkten Preise publik werden, zeigt sich, dass fast keine Lebensmittel darunter sind, sondern Cremes, Zahnpasta, Süssigkeiten etc. Ein Hoch den Bauern, sie dezimieren Bildung, Gesundheitswesen, Soziales usw. um sich zu bereichern und die übrigen Bürger zum Einkaufen ins Ausland zu schicken.
  • Lami23 18.12.2015 21:10
    Highlight Highlight Mein Vater ist Bauer. Er fände es sinnvoll die Subventionen zurückzufahren, auf lange Dauer gar zu sistieren. Ihm gefällt es auch nicht, vom Staat abhängig zu sein. Allerdings müsste dies eine Anhebung der Entlöhnung des Produzenten (teurere Lebensmittel, weniger Marge) mit sich bringen, den optimiert kann die Landwirtschaft nur zum Schaden von Boden und Tieren werden. Das Problem? Der Konsument will billige Lebensmittel.
  • Triesen 18.12.2015 17:45
    Highlight Highlight Bei aller Tradition: Landwirtschaft verdient kein Geld, weil sie nicht markttauglich ist. Trotzdem wird dort nicht gespart. Wo verdient die Schweiz Geld? Als Standort für Produktion? Nein. Hat sie Rohstoffe? Nein. Handel? Würde eine Zusammenarbeit mit der EU verlangen. Also Nein. Aber die Schweiz ist ein Hort des Wissens, also der Bildung. Aber da war doch was? Ach ja, da will die "Volkspartei" sparen. Ein sehr kluger Schachzug. Hauptsache Tradition. Davon können wir uns anschliessend ernähren. Gewinn wird allgemein überschätzt...
    • atomschlaf 18.12.2015 18:00
      Highlight Highlight Für den Handel reicht die heutige Zusammenarbeit mit der EU längst aus. Ausserdem sollten wir uns handelspolitisch ohnehin stärker auf das aufstrebende Asien konzentrieren statt auf das im Abstieg befindliche Europa.
    • Nick Name 18.12.2015 21:16
      Highlight Highlight Alles ok. Aber bei der "Markttauglichkeit" sollten wir mal ein bisschen mehr über ersten statt den zweiten Teil des Wortes nachdenken. Über diesen "Markt", in dem
      - es sich lohnt, Küchenkräuter aus Südafrika zu importieren und im Schweizer Grossverteiler zu verkaufen
      - man fürs Rumschieben von Zahlen z.B. auf einer Bank so viel mehr kriegt, als bei Wind und Wetter z.B. für Nahrung zu sorgen, ohne die wir schlicht nicht überleben
      - wir gleich zum Aldi rennen, weil der eh schon behämmert günstige Liter Milch dort noch ein paar Räppli weniger kostet - aber fürs neuste iPhone längts immer
      - etc.
    • Triesen 19.12.2015 08:23
      Highlight Highlight @atonschlaf ...,noch floriert der Handel mit der EU. Richtig. Aber wenn diese ihre angekündigte Politik erst umgesetzt hat, eben mich mehr. Die Liste der Punkte isr aber zu lang hier.

      @Nick Name ....wir kaufen beim Bauern um die Ecke ein regelmässig. Trotzdem: Wer selber Verluste schreibt, sollte nicht bei jenen in die Hand beissen, die Gewinn bringen und wesentlich zum Wohlstand beitragen. Das kannst du der Volkspartei" ausrichten, die im Rechnen nicht sattelfest ist. 30% eine Mehrheit? Und diese Partei ist für die Finanzen zuständig? Hilfe!
  • Jol Bear 18.12.2015 16:40
    Highlight Highlight Dilemma und Sachzwang: Bauern hätten gerne weniger Subventionen, würden lieber ihr Geld über den Verkauf der Produkte (Nahrungsmittel) verdienen. Da die staatlich garantierten Preise nicht mehr gelten, müssen sie die angebotenen Direktzahlungen für Landschaftspflege und Ökoleistungen trotzdem abholen und eben protestieren, wenn deren Kürzung droht. Dass die Pflege von Naturschutzflächen auch eine Art Produktion gegen Entgelt darstellt, akzeptiert auch der Bauer. Aber Landschaftspflege u.ä. sind für viele Bauern keine spezielle Leistung sondern normale Begleiterscheinungen der Produktion.
  • Bruno Wüthrich 18.12.2015 16:09
    Highlight Highlight Die Bauern sollten denjenigen Rechnung zu stellen dürfen, die von ihrer Arbeit profitieren (z.B. Tourismusverband). Das würde zwar den Tourismus verteuern, aber für die Bauern wäre das Problem vom Tisch. Die Landschaftspflege nützt vor allem dem Tourismus. Auch wir sind als Wanderer, Skifahrer etc. in unserem Land Touristen. Jemand muss den notwendigen Aufwand schliesslich bezahlen. Niemand arbeitet sein Leben lang gratis, wo andere profitieren. Bisher zahlte vor allem der Steuerzahler. Vom Verkauf ihrer Produkte allein können kleine und mittlere Bauern nicht existieren.
    • atomschlaf 18.12.2015 18:01
      Highlight Highlight @Bruno Wüthrich: Wenn Du den Tourismus hierzulande noch teurer machst, dann gibt's bald nur noch ein paar Fünfsternhotels für Superreiche. Den Rest kannst Du dann zumachen.
    • Bruno Wüthrich 19.12.2015 00:42
      Highlight Highlight Da hast du recht. Aber die Bauern hätten dann das Problem in den Tourismus entsorgt und hätten Ruhe. Kein ahnungsloser Städter würde dann noch auf ihnen rumhacken.
      Es gibt ja jetzt Tendenzen, die Grenzen dicht zu machen wegen der Flüchtlinge. Sollte sich dieser Unsinn durchsetzen, könnten die Grenzwächter gleichzeitig darauf achten, dass die Schweizer Einkaufstouristen auch gleich draussen bleiben. Dann könnten die Bauern kostendeckende Preise durchsetzen und bräuchten weder Subventionen noch Direktzahlungen.
      Wieder zum Ernst der Lage. Wir profitieren alle von der Arbeit der Bauern.
  • Lemmyking 18.12.2015 15:56
    Highlight Highlight Wie schon von einigen geschrieben wurde:
    Eigentlich kann man die Budgetposten Bildung und Landwirtschaft ja nur schwer mit einander vergleichen, da es inhaltlich kaum Schnittstellen gibt. Ich muss allerdings festhalten, dass aufgrund einiger Kommentare der Eindruck entsteht, dass teilweise völlig unterschätzt wird, wie die Bauern 365 Tage im Jahr krampfen. Das ist pure Knochenarbeit - nicht nur aus Eigeninteresse: Sie bewirtschaften auch unsere Böden oder Wälder. Jedenfalls wird in diesem Moment kaum ein Landwirt wie wir die Zeit haben, um vor dem Computer zu sitzen &in ein Forum zu schreiben.
    • teufelchen7 18.12.2015 16:48
      Highlight Highlight @sille, ich habe respekt vor den bauern. aber sie sind nicht die einzigen, die hart arbeiten müssen! aber wohl die einzigen, die sunventioniert werden.
    • Humbolt 18.12.2015 17:22
      Highlight Highlight Viele andere Berufsgruppen üben auch eine sehr strenge Arbeit aus, aber sie werden nicht subventioniert. Wieso nicht: weil sie keine Lobby haben in Bern. Wieso nicht: weil die Mehrheit dieser Arbeit durch Migranten erledigt wird.
      Also schlechter Lohn für körperliche Arbeit bei Ausländern ok, aber bei Schweizern nicht? Brauchen tun wir beide Gruppe noch genau gleich!
      Noch, weil da kommt wieder die Bildung ins Spiel: in 50 Jahren wird es sehr wenige hartarbeitenden Menschen mehr brauchen in der Schweiz. Es braucht Leute mit Köpfchen nicht mit Muskeln. Dafür gibt es Maschinen.
    • Humbolt 18.12.2015 18:55
      Highlight Highlight Sille: Es wird immer Leute geben die auf der Strecke bleiben, das stimmt. Aber genau darum ist Bildung so wichtig (ich wiederhole es gerne). Es geht darum diesen Anteil so klein wie möglich zu halten, damit nicht 30% der Leute arbeitslos werden.
      Vielleicht kommt der Moment auch erst in 100 Jahren, aber er wird kommen.
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  • Aberbitterschön 18.12.2015 15:32
    Highlight Highlight Nich so ernst:

    Warum kaufen Bauern ihren Kinder zu kleine Gummistiefel?

    Damit sie früh lehrnen sich zu beklagen... 😉
  • Bruno Wüthrich 18.12.2015 14:44
    Highlight Highlight Wie wärs, wenn wir unsere Parlamentarier/innen mal in einen Volkswirtschafts-/Wirtschaftspolitik-Kurs schicken würden, mit abschliessender Prüfung, mit dem sofortigen Entzug des Amtes, wenn sie nicht bestanden würde. Dann wäre endlich Schluss mit den am Gängelband der Parteibosse zappelnden Zinnsoldaten in National- und Ständerat. Ich wette, selbst wenn wir die Prüfung moderat gestalten würden, läge die Durchfallsquote bei 50 Prozent. Eigentlich sollte sich jede/r NR/SR in Grund und Boden schämen bei jedem Geschäft, über das er abstimmt, und von dem er/sie keine Ahnung hat.
  • NWO Schwanzus Longus 18.12.2015 13:22
    Highlight Highlight Massiv Sparen in Sozialen Bereichen führt immer zur Schwächung der Wirtschaft. Man hätte nicht einen Sparkurs ansetzen sollen, sondern mal die Grossenkonzerne höher Besteuern sollen. Das nützt viel mehr als Sparen.
  • Raleku 18.12.2015 13:21
    Highlight Highlight "Die Bauern würden wegen der Teuerung mehr Geld erhalten." Da frage ich mich wieso es nur bei den Bauern eine Teuerung gibt und in der Privatwirtschaft nicht. Denn dort heisst es seit Jahren keine Lohnerhöhung da keine Teuerung stattfindet.
    • Dewar 19.12.2015 08:57
      Highlight Highlight Sie haben die Aussage falsch verstanden: Es gibt eine Teuerung (logischerweise ist die nicht an eine Branche gebunden), aber eine negative. Wir befinden uns in einer leichten Deflation, das Geld wird also tendenziell auf- statt abgewertet. Daher gibt's im Normalfall keine Lohnerhöhungen - ausser für die Bauern, aus was weiss ich für Gründen.
      Wegen der besseren Kaufkraft erhalten die Bauern auch bei gleichbleibenden Absolutbeträgen schon leicht mehr. Trotzdem werden die Absolutbeträge jetzt auch noch erhöht. Und das, obwohl die Betriebe, unter denen das Geld verteilt wird, sinkt.
  • Humbolt 18.12.2015 13:19
    Highlight Highlight Uns geht es anscheinend zu gut, sonst würden wir uns nie trauen Geld aus der Bildung, in dieser Form, in die Landwirtschaft zu verschieben.
    Die Landwirtschaft war das Rückgrat der Schweiz und sollte sicherlich nicht vergessen werden, aber die Bildung ist unsere Zukunft!
    Den Bauern sollte anders geholfen werden. Im schlimmsten Fall mit einer Umschulung.
    Es hiess ja in 20 Jahren gäbe es 50% der heutigen Berufe nicht mehr. Werden wir bei jeder Berufsgruppe solch einen Aufstand erleben? Wohl kaum. Es ist Zeit dieses Thema hier auch rational und nicht emotional gesteuert zu diskutieren.
    • phreko 18.12.2015 14:11
      Highlight Highlight Als ob die Verstädterung von den Bauern gestoppt würde. Wenn sie mit solchem Bullshit kommen, disqualifizieren sie sich gleich selbst!
    • Yolo 18.12.2015 14:12
      Highlight Highlight Die Abschaffung der Subventionen würde die Wettbewerbsfähigkeit unserer Bauern erhöhen und so der heutigen Realität einer freien Marktwirtschaft angleichen. Letztendes würden nur die Grossbetrieben oder Genossenschaften/Verbunde überleben. Die

      Subventionen erzeugen Heute ein künstliches Überangebot an zu billigen Produkte und die Bauern schreien paradoxerweise nach noch mehr Subventionen, weil die Preise ihrer Produkte ins Bodenlose fallen.
    • E7#9 18.12.2015 15:53
      Highlight Highlight Die Landwirtschaft sieht sich neuen Gegebenheiten ausgesetzt. Dieses Jahr fehlte der Schweiz beispielsweise Wasser. Die Bauern müssen auf den Klimawandel reagieren. Hoffentlich werden die Subventionen sinnvoll eingesetzt.
  • 11lautin 18.12.2015 13:19
    Highlight Highlight Liebe Schweizer, besucht doch einmal die schöne Stadt Basel mit dem tollen ÖV-ANGEBOT könnt Ihr mit dem Tram 8 direkt ins Einkaufszentrum gelangen .... Geld sparen, Mehrwertsteuer bekommt ihr auch zurückerstattet bei unserem grossen Nachbarn..... nur weiter so, irgendwann fahr ich auch mal raus statt es den Bauern giesskannenartig nachzuschmeissen statt in Bildung zu investieren ... aber die wollen ja ungebildete Bürger damit sie diese weiter blenden kann mit volkstümlichen Parolen!
  • herschweizer 18.12.2015 13:10
    Highlight Highlight was hat RehetobelAR mit der Sache zu tun? (Bild) Ich kenne Rehetobel als ausgewachsenes sonniges Hippiedorf und jetzt jeden Träger ländlicher Folklore in politische Grabenkämpfe zu verheddern find ich unseriös
  • 7immi 18.12.2015 12:47
    Highlight Highlight @blunschi
    wie um himmels willen soll die schweizer landwirtschaft wachsen?! in meiner umgebung wird andauernd landwirtschaftszone in bauland umgezont. alte bauernhöfe werden renoviert und umgenutzt als "anwesen". wir sind nicht kanada, die usa oder neuseeland mit unendlichen landreserven! viele junge bauern haben keine perspektive, einen neuen hof aufzubauen, sie müssen erben. ihr vorschlag ist nicht sehr durchdacht... reisen sie doch mal "aufs land " schauen sie sich die bauvisiere an und sprechen sie mit den bauern.
    • Crecas 18.12.2015 13:11
      Highlight Highlight Junge Leute sollten nicht den Hof erben, wo sie danach trotz hohen Subventionen in doppelter Ausführung, nie ein wirklich gutes Leben führen können. Denn sind wir ehrlich, trotz der Abschottung und der Subventionen ist wirtschaftlich kaum ein Bauer glücklich. Darum sollten die jungen Leute nicht noch in diesen Beruf gedrängt werden.
    • gjonkastrioti 18.12.2015 13:17
      Highlight Highlight Aber welche Parteien wollen denn Landwirtschaftsland in Bauland umzonen? Die SVP, die FDP, die CVP, die BDP... das ist doch heuchlerisch!
      Deshalb: Mehr Geld für die Bildung, weniger für die Landwirtschaft, und dafür keine Umzonungen in Bauland mehr!
    • hektor7 18.12.2015 13:19
      Highlight Highlight Man kann auch qualitativ wachsen... Und genau da drückt in der hiesigen Landwirtschaft wohl der Schuh am stärksten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • saukaibli 18.12.2015 12:39
    Highlight Highlight Immer noch besser die Bauern subventionieren als ein Agrar-Freihandelsabkommen mit der EU oder sonst wem. Freihandelsabkommen nützen weltweit immer nur grossen Unternehmen wie Nestle und co. Es kann mir keiner ein Freihandelsabkommen nennen wo Kleinbetriebe oder Konsumenten einen Vorteil haben. Nur sollte man in anderen Bereichen auch nicht sparen. Wenn man Grosskonzerne und Superreiche richtig besteuern würde, dann müsste man auch nicht sparen, aber genau dort wird unsere Regierung ganz sicher nichts ändern, oder höchstens noch weniger besteuern, soll doch der Mittelstand zahlen.
    • E7#9 18.12.2015 13:03
      Highlight Highlight Es gibt ja immer noch die Marke "Swiss Quality". Wir haben u.a. auch durch Volksentscheide schweizerische Richtlinien bei Konsumgütern. Diesen Freihandelsabkommen (die immer so geheim verhandelt werden) stehe ich aus schweizer Sicht auch sehr skeptisch gegenüber. Wenn die EU und die USA bald Freihandel betreiben und wir für diese Güter die Grenzen ebenfalls öffnen, dann geht es nicht lange, und unsere Landwirtschaft muss mit genau den gleichen geklonten Getreiden etc. auf den Markt um konkurrenzfähig zu bleiben.
    • herschweizer 18.12.2015 13:14
      Highlight Highlight das mit den EU Abkommen kann ich zustimmen... aber was das mit Grossverdienern zu tun hat versteh ich nicht... ist doch eine schweizer Schlüsselqualifikation solch Verdienern Schutz und Hort zu bieten?
  • Wasmeinschdenndu? 18.12.2015 12:03
    Highlight Highlight Wir können natürlich auch in der Landwirtschaft sparen, alle Bauern konkurs gehen lassen und dann billigfleisch aus China importieren.
    • atomschlaf 18.12.2015 12:15
      Highlight Highlight Man könnte auch mal aufhören, falsche Anreize zu setzen. Trotz "Bauernsterben" sind die Schweizer Bauernbetriebe immer noch geradezu lächerlich klein, obschon der Mechanisierungsgrad hoch ist. Da drückt schwer auf die Effizienz.
      Weiter sind die Preise der importierten Inputfaktoren (Geräte, Maschinen, Dünger, etc.) vielfach genau so überrissen teuer wie bei den Konsumgütern.
      Es gäbe viele Punkte, wo man ansetzen könnte ohne gleich die Bauern "konkurs gehen zu lassen".
    • Peter 18.12.2015 12:16
      Highlight Highlight Genau dieser Defätismus ärgert mich. Ein beschleunigter Strukturwandel nützt sowohl den verbleibenden Bauern wie den Konsumenten. Siehe meine Ausführungen im Text.
    • Sleepimust 18.12.2015 12:20
      Highlight Highlight Dann lass uns noch mehr in der Bildung sparen, so können wir bald unseren Fachkräftemangel mit chinesischen Arbeitern füllen.
      Sparen ja, aber überall!
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Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

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