Schweiz

Sextortion: 161 Fälle von Erpressung mit intimen Aufnahmen gemeldet

19.06.17, 12:04

Das Bundesamt für Polizei (fedpol) hat im vergangenen Jahr 161 Meldungen von Opfern von Sextortion registriert, also von Erpressung mit intimen Fotos oder Videos. Wer Opfer solcher Taten wird, soll laut fedpol nicht zahlen, sondern sich bei der Polizei melden.

Das Bundesamt geht davon aus, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Opfer höher war als die 161 gemeldeten Fälle. Denn viele Opfer schämten sich, die Erpressung zu melden, schrieb das Bundesamt am Montag. Sexuelle Nötigung und Erpressung seien Verbrechen, und Täter würden verfolgt und bestraft, hält es fest.

Kampagnenbild gegen Sexting.

Mit dem Ziel, an Geld oder andere Gefälligkeiten zu kommen, gäben sich Cyberkriminelle in Netzwerken und Datingplattformen als neue Bekannte aus, spiegelten ihren späteren Opfern Interesse vor und verlangten intime Bilder. Erhielten sie diese, erpressten sie den Absender oder die Absenderin.

Besondere Vorsicht geboten ist laut fedpol bei Kindern und Jugendlichen: Pädokriminelle gäben sich als Gleichaltrige aus, um an pornografische Bilder zu kommen. Man solle sich bewusst sein, dass Chatpartner nicht immer die Personen seien, für die sie sich ausgäben, rät das fedpol.

Auf seiner Internetseite hat das Bundesamt einen neuen Warnfilm der Europäischen Polizeibehörde Europol aufgeschaltet. Der Film zeigt, wie Täter zuerst Vertrauen zu den Opfern aufbauen und sie dann mit intimen Aufnahmen erpressen.

Das fedpol rät Opfern, nicht zu zahlen wenn Geld gefordert wird. Es empfiehlt, den Chat abzubrechen und Anzeige zu erstatten. Screenshots und Textnachrichten sollten der Polizei übergeben werden, um deren Arbeit zu unterstützen. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Nicht alle Männer sind sexistische Eichhörnchen!

«Ron isst Hermines Familie» – Das passiert, wenn ein Computer Harry Potter schreibt

Trump beerdigt Netzneutralität – wem das nutzt und wem das schadet

Gamer, aufgepasst: Super Mario erhöht die geistige Gesundheit und beugt Demenz vor 

Warum hunderte Fussball-Junioren gegen einen Millionär marschieren: Ein Herrliberger Drama

Mehr 2017 geht nicht: Die unfassbare Geschichte des weinenden Keatons – in 4 Schritten

Ein Nigerianer stirbt nach seiner Ausschaffung – was die Schweiz damit zu tun hat

Amis lynchen Hai mit Speedboot und grinsen – jetzt tobt das Netz wegen dem Video

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
14
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mr.President 19.06.2017 22:27
    Highlight Was wäre, wenn alle nackt rumlaufen dürften! Wie bei FKK. Dann würden nicht alle so aus dem Häuschen sein, wenn sie mal nackte Frauenbrüste sehen, oder Nacktfoto von dir im Internet ! Dann gabs auch diese Erpressungen nicht. Jeder geht oder darf nackt rumgehen.(Ich meine natürlich im Badi /nicht im Büro - das wäre zu krass!;););) oder wie diese Nacktwanderer, die kleinen Kindern ein Schock fürs Leben einjagen, das nicht) hab mal eine Doku von FKK gesehen, da war ein älterer Opa, der in der Küche essen zubereitet hat, wobei seine @ier fast in der der Schüssel lagen 😱🙈omg !Das is ja schlimm!;)
    4 10 Melden
  • saderthansad 19.06.2017 18:47
    Highlight Es sind nicht nur die Nacktbilder. Erpressbar macht sich der paarungswillige Webjunkie vorallem dann, wenn er sich von der geschäftstüchtigen Grazie soweit hochschaukeln lässt, bis er sich vor laufender Skype-Kamera einen runterköppelt. Dann gibt's Probleme, so oder so.
    15 6 Melden
    • Loeffel 19.06.2017 21:44
      Highlight Tja, mit Happy-end kostet's halt nun mal
      10 1 Melden
  • rauchzeichen 19.06.2017 18:12
    Highlight das fedpol würde besser raten keine nacktfotos im netz zu teilen...
    11 9 Melden
    • ands 19.06.2017 21:20
      Highlight Weil das besonders bei Jugendlichen immer so gut funktioniert, wenn sie etwas nicht tun sollen...
      Verbieten oder Abraten stachelt Jugendliche höchstens an. Zeigen wie es richtig geht ist viel effektiver. Gilt übrigens auch für alles andere, was potentiell gefährlich ist.
      10 1 Melden
    • rauchzeichen 19.06.2017 23:09
      Highlight logisch bringts nix. aber das andere wirkt dazu noch dämlich. symptombekämpfung beim fedpol? vielleicht erscheint mir das jetzt such nur so weils im artikel nur in die richtung geht
      0 0 Melden
    • ands 20.06.2017 08:09
      Highlight Dämlich wäre, etwas zu tun, von dem man weiss, dass es nichts bringt. Symptombekämpfung hilft bei Erpressung sehr gut. Zahlt niemand, lohnt sich der Aufwand nicht mehr.
      0 0 Melden
    • rauchzeichen 20.06.2017 12:08
      Highlight naja, finde sich gar nicht erst erpressbar machen irgendwie effektiver..
      0 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 19.06.2017 14:08
    Highlight Entweder hört diese religiös induzierte Prüderie endlich auf. Denn der menschliche Körper ist genauso natürlich wie die ganze Natur.

    Oder die Menschen müssen aufhören, Nacktfotos zu machen.
    45 11 Melden
    • who cares? 19.06.2017 18:34
      Highlight Wieso religiös induziert? Ich bin Atheist durch und durch, aber es müssen trotzdem nicht alle alles von meinem Körper sehen. Genau, wie nicht alle alle meine Gedanken kennen müssen. --> Privatsphäre nennt man das.
      27 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.06.2017 19:40
      Highlight who cares
      Das ist der Punkt. Dass du das so haben darfst, wie du magst. Aber dass jeder das für sich entscheiden darf. Der eine mag es so, der andere so.
      6 3 Melden
    • who cares? 19.06.2017 20:44
      Highlight Und genau deshalb sollten keine solchen Fotos ins Netz gestellt werden, unabhängig davon wie prüde die Gesellschaft ist.
      4 4 Melden
    • ands 19.06.2017 21:21
      Highlight Eigentlich eher "gesellschaftlich" statt "religiös". Aber die Werte und Normen unserer Gesellschaft sind halt noch stark christlich geprägt.
      7 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.06.2017 21:47
      Highlight Ich würd sowas nie machen.
      Aber ich bilde mir auch nicht ein, dass meine Wertvorstellungen für alle anderen gelten müssen.
      3 3 Melden

Sommaruga sagt Ja: Schweiz nimmt 80 Flüchtlinge aus Libyen auf

Die Schweiz nimmt 80 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge auf, die aus Libyen evakuiert werden. Sie kommt damit einem Ersuchen des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) nach.

Justizministerin Simonetta Sommaruga hat den Bundesrat am Freitag darüber informiert, wie ihr Departement mitteilte. Es handle sich um eine humanitäre Sofortmassnahme, sagte Sommaruga vor den Medien. Die 80 Personen sollen spätestens bis Mitte 2018 umgesiedelt werden.

Sommaruga erinnerte an die katastrophalen …

Artikel lesen