Schweiz
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Angela Magdici vor dem Bezirksgericht in Dietikon (ZH) am Dienstag, 23. Mai 2017. Weil er eine Gefaengnisaufseherin mehrmals darum gebeten hat, ihm zur Flucht zu verhelfen, soll Hassan K. mit einer Freiheitsstrafe von weiteren sechs Monaten bestraft werden. Um 23.58 Uhr am 8. Februar 2016 hatte die Aufseherin im Gefaengnis Limmattal den Tueralarm der Zelle 202A deaktiviert. Knapp sechs Minuten spaeter verliess sie das Gebaeude - gemeinsam mit dem von ihr befreiten und geliebten Hassan K. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Muss noch warten, bis sie mit ihrem frisch Vermählten Zärtlichkeiten austauschen kann: Angela Kiko. Bild: KEYSTONE

Kein Sex für Kiko und Magdici – wegen fehlendem Intimzimmer im Gefängnis Lenzburg

Verheiratete dürfen sich im Gefängnis in sogenannte Intimzimmer zurückziehen. Das gilt jedoch nicht für das frisch vermählte Ausbrecherpaar Angela Magdici und Hassan Kiko. Nur eine Verlegung in eine andere Strafanstalt könnte dies ändern.

13.07.17, 06:16 13.07.17, 14:44


Seit vergangenem Montag trägt Angela Magdici, die bekannteste Gefängniswärterin der Schweiz, den Nachnamen ihres Liebsten. Hinter Gitter hat sie Hassan Kiko das Ja-Wort gegeben. Eine kleine aber schöne Feier sei es gewesen, sagte Valentin Landmann, der als Anwalt von Kiko der Eheschliessung im Gefängnis Lenzburg beigewohnt hatte, gegenüber «Tele Züri». 

Damit geht die Geschichte des Ausbrecherpaares in eine nächste Runde. Begonnen hatte alles im Februar 2016. Mit stockendem Atem verfolgte die Schweiz die Suche nach Magdici und Kiko, nachdem sie aus dem Gefängnis Limmattal getürmt waren. Die verliebte Wärterin hatte ihren Angebeteten aus der Zelle befreit. Sieben Wochen lang versteckte sich das liebestolle Paar in einem Hochhaus in Norditalien, bis die Carabinieri die Wohnung stürmte und die beiden festnahm.

Danach wurde die heute 33-jährige Magdici zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten Haft bedingt verurteilt. Ins Gefängnis musste sie nicht. Anders der 28-jährige Kiko. Seit der Rückkehr in die Schweiz sitzt er wieder hinter Gittern. Weil er eine 15-Jährige vergewaltigt hatte, muss er eine vierjährige Freiheitsstrafe absitzen. 

Doch auch weiterhin halten Gefängnismauern die beiden nicht von ihrer gegenseitigen Zuneigung ab. Warum sie schon jetzt, während Kiko noch einsitzt, heirateten und nicht darauf warteten, bis er wieder auf freiem Fuss ist, hat mehrere plausible Gründe. 

Einer davon ist, dass Eheleuten im Gefängnis bei Besuchen mehr Privilegien zustehen. Grundsätzlich haben Gefangene genauso wie Nicht-Eingesperrte das Recht, heiraten zu können. Und laut dem Schweizer Strafgesetzbuch haben nahestehende Personen und insbesondere Familienangehörige bei Besuchen im Gefängnis mehr Privilegien. Das heisst beispielsweise, dass sich ein Paar mit Kind in einem besonders ausgestatteten Besucherraum mit Spielzeugen zurückziehen darf und dass die Besuchszeit verlängert werden kann.

Besonders wichtig für Ehepaare sind die sogenannten Intimbesuche. In einem Spezialzimmer, das über ein Doppelbett und eine Nasszone verfügt, dürfen Verheiratete sexuelle Kontakte pflegen. Für die Benutzung dieses Zimmers wird eine dauerhafte Beziehung vorausgesetzt.

Magdici und Kiko müssten eigentlich von diesem Privileg profitieren können. Das Problem ist aber: Im Gefängnis Lenzburg, wo Kiko einsitzt, gibt es kein solches Intimzimmer.

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Lenzburg, aufgenommen am Freitag, 22. August 2014, in Lenzburg. Die Strafanstalt Lenzburg feiert ihr 150-jaehriges Bestehen. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Justizvollzugsanstalt Lenzburg. Hier sitzt Hassan Kiko seine Strafe ab. Bild: KEYSTONE

Gerade ein solches wäre aber für ein Ehepaar wichtig, sagt Benjamin Brägger, Sekretär des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und Innerschweiz. Es sei schliesslich nicht so, dass die sexuellen Begierden und Triebe mit der Einweisung in eine Strafvollzugsanstalt einfach aufhöre. «Besteht keine Möglichkeit von Intimbesuchen, wird die Sexualität in die Subkultur des Gefängnisalltages verbannt und gelebt», sagt Brägger. Für schwächere Insassen bedeute dies oftmals, dass sie sexuell unterdrückt oder gar ausgebeutet würden. 

«Besteht keine Möglichkeit von Intimbesuchen wird die Sexualität in die Subkultur des Gefängnisalltages verbannt und gelebt.»

Benjamin Brägger, Sekretär des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und Innerschweiz

Auch Jessica Maise, Sprecherin des Amtes für Justizvollzug des Kantons Zürich sagt, der Kontakt zu dem Ehepartner sei für Gefangene wichtig. «Es gibt ihnen Kraft zu wissen, dass da ‹draussen› jemand auf sie wartet und nach der Entlassung unterstützt», sagt sie. Gleichzeitig motiviere es sie auch, sich im Haftalltag an die Regeln zu halten, um eine bedingte Entlassung nicht zu gefährden und ihre Angehörigen und insbesondere den Ehepartner nicht zu enttäuschen. Dies wiederum habe einen positiven Effekt auf die Resozialisierung, indem sie erfolgreich lernen, sich «drinnen» an die Regeln zu halten, damit sie es «draussen» dann auch können, so Maise. 

Doch von den 110 Anstalten des Freiheitsentzuges in der Schweiz verfügen gerade einmal sechs über ein Intimbesuchszimmer. Es sind dies: 

Brägger sagt: «Kiko hat das Pech, dass er in Lenzburg einsitzt, wo es kein solches Zimmer gibt.» Aber das zeige die Ungleichbehandlung im Justizvollzug in der Schweiz auf. Je nach Vollzugsanstalt bestehe die Möglichkeit, die Intimitäten ausleben zu können, oder nicht. Er ist der Meinung, dies sei ein Zustand, der behoben werden sollte. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte begrüsse in einem Urteil aus dem Jahr 2003, dass Intimbesuche zugelassen würden. Eine Ablehnung solcher Besuche tangiere das Recht auf Achtung des Familienlebens.

Schwerer als Kiko haben es Strafgefangene in England. Dort sind Intimbesuche gänzlich verboten. Weil aber das Menschenrecht auf Achtung des Familienlebens eingehalten werden muss, können sich Ehepartner von ihrer eingesperrten besseren Hälfte schwängern lassen – per künstlicher Befruchtung durch Ausfuhr der Spermien.

Hassan Kiko bleibt in der Zwischenzeit nichts anderes übrig, als geduldig die Stunden zu zählen, bis er seine Angela wieder ungestört in die Arme nehmen darf. Nur eine Möglichkeit bleibt ihm bis zu seiner Freilassung: Seine Verlegung zu beantragen. Dann müsste der Kanton Aargau darüber entscheiden, ob dieser stattgegeben wird. 

Ein weiterer Grund, warum Kiko und Magdici mit dem Heiraten nicht warten konnten, war ihre unbändige Liebe, die sie füreinander empfinden. Immer wieder haben sie betont, dass sie nur aus Liebe gehandelt haben. 

Kiko und Magdici. bild: facebook/watson

Anzunehmen ist aber auch, dass die Heirat ein strategischer Schachzug gewesen ist, um Kikos Ausschaffung zu verhindern. Denn was mit ihm passiert, wenn er seine Strafe abgesessen hat, ist unklar. Der Syrer galt als vorläufig aufgenommener Flüchtling, bis er der Vergewaltigung verurteilt wurde. Damit verlor er seinen F-Ausweis. Laut der neuen Regelung der Ausschaffungsinitiative müsste er nach seiner Freilassung abgeschoben werden. Möglich ist, dass die Ausschaffung nicht vollzogen werden kann, weil in seiner Heimat Krieg herrscht. So oder so kann da die Eheschliessung mit einer Schweizerin zu einem möglichst frühen Zeitpunkt hilfreich sein. 

Angela Magdici vor Gericht

Und nun zu etwas ganz anderem:

Video: watson/Emily Engkent

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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43
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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Staatsgebeutelter 13.07.2017 20:58
    Highlight Der Aargau ist nicht nur bezüglich fehlendem Knastzimmer einer der zurückgebliebensten Kantone da wäre die Liste der Aufzählungen lang
    4 11 Melden
  • leu84 13.07.2017 20:12
    Highlight Im Thorberg wärs eifacher zum drüberstülpe ;)
    2 2 Melden
  • Burdleferin 13.07.2017 12:38
    Highlight Kiko hatte bereits wesentlich mehr Sex als ihm zusteht.
    97 9 Melden
    • Mia_san_mia 13.07.2017 15:57
      Highlight Besser kann man es nicht sagen!
      27 4 Melden
  • Closchli 13.07.2017 12:26
    Highlight Also ich habe ein Intimzimmer aber trotzdem keinen Sex. Vielleicht sollte ich etwas illegales unternehmen und dafür sorgen in den Knast zu kommen um diesen Missstand zu beenden. :-(((((((
    65 7 Melden
    • Saraina 13.07.2017 16:58
      Highlight Dort gibt's aber auch nur Sex, wenn du eine feste Partnerin hast. Folge: die fehlt nicht ein Delikt, sondern die Überzeugungskraft.
      10 1 Melden
    • Closchli 13.07.2017 19:56
      Highlight In meinem Fall ist es leider so, dass ich das Pech hatte jemandem zu begegnen, der von seiner Überzeugungskraft in einer ähnlichen Art und Weise Gebrauch machte wie der Kiko. Als Kind ist man nicht so stark so etwas einfach wegzustecken. Es nagt gewaltig am Selbstvertrauen, besonders wenn man durch die Umstände keine Hilfe kriegt. Ich möchte lieber nicht wissen wie es seinem Opfer geht der solche Artikel liest.
      9 2 Melden
    • Saraina 14.07.2017 08:07
      Highlight Als Kind sollte man auch nicht zu Männern, die aussehen wie Kiko ins Auto steigen. Wirklich nicht.
      2 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • ThePower 13.07.2017 11:46
    Highlight Ein verurteilter Vergewaltiger darf also kein Sex im Knast haben mit seiner ebenfalls kriminellen Ehefrau? Mir kommen die Tränen..🙄
    135 9 Melden
  • Gummibär 13.07.2017 11:34
    Highlight Vorschlag zur Herstellung der Rechtsgleichheit für alle: Die Straf-Anstalten ohne Intimzimmer geben an die Insassen aufblasbare Gummipuppen ab , welche mit Gesichtszügen, Tätowierungen und Stimme des/der Partners/in ausgestattet werden.
    Dann können wir die Sexualnöte der Familie Kiko ad acta legen und uns um all die jungen Leute kümmern, die sich völlig unverschuldet auch kein sturmfreies Intimzimmer leisten können ....
    50 7 Melden
  • Nausicaä 13.07.2017 10:28
    Highlight Eine Frau, die einen verurteilten Vergewaltiger einer 15-Jährigen heiratet, braucht wohl eher eine/n gute/n Therapeuten/in als so ein Zimmer. Aber die oberflächliche Bonny und Clyde Story verkauft sich natürlich besser.
    128 6 Melden
  • Illuminati 13.07.2017 10:23
    Highlight Finde es immer wieder spannend wie die Artikel, welche laut der Kommentarspalte, Niemanden interessieren, oft fleissig kommentiert und angeklickt werden.
    No hate aber muss mal erwähnt werden. ;)
    55 2 Melden
  • Caprice 13.07.2017 08:12
    Highlight Die neue Regelung der Ausschaffungsinitiative findet hier keine Anwendung, da die Straftat vor dem 1.10.2016 (Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Gesetzesbestimmungen) geschah. Nichtsdestotrotz dürfte das zuständige Migrationsamt eine Ausschaffung in Betracht ziehen (4 Jahre Freiheitsstrafe) fraglich ist nur, ob diese vollzogen werden kann (Syrien als Bürgerkriegsland)
    77 4 Melden
  • tonofbasel 13.07.2017 07:17
    Highlight Bin ich hier ausversehen bei Blick.ch oder wie? Wen interessierts? Kann man mal diese Leute nicht einfach mal in Ruhe lassen?
    194 51 Melden
    • manuel0263 13.07.2017 07:37
      Highlight Die Frage wäre aber vielmehr:
      Kann man UNS nicht mal einfach in Ruhe lassen?
      228 10 Melden
  • Rumbel the Sumbel 13.07.2017 07:01
    Highlight Ja dann sollte man doch ihnen dieses Privileg noch bauen, haben ja sonst keines!
    123 21 Melden
    • EvilBetty 13.07.2017 09:05
      Highlight Im braunen Sumpf versteht man kein Sarkasmus, oder? 😂
      93 24 Melden
    • Rumbel the Sumbel 13.07.2017 10:08
      Highlight Gelöschter Benutzer. Da hat mich einer doch glatt falsch verstanden. Eigentlich war es Ironisch, sarkastisch oder wie man will gemeint. Was ist nichts neues? Der rechte Sumpf ist nicht besser als der linke Sumpf und umgekehrt! Bitte also zuerst lesen, denken und dann schreiben!
      36 3 Melden
  • Wilhelm Dingo 13.07.2017 06:51
    Highlight Ein Intimzimmer, ich lache mich kaputt! Braucht es nun im Gefängnins neben Fernsehzimmer, Billiardzimmer, Bibliothek auch noch ein Intimzimmer?
    127 64 Melden
    • Saraina 13.07.2017 08:26
      Highlight Ja
      50 77 Melden
    • Valon Behrami 13.07.2017 08:33
      Highlight Ich finde ein Intimzimmer angebracht. Was spricht denn dagegen?
      56 40 Melden
    • Boston5 13.07.2017 09:08
      Highlight Dagegen spricht, das er ein Häftling ist und hier in der Schweiz schon genug Komfort geniesst in seiner Zelle. Jetzt auch noch ein Intimzimmer???
      Dass so was überhaupt diskutiert wird.
      65 59 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • BLCNY 13.07.2017 06:48
    Highlight Ja, dann bleibt ihm fast nur noch das übrig
    ✊🏻💦
    182 6 Melden
    • Lumpirr01 13.07.2017 19:50
      Highlight Onanie........Oh Naanaanaa................
      6 2 Melden

Der Sexologe, der leider kein Sexgott war – sondern nur einen Knall hatte

Eigentlich hat er alles, was mein Herz höher schlagen lässt: Cedric ist Sexologe und Psychologe. Ich wittere einen heissen G-Punkt-Kenner. Und bekomme eine kalte Dusche.

Dass Psychologen selber einen Knall haben, habe ich oft gehört – und nie geglaubt. So wähne ich mich bereits im sexuellen Paradies, als mir Cedric über den Weg läuft. Cedric ist der Cousin meiner Freundin Linda.

Dem Himmel sei Dank, dass ich an diesem sonnigen Donnerstag mit Linda in der Badi sitze, als Cedric einen Feierabendschwumm machen will. Er ist alleine hier. High five, Amor.

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