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Urs Bartenschlager, Chef der Solothurner Kriminalpolizei, spricht anlaesslich einer Medienkonferenz zum Fall des seit dem 18. Juni 2016 aus der Geminde Gunzgen vermissten Knaben Paul (12) vom Sonntag, 26. Juni 2016, bei der Kantonspolizei in Solothurn. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bezug zu Amerika: Chef der Solothurner Kantonspolizei gibt Auskünfte, wie der Fall grenzüberschreitend gelöst wurde. Bild: KEYSTONE

Kripo-Chef zum Fall Paul: «Das FBI konnte uns helfen, einzelne Fragen zu beantworten»



Paul konnte in Düsseldorf wohlauf aus einer Wohnung befreit werden. Der 12-Jährige tappte in die Internet-Falle und lernte dort einen 35-jährigen Mann kennen, der nun festgenommen wurde. Wir haben mit dem Solothurner Kripo-Chef Urs Bartenschlager über die laufenden Ermittlungen gesprochen.

26.06.16, 16:57 26.06.16, 21:53

Pressekonferenz zur Befreiung von Paul S.

Sechs Tage nach seinem Verschwinden konnte eine Spezialeinheit den 12-Jährigen aus Gunzgen SO in Düsseldorf befreien. Die Solothurner Behörden erläutern die Hintergründe. Video: © Tele M1

Urs Bartenschlager, war Gewalt im Spiel bei der Entführung von Paul?
Urs Bartenschlager: Wir gehen davon aus, dass Paul sein Zuhause freiwillig verlassen hat. Gemäss unserem derzeitigen Wissen war bei seinem Weggang keinerlei Gewalt im Spiel. Ob Gewalt angewendet worden ist, als Paul mit dem Mann in Düsseldorf zusammen war, werden die Ermittlungen zeigen. 

«Wir gelangten an das FBI, das einzelne Fragen klären konnte.»

Urs Bartenschlager

Man fand bei Paul eine Strichliste, mit der er offenbar die Tage bis zu seinem Verschwinden zählte. Was hat es damit auf sich?
Ja, diese Strichliste gibt es. Es schien, als würde sich Paul auf den entsprechenden Tag freuen. Und Paul hat gegenüber Mitschülern angedeutet, dass er an diesem Tag nicht mehr da sein werde. 

Paul kam in Internet-Spielen mit dem 35-jährigen Düsseldorfer in Kontakt. Wie lief das genau?
Das ist Gegenstand der Ermittlungen. Bisher deuten die Ermittlungen darauf hin, dass sich Paul in einem Chat intensiv mit dem Mann ausgetauscht hat. Um welche Spiele es geht, kann ich nicht kommentieren. 

Paul ist also in die sogenannte Internet-Falle getappt.
Das ist so, ja. 

12-jähriger Paul aus Gunzgen in Düsseldorf befreit

Sie haben auch das amerikanische FBI in die Ermittlungen eingeschaltet. Warum?
Es gab einen kleinen Bezug nach Amerika, diesen Draht wollten wir direkt nutzen. Wir gelangten an das FBI, das einzelne Fragen klären konnte. Mehr darf ich dazu derzeit nicht sagen.

Es heisst, der Junge sei wohlauf aufgefunden worden. Was heisst das genau?
Paul war auf den ersten Blick körperlich unversehrt, es gibt aber noch genaue Untersuchungen von Ärzten. Das Wiedersehen mit seinen Eltern in Düsseldorf war von sehr grosser Freude geprägt. Paul war glücklich, seine Eltern wieder zu sehen.(aargauerzeitung.ch)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mortiferus 26.06.2016 17:45
    Highlight "Paul war auf den ersten Blick körperlich unversehrt, es gibt aber noch genaue Untersuchungen von Ärzten".....oje...was wollen die untersuchen was ihnen der Junge nicht erzählen kann? Erinnert mich an South Park, schonungslos und unerbärmlich.
    18 153 Melden
    • humpfli 26.06.2016 18:45
      Highlight Schon mal vom Stockholm-Syndrom gehört? Oder was, wenn ihm etwas verabreicht wurde? Wenn der Mann ihm irgendein Mittelchen in das Getränk getan hat? Zersch hirne denn horne...
      148 10 Melden
    • Randy Orton 26.06.2016 18:47
      Highlight Innere Verletzungen, Vergiftungen etc. sieht man auf den ersten Blick nicht. Deine Unterstellungen sind hier fehl am Platz.
      129 6 Melden
    • Angelo C. 26.06.2016 18:49
      Highlight Sorry, aber das ist eine ziemlich einfältige Betrachtungsweise, denn so wie Dinge liegen kann sexueller Missbrauch gewiss nicht ausgeschlossen werden, was dann zwangsläufig und völlig folgerichtig auch zu physischen und psychologischen Untersuchungen führt 🙄!
      39 2 Melden
  • Radiochopf 26.06.2016 17:33
    Highlight das FBI hat geholfen aber man darf nicht sagen bei was... Jdas ist wie einen Preis abholen aber nicht sagen dürfen für was.. Hauptsache gute Werbung...
    23 105 Melden
    • palimpalim 26.06.2016 18:27
      Highlight Genau, weil wenn die FBI mal kritisiert werden in Zukunft, wird der erste Konter sein:"Aber könnt ihr euch noch an den Fall Paul erinnern??"
      24 51 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 26.06.2016 19:24
      Highlight Radiochopf: Die Vermutung liegt nahe, dass die Aargauer Polizisten eine Spur auf Paul's Computer gefunden hatten, diese aber keiner Person, bzw. keinem Internet-Anschluss zuordnen konnte, und dass die Spur über einen Server in den USA führt. Das FBI (US-Botschaft Bern) hilft in solchen Fällen unbürokratisch und informell.
      59 1 Melden
    • Pana 26.06.2016 20:36
      Highlight Ich tippe mal darauf, dass es ein amerikanisches Spiel war, und man via FBI die Chat History beantragen konnte.
      30 0 Melden
    • Bijouxly 26.06.2016 21:02
      Highlight Man ist auch noch am Anfang der Ermittlungen. Vllt könnten es ja auch mehrere Täter sein mit unterschiedlichen Opfern (war ja grenzüberchreitend). Da macht es schon Sinn, wenn man den Ball flachhält. Hauptsache der Junge ist wohlauf.
      15 1 Melden
    • Internetz 26.06.2016 21:03
      Highlight Ich denke das auf amerikanischen Servern gespielt wurde. Vileicht hatte das F.B.I die Nutzerdaten. Die Verbindung zur U.S.A wird sich wohl über diesen oder einen ähnlichen Weg abgespielt haben.
      21 0 Melden
    • allesklar 27.06.2016 20:16
      Highlight @ Kurt Kingston: das FBI ist kein geheimdienst. egal was sie wo machen. schlichtweg falsch. abgesehen davon: wenn sie dazu beigetragen haben den jungen zu finden, ist das doch absolut legitim, wo genau liegt das problem? nur weil dem normslbürger nicht alles mitgeteilt wird ist noch lange keine verschwörung im gange.
      0 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 27.06.2016 20:29
      Highlight allesklar: das Problem liegt vermutlich daran, dass die Daten informell beschafft wurden, also ohne richterlichen Befehl,

      bzw. daran, dass viele Bürger meinen, dass solche Überwachung erst möglich seien, wenn das von einem Gericht entsprechend angeordnet werde.

      Die zur Zeit gelebte Praxis ist aber, dass die Polizeikräfte auch hierzulande mehr oder weniger Realtime-Zugriff auf praktisch alles haben, und auch nehmen, und dass sie den Papierkrams (richterliche Genehmigung etc.) dann erst nachträglich besorgen. Das ist manchmal problematisch.
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