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Eklat bei Prozess: Solothurner Behördenschreck schlägt Gerichtsschreiber und beisst Richter

Eklat am Obergericht Solothurn. Der Freund des Angeklagten, der die St.Ursen-Kathedrale anzündete, verprügelte zum Prozessauftakt den Gerichtsschreiber und biss dann den Richter. Beide mussten in Spitalpflege.

28.06.16, 11:13 28.06.16, 12:18

Hans Peter Schläfli / Nordwestschweiz



Obergericht Solothurn: Eklat zu Prozessbeginn.
Bild: Telem1

Um 8.30 Uhr hätte die Verhandlung der Solothurner Beschwerdekammer beginnen sollen, in der über die Verwahrung des Brandstifters entschieden wird, der 2011 in der St.Ursen-Kathedrale Feuer gelegt hatte. Es kam nicht so weit: Günther L.*, dessen Gefährdungspotential den Behörden bestens bekannt ist, schlug im Gerichtsgebäude einen Gerichtsschreiber zusammen und verletzte diesen erheblich. Dann biss er Oberrichter Frank-Urs Müller, der die Verhandlung als Referent hätte führen sollen, so kraftvoll in den Unterarm, dass dieser zur Abklärung der Verletzung ebenfalls zum Arzt musste.

«Der Gerichtsschreiber wollte dem Mann ein Dokument des Zivilgerichts überreichen, als dieser ausrastete», beschreibt Obergerichtspräsidentin Franziska Weber die Attacke. «Der Angreifer hat gezielt ins Gesicht geschlagen und den Gerichtsschreiber so ernsthaft verletzt, dass dieser zur Pflege ins Spital musste.»

Kämpft für St.Ursen-Brandsifter

Günther L. lebt in der Region Solothurn. Seit seine Wohnung zwangsgeräumt wurde, gibt er als Wohnsitz «im Felde» an, ist passionierter Schütze, trägt gerne die Uniform der Schweizer Armee. Er solidarisierte sich mit dem Brandstifter der St.Ursen-Kathedrale und dessen Anliegen, auf Missstände aufmerksam machen zu wollen. Günther L. kämpft nach eigenen Angeben seit langem gegen «mafiöse» Zustände in der Solothurner Regierung und ganz besonders in der Solothurner Justiz, von der er sich ungerecht behandelt fühlt. Entsprechend ist er unter Beobachtung der Behörden.

Im Vorfeld der Verhandlung hatte Günther L. bei den beteiligten Oberrichtern mittels einer Petition die «umgehende und bedingungslose Freilassung» von Andres Z. gefordert. Diese Briefe enthielten unterschwellige Drohungen. Obergerichtspräsidentin Franziska Weber bestätigte, dass das Gefahrenpotenzial, das von Günther L. ausgeht, besprochen worden sei. Trotz Polizeipräsenz im Gerichtsgebäude kam es zum Gewaltausbruch. Der Gerichtsschreiber war sich offensichtlich der Gefahr nicht bewusst, in die er sich begab, als er Günther L. ein amtliches Dokument des Zivilgerichts überreichen wollte.

*Name von der Redaktion geändert (aargauerzeitung.ch)

Aktuelle Polizeibilder: Julierpass teilweise gesperrt – Hangrutsch

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26
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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 29.06.2016 19:39
    Highlight Wow! Filmreif! Bud Spencer hätte es nicht besser hingekriegt. Hehe!
    0 0 Melden
  • DonPedro 28.06.2016 21:10
    Highlight @geshitstormt
    Habe Deinen ersten Beitrag nochmals konzentriert gelesen.
    Könntest Du die angeblich mafiösen Zustände in der Solothurner Regierung und Justiz etwas ausführlicher beschreiben?
    Diese haben ja angeblich zum Ausraster des notorischen Querulanten geführt!
    8 0 Melden
  • Angelo C. 28.06.2016 14:28
    Highlight Kann man wohl unter dem Primat "gleich und gleich gesellt sich gern" abhandeln, denn sowohl der eigentliche Angeklagte, wie auch sein ihn bissig unterstützender Freund (der, der "im Felde" wohnt), haben wohl gleichsam einen ganz eklatanten Dachschaden 😊!
    36 9 Melden
    • R&B 28.06.2016 18:45
      Highlight @Angelo C.: Seien Sie vorsichtig mit Worten wie "Dachschaden". Hoffentlich hat "geshitstormt" Ihren Beitrag nicht gelesen, denn ansonsten werden Sie von ihm gerügt, dass Sie den Angeklagten zu Unrecht voreilig so eingestuft haben.
      13 4 Melden
    • Angelo C. 28.06.2016 20:52
      Highlight Ich will mich jetzt nicht nur lustig über ihn machen, denn wenn man gewisse Kesb-Fälle oder auch andere behördliche Fragwürdigkeiten bedenkt, hat er nicht nur unrecht....

      Andererseits würde er nicht so wie unten stehend argumentieren können, wenn er dabei an den Bieler Amok-Opa Peter Kneubühl, der mit den Erbschaftsämtern und der Polizei im Clinch liegend stark überrissen reagierte, mehr aber noch an Friedrich Laibacher von Zug, der gleich den halben Regierungsrat umbrachte weil er sich benachteiligt fühlte, denkt.

      Die Erwähnten schossen statt zu beissen, waren aber auch nicht ganz dicht 😑
      9 2 Melden
  • Moitié-Moitié 28.06.2016 13:23
    Highlight Dachte Suarez sei in Barcelona unter Vertrag...
    27 5 Melden
  • Yolo 28.06.2016 13:17
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