Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

St.-Ursen-Brandstifter legt Brand in Zelle in Olten

19.10.16, 12:22 19.10.16, 16:12


Ein 66-jähriger Schweizer, der 2011 einen Brandanschlag auf die St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn verübt hatte, hat am Mittwochmorgen in seiner Zelle im Untersuchungsgefängnis Olten SO einen Brand verursacht. Er benutzte einen Wasserkocher als Hitzequelle.

Der Brand war kurz nach 5.50 Uhr bei der Alarmzentrale der Kantonspolizei Solothurn gemeldet worden. Die umgehend aufgebotene Feuerwehr Olten habe den Brand rasch unter Kontrolle bringen und löschen können, teilte die Kantonspolizei mit.

Dank raschem und professionellem Handeln des Personals im Untersuchungsgefängnis habe der Insasse praktisch unverletzt aus seiner Zelle geholt werden können. Er wurde zur Kontrolle ins Spital gebracht. Danach wurde er wieder zurück ins Untersuchungsgefängnis geführt.

Beim Brand entstand nach ersten Einschätzungen der Brandermittler ein Sachschaden von mehreren Tausend Franken. Die Zelle ist vorübergehend unbewohnbar.

Brandstifter beschäftigt Gerichte

Nach einem Entscheid des Bundesgerichts muss der Mann auf freien Fuss gesetzt werden. Eine nachträgliche Verwahrung des Schweizers sei nicht zulässig, befand das Bundesgericht Anfang Oktober. Dieses bestätigte damit einen Entscheid des Solothurner Obergerichts.

ZUR URTEILSEROEFFNUNG IM VERWAHRUNGSPROZESS GEGEN DEN BRANDSTIFTER DER ST.-URSEN-KATHEDRALE VOR DEM OBERGERICHT SOLOTHURN, STELLEN WIR IHNEN AM FREITAG, 12. AUGUST 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Sicht in den Chorraum der St. Ursen-Kathedrale mit dem Altar am Dienstag, 4. Januar 2011 in Solothurn. Auf die Kathedrale wurde ein Brandanschlag veruebt. Der durch die Brandstiftung entstandene Sachschaden im Innern der St. Ursen-Kathedrale ist betraechtlich. Der Altar und der darunter liegende Teppich sind stark beschaedigt. (KEYSTONE/Peter Schneider)

St. Ursen nach dem Brandanschlag Bild: KEYSTONE

Der unscheinbar wirkende Mann wartete im Untersuchungsgefängnis in Olten auf seine Freilassung. Der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) liegt jedoch eine Gefährdungsmeldung der Solothurner Staatsanwaltschaft vor.

Auf diesem Weg wurde ein zivilrechtliches Verfahren eingeleitet, das mit dem Strafverfahren nichts zu tun hat. Die KESB muss prüfe, welches Betreuungssetting der Mann zum Schutz von Dritten und zum eigenen Schutz braucht.

Strafe längst abgesessen

Der 66-Jährige hat die gegen ihn ausgesprochene unbedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten wegen Brandstiftung, mehrfacher Störung des Bahnverkehrs sowie Drohung und Schreckung der Bevölkerung längst abgesessen. Das Amtsgericht Solothurn-Lebern verhängte im vergangenen Dezember indes eine nachträgliche Verwahrung.

An der Verhandlung vor Obergericht zur Verwahrung hatte sich der Mann ausgiebig äussern können. Er sprach ruhig und klar – doch vieles war kaum nachvollziehbar. Seine Mission sei schon lange erfüllt, sagte er. Aktionen wie die Brandstiftung seien nicht mehr notwendig. Er schreibe nun Bücher und Briefe.

Millionenschaden in der Kathedrale

Der Mann hatte am 4. Januar 2011 in der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn über den Altar und den darunter liegenden Teppich rund 20 Liter Benzin geschüttet.

Das dabei entstandene Gemisch aus Luft und Benzin zündete er mit einer Kerze an. Verletzt wurde niemand. Beim Brandanschlag entstand ein Sachschaden von 3.5 Millionen Franken.

Davor hatte der Mann im März 2009 beim Bahnhof Olten-Hammer SO mit einer selber gebauten Metallvorrichtung einen Zug entgleisen lassen wollen. Und im Juli 2010 erschreckte er im Gotthardtunnel mit einer selbst gemachten «Bombenweste» Zugpassagiere. (sda)

Die volle Dröhnung Olten gibt's hier:

Tschuldigung Olten, du bist denk das allerschönste Loch der Schweiz!

Sig willkommä im hinterletzten, schäbigsten und grausigsten Loch der Schweiz 

Mike Müller kennen alle. Seinen Bruder Tobi weniger. Die Geschichte einer grossen Bromance

«Wir sind manchmal richtige Schlampen»: Viktor Giacobbo über das Ende von «Giacobbo/Müller»

Schriftsteller Pedro Lenz zu Wutschreiber Lukas Bärfuss: «Ich warne dich»

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

50. Solothurner Filmtage

Dok über Kinder im Marseiller Banlieu gewinnt Filmpreis – und Film mit Jörg Schneider geht auch nicht leer aus

Die 50. Solothurner Filmtage sind Geschichte. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass die Schweizer Filmszene über vielversprechenden Nachwuchs verfügt. Mit «Spartiates» und «Usfahrt Oerlike» durften sich zwei ungleiche Filme über Auszeichnungen freuen.

Die einen stehen noch am Anfang ihres Lebens, die anderen an dessen Ende. Im Dokfilm «Spartiates» von Nicolas Wadimoff versucht der Kampfsportler Yvan Sorel Jugendliche eines von Gewalt geprägten Quartiers in Marseille mit Härte, aber …

Artikel lesen