Schweiz

Nur die Fussgängerinnen tragen die Kosten selber. Bild: KEYSTONE

Wer zu Fuss unterwegs ist, kostet die Allgemeinheit nichts – im Gegensatz zu Velo, ÖV, Auto oder Flugzeug

Der Fussverkehr schneidet als einzige Form der Fortbewegung mit einer positiven Bilanz ab; alle anderen Mobilitätsformen, ob Velo, ÖV, motorisierter Verkehr oder Fliegen schlagen negativ zu Buche. 

14.04.15, 16:16 14.04.15, 16:41

Total 94,7 Milliarden Franken

Soviel liess sich die Schweiz 2010 den Verkehr jährlich kosten. Dabei tragen weder Schiene noch Strasse noch die Luftfahrt alle Aufwendungen selbst.  

Auto und Töff: 72,1 Milliarden

Der motorisierte Strassenverkehr machte mit 72,1 Milliarden  den Löwenanteil der Gesamtkosten aus. 

Schiene: 10,3 Milliarden

Der Schienenverkehr schlug mit 10,3 Milliarden zu Buche.

Luftverkehr: 6,4 Milliarden

Die Kosten für den Luftverkehr beliefen sich auf 6,4 Milliarden Franken.

20 Milliarden für Unfälle, Umwelt und Gesundheit

Der grösste Teil der Kosten entsteht durch Anschaffung, Betrieb und Unterhalt der Verkehrsmittel. 2010 entsprach dies 58,6 Milliarden Franken oder 62 Prozent des Totals. Für die Infrastruktur wurden 15,6 Milliarden ausgegeben, für Unfälle 12 Milliarden. Negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit kosteten 8,5 Milliarden Franken.

7 Milliarden zahlt die Allgemeinheit

Über 7 Milliarden Franken gehen zu Lasten der Allgemeinheit.

Null Prozent beim Fussverkehr

Einzig beim Langsamverkehr entstanden 2010 keine Kosten für die Allgemeinheit. Beim Fussverkehr resultiert sogar pro zurückgelegtem Kilometer ein gesellschaftlicher Nutzen von 10,3 Rappen, wie eine Studie zeigt. Bei den Velofahrenden wird der Gesundheitsnutzen durch Unfallkosten (Selbstunfälle) hingegen wieder weggefressen.

5 Prozent beim ÖV

Der öffentliche Verkehr wird für eine flächendeckende Grundversorgung und zur Förderung der Nachhaltigkeit staatlich unterstützt. Dies führt gemäss BFS dazu, dass Bahnpassagiere und öffentliche Hand mit 48 beziehungsweise 47 Prozent etwa einen gleich grossen Kostenanteil übernahmen. Die restlichen 5 Prozent gingen zu Lasten der Allgemeinheit.

10 Prozent beim motorisierten Verkehr

Im privaten motorisierten Strassenverkehr wurden 90 Prozent der Kosten von den Nutzern finanziert. 10 Prozent (5,2 Mrd. Fr.) musste von der Allgemeinheit getragen werden, dies in Form von Umweltschäden sowie Gesundheitskosten und Unfallfolgen für Dritte.

15 Prozent beim Luftverkehr

Im Luftverkehr konnten 83 Prozent der Kosten durch Transportentgelte gedeckt werden. 2 Prozent finanzierten die Airlines und Flughafenbetreiber mit Gewinnen aus Nebengeschäften. 15 Prozent oder 841 Millionen Franken verblieben der Allgemeinheit, vor allem infolge von Klimaschäden und Fluglärm. 

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 15.04.2015 06:50
    Highlight Naja, sowas nennt man Milchbüechlirächnig. Schlussendlich zahlen wir alle Alles. Keine Mobilität, egal welche, würde der Zusammenbruch unserer Gesellschafft, resp. zum Rückschritt in die Steinzeit führen. Zumindest fast. Also wieder mal eine nutzlose Studie.
    4 0 Melden
  • Pascal Mona 14.04.2015 22:56
    Highlight Hmmm beim ÖV gehen 5 % zu Lasten der Allgemeinheit?! Und woher nimmt die öffentliche Hand ihr Geld?
    5 0 Melden
  • Anded 14.04.2015 18:48
    Highlight Interessante Zahlen, wenn auch die Quelle sehr gut versteckt ist (Link: "Studie") - Man darf aber nicht vergessen, dass das Geld der "Allgemeinheit" von den Steuern der Allgemeinheit kommt. Diese kann den versteuerbaren Gewinn/Umsatz nur erwirtschaften, wenn sie dazu eben diesen kostenaufwändigen Verkehr verursacht (vor allem ÖV und motorisierter Strassenverkehr).
    9 0 Melden
  • Michael Mettler 14.04.2015 18:43
    Highlight Und dann führen sich die Autofahrer noch so auf als hätte es Sie zuerst gegeben - siehe Zebrastreifen (habe bewusst um der Genderdiskussion auszuweichen nicht den Begriff Fussgängerstreifen benutzt)
    7 8 Melden
    • toobitz 14.04.2015 21:53
      Highlight Und was ist mit den Autofahrerinnen?

      SCNR
      6 0 Melden

Drei Fernbuslinien in der Schweiz erlaubt – Domo erhält Konzession

Das Unternehmen «Domo Swiss Express AG» darf in der Schweiz drei nationale Fernbuslinien betreiben. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat die dafür notwendige Konzession erteilt, weil Domo sämtliche gesetzlichen Bestimmungen einhält.

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