Schweiz
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WEKO will Riesenbusse für Swisscom wegen Vermarktung von Sportinhalten

23.07.15, 13:57 23.07.15, 15:45

Der Swisscom droht eine Riesenbusse der Wettbewerbskommission (WEKO). Das WEKO-Sekretariat beantragt der Wettbewerbskommission, eine Busse von 143 Mio. Fr. gegen die Swisscom zu verhängen, wie der blaue Riese am Donnerstag bekannt gab. 

Der Telekomkonzern soll sich beim Vermarkten von Sportinhalten übers Bezahlfernsehen (Pay-TV) unzulässig verhalten haben. Gemäss WEKO-Sekretariat sei die Swisscom beziehungsweise die Tochter Teleclub marktbeherrschend bei der Übertragung von Schweizer Fussball- und Eishockeyspielen.

Konkurrenz schaut in die Röhre

Deshalb müsse der Konzern allen TV-Plattformen in der Schweiz ein gleichwertiges Teleclub-Sportangebot zu nicht diskriminierenden Bedingungen anbieten. Dies tut die Swisscom heute nicht. So bietet sie auf ihrem Swisscom-TV beispielsweise die Übertragung sämtlicher Schweizer Eishockeyspiele an.

Die Konkurrenz wie der Kabelnetzanbieter UPC Cablecom oder Sunrise schauen dabei in die Röhre. Auf ihren Netzen sind jeweils nur wenige Eishockeyspiele live zu sehen und dies erst noch zu höheren Preisen für die Kunden als bei Swisscom-TV. Deshalb hatten Kabelnetzbetreiber bei der WEKO geklagt.

Swisscom weist Vorwürfe zurück

Die Swisscom weist die Vorwürfe zurück. Sie sei überzeugt, sich rechtmässig verhalten zu haben, und halte die Sanktion für ungerechtfertigt, schreib der grösste Schweizer Telekomkonzern in einem Communiqué: «Entsprechend ist die Swisscom befremdet über den Inhalt des Verfügungsentwurfs und die Bussenandrohung.»

Die zur Swisscom gehörende Kino- und Pay-TV-Gruppe Cinetrade hatte 2012 unter anderem die Übertragungs- und Vermarktungsrechte für die obersten beiden Ligen der Schweizer Fussballmeisterschaft für mindestens 140 Mio. Fr. gekauft. Auch die Rechte für die Spiele der Eishockeymeisterschaft liegen bei ihr. Das Nachsehen hatten Kabelnetzbetreiber, die gemeinsam mit der SRG ebenfalls um die Rechte geboten hatten.

Diese hohen Investitionen würden ein erweitertes Sportangebot bei der Verbreitung über Swisscom-TV rechtfertigen. «Nur dadurch können die Investitionen genügend geschützt werden», schrieb die Swisscom.(whr/sda)



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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • arpa 23.07.2015 15:30
    Highlight Da sitzt Der mit den gekauften Rechten wohl am längeren Hebel..
    3 1 Melden
  • EvilBetty 23.07.2015 14:57
    Highlight Hö? Nicht dass mich Fussball oder Hockey interessieren würde (ausserdem bin ic UPC-Kunde), aber ist nicht der Sinn von «Rechten kaufen», dass man eben diese hat? Die anderen Anbieter könnten das Produkt doch bei Swisscom einkaufen? Oder wird das vertraglich unterbunden?
    4 2 Melden
    • Oban 23.07.2015 17:53
      Highlight Wenn das eben gehen würde.
      Wir haben die Konstelation das Swisscom an der Firma Cinetrade beteiligt ist, dieser wiederum gehört die Firma Teleclub.
      Die Rechte hat Teleclub gekauft offiziell und gibt diese nicht gleichwertig an die Kunden weiter.
      Personen via Swisscom können vom vollen Programm proftieren, während UPC und andere Kabelnetze nur Tc Sport 1-3 erhalten. Sprich Teleclub könnte mit Swisscom Geld Rechte kaufen um diese grössenteils exklusiv über einen Anbieter zu vermarkten.
      2 0 Melden
    • EvilBetty 23.07.2015 18:29
      Highlight Ah so, Danke für die Erklärung. Aber der Verkäufer kann sich doch aussuchen an wen er was verkaufen will? Doof gesagt könnte sich Migros weigern mir Toilettenpapier zu verkaufen und ich könnte nichts dagegen tun.
      2 0 Melden
  • chandler 23.07.2015 14:36
    Highlight Das Geld bleibt ja beim Staat... ;-)
    1 2 Melden

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