Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

In Bellinzona vor Gericht: 31-Jährige wollte sich mit Sohn (4) dem «IS» anschliessen

15.12.17, 06:42 15.12.17, 08:59


Eine junge Frau, die sich zusammen mit ihrem damals vierjährigen Sohn vermutlich dem «IS» anschliessen wollte, muss sich am Freitag vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona verantworten. Wann das Urteil fallen wird, ist noch offen.

Die 31-Jährige versuchte nach Raqqa in Syrien zu gelangen, als die Stadt noch ein «IS»-Hauptquartier war. Mittlerweile ist der sogenannte «Islamische Staat» («IS») aus der Stadt vertrieben worden.

Gemäss Anklageschrift soll die Frau sich über das Internet radikalisiert haben. Ende 2015 habe sie dann in Ägypten ihre ganze Habe verkauft um mit dem daraus erzielten Geld ihre Reise nach Syrien zu finanzieren, wo sie sich mit ihrem vierjährigen Sohn dem «IS» anschliessen wollte. Im Januar 2016 wurde die junge Frau dann aber an der Grenze zur Türkei verhaftet. Trotzdem habe sie zwei weitere Male versucht, nach Syrien zu gelangen, schreibt die Bundesanwaltschaft in der Anklageschrift.

JAHRESRUECKBLICK 2017 - INTERNATIONAL - This Thursday, Oct. 19, 2017 frame grab made from drone video shows damaged buildings in Raqqa, Syria two days after Syrian Democratic Forces said that military operations to oust the Islamic State group have ended and that their fighters have taken full control of the city. (KEYSTONE/AP Photo/ Gabriel Chaim)

Raqqa war einst das «IS»-Hauptquartier in Syrien. Bild: AP

Aus der Anklageschrift geht auch hervor, wie die Frau der Ideologie des «IS» verfiel und wie stark sie sich mit der Terrororganisation identifiziert hat. Demnach war die Frau, die mit einem Ägypter verheiratet war, Ende 2009 zum Islam konvertiert und hatte sich in der Folge über das Internet mit immer radikaleren Positionen identifiziert.

Die Angeklagte sei überzeugt, dass jeder Muslim die Pflicht habe, zum «IS» zu gehen und diesen zu unterstützen. Die Angeklagte liebe den «IS» und stehe nicht mehr hinter den westlichen Werten. Die Schweiz, ihr Rechtssystem und ihre Regierung lehne sie schon deshalb ab, da die Schweiz Frankreich im Kampf gegen den «IS» unterstütze, heisst es in der Anklageschrift.

Offiziell ist sie wegen Verstössen gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen «Al Kaida» und Islamischer Staat vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona angeklagt. Die Strafanträge werden an der Hauptverhandlung vom Freitag gestellt. Wann das Urteil eröffnet wird, ist noch offen. (sda)

Der Terror des sogenannten Islamischen Staates

Intelligent, homophob, autoritätsgläubig: Warum Ingenieure die besten Dschihadisten sind

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Gute Frage: Weshalb werden französisch sprechende Muslime öfter radikal als alle anderen?

«Islamischer Staat», Chemie- und Nuklear-Waffen: Wie real ist die Gefahr?

Amerikas Schattenkrieger jagen «IS»-Anführer

Wir sollten uns an den Terror gewöhnen, aber das können wir nicht

Bilal reist in den Dschihad und rechnet dann mit dem «IS» ab – Kurz darauf ist der Deutsche tot

Kein Mensch versteht Syrien, weil alle von Syrien sprechen, aber etwas anderes meinen

Perfide Propaganda: Wie der «IS» mit «JiHotties» und Social Media westliche Frauen fängt

«Schwangere dürfen nicht verkauft werden»: So grausam regelt der «IS» den Umgang mit den Sex-Sklavinnen

Nein, Herr Trump, Obama ist NICHT der Gründer des «IS» – aber ganz unschuldig ist er auch nicht

Ulrich Tilgner: «Saudi-Arabien ist weltweit einer der Hauptunterstützer radikal-islamischer Strömungen»

Studie zeigt: So denken Muslime weltweit über den «Islamischen Staat»

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Friedensnobelpreis – die «IS»-Sklavin und der Mann, der Frauen repariert

Nadia Murad hatte mit ihrer Familie ein friedliches Leben am Rande des Sindschar-Gebirges geführt, bevor die Dschihadisten kamen. Doch als die gefürchtete Miliz «Islamischer Staat» («IS») im August 2014 Murads Dorf im Nordirak erstürmte, wurde sie wie tausende andere jesidische Frauen als Sexsklavin verschleppt.

Erst nach Monaten gelang ihr die Flucht. Seitdem setzt sie sich unermüdlich für die Rechte der Jesidinnen und gegen sexuelle Gewalt weltweit ein – ein Engagement, das nun mit dem …

Artikel lesen