Schweiz
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In Genf wird die erhöhte Alarmstufe am Wochenende beibehalten.
Bild: EPA/KEYSTONE

Sprengstoff-Spuren im Auto: Bundesanwaltschaft eröffnet Verfahren gegen zwei Syrer

12.12.15, 15:44 12.12.15, 20:58


Die Bundesanwaltschaft (BA) hat im Zusammenhang mit der Anti-Terror-Aktion in Genf am Samstag ein weiteres Verfahren gegen zwei Männer aus Syrien eröffnet. Sie werden verdächtigt, Sprengstoffe und giftige Gase hergestellt, verborgen und weitergeleitet zu haben. Nach Angaben der Genfer Behörden wurden in ihrem Auto Sprengstoffspuren entdeckt.

Die beiden Verdächtigen waren am Freitag im Grossraum Genf verhaftet worden und befinden sich zur Zeit in Untersuchungshaft, wie die BA am Samstag mitteilte. 

Sie werden ausserdem verdächtigt, gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen «Al-Kaida» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen verstossen haben. Die BA arbeite eng mit dem Bundesamt für Polizei (fedpol) und den Genfer Sicherheitsbehörden und zusammen, hiess es weiter.

Seit Freitag in der Schweiz

Der Genfer Generalstaatsanwalt Olivier Jornot sagte am Samstagabend vor den Medien in Genf, die beiden Syrer hätten ausgesagt, erst am Freitag in der Schweiz angekommen zu sein. Sie hätten ausserdem betont, das Auto erst kürzlich gekauft zu haben.

Dass Spuren von Sprengstoff gefunden worden sei, bedeute nicht, dass die beiden auch wirklich Sprengstoff transportiert hätten, sagte Jornot. Es bestehe auch keine Verbindung zu den vier Männern, die seit Mittwoch in Genf gesucht werden. Diese werden verdächtigt, der Terrororganisation «Islamischer Staat» die Treue geschworen zu haben.

Genfer Polizei findet zufällig Rechtsextremisten mit Waffenarsenal

Bei ihren Anti-Terror-Ermittlungen ist der Genfer Polizei am Donnerstagabend zufälligerweise ein rechtsextremer Mann in die Hände gefallen, der ihnen zuvor als verdächtig gemeldet worden war. Bei der Wohnungsdurchsuchung stiess die Polizei auf ein wahres Waffenarsenal. Sie fand dabei unter anderem mehrere Kalaschnikows des Typs AK-47, eine Pump Gun, Maschinenpistolen, ein Sturmgewehr M16 und rund 30 Karabiner, wie Generalstaatsanwalt Olivier Jornot am Samstag vor den Medien sagte. Ausserdem hing in der Wohnung eine Nazi-Fahne. Der Mann sei Anhänger einer Überlebensideologie und bereite sich in seiner Wohnung auf den Kriegsausbruch vor. Der Fall stehe aber nicht in Zusammenhang mit den Untersuchungen zu den Terrordrohungen, die seit Mittwoch in Genf für Unruhe sorgen. (sda)

Sicherheitsvorkehrungen verstärkt

Die Genfer Polizei hatte wegen eines Terror-Verdachts am Donnerstag massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen und die Alarmstufe erhöht. Zudem wurde eine Fahndung nach mehreren Personen eingeleitet.

Vor dem Sitz der Vereinten Nationen (UNO) in Genf sowie am Flughafen wurde die Polizeipräsenz verstärkt. Aus einer vagen Bedrohung sei eine konkrete geworden, sagte hiess es beim Departement für Sicherheit und Wirtschaft.

In der Folge eröffnete die BA ein erstes Strafverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft respektive Unterstützung einer kriminellen Organisation. Die Bundesbehörden hätten von einer ausländischen Behörde einen Hinweis erhalten, sagte Bundespräsidentin Sommaruga.

Escalade findet statt

In Genf findet an diesem Wochenende die traditionelle Escalade mit dem Umzug am Sonntag statt, der jeweils Tausende von Menschen in die Genfer Innenstadt lockt. Die Rhonestadt erinnert damit an ihre erfolgreiche Verteidigung gegen Karl Emanuel von Savoyen in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 1602.

Die Feierlichkeiten sollen wie geplant durchgeführt werden, teilte die Genfer Polizei am Samstag mit. Die erhöhte Alarmstufe werde aber aufrecht erhalten. Dies bedeute, dass mehr Polizisten präsent seien und mehr Personen- und Fahrzeugkontrollen durchgeführt würden, hiess es.

(dsc/sda)

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