Schweiz

Die kleinste Gemeinde der Schweiz steht ohne (gewählte) Führung da

Das Tessiner Bergdorf hat gemäss einer Statistik des Bundes nur 13 Einwohner.

28.10.17, 15:19 28.10.17, 22:11

Die nach Zahl der Einwohner kleinste Schweizer Gemeinde Corippo TI muss seit dieser Woche ohne Regierung auskommen. Sowohl der Präsident als auch die beiden Gemeinderätinnen traten zurück. Jetzt wurde ein Verwalter für den Weiler im Verzascatal entsendet.

Sie sei «überglücklich», diesen Entscheid getroffen zu haben, sagte die Ex-Gemeinderätin Clarina Scettrini am Samstag auf Nachfrage. Sie bestätigte zugleich verschiedene Medienberichte zu den Demissionen.

Gemeinsam mit Clarina Scettrini haben auch die Gemeinderätin Pia Scettrini und der «Sindaco» Claudio Scettrini den Rücktritt eingereicht – insgesamt zählte die Exekutive in Corippo nur drei Personen. Das Tessiner Bergdorf hat gemäss einer Statistik des Bundes ohnehin nur 13 Einwohner. Das zweitplatzierte Bister im Wallis kommt immerhin auf 31 Personen.

Corippo liegt weit hinten im Verzascatal am Hang, auf 558 Meter über Meer. bild: wikimedia/böhringer friedrich

Tessiner Medien hatten berichtet, dass vor allem die berufliche Belastung des Gemeindepräsidenten sowie das hohe Alter der Gemeinderätinnen ausschlaggebend für den Kollektiv-Rücktritt waren. Clarina Scettrini wollte dies auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Eigentlich hätte der Weiler Corippo im Zuge einer Gemeindefusion längst in der neuen Grossgemeinde Verzasca aufgehen sollen – bei diesem Vorhaben war es aber immer wieder zu Verzögerungen gekommen.

Die Tessiner Kantonsregierung reagierte auf die Rücktritte, indem sie einen kommissarischen Verwalter nach Corippo schickte. Auch er heisst Scettrini, war allerdings zuletzt in Tenero TI wohnhaft, wie aus dem Tessiner Kantonsblatt hervorgeht. Demnach werden Vittorio Scettrini nun alle Geschäfte der Kleinstgemeinde Corippo anvertraut, wofür er auch eine Entschädigung erhalten soll.

(dsc/sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fidelius 28.10.2017 20:30
    Highlight Ich liebe diese kleinen, abgelegenen Dörfer, wo die Zeit stehen geblieben zu schein seint und die Einheimischen jeden Aussenstehenden misstrauisch beäugeln.
    9 8 Melden
    • crik 29.10.2017 00:59
      Highlight Bisschen viele Vorurteile? Corippo liegt wenige Kilometer von Locarno, und in der Gegend (inklusive noch deutlich abgelegeneren Dörfern) wurde ich immer offen und freundlich empfangen.
      4 0 Melden
  • Maya Eldorado 28.10.2017 17:58
    Highlight Wie alt ist die oder der Jüngste in diesem Dorf?
    18 0 Melden
  • _kokolorix 28.10.2017 17:37
    Highlight Ein bisschen viele Häuser für nur 13 Einwohner. Wohnt da jeder in mehreren? Sonst ist es doch eher umgekehrt...
    36 6 Melden
    • @schurt3r 28.10.2017 17:50
      Highlight Da ist was faul!
      27 4 Melden
    • Jaing 28.10.2017 18:02
      Highlight Nein, stimmt. Watson klärt auf: https://www.watson.ch/!214066883
      7 0 Melden
    • derEchteElch 28.10.2017 20:32
      Highlight Die selbe Frage wollte ich auch stellen.. du warst schneller.. und jaing mit der Antwort auch 👍
      2 3 Melden
    • Baba 28.10.2017 21:47
      Highlight Da waren früher mal deutlich mehr Einwohner...

      ...und sollen übrigens bald wieder mehr sein, dann wenn das Konzept des "Albergo Corippo" umgesetzt wird.

      http://www.hotelinnovation.ch/kopie-von-gewinner-2016
      2 0 Melden
    • Spooky 29.10.2017 02:16
      Highlight @schurt3r

      Hehe! Dein Bauchgefühl ist perfekt ;-)

      Ich behaupte von mir, ich sei ein Tessinkenner.

      Das Tessin ist sowohl die Sonnenstube als auch die Dunkelkammer der Schweiz.

      Wer die Tessiner als Folklore sieht, ist selber schuld.

      Ich liebe die Ticinesi.
      1 0 Melden
  • pedrinho 28.10.2017 17:12
    Highlight Was fuer Emily....quase freie sicht zum glockenturm ;)
    19 1 Melden

Wenn du in diesem Walliser Dorf ein Haus baust, erhältst du mindestens 25'000 Franken

Für einen Euro ein Haus in Sizilien kaufen oder 70'000 Franken geschenkt bekommen und sich im Walliser Dorf Albinen ein Eigenheim bauen. In Europa und der Schweiz überbieten sich abgelegene Dörfer zurzeit mit Lockvogelangeboten, um die Abwanderung zu stoppen.

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